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Der nationaldeutsche Jude · 1927-01-01 · Nr. 1-3 (Januar/Februar/März 1927) · p. Seite 12

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
1927
Issue
Nr. 1-3 (Januar/Februar/März 1927)
Date
1927-01-01
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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12 - dauernd Zuzug von solchen Glaubensgenossen. die der deutschen Kultur fern stehlen, so hätte unser Kultus längst Formen angenommen. die dem deutschen Wesen besser stehen. So suchen wir auch im jüdischen Gottesdienste zumeist unbewußt, den deutschen Stil zu gewinnen, ganz i entsprechend dem Suchen nach einer deutschen Tracht, vielleicht sogar mit beflerem Erfolg. Gewiß ist es verfehlt, einen loschen Naturvorgang künstlich aufzuhalten, wir haben alle j auf k u l t i s ch e ni Gebiet gemeinsame Aufgaben, wenn auch dem Einzelnen anheimgestellt werden muß. wieweit er sich! der kultischen Einrichtungen bedieUen mag. Doch anders st elh t s um unsere Kultur. Sie ist uns f e i lt jß r o 61 em mehr, sondern Schicksal zugleich und freudiges Bekenntnis. Dem Eindringen einer fremden Kultur werden deutsche Juden eindringlich st Halt>! gebieten, selbst wenn sie sich | a IS „jüdisch" bezeichnet oder jüdisch .zu. sein Herme i n t _ ■ ■ | Vermischtes. ' Die Flocht aus Palästina. j Nack den amtlichen Mitteilungen über die Ein- und Auswanderung ergibt sich, daß in den letzten Monaten die Auswanderung aus Palästina rund doppelt so groß gewesen ist, als die Einwanderung. Wahlproteft in Berlin. Unsere Leier wissen aus früheren Mitteilungen, daß gegen die Wahlen zur Repräsentantenverfammlung der Berliner Jüdischen Gemeinde oou verschiedenen Seiten Protest eingelegt worden ist. 'Der Polizeipräsident von Berlin hat jetzt dem Protest insoweit stattgegebcn. als er angeordnet hat, eine Reihe bestimmter Ermittelungen anzustellen und dann das Wahlergebnis I nochmals durch die vereinigten Wahlausschüsse nachprüfm zu lassen. Der Protest stützte sich bekanntlich in erster lLinie aut unzulässige Praktiken von -zionistischer Seile. Verstöße des «zionistischen» Abgeordneten der Aufsichtsbehörde u. a. m. Der Polizeipräsident schließt seinen Bescheid mit folgenden,. atz den Vorstand der Gemeinde gerichteten' Worten: > Die f e st g e st e l I t e n c r h e b l i ch e n V e r l e tz u «i g e n der statutarischen Bestimmungen über das P)ahl verfahren . . . geben mir Veranlassung, darauf hilnzuweisen, daß in Zukunft auf größere Sorgfalt . . . ernstlich Bedacht genommen werden jnuß. Eine mit io zahlreichen Unregel mäßigkeiiten behaftete Wahl kann der gewählten Vertretung der Gemeinde nicht das nötige Vertrauen gewinnen und entspricht nicht! der Würde einer öffentlich-rechtlichen Körpersch a ft.! Der Gemeindevorstand ist jetzt bemüht, die von dem HWizeiprändenten gewünschte Beseitigung der Mängel des Wahloerfahrens und die erneute Prüfung des Wahlergebnisses durchzuführen, was nicht ganz einfach sein dürften Inzwischen ist aber voneiner zurliberalen Parieigehör Gruppe unserer V e r b a n d s m i t g l i e d e r g den Bescheid des Polizeipräsidenten schwerde an den Oberpräsidenten eing^! würden mit der Begründung, daß die bereits feügeste schweren Unregelmäßigkeiten zu einer i ständigen Aufhebung der Wahl und Anordnung einer Neuwahl führen müssen. Wir werden unsere Leier weiter über den Verlauf richten. Ein fo rgen egen Be. legt I t e n olluntergende Weihnachtsmärchen. Aus einer großen ostdeutschen Stadt wird uns Begebenheit berichtet, für deren Wahrheit sich der Linsender verbürgt: Lotte hat jüdischen Religionsunterricht. Es ist die. letzte Stunde vor den Weihnachtsferien. Der Lehrer froHt die Mädchen: „Wer von euch hat «inen Weihnachtsbaum?" Fünf Mädel heben die Hand hoch. Der Lehrer fragt weiter: „Warum habt ihr einen Weihnachtsbaum?" Allgemeines Schweigen. Schließlich steht Lotte auf und sagt: „Weil wir Deutsche sind." Darauf der Lehrer: „Dann sind deine-Eltern wohl schwarz-weiß.-rot?" . Zionistisches Selbstbekenntnis. Sn. einem Aufsatz der Prager „S e l b st w e h r" der Chefredakteur über „zionistische Landespo in der Tschechoslowakei". Er sagt wörtlich: spricht litik «Die z i o n i st i s ch ( Mjnderhe bedeutet aber Juden der derheiten Bei dem E ent ra lv e Politik ist im Prinzip nationale t s p o l i t i k. Die Anwendung dieses Prinzips durchaus nicht, daß sich die Politik der Politik der übrigen nationalen Minjmschließen müßte. . ." ^Kuhhandel mit den Führern des reins. den die Führer der zion'istischen Organisation zurzeit betreiben, ist auch angedeutet worden, daß die Zionisten „für Deutschland" nicht auf die Bildung einer „nationalen Minderheit der Juden hinarbeiten wollen. Sehr freundlich! Aber wenn sich einmal der zionistische Grundgedanke vom „Fremdvolk", den doch die Herren Blumenfeld. Klee.Kollenscher usw. nicht werden abschwören wollen, erst einmal durchgesetzt hat. wird »chließlich gar keine andere „zionistische Landespolitik" in Deutschland übrig bleiben, als die. zu der sich der ehrliche Redakteur des Prager Zionistenblattes schon heute bekennt. Die Führer des Centraloereins haben von ihrem Standpunkte aus ganz recht, daß sie ihre eigenen Mitglieder nicht hinter die Kulissen ihrer Verhandlungen mit den Zionisten blicken lassen. Das eine oder andere Mitglied könnte sonst doch mevken, welchen herrlichen Zeilen wir entgegengeführt werden. p->x hrltannico. In Lonl on haben wieder einmal die englischen wirklichen Politüer mit den zionistischen Auch-Politikern zusammen gese sen und schöne Reden gehalten. Dabei hat Lord A l l i n b n , der zur elfteren Gattung gehört, von Herrn 2 o k »l o w. einem hervorragenden Eremplar der zweiten Gattung, wörtlich gesagt, es sei für ihn eine Ehre, Herrn Sokolow zu begrüßen, der „ein großer jüdischer Patriot. >as heißt auch ein Patriot des britischen R« i ch e s" sei. Biel klarer konnte nicht gesagt werden, daß .jüdischer Patriotismus" im Sinne der Zionisten uni > ihrer englischen Ausbeuter nur englischer Patriotismus sein kann. Im übrigen meinte Lord Ä l l e n b n : „V on Palästina als Friedenszentrum werden sie (d. h. die Herren Weizmann, So ko low und Genossen» die Friedens idee über Snricn. den Nahen Osten, ja über die ganze Welt a u s b r e i t e n." Diele Art eines Friedens könnte England gefallen! Liberale Partei und Verband nationaldeutscher Juden. In der Nooember-Tezember-Nr. 1926 berichtigten wir einen Irrtum des Herrn Rechtsanwalt Heinrich Stern über die Vorgänge, die bei den Wahlen zum Landesverband zur Uebernahme einiqer Kandidaten unseres Verbandes auf die liberale Liste geführt haben. Herr Stern hat inzwischen seinen Irrtum selbst zugegeben und damit entschuldigt, er habe dem Greinium, von dem die Aufstellung der liberalen Kandidatenliste vorbereitet worden sei, nicht angehört. (Jüdisch-Liberale Zeitung 31. Dezember 1926. Nr. 53.) Wir freuen uns dieses offenen Eingeständnisses eines Irrtums, dessen Ausschlachtung auf der „anderen" Seite schon begonnen hatte, und hätten nur gewünscht, daß die Erklärung des Herrn Stern auch in der Ueberschrift und vielleicht mit, einigen einleitenden Worten jedem Leser der I ü d i s ch - L worauf sie Fassung nicht Stern selb iberalen Zeitung deutlich gemacht hätte, ssch bezog. Maitchem Leser mag dies aus der völlig klar geworden sein, was zweifellos Herr bedauern wird. Major Anker.' Die regelmäßigen Leser unseres Mitteilungsblattes werden sich noch erinnern, daß Herr Major Anker, früher Ordonnanz-Offizier des Kronprinzen, vor einigen Jahren in einer von usts einberufenen öffentlichen Versammlung als Debatteredne: aufttat, unsere Bestrebungen als einen gangbaren Weg zur Lösung der Judenfrage begrüßte, im übrigen aber parteipc litische Anschauungen von einer Einseitigkeit, die den Leitern unseres parteipolitisch neutralen Verbandes recht peinlich war. zum Ausdruck brachte. Herr Anker nannte sich damals selbst einen Anhänger der „schwarz-weißr ö t e st e n C o u l e u r". An diese Rede knüpften sich dann Erörterungen in der Presse, in denen natürlich von Zionisten und ähnlichen Freunden unserer Sache „so getan" wurde, als ob wir für die Anschauungen des uns bis zu der Versammlung völlig unbekannten Herrn Major Anker verantwortlich wären. Jetzt hat sich Herr Major Anker zum überzeugten Republikaner bekehrt. ,Er schreibt Leitartikel für das „Berliner Tageblatt". Und siehe, esc ist große Freude in Israel, wenigstens in dem Teil, der Herrn Anker und uns seinerzeit gar nicht genug verunglimpfen konnte. Ja. Bauer, das ist auch ganz etwas Anderes!

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