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Der nationaldeutsche Jude · 1927-01-01 · Nr. 1-3 (Januar/Februar/März 1927) · p. Seite 11

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
1927
Issue
Nr. 1-3 (Januar/Februar/März 1927)
Date
1927-01-01
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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wm *iit "M •m Mit solchen Mitteln wird daS große Ziel der Aussöhnulig und Verständigung, daS wir alle erstreben, nicht erreicht.. Der entschiedene Kampf gegen den gehässigen Antisemitismus darf nicht in Unduldsamkeit gegen ehrliche Ueberzeugung und wohlmeinende Kritik ausarten. Ich gehe in gewiffer Beziehung über die Ziele deS .VerbandeS nationaldeutscher I u d e n“ hinaus, aber (diese Bemerkung sei mir zum Schluß gestattet) den Untergang deS Judentums künfllich zu beschleunigen, liegt nicht in meiner Absicht. Ich propagiere die Mischehe nicht und ich bin der schärfste Gegner der Taufe, wo sie um maleneller Interessen willen erfolgt. Ich will lediglich geistig auf die Juden wirken, daß sie den endlichen Tod des jüdischen Volkes nicht als ein Unglück, sondem als ein Glück emp. finden. In diesem Sinne bin ich kein Suchender, sondern ein Mahnender, und ich kann nur wünschen, daß meine Worte verstanden und beherzigt werden. > Kulturelle upd kultische Aufgabe«.*) Von Studienrat Dr. F. Wachsne r. rau BO de i Eins der Worte, das von den meisten Menschen km Munde geführt wird, die mit ihm nur einen höchst unklaren Begriff verbinden, ist daS schöne Wort Kultur. Gilt man doch schon alS »Mensch von Kultur", wenn man in Gesellschaft mit wohl gepflegten Fingernägeln erscheint. Da ist es nicht weiter verwunderlich. daß sogar in den amtlichen Veröffentlichungen angesehener Körperschaften mit diesem unklaren Begriff Unheil angerichtet wird. , Halten wir unS an den ursprünglichen Wortsinn der cultura, so ist diese zunächst agricultura, Ackerbau, die Grundlage des Eigenlebens eines Volkes. Mit der Pflanze zugleich, die er pflegt, wächst der Mensch als Produkt seines Bodens auf. er bildet seelische und geistige Werte aus. die gerade diesem Heimatboden entsprechen, er erwirbt sich eine nationale Kultur. Wie sehr die Kultur vom Lande abhängt, erkennt man daraus, daß Angehörige eines Volkes, die den heimatlichen Boden verlaffen, um inmitten eines fremden Volkes, an das sie verwandtschaftliche Bande keineswegs feffeln, eine neue Heimatzu finden, schon oft in der zweiten Generation dem Wirtsvolke weitgehend assimiliert sind, sodaß von der eigenen Kultur, selbst wenn diese eine beträchtliche Höhe eingenommen hatte, nicht mehr viel zu erkennen ist. suchen sie aber diese alte Eigenkultur künstlich zu erhalten, so werden sie vom Wirtsvolke als Fremdkörper ausgestoßen. So wikd der Mensch in eine bestimmte Kultur hineingeboren, er kann sie nicht etwa nach eigener Wahl bestimmen.! ohne die Gemeinschaft zu verlaffen, der er lebenslänglich als , passives Mitglied angehört. Oder, um sogleich auf die Praxis ' zu kommen, man kann nicht, nachdem man — vielleicht seit ungezählten Generationen — dem deutschen Kulturkreis1 > angehörte, nun plötzlich erklären, man wünsche der jüdischen"^ Kultur zu leben. Soll eine solche Erklärung mehr sein als eine intereffante Redensart, so gilt eS, die Konsequenz zu ziehen, d.^ h. augenblicklich aus der deutschen Kulturgemeinschast ouSzuscheiden und daS Land aufzusuchen, wo die ersehnte jüdische Kultur zu Hause ist. Wo dies schöne Land liegt? — In Palästina jedenfalls nicht, denn dort herrscht die arabische Kultur, der sich über kurz oder lang auch die dorthin aus den verschiedensten Völkern abgestotzenen Juden assimilieren müssen, wenn sie nicht ihre Existenz aufs Spiel setzen wollest. In Deutschland aber ist kein Platz für eine Sonderkult toi, nur ein Sondervolk könnte sie schaffen, und ein solches können wir in alle e n und de i unserer M i Von einer tte nicht brauchen, besonderen jüdischen Kultur kann eben in unseren Tagen nur noch die Rede sein, wo sich Angehörige deS jüdischen Stammes in einigermaßen erheblicher Zahl unter einer rudimentären völkischen Selbständigkeit zusammengehalten haben, also vielleicht in einigen Winkeln O st - e u r o p a S. Die deutschen J.U d e n sind dagegen längst aus passiven 'Mitgliedern der deutschen Kultur zu aktiven geworden, die in verhältnismäßig großer Zahl zu deren Bereicherung beitragen und in ihr die starken Wurzeln ihrer Kraft begründet wiffen. Eine Ver- *) Der Au satz knüpfte an die .offiziöse" Veröffentlichung betreffend den geplanten .Reichsverband der deutschen Juden" lsiehe Rov./Dez.-Rr. dieser Zeitschrift, E- 2) an. In der Veröffentlichung war durch Verwendung deS Wortes .kulturell" statt .kultisch" eine bedauerliche und irreführende, hoffentlich unbeabsichtigte Sprach-Entgleisung enthalten. Die Schriftleitung. Pflanzung der jüdischen Kultur nach Deutschland dann gelingen, wenn Myrte und Granatapfel unser^ schmückten^ >md zwar in der Gestalt, wie einst tausenden im heiligen Lande. Dann hätten wir auch keine deutsche Kultur mehr. Gar mancher wird, wenn man ihm so die Unn einer jüdischen Kultur auf deutschem Boden beweist, und den bekannten Einwurf tun: .Ja. so haben wir's gemeint I UnS bedeutet^ jüdische Kultur nur unsere und waS Hamit zusammenhängt, wir wollen selbstvär! gute Deutsche sein mib bleiben, ohne diese jüdische aufzugeben. DieS Recht kann uns doch kein gerecht Mensch bestreiten. Wir leben in gleicher Weise für tum und Judentum I" — Wer so denkt, Hai wieder nur gerade zur H Richtige getroffen, und alle Halbheiten sind lich. Religion stellt gewiß einen Teil der Stuli Volkes dar, und vielleicht den edelsten. Auch sie ist dukt des Bodens. Aus dem nebelgrauen Norden Thor mit geschwungenem Hammer erheben, und an Quellen des sonnigen Griechenlandes die anmutige Doch schon in der zweiten Hälfte des biblischen Scl die uns die Zeit darstellt, in der ein reger Handelsv:r Völker zu verbinden begann, bricht sich die Erkennt,» daß der Ideengehalt -aller Religion gleiche ist. Die Zehngebote sind heutzutage für menschen verbindlich, ihr Glaube ist derselbe, soweit die sittliche Gestaltung des Lebens bezieht,, nur in wie die einzeinen Kirchen theoretische Fragen suchen, die den menschlichen Verstand übersteigen, un sich die Religionen. Die Ethik ist der gerne Boden, auf dem alle Kulturen sich müssen» auf ihm ist ein Unterschied z deutsch und jüdisch nicht feststellbar. Wo aber liegen jene Unterschiede, die doch die einer vermeintlich jüdischen Kultur auf deutschem £ vorhanden empfinden, wenn nicht auf völkischem religiösem Gebiet? — Religion, dag innerlichste Erleben, verlangt in Menschen nach einer Veranschaulichung durch symbolisstt lungen. So tritt zu der eigentlichen Religion als T Kultur ergänzend der Kultus, der erst seinen durch das, waS er veranschaulichen soll, wie das wand erst auf wohlgebildetem Körper zum Schmuck nun ein besonderer jüdischerKultus.auf deutsch« möglich und berechtigt? — Der Vergleich des Kultus mit der Tracht eines gar nicht so übel. Ursprünglich hatten jede Religi, Volk ihre besonderen kultischen Gebräuche, ja solange sicht in das Wesen der Religion und in die allen gemeinsame Ideenwelt fehlte, galt ihnen der Kult selbstsüchtiger Pricsterkaste gehütet und immer schärfer als daS Wertvollste. Heilige Geräte, heilige Tracht^! sich hier und da durch' die Jahrtausende erhalten Volk aber eignete auch eine besondere Volkstracht, von Angehörigen in die Fremde niitgenommen und' noch Diele1 Jahrhunderte in der neuen Heimat, als gliedcrung in deren Kultur längst vollzogen war. religiöser Brauch wurdet "vielleicht in Gestalt glaubens, mitgenommen. Man denke nur an den Stamm der Spreewälder, der, in der deutschen kommen aufgegangen, über andere Besonderheit mehr verfügt. Gerade in Dingen der Gottesverep mancher Stamm unglaublich konservativ, und gerade hängt an ihnen mehr, als an alten Trachten.' S unserm heutigen Gebrauchstum Bestandteile nachwei wie die schon von den Propheten verworfene Beschnei daS graue Heidentum zurückreichen. Ganz allmählich blaßt der altertümliche Kultus, wie die schönen-alt trachten verschwinden, je näher sich innerlich die rücken. Eine Gefahr dürfte aber der deutschen K u l solcher kultischen Besonderheit eines kleinen Tej Mitglieder nicht erwachsen. Uebrigens wollen wir nicht vergeffen,, daß sich jüdische Kultus längst auf dem Wege zur E i n d e u befindet. Es gibt seit fast hundert Jahren keine meinde mehr ohne deutsche Predigt, auch in'orthodox meinden hüben sich Gebetbücher mit deutscher Uebersi hebräischen Textes eingebürgert, von den Bestrebungen liberalen oder gar Reformgemeinde» gar uücht zu erhielten wir nicht seit einigen Jahrz rde erst Fluren r Jahrcjber hier öglichkeit Erschrecken gar nicht Religion stündlich Kultur lenkender Deutschn mßte fiste das efährur eines ein Prosich heiteren Nymphe, risttums, kehr die Bahn, n der Kultursich auf der Art. zu lösen tprscheiden n s a m e finden i s ch e n ' Anhänger öden als ethischsch y U, ein es Krl ret e •mm meisten e Handeil der >rt erhält nstp Ge» >, Ist m Boden t >ird Volkes ist n, jedes die Ein» Religionen > S, von Si imgrenzt, n haben Jedem e wurde ejrhielt sich die Eind manch Aber» slavischen tur vollkäum rung ist r jüdische doch in die, idung, in erst vern Volkse Stämme i u r aus les _ ihrer ii bar. auch sch jüdische der nng Ge- >xen Getzung der m. eh des ganz Und nten t C

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