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Der nationaldeutsche Jude · 1926-11-01 · Nr. 11/12 (November/Dezember 1926) · p. Seite 17

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
1926
Issue
Nr. 11/12 (November/Dezember 1926)
Date
1926-11-01
Page
Seite 17 (sequence 17)
Language
German
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Deutscher Jude und Sport. Sind jüdische Sportvereine notwendig? Von Dr. med. I. Rosenberg (Freiburg. Breisgau). Seit Schluß des Krieges hat die deutsche Sportbewegung einen früher nie geahnten Aufschwung genommen. War es noch vor dem Kriege einfach nicht gesellschaftsfähig, einem Sportverein anzugehören, so sind wir heute beinahe so weit» daß es nicht gesellschaftsfähig ist. keine m Sportverein anzugehören. Demgemäß hat sich auch daS Niveau der Sportvereine recht erheblich geändert. Sehr viele große Sportvereine haben in ihren. Mitgliederkreisen anerkannte Wiffenschaftler, die daS Bedürfnis haben, einerseits ihre spärlichen Freistunden durch aktive Betätigung in allen Arten von Leibesübungen zu würzen und auszunutzen, andererseits sollen Erfahrungen gesammelt werden, die späterhin der ganzen. Sportbewegung wieder zugute kommen. Wir alle wisien auch, wie notwendigunsererJugend und vor allen Dingen auch unserer herangewachsenen Jugend die Betätigung und die Ertüchtigung in der freien frischen Natur ist. Bei den einen gilt es, Schäden, die durch schlechte Wohnungs- und Eruährungsoerhäitnisse entstanden sind, nach Möglichkeit durch Leibesübungen wieder auszugleichen, die anderen soll die sportliche Betätigung dem Alkohol und Nikotin und anderen Lastern entreißen. Alle vereint die freie Unterordnung und der Gehorsam den selbstgewählten Führern gegenüber. Diese freiwillige Disziplin ersetzt vieles Wertvolle, das uns früher nur das Militär gab. Die Stabilisierung der Währung ließ zwar die Mitgliederzahleu der Vereine sinken, sie brachte unS aber heute dadurch den gesunden Zustand, daß Leute, die früher in mehreren Vereinen gleichzeitig waren, nunmehr nur noch einem Verein angehören Brachte also die Stabilisierung der Währung den meisten Vereinen rein zahlenmäßig einen Rückschlag, so ist es bei den jüdischen Sportvereinen gerade umgekehrt. Noch vor wenigen Jahren gab es nur in einigen wenigen Großstädten jüdische Sportvereine, heute finden wir sic in fast jeder größeren Stadt. Das erscheint zunächst merkwürdig und eS ist naheliegend. wenn wir nach Erklärung für diese Erscheinung suchen. Wie steht der deutsche Sport dein Antisemitismus gegenüber? Schon da sind die Ansichten verschieden. Die einen sagen, der Sport ist die Reaktion, Reaktion ist immer antisemitisch, also ist eö der, Sport auch. Die zweiten sind die Jude», die-an einer Art von Verfolgungswahn leiden, die sich immer und immer ohne den geringsten Anlaß antlsemitisch verfolgt und die sich nur in rein jüdischem Kreise gesichert fühlen. Wie oft ist cS mir nicht schon begegnet, daß ich. der ich mich vorübergehend längere oder kürzere, Zeit in einer fremden Stadt aufhielt und bei Verbandsvcreincn verkehren wollte, von wohlmeinenden Glaubensgeuoffcn den Rat erhielt: „in dem Verein können Sie nicht verkehren, der ist als antisemitisch bekannt". Wenn ich mich dann nicht au den Rat hielt und trotzdem zu dem Verein ging, habe ich nicht nur nichts von Antisemitismus gemerkt sondern auch unter den Mitgliedern eine ganze Anzahl Juden gefunden. Die dritte Sorte Mitglieder, die der jüdische Sportverein sein eigen nennt, sind die nicht ganz wenigen Juden, die nur unter Glaubensgenosien sein wollen »und sich auch nur dort sehen lasten können. Es sind diejenigen, die sich nur wohlfühlen, wenn sie neueste jüdische Witze erzählen können und wenn' sie in jedem Satz drei der so beliebten Jargonausdrücke gebrauchen dürfen. Dann finden wir aber auch die Leute dort, für die Gehorsam nur ein Begriff ist, der für die anderen da ist, und die'nur da leben können, wo sie tnn dürfen, was sie »vollen, und wo sie kommandieren und das große Wort führen dürfen, »vie sie eS gewohnt sind. Viertens finden »vir iin jüdischen Sportverein die große Zahl der Zionisten, für die das deutsche Vaterland, »venn »vir ihrem Sieden Glaube» schenken, grundsätzlich ein Ausland ist. Praktisch, stört es allerdings diese Leute nicht weiter, daß auch weitaus die meisten jüdischen Sportvereine den deutschen sportlichen Spitzenvcrväuden angeschloffen sind und daher den deutschen sportlichen Gesetzen genau so unterstehen, »vie alle andere deutschen Sportvereine. Zu den „Grundsötzlicheir" kommt dann noch die große Zahl der Mitläufer, die überhaupt keine Meinung haben und die immer nur daS tu», »vaS die andern sagen. Diese finden »vir ja leider überall. Ich habe meine Ueberzeugungen über die Zusammensetzung der Mitglieder eines jüdischen Sportvereins freimütig geäußert. Ich bin überzeugt, daß nian in gewissen Kreisen mich ob dieser Charakteristik am liebsten steinigen würde. Ich gebe auch gern zu. daß es Ausnahmen, aber nur einige ganz »venige gibt. Ich habe in meiner langjährigen Tätigkeit im deutschen Sport Gelegenheit gehabt, in so inanche Verhältniffe hereinzuschauen, und kenne daher dies alles aus eigener Erfahrung. . Die deutschen Sp-ortvcrbände sind nicht antisemitisch, im Gegenteil, sämtliche große,» deutschen Sportführcr betonen iminor und immer »vieder: »Sport ist unpolitisch, uns interessiert nicht, »vas der Sportsmann für eine Abstammung oder Religion hat. noch waS für einem Berufe er nachgeht, »venu er nur ein anständiger Kerl ist. Auf der Sportsbahn und im Sportdreß sehen sie alle gleich aus. hier gilt mir die Leistung. Den Befferen erkennen wir an, gleich, ob Jude oder Christ, ob Ha idwerker oder Akademiker." Gewiß, es g.ibt einige wenige Sportvereine, die antisemitisch sind Dies dürfen sie aber nicht offen sein, denn sie würden dainit gegen die Satzungen der deutschen SpitzenH-erbände verstoßen. Da jeder. Sportverein die Aufnahine eines neuen Mitgliedes ohne Angabe von Gründen ablehnen kann, haben diese Vereine es trotzdem in der Hand, keine Juden hcrcinzulassen. Weitaus die Mehrzahl der Vereine ist eö aber nicht, überall finden »vir Inden mit teilweise ganz hervorragenden Leistungen. Wir »vollen doch auf der einen Seite auch das nicht einsühren, was wir bekämpfen! Wenn wir rein „konfessionelle" Vereine, die die. Aufnahme' von Leuten anderer Abstamnnng oder Konfession ablehnen, bekämpfen, dann dürfcf» »vir über auch nicht gleichzeitig selbst rein jüdische Vereine unterstützen. Der deutsch denkende und deutsch füh-lende Jude gehört in einen deutschen und nicht ir einen jüdischen Sportverein. Wenn wir einmal l as Glück haben, im Auslande fremder» entgcgenzutreten, dann vertreten wir miv Stolz unscr deutsches Vaterland. Auch da! Ausland s i e h t i u u n s . n u r die Deutsche n^-i jm ist es gleich, ob wir zufällig jüdischer. Religion sind. Also, national deutsche Inden, Ihr habt in den jüdischen Sportvereinen nichts verloren, Ihr gehört in die denfschen Sportvereine, ganz gleiai, »vas für einen Sport Ihr a»»sübt. Ihr müßt Euch aber selbstverständlich der sportlichen Gemeinschaft einfügen können, denn auf dieser baut sich der deutsche Sport auf. Dr. Ludwig Joseph. Die Ortsgruppe Frankfurt a. Main des Verb nationaldeutscher Juden e. v. gibt in tiefer Trauer nis von dem Keimgange ihres erste» Vorsitzenden, Justizrat Dr. Ludwig Joseph, der am 18. Oktober 1926 in Tegernsee unerwartet ver ist. kerr l)r. Ludwig Joseph war erster vorsit der Frankfurter Ortsgruppe feit ihrer Gründur war ei» begeisterter Anhänger unserer Sache, die --erstc Kräfte» zu fördern bestrebt war. tvir -werden sein Ai für alle Zeiten hoch halte». Der Borstand der Ortsgruppe Irankfurt a. de« Verbände» nationaldeutscher Inden. I. A.: S. W. Heh, J stellvertretender Vorsitzender. 1'! andes Kennt» , licrrii chiedcn cndcr g. Lr s nach | denken Alain! e Zritz Prager. ' Am 14 August dieser Jahres wurde uns dnrcl tragischen llnglücksfall «Absturz im Gebirge» unser K Fritz Prager im Alter von 2l Jahren entrisse». Tiefer vernähme» wir .Jugend des Verbandes nal deutscher Juden die Kunde von dem-frühen, uuerir Tod dieses Freundes unserer Sache. Begeistert für alles in> Kerzen ernst und doch im lvefcn voll sonniger Kr Sie ihm gerade bei der Jugend soviele Freunde erwa er ein Mensch, in jedem Zug dem Bilre entspreche uns den jungen nationaldeutschen Inden b Ivieoicl er uns durch seinen regen Geist gab, das wisi die ihn bei seinen Vorträgen in der Jugcndgruppe lernten, oder die besonders in früheren Jahren, als i Studium noch nicht so stark in Anspruch nahm, wie letzten Zeit, mit ihm auf Fahrten in der schönen Natur deutschen Heimat zusammentrafcn. Lr soll uns vorb Sein Andenken wird »ns nnvergeffen bleiben! Jugendgruppe nationaldeutscher In _ /• einen nnrrad chütteht ional» artcten Schöne, iteikcit, b. war id, das edeutet. en alle, kennen pi sein in der unserer ld sein. »en.

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