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Der nationaldeutsche Jude · 1926-11-01 · Nr. 11/12 (November/Dezember 1926) · p. Seite 16

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
1926
Issue
Nr. 11/12 (November/Dezember 1926)
Date
1926-11-01
Page
Seite 16 (sequence 16)
Language
German
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Und weiterhin: „Dasselbe Volk, das der Menschheit immer miedet durck den Mund seiner edelsten Söhne die Ueberwindung der Well durch den Gedanken lehrte, iit in feiner Masse votn den Trieben der Erde' und seiner Hoffnung aus eine bevurzugtc Behandlung durch Gott bis heute nicht frei geworden . . . Wenn der Jude die kommenden Zeiten in Ehren bestehet will, wenn ihm daran liegt, dah ihn die anderen Völkei mit Achtung behandeln, so muh er durch Selbsterkcnntni- und Seibsterziehung die Würde seines Alters und seinei Ucberlicserüng zu finden wissen. Die Pflicht geg >n die Länder, die er seit Jahrhunderten seine'Heimat nennt, muf ' ihn leiten, den Dienst am Vaterland über alle persönliche» Wünsche zu stellen: die Pflicht gegen, sich selbst »ich sein« gros-cn Erinnenliigen muh ihn dahin' führen, das seines Volkes würdig zu beschliehen. ....Stirb, 3 dah D » lebe st Man erkennt, dah higr ein Mensch,-dler.-ernsthaft mit sich selbst gerungen Kat, heiligste Ueberzeugung ausspricht im Bewusstsein. dah man ihn vcrkeherir wird und ihn vielleicht ' ' Abei ciIi dah g u n!e h e n er Veriancr hat sein Manuskript, ehe er es in Druck gab, einem führenden Mitglied un'eres Verbandes zugänglich ge itriniaen würde, wenn inan die Möglichkeit dazu hätte, giian erkennt auch, dah dieser Mann in sei »rem k gen Eiter über das Ziel h i n a u s s ch i e h t, er aus richtigen Erkenntnissen und E r w ä gen Schlüsse zieht, 'd re. viel zu wei.t, g Wir können das, was wir ihm zu sagen haben mach heute kaum anders ausdrücken, als mit den Worten. b|ie ihi» damals zur Antwort gegeben wurdey: ..Sie lagen selbst. dah Ihre Ziele über die Tendenzen des Verbandes nationaldeutjch.'r Juden binäusgehen Es in wohl auch sicherlich richtig, dah Sie an sich n it .ein gute? Stück Wegs Zusammengehen' könnten. Ich dies .... sogar dahin erweitern, dah unstt Weg derselbe iit, nur mit der Abweichung, dah S i e w g c I' c n wollen, als wir gehen wollen ' ö ii n c n. Dah wir die von Ihnen gezogene Kon >»r uns nicht ziehe», iit nicht etwa reine .Taktik uns möchtc völlig eitel und equen oder Mangel an Mut. Wir und vielmehr der Ueberzchigunz dah wir als Juden den Weg ins Deutschtum Lebe» u d a voller grohen jüdischen Propheten beruht, so besteht kem Grund, dieses Judentum zum „Sterben" zu nötigen. Wir nationaldeutschen Juden fühlen uns in völkischer Hinsicht als Deutsche und nur als Deutsche. Wir wollen und werden es erreichen, dah ohne Aufgabe unserer Religion und unseres Stammes bekennt nisses das deutsche Volk die Juden, die ebenso fühlen wie wir — und bies , sind natürlich nicht nur die heutigen Mitglieder uiuseres Ve-rbandes —, als vollwert tige Volksgenossen, nicht nur als pflichtge- { treue Staatsbürger anerkennt und zur Mitarbeit an Deutschlands Zukunft init Freud eil aufnimmt. Die Frage ft ellung E rn st Bergs ist falsch und darum muh auch seine Antwort falsch sein. Es gibt kein einheitliches „Inda", das nur die Wahl hätte, im ganzen zu leben oder im ganzen zu ft erben. Es gibt Juden j ü d i s ch n a t i o - naler und Juden nationaldeutscher Gefühlsr i ch t u n g. Mögen die Jüdischnalionalen ihren Weg gehen. Wir halten diesen Weg für einen Irrweg und glauben, dah der gröhte Teil ihrer Mitläufer sie schliehlich verlassen wird, ehe die Reste derer, die sich aus ihrem — im letzten Grunde rein Negativen — Frcmdheitsempfinden, ihrem besonderen „Volkstum"! durchaus nicht herausarbeiten können, in freiwilliger Selbstbeschcidung und Fernhaltung vom ö f f e n t - - l i ch e n Leben der von ihnen so genannten „Galuth"-Völkcr ihr allein möglichstes Ziel finden. Wir nationaldeutschen Juden gehen unseren Weg und wir glauben, dah'er nicht neben Deutschland, sondern im deutschen Volke, dem wir angehören, in die Zukunft führt. „Sterben" muh nur das, was ewig unfruchtbar ist, die Zwischenschicht, die durch ewige Versuche, ein faules Kompromih zwischen Nationaldeutschtuin und Rationaljudentum zu schlichen, immer von neuem bekundet, dah sie nur hin und her schwanken, nicht beherzt in gerader "Richtung vorwärtsschreiten kann. Um das „Sterben dieser Unfruchtbaren ist es nicht schabe. Und weil sie dies selbst im Unterbewuhten wissen, ist es nur natürlich, dah gerade aus den Kreisen dieser Zwischenschicht der Irrtum eines ehrlich Suchenden, wie E r n st Berg, zum fluchwürdigen Verbrechen gestempelt wird. M. R. findcni inüiicn und können, dah ealio irgendwelcher geflissrntlicheil Mahregeln, die auf den Untergaiis .Judas' abziel«n, wio Steigerung der Mischehen, der Taufen niw. nicht bedarfz So wenig wir mit denen ü b e r e i n st i m m e n die das Fortbestehen des Judentumsin feine heutigen Gestalt als unverrückbare F o r d c r n n g. a u fst eI lcii, io weni g kö nn e n wir csj f ii r w ü rdig oder auch nur für" zweck mähiff b'a lten. den Untergang des Judentums! k ü n st I i ck z u beschleunige n. .Wir sind der Ansicht^ dah die natürliche Entwickelung, die über Tauseni>e von Völkern hinwegqeaaugcn ist. auch über die völk scheu Reste der Judenheil hinweggehen wird ustd dah man diele Entwickelung nicht aufhalten soll. Mit b e - kämpfen auch, wie Ihnen bekannt ist. mit grösster Entschiedenheit alle diejenigen Bestrebungen, die daraus abzielcn, diesen i ge n Teil« der I u d e n h e i t. die sich aus d e m j ü d i sch e n V o l ks - inm bereits gelöst haben, wieder in dieses Volkstum c i n zu z wä n g e n. Weiter khnnen und wollen wir wicht geben, zumal unsere aus der Weltgeschichte entnommene Ueberzeugung dahin gebt, dan jeder Vernich, einer natürlichen Entwickelung mit Ge-! walkmahregeln vorzuareiken, das Rad der- Entwickeluiig nur! ein Stück zurückschnellen lässt."! , Diesen Worten können wir nur Weniges anfügen, ustd auch dies nur. um es unseren Gegnern reckt schwer zu machen, den! Sinn unserer Worte zu entstellen. Die meisten der! Zudem die heute gedankenlos den klischierten Satz nachsprechen: „Das Judentum muh erhalten werden", sind - sich gar nicht im klaren darüber, was iie unter „Judentum", verstehen Äei wissen nicht oder wollen nicht wissen, dah dieses Wort mehrere ganz verschiedene Bedeutungen hat^ Das Judentum im Sinne xines besondereM ..Volkes" hat. darin stimmen wir mit Ernst B er ch überein, feine geschichtliche Mission erfüllt.! Jeder Versuch, den toten Körper dieses Volkstums zu! neuem Leben zu erwecken, muh und wird scheitern, aber jeder dieser Versuche muh und wird gleichzeitig unendliches' Unheil über alle die Juden brinaen. die dem Wortzwang verfallen und sich einredeg lassen, ein sein „Volkstum" als reine Idee und Gefühlsrichtung zäb festbaltendes Pfeudo-Vtlk ohne Land «denn Palästina ist kein Judenkand und wird nie eines wcrdent könne den anderen Völkern etwas anderes lein, als eine Gefahr, und b e st e n f a l I s e i n T, p o t t. ^Versteht man aber unter ..Judentum" das freimütiär, von Eröhenwahn wie von Unterwürfigkeit gleich freie Bekenntnis zu iüdischer Abstammung und die Form den monotheistischen Gottesverehrung, die auf den Gedanken der „Aus sibirischer Gefangenschaft durch Lowjetruhland." Von Karl Benjamin. Die Gesellschaft hessischer Bücherfreunde, Darmstadt, Schloh, gibt die- Büchlein unseres Verbandsmitgliedes. das als Bankdirektor in Darmstadt lebt, in einer geschmackvollen Miniaturausgabe zu dem billigen Prelle von 3.— Mark-heraus. Karl Benjamin ist verwundet in russische Gefangenschaft geraten und jahrelang in ihr geblieben. Schlicht und sachlich schildert er feine mit ui^feheurem Wagemut unternommene Flucht. Gerade diese Einfachheit in der Schilderung geradezu' ungeheuerlicher Mühseligkeiten ynd Gefahren greift an das Herz. Traurig, zu denken, dah es heute bereits , „unmodern" geworden ist, von dem zu sprechen, was Deutsche für ihr Baterland geleistel und erduldet haben. A. P. „Judas Zscharioth." Von Leopold Engel. Mahls darf bei Berlin, Selbstverlag. * Ter christliche Verfasser dieses „Seelengemäldes". wie er sein Drama nennt, sendet es uns ein, weil es nach seiner Ansicht die angebliche Rolle des als Schurken betrachteten Apostelist, die unter anderem zwischen Christen und Jyden den Hah unterhält. Ob diese Meinung nun falsch oder richtig ist: Der Verfasser versucht in seinem Werk, Judas als jüdischen Patrioten hinzustellen, der von Jesus Christus die Wiederaufrichtung des jüdischen Reiches erwartet, und zwar durch ein Wunder im Moment der höchsten Not. Das Drama würde sich besonders zur Aufführung als religiöses Festspiel eignen. A. P. „Predigten." Von l)r. Felir C o b l e n z. Philo- Derlag, Berlin 1926. Dies Buch des verewigten Predigers, der ebenso überzeugter Deutscher wie überzeugter Jude war. sollten viele lesen. Cs saht die Coblenzfchen Predigten in der Synagoge der jüdischen Reformgemeinde von 1917—1923 zusammen. Man findet Sätze wie folgende:, „Sie halten sich schon für auserwählt, weil die Propheten äuserwählt waren." Von den Ostjuden: „Unser inneres religiöses Erleben ist ein anderes als das ihre, muh ein anderes sein, weil wir auf einem anderen Kulturboden stehen und andere Gedanken in unsere Gebete hineinlegen und andere Vorstellungen mit unseren Worten verbinden, die Gedanken und Vorstellungen von Menschen, deren religiöscs Erlehen mitbestimmt wird durch die geistigen Werte unseres deutschen Volkscharakters." A. P.

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