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Der nationaldeutsche Jude · 1926-11-01 · Nr. 11/12 (November/Dezember 1926) · p. Seite 14

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
1926
Issue
Nr. 11/12 (November/Dezember 1926)
Date
1926-11-01
Page
Seite 14 (sequence 14)
Language
German
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Der. „Tägliche Dienst für nationale Z 1 u n g e n" ist eine Korrespondenz der D e u t s ch n a 1 nalen Partei. Wir brauchen dem, der uns kennt, erst zu sagen, das; wir mit^ Inhalt und Form die „Kondolation" nichts zu schaffen haben. — 1t - c I ’ 0 - I icht e r r £ £ l Wer iv aiiicta» /Unglaube drängen et agf: acht heute!g eg st- ,trage Uebercrr zu d t l nd llic IN im ich c n W i r möchten lurtictjcr- Hrrr Iustizrat 2 o (i Sonstiges. Damit auch die Komik bei diesen Erörterungen nicht gsanz zu kurz kommt, wollen wir in diesem Zusammenhang wähnen, das; Herr Foerder — bekannten Angedenkens in Nummer 49 der ..Jüdischen 31 i f.u n a f ü dcuIichland" vom 3. Dezember 1926 sich mit dch der Polemik in jüdischen Angelegenheiten beschäftigt ichritt: ..Ritterlichkeit? Ritterlichkeit' Foä: rder eremplisiziert in diesem äuszerordentlich leiendcn Aussatz auf den Streitfall S o n n e n f e I d / B a und bringt Herrn 2onncnfeld. dem zweiten Vorsitzen>rn des Central Vereins, in Erinnerung, was er in dieser tZtüenschaft vor vier Jahren gegen Herrn l»r. M a i 91 a u nTchn n Reifen nalionaldculiche Bewegung geschrieben hat/^tlkan ..Und das alles wird uns von einem Iu brandender Sturmflut, da Jvein.be von auste Innern gegen das Judentum änitürmeu. die 91>ortc Heinrich Heines wie ein 2chlu ..An meinem Bett in der Wint Als Wärterin die Sorge wacht." . Herr Foerder meint, dast diese Sätze Herrn Sonnenfeld ielbit richten, icits daran nur die Frage ichliesten, ob nenield wohl beute über Herrn l>r. 'Wunani lfob über den B erband n a t i o n a I d e u t s ch nr I u d e n noch ebetzio denkt, wie er es vor vier Jahren getan^iat. Im „Schild", der Zeinchrift des „ReichsÜiind jüdischer Frontsoldaten" «9lr. 49 vom 6. Tezemler 1926». wird über das Hauptreferat berichtet, da; der Borsihende I >r. L ö w e n st c i n auf der diesjährigen Bundesln uptvriammlung in Berlin über die Stellung des R. I. n. zu dxn jüdischen und nichtjüdiichcn Organisationen erstattete/ Da^in Hecht cs:- „98as die jüdischen Verbände anlauge, so hab^ es s ch gezeigt, das; der Grundsatz der strikten Neutralität. den RjF. seit »einem Bestehen und zuerst mit grost m Schwierigkeiten auf seine Hahne geschrieben / bade. i er einzig richtige Weg für ihn sei. Mit dem Central-Vercin. deutscher Staatsbürger jüdischen Klaubens vereinige ilm manches, was Abwekrfragen beträfe. Sache derlbeidirseitigcn Zentralen sei es. Reibungen, die hier und |ba en titehen. ,u' vermeiden und ausgleichcnd zu wirken.. D e Zionisten schlief? en sich in immer g röstet we :- d e n d c r .iahlan. da sie icben, dast der Bund in t(er ob n erwähnten neutralen Weise seine Jiele verfolge," ' Der Reichsbund scheint sich danach über den Zuwlchs en zionistischen Mitgliedern heute noch zu freuen, unbeschadet der Erfahrungen, die der Central Verein mit seinen zionistisch, n Mitgliedern je länger desto mehr gemacht Hai. Wir! wollen abwarten. wie lange dieie Freude Vorhalten wird. j Unsere Erklärung zur Gründung des Reichsverba^des der deutschen Juden.! Die auf der zweiten Seite dieses Blattes veröffentlich e Erklärung unseres Perbandsvorstandes zu der qeplanteii Gründung eines „Reichsverbandcs der deutschen Juden" ut von „Israelitischen F a m i l i c n b I a t t" in 9!r. 46 vom 18. 9kovcmber wiedergeben »nd mit folgender Zusatzbemerkuiii versehen worden: | „9l'ir geben diese Kundgebung nur der Vollständigkeit halber wieder: gröstere praktische Bedeutung komcht ilr nicht zu. Dast es eine besondere „jüdische Kultur!" nid t geben soll, ist übrigens eine ganz besonders interessante En - deckung.^ Das „Familienblatt" besitzt beispielsweise eiste Beklage „Jüdische Geschichte und Kultur", in der „jüdisch-völkische" Tendenzen kaum nachzuw.'iien sein werdet!. Gehören nach der scharfsinnigen Terminologie der „Nationa - deutschen" - Moses Mendelssohn und Hermann Coher nun in die Rubriken jüdische Kultur, jüdischer Kultus odex „jüdisch-völkisch?" . Auch die „Jüdische Rundschau" <Nr. 91) esttschlok sich diesmal zur Mitteilung unserer Einipruchserklärunä, ohi* sie eines anderen redaktionellen Zusatzes als eines mit doppeltem Ausrufezeichen versehenen „Sic" zu würdigen! Di; „Berliner Börsenzeitun g" hatte schon auf die erste Nachricht von der beabsichtigten Verbandsgründung hin vo t sich aus, also noch ehe unsere Erklärung dazu erschienest wal, der Meldung folgende Bemerkungen hinzugefügt (91t. 50: vom 27. Oktober): 1 „Unsererseits möchten wir hierzu der Hoffnung Ausdruck geben, dast dieser neue Reichsverband sich auch wirklich auf {u I Cu teile und religiöse Arbeit beschränkt und nicht in die Politik und in ein jüdischvölkisches Fahrwasser hineingerät, da sonst unser öffentliches Leben nur um einen gefährlichen Kampffaktor reicher würde, ohne dast eine positive Besserung für! unsere gesamte Innenpolitik herauskäme." S. B. I - Bücher über Juden und von Juden. Deutsche Kulturarbeit in der Ostmark. Erinnerungen aus vier Jahrzehnten. Bon Adolf Warschauer. Verlag Reimar Hobbing, Berlin. 1926. , In breit angelegten Schilderungen legt der Verfasser, behaglich plaudernd, Rechenschaft ab über seine Tätigkeit als Archivbeamter in' P o s e n und später als Archivdirektor in Danzig. Einen besonders guten Einblick bietet uns das Buch in die Verhältnisse der Stadt und Provinz Posen, in das jahrzehntelange, Zähe Ringen des deutschen und polnischen Kulturkreises. Wir sind leider allzusehr gewohnt gewesen, die ganze Ostmark, ganz besonders aber die Provinz Posen, etwas über die Achsel anzusehen: vielleicht ist diese stiefmütter liche Behandlung unser aller moralische Schuld am Verlust dieser Gebiete. Warschauers Buch gibt uns einen Begriff davon, wieviel stille, treue Arbeit hier geleistet worden ist, zeigt uns aber vor allem auch, dast aus der deutschen Kulturarbeit in Posen die Iudennicht wegzudenke-n sind. Sie haben, in gemeinsamer Arbeit vor allem mit den höheren Verwaltungsbeamten des Staates und der Städte und mit den Dozenten der später errichteten Akademien, alles getan, um das Deutschtum in kultureller und nationaler Beziehung in ihrer Heimat zu verfestigen In den wissenschaftlichen und geselligen deutschen Vereinigun gen, die in der Provinz ja eine ganz andere Rolle spielen, als in der Groststadt, stellten sie einen beachtlichen Teii der Mitglieder dar. Es gewährt bei dem schmerzlichen Gedanken an den Verlust eines grasten Teiles der deutschen Ostlqnde eine gewisse Befriedigung, dast hier, wo erbittert, wenn auch für die breite Oeffentlichkeit unsichtbar, um den Sieg des Deutschtums gekämpft wurde, man in der Kampflinie nicht nach bürgerlicher Stellung, nicht nach Herkunft, Rasse und; Glauben fragte, sondern „den Mann wog" nach seinem deutschen j Wert. j Ilm Verlorenes jammern ist unmännlich. Heute und i morgen gewinnen wir verlorenes Land nicht zurück, nicht mit! dem Schwerte und auch noch nicht durch Staatsverträge. Es j gilt heute nur. der deutschen Bevölkerung in den sogenannten „abgetretenen" Gebieten den Rücken zu steifen, ihr das Deutschtum zu erhalten, kurz eine Irredenta-Politik grasten, aber ruhigen Stils, ohne aussichtslose Abenteuer-, zu treiben. Nur so erhalten wir verlorenes Land unserem deutschen Kulturkreis. K. R. „Jüdisches aus der deÄsch-polnischen Uebergangszeit." Von, 9R a i Köllen sche r, Verlag „Ewer", Berlin 1925. W i e anders wirkt di es Zeichen auf mich ein! Auch hier spricht ein in Deutschland lebender Jude über Dinge, die sich in unserer einst deutschen Ostmark ereignet haben. Er. der damals Nechtsanwalt in Posen' war und heute Rechtsanwalt in Berlin ist, spricht von den traurigen Tagen, in denen unsere Provinz Posen vom Deutschen Reiche losgerissen wurde. Und er spricht von seinem eigenen Wirken als Organisator und Führer des „jüdischen ' V o l k s r a t s", der sich damals sofort bildete, als die politische Loslösung dieses Rrichsteils begann. Wohl gemerkt:! des jüdischen Volksrats! Es bildete sich damals auch : ein deutscher Volksrat, und wir wissen, Gott sei Dank, , dast in ihm auch jüdische Deutsche hervorragende Arbeit geleistet haben, um wenigstens das kulturelle Deutschtum - zu retten, wo das st a a t bi ch e Deutschtum nicht mehr zu : retten war. Aber Herr Rechtsanwalt l)r. Mar K o l l e n s ch e r und seine Getreuen wollten es anders. Sie wustten sehr wohl, — Herr Kollenscher spricht es wörtlich in seinem Buche aus —, dast „die Juden in Posen die wertvollsten. weil dauerndsten Träger deutscher Kultur und Bildung waren". <2. 10.) Aber diese Erkenntnis konnte ihn und die : Seinen, die P o s e n e r 3 i o n i ft e if, zu denen sich seiner j eigenen Feststellung nach dann leider auch Liberale und l Orth-odore gesellten, nicht abhalten, in dem Augenblick, als - die deutsche Sache in Posen zusammenbrach, mit gröhter i Beschleunigung den „jüdischen Vollsrat" zu organisieren, der - im gewollten Gegensatz zum deutschen Volks- - r a t für „n a t i o n a l e Autonomie" der Juden, für! Anerkennung der „jüdischen Nationalität" neben der j deutschen und der polnischen Nationalität sorgen sollte. Wie! er die Pflichten dieser jüdischen Nationalität verstand, ergibt ’ sich daraus, dast der „jüdische. Volksrat" für die Wamen - zu den Gemeindekörperschaften in Stadt und Land Grundi

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