Der nationaldeutsche Jude
- Journal
- Der nationaldeutsche Jude
- Volume
- 1926
- Issue
- Nr. 11/12 (November/Dezember 1926)
- Date
- 1926-11-01
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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- 18 - nationaldeutschen Juden im Privatgespräch, einmal geschah eS auch in einer Versammlung, über dieses Unternehmen gesprochen haben, wurde unS entgegengehalten, die „Habima" sei.eine rein künstlerische Angelegenheit- und vor der Kunst müsse die .Politik" halimachen. DaS find natürlich Worte, nichts als Worte, und geeignet, die Erörterung, wie üblich, auf «in NebengleiS abzuschieben. Wir treiben keine .Politik", aber wir pflegen Bestrebungen, die darauf abzielen, das Deutschtum der jüdischen Deutschen zu stärken und die deutschen Staatsbürger jüdischer Abstammung, die deffen bedürfen, zum Deutschtum zu erziehen. Die Tatsache, daß u»8 hier daö Gift in einem kHistlerifch vollendet gearbeiteten Becher gereicht wird, kann unS nicht über die Erkenntnis hinwegtäuschen, daß eS eben doch Gift ist. Gewiß ist die . H a b i m a " kein zionistisches Unternehmen im eigentlichen Sinne, aber ebenso gewiß ist. daß, wenn man nicht das Ganze betrachtet, wie etwa ein Chinesentheater, also ausschließlich als Kuriofität, die Wirkung dieser Kunst nur eine solche sein kann, die dem Zionismus zugute kommt. In der .Jüdischen Rundschau", dem offiziellen Zionisten-Organ, ist auch gerade dies bei einer Besprechung deS Theater - Unternehmens ganz ausdrücklich hervorgehoben worden. Ebenso hat ein Vertreter der Zionistischen Organisation in der erwähnten Lersominlung unseres Verbandes erklärt, daß die Zionisten dieses von ihnen nicht geschaffene Unternehmen unterstützen, weil cS ihren Zwecken dient. . Dies ist des Pudels Kern. Wir haben in Deutschland eine deutsche Kunst, in deren Rahmen Wertvolles und Minderwertiges geschaffen wird, wie in der Kunst jedes einzigen Volkes. Aber das deutsche Volt ist unser Volk und die deutsche Kunst ist unsere Kunst. Unsere besondere Aufgabe ist, den jüdischen Bevölkeningsteil des deutschen Volkes dahin zu erziehen, daß er an der Pflege dieser unserer einheimischen Kunst, die gleichzeitig Pflege unserer Muttersprache ist, milarbeitet und das Scinige tut, um in der deutschen Kunst die Spreu vom Weizen zu scheiden, das Wertvolle herauszuarbeiten und den Kitsch, den „Schniutz und Schund" im wahren Sinne der Worte zu unterdrücken. Mit dieser wahrhaft vaterländischen Aufgabe haben wir so viel zu tun, daß wir unS durch artistische Spielereien der Art, wie es das hebräische Theater ist, nicht ablenken laffen dürfen. Zumal dann nicht, wenn die Gefahr besteht, daß aus dieser Ablenkung solchen jüdischen Deutschen, deren Deutschtum noch nicht genügend gefestigt ist, zumal der jeder geschickt eingekleideten Verführung zugänglichen Jugend, ein Anreiz entstehen könnte, sich mit der fremdländischen und fremdgeistigen Kunstsprache, in der so gut Theater gespielt werden kann, näher zu beschäftigen und sich dadurch wieder einmal einen Schritt vom gesunden, bodenständigen, Deutschtum zu entfernen. AuS diesem Grunde, und nur aus diesem, wenden wir uns gegen die hebräische Theater-Spielerei. Bei aller Anerkennung der Kunstfertigkeit wünschen wir, daß derartige Erperimente nicht wiederholt werden oder daß, wenn es dennoch versucht werden sollte, der gesunde Sinn der deutschfühlendcn Juden sich gegen das gefährliche Experiment nnt Entschiedenheit auflehnen möge.! Echo der Presse. Unsere Versammlung im - Logenhaor. Ankündigungen unserer letzten Monatsversammlung im Berliner Logeichaus in oer Kleiststraße brachten unter anderem .^Deutsche Allgemeine Zeitung" und ^.Berliner Börsenzeitung" vom 16. November. Ein größeres, M. K. gezeichnetes Referat veröffentlichte die „Tägliche Rundschau" in ihrer Ausgabe vom 20. November, das den Gang der Versammlung, wenn auch natürlich in gedrängter Kürze, so doch sachlich völlig zutreffend schilderte. Die „SB<11 am Montag" vom 6. Dezember kam in ihrem „Politischen Notizbuch" auf die Versammlung Lu sprechen, von der sie behauptet, daß an ihr auch eine Anzahl „radckaler Germanen" teilgenommen hätten. Weiter heißt es dann: ' „In dieser Versammlung wurde mitgeteilt, daß der Führer der nationaldeutschen Juden, ein Dr. Naumann. in seinem Buch „Die nationaldeutschen Juden als einen deutschen Stamm usw. wie die Friesen oder Bayern betrachtet sehen wolle." Auf diesen neuen deutschen Stamm der „Lokal-Anzeiaer"-Jud«n wird jedenfalls die Gesamtheit der deutschen Republikaner gern ver» zichten." Die „Welt am Montag" ist bekannt dafür, daß sie auf jeden Unsinn, den sie in irgendeinem deutschen Blatte findet, unweigerlich bereinsällt, sofern er nur für ihre Zu ecke geeignet erscheint. In diesem Falle hat sie ihre Versammlungsweisheit anscheinend aus einem Bericht der„Sta a t sbürgerzeitung" geschöpft, auf den wir noch unten zu sprechen kommen. Da das Blatt offenbar nicht die leffeste Ahnung davon hat. was „ein Dr. Naumann" in Wirklichkeit denkt und fühlt, braucht man sich bei dem törichten 3;ug, das es ihm unterschiebt, nicht «inen Augenblick auszuhaltm. Die „Staatsbürgerzeitung" brmat ir ihrer Nummer 27 vom 27. November einen ausführlichen Bericht über die Versammlung, der als leidlich objektiv bezeichnet werden kann. In der Wiedergabe der Ausführungen, die der Schriftleiter des Blattes, Herr Rudolf Le bi is, als Debatteredner der Versammlung zum besten gab. finden sich dann auch die Worte, auf denen die vorher erwähn e Not» in der „Welt am Montag" aufgebaut ist. Es handelt sich also um eine Aeußerung des Herrn L bius, die in der Versammlung selbstverständlich mit «inen ungeheuren Gelächter.guittiert wurde, und nicht um irge rdwelche Aeußerungen, seien es mündliche oder schrift iche .eines vr. Naumann". Herr Rudolf Lebius kommt dann in einem,,Gambetta-Rathenau" überschriebenen Aufsatz in der Nummer 28 seines Blattes vom 4. Dezember noch einmal auf die Versammlung zurück. Er hatte den deutschen Juden sozusagen vorgehalten. sie hätten, wenn es ihnen u n ihren deutschen Patriotismus emst gewesen wäre. ,in der Stunde der Not dem deutschen Vaterland ebenso einen Gambetta zur Verfügung stellen müssen, wie es die Franzosen z rr Zeit ihres nationalen Unglücks getan haben. Herr Lebius wurde aus der Versammlung natürlich daraufhin stürnisch an Rathenau erinnert, und diesen Hinweis lucht er nun in dem genannten Aufsatz feines Blattes als hinfällig nachzuweisen. Wir brauchen ihm hier auf diesen Spuren nicht w'iter,-zu folgen, z»mal er ganz zu Unrecht behauptet, der 1 »ekannte Rathenau-Artikel ,.Le-v6e cn masse" wäre nach der Abdankung des Kaisers erschienen. Es ist schwer, aegi n einen Mann wie Lebius überhaupt zu polemisieren: sich nit ihm zu verständigen, hallen wir für unmöglich. Nur daeine Zugeständnis soll ihm nicht vorenthalten werden, daß er auch an seinem Teile eine Aussprache über die Judenfrage nicht mehr für ganz zwecklos zu halten scheint. Vielleicht, diß seine beffere Einsicht in die Kompliziertheit dieser Frage noc» weiter zunimmt, je mehr und je ernsthafter er sich mid ihr beschäftigt. Das „Israelitische F a m i l i e n b l a t t" nbt in seiner Nummer vom'2. Dezember einen kurzen Bericht über unsere Bersammlung mit folgendem Zusatz: „Wir geben diese Referate nur der Vollständigkeit halber wieder; die etwas summarisch geprägten Formeln zeigen das Problem u. E. nur durch eine bestimmte Parteibrille gesehen." Wenn man nichts anderes gegen unseren Verband vorzubringen bat, dann ist es immer wieder die Partcibrflle, dis er angeblich auf der Nase trägt. 3<i Siegfried Jacobsohn. - Der in diesen Tagen verstorbene Herausgeber der bühn e". Siegfried I a c o b s o h n. bat sich im mehr mit uns beschäftigt, als wir uns mit ihm. Deff ihn und seine Schreibart rannten, brauchen wir nickt sagen, warum wir ihn rubiq gewähren ließen. N berichtend wollenwir erwähnen, daß die letzte Bri notiz der Nummer 48 der „Weltbübne" unserer Versammlung im Logenhaus beschäftigte, und Betrachtung, die ihr gewidmet wurde, mit folgenden abschloß: In dem Augenblick, wo ich erlebe, daß eine , ..Weltbühne" den Beifall der nationaldeutschen findet, werde ich ernstlich erwägen, ob ich nickit um lands und um des Judentums willen verpflichtet bst Tätigkeit teinzustellen. Unmittelbar nach dem Erscheinen dieser Notiz wir die Nachricht von dem unerwarteten Ab Siegfried Jacobsohn's. Gegen einen Toten . lemisieren entsvricht nicht unserer Art. Wir enthalte daher jeder Geaenäußerung. Die Sckriftleitung der „W e l 1 b ü h n e" hat Heri Tuckolskv lPeter Panter. Theobald Tiger. Wrobel. Kaspar Hauler) übernommen. Wir warx> Interesse der Dinge, die nun kommen werden, erschien in Nr. 50 der ..Weltbühne" vom 14. Ts folgend« Notiz: __E i n e_Ä o n b o I a t i o n. _ ' '..In seinem letzten"Heft der „Weltbühne" m ironisch, .daß er ernstlich in Erwägung ziehen wol vublizistische Tätigkeit «inzustellen, wenn auch nur ner Weltviel en. die erst zu [für rein ixfkastench mit »ie kurze Worten er> je den Beifall der deutschnationalen Juden finden soff: hat seine Tätigkeit eingestellt. Täglicher Dienst für nationale Zeltuffgen." ile dev Juden Deuksch- ^mejne Erhielten ' leben zu pon uns Kurt Ignatz en mit Zunächst ezembrr «inte er c, keine e Zeile!te/ Er