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Der nationaldeutsche Jude · 1926-11-01 · Nr. 11/12 (November/Dezember 1926) · p. Seite 8

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
1926
Issue
Nr. 11/12 (November/Dezember 1926)
Date
1926-11-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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- * - Palästina-Werls ist und bleibt für ihn die Hauptsache, und er weih genau, dah seine ^«sonderen soziologischen Zdecn nicht nur von marristischer «eite angezweifelt werden.! Im klugen Bewußtsein der eigenen Einseitigkeit legte er pon vornherein seinem Urteil Fesseln an, und gerade diese w^e Sstbstbeschränknng in Berbindung mit der herzerfrischenden Offenheit und Natürlichkeit seiner Darstellung berührte! überaus wohltuend, zumal wenn man sich vergegenwärtigte, welche hohlen Phrasen über denselben Gegenstand man von anderer zionistiickier «eite so oft hat anhören müssen. Eine wertvolle Ergänzung zu den Ausführungen Obven- Jabolinsk», der „jüdische Vubciiborff'V wie man ihn [ aus einem Zioiiistenkongreß genannt, hat, nicht begreifen zi töisneii. Aber auch von diesem Vorträge bleibt, abgesehen io» >dcm menschlich inleressantcn Eindruck cinex in sich geshlosskncn Persönlichkeit von hinreißendem Temperament nnl grundehrlichem Wollen, als positives Ergebnis bestehen, wa> Wuxdi gung der jetzigen Zustände iit. Und diese Kritik ftiinmt.j roic ge>agt, in den Hauptpunkten mit dem überein, u»s eiü so nüchterner-Betrachter ,wie Franz' Oppenheimer sagt, ^s stimmt HO l'Wtfc auch mit dem überein, was viele andere unbefan> ene!Beinit chrift noch obachlcr hundertfach gesagt baden, es stimmt übirein dem, was wir selbst seit Jahren in 'Wort nn) predigen. und was gerade denen, die ^es ang ht, immer snitemalisch vorenthalren wird, der jüdischen Jugend. Das iit für uns der Kernpunkt des -Problems. Möge» die Zivilisten „ihr" Palästina aiisbauenZzu ihrem oder zii Englands Nutzen, Solange nicht deutle >e jfraft und deutsches Geld aus unserem Lande in das Reich Abenteuer geleitet werden, berührt uns dieses W “rf Aber untere 3'u g e n d soll d i e W a h r h e i t so i s s sic' soll wissen, das? zu g e w i u n c n und ei n Ü>aterland, zu verlieren hat. Gefahr wegen der Rückwirkungen aus sie. dort d r ü b c 11 Vaterland, unser der sticht, e n. niihts unsere deutsche Hei nat. Der Palästina-Rummel in Deutschland und!>as flägliche Eiappenkricgerlum unsere.r Zwei-Vatcrlandss wird in uns stets erbitterte Gegner finden um der Jugend jüdischen Stammes willen. und Zionismus ist Zion iften deut Vermischtes. Liberale Parte» und Verband nationakdentscher jJudän. In der „I ü disch-liberalen Zeitung" votn 3. Dezember 1926 <Rr. 49) veröffentlicht der Borsitzeinde der Vereinigung für das liberale JudentUiM, Herr Rechtsanwalt Heinrich Stern, längere Ausführungen die er „Liberales Judentum im Spiegel der Gegner, eine Abrechnung und Abgrenzung" belilelt. Ein Teil der „Abgrenzung" betrifft unseren Verband. Wir wissen natürlich, daß die Ansichten des Herrn Steirn, dessen Eintreten für die jüdisch« Schule, für das Palästfna-2 )erk, für die Regierungszionisten u. a. m. auch in weiten! libei alen Preisen stärkstes Befremden hervorgerufen hat. nur seine persönliche Anschauung, nicht etwa die Anschauung des? jülstschliberalen Gesamtheit sind. Immerhin ist Herr Stern der Vorsitzende der Vereinigung, deshalb kann man über atsächliche Jrrtümer, die er im offiziellen Organ der Vereinigung ausspricht, nicht ohne Widerspruch hjncheggihen. Herr Rechtsanwalt Stern wendet sich gegen den unseren Lesern hinlänglich bekannten Rechtsanwalt Ludpig Foerder (Breslau), dieses Vorstandsmitglied Centralvereins deutscher Staatsbürger Oppenheimer vorwiegend die wirtschaftliche Seile des Palästiiia- '16erks, so ist Jabotinsln, der Führer der „Revinonii en", ganz auf das politische Problem eingcstells. Rlit schonungsloser Offenheit führt er den Kampf gegest die, jetzt herrschende Richtung des Zionismus, die Richtung! Wfizmann, die für ihn den Verrat an den Ideen! Thcjodor Herzls bedeutet und das Land, das seiner Auffassung jnach den Juden gehören müßte, dem englischen Jmpeirialismus ausgeliefert hat. Was er von den jetzigen ZuständeN in Palästina aussagt, stimmt im weseiitlichen mit dem »berein, was Oppenheimer gesehen hat. Rur daß Oppenheimer sich mit der Wirklichkeit abfindct, mit dieser von) jüpischn a l i o n a l e n- Standpunkte trostlosen Wirklichkeit.j inj der Palästina stets ein ..Zweisprachenland" sein und nieifials >auch nur eine jiidückze Bcvölkerungs m e h rh ei 1 habe» pird, während Jabolinsky einen Jrredentismus predigt. Üer fplgerichtig zu blutigen Konflikten mit England führen Müßte — wenn er nicht so völlig wirklichkeitsfremd wäre. Daßl ein solcher Konflikt, einmal herbeigeführt, mit dem endgültigen und völligen Zusammenbruch des politifchen Zionismu, endigen müßte, daß ein paar englische Flugzeuge den schmal i» Land streifen, der Palästina heißt, in wenigen Stunden i iit Gasbomben zudecken .Tonnten, scheint der alte „Militarist" it Ihn l .int ihr eine chen des jüdischen Glaubens, das wieder einmal di« zlo ni sttsch« „Jüdische ZeitungfürO st deutschland" als Sprachrohr benutzt hat. In der Polemik gegen besagten Foerder führt Herr Rechtsanwalt Heinrich Stern wörtlich folgendes aus: - ■ t. . „Ehe ich mich zu dem eigentlichen Kernpunkt des Streites wende, möchte ich noch auf die fixe Idee des Herrn Foerder eingehen, der hinter allem, was ihm im jüdischen Leben mißfällt, das drohende Gespenst des Verbandes der nationaldeutschen Juden aufsleigen sicht. Darum soll auch an der angeblichen Wandlung des Liberalisnms (die in Wirklichkeit gar nicht besteht), das innige Einvernehmen zwischen Liberalen und Naumannianern schuld sein. Es ist richtig, daß die liberale Fraktion des Landesverbandes einen der damaligen Führer des Naumann Verbandes auf ihre List« bei den Landesverbandswahlcn gesetzt hat. Dies ist geschehen ganz unabhängig von der Stellung des Herrn Sanitätsrat l)r. Penser im Nauinann-Verbande. Er ist als liberaler Jude, als einer der Führer der Berliner Reform Bewegung, auf die Liste gesetzt worden. Solange ich noch bei derartigen Kandidaturen mitzusprechen habe, wird auch lediglich die Frage der Eignung vom religiösen Standpunkt aus betrachtet werden, und politische Gesichtspnnkle werden erst in letzter Linie maßgebend sein. Wie wenig die Berliner Liberalen und die Naumann-Bewegung identisch sind, haben die letzten Repräsentantcnwahlen gezeigt, in denen der Verband nationaldeutscher Juden ausgesprochenermaßen Gewehr bei Fuß gestanden hat, weil ihm die Haltung der Berliner Liberalen politisch in seinem Sinn nicht scharf genug war. Mit dem Naumann-Kinderschreck ist es also nichts, und unsere Gegner werden sich daran gewöhnen müssen, daran zu glauben, daß wir bei unseren Entschlüssen^ von inneren Erwägungen ausgehen und uns unsere Beweggründe nicht von außen diktieren lassen." Gegenüber dieser Darstellung muß mit aller Entschiedenheit betont werden, daß Herrn Rechtsanwalt Stern sein Eedächtnisim Stich gelassen hat. Es ist unzutreffend, daß Herr Sanitätsrat Dr. Penser „ganz unabhängig von seiner Stellung im Naumann-Verbande" von der liberalen Fraktion des Landesverbandes auf die Kandioatenliste gesetzt und gewählt worden sei. Herr I)r. Penser gehört zu den drei Mitgliedern des Verbandes nationaldeutscher Juden, die auf ausdrückliche Präsentation dieses unseres Verbandes von der liberalen Fraktion auf ihre Liste übernommen worden ,:nd. Selbstverständlich haben wir nur Herren präsentiert, deren liberale Gesinnung bekannt und bewährt war. Die Wahl des Herrn Ur. Penser ist im ersten Wahlgang erfolgt. Das zweite von uns präsentierte Mitglied ist als Abgeordneter nachgerückt, nachdem ein Vormann ausgefallen war. Das dritte von uns präsentierte lind von den Liberalen mit unseroin Einverständnis auf dies Landesliste gesetzte Mitglied unseres Verbandes ist nicht gewählt worden: bekanntlich ist von der liberalen Landesliste lischt einmal der Spitzenkandidat durchgekommen. Wenn Herr Rechtsanwalt Stern sein Gedächtnis und den seinerzeit geführten Schriftwechsel prüft, wird er zweifellos selM zu dem Ergebnis kommen, daß er sich heute geirrt hat. Richtig ist dagegen, was freilich in den Ausführungen des Hefen Stern nicht klar. zum Ausdruck kommt, daß bestimmte1 damals führende Persönlichkeiten der Liberalen Partei schon -während des Wahlkampfes unter dem Truck der Gegner geußsse harmlose Versuche gemacht haben^ das offene Bekenntnis zu den mit unserem Verband getroffenen Vereinbarungen zu umgehen. Wir habe» diesen Versuchen mit dem Hümor. den wir solchen kleinen Menschlichkeiten im allgemeinen entgegenbringen, zugesehen, denn es kam uns auf die Sachq und nicht auf die äußere Ehrung an. In einem Falle haben wir allerdings ernstlich Verwahrung einlegcn müssen, als nämlich am- Wahltage selbst ein grünev Zettel verteilt wurde, - auf dem für die liberale Liste mit der Behauptung geworben wukde: „Es gibt keine Listenverbindung mit Noumoinn. Hetze damit in Wort und Schrift ist plumper Wahlschwindel." Als dieser Zettel auftauchte, haben wir von der liberalen Parteileitung Aufklärung erbeten. Sie ist uns dahin gegeben worden, daß die Vereinigung mit diesem Bekenntnis einer erregten Seele nichts zu tun und daß man sofort nach dem Bekanniwerden des unlauteren Manövers die Verteilung des Zettels an allen erreichbaren Stellen vchhindert habe. Diese Erklärung der Parteileitung bot und bietet auch heute selbstverständlich nicht den geringsten Anlaß zä Zweifeln. Wir sind selbst überzeugt, daß hier ein „E'schaftelhuber" kleinsten Formats aus eigenem Antriebe und auf eigene Kosten gewaltet hat. Wir begnügen uns!für heut« mit diesen Feststellungen, die notwendig waren, umLnen Irrtum des — zweifellos gutgläubigen — Herrn Stern aufzuklären und zu verhindern, daß dieser Irrtum zum Ausgangspunkt einer Legendenbildung werde, lieber unsere Stellung-zu den letzten und zu den zu erwartenden heuen Berliner Repräsentanten-Wahlen erscheint eine Erklätungs zurzeit nicht erforderlich.! ,> M. N,

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