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Der nationaldeutsche Jude · 1926-07-01 · Nr. 7/8 (Juli/August 1926) · p. Seite 11

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
1926
Issue
Nr. 7/8 (Juli/August 1926)
Date
1926-07-01
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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erfüllt sind." Bravo! — Wir werden in einer der nächsten Nummern auf die sehr wichtige Frage der Ausbreitung des Handwerks unter jüdischen Deutschen zurückkommen. Wa» ist die „Kampfspende"? Unter der Bezeichnung „Kampfspende gegen Kriegsschuldlüge und Versailler Diktat" habest die im Kampf gegen die Kriegsschuldlüge stehenden anerkannten und erfolgreich arbeitend.» 'Organisationen und Linrichtungen unter Fühlung deS „ArbeitSauSschusses/deutscher Verbände" (Berlin RW7, Schadoivstr. 2) eine Geldwerbungfür die Werterführung und Verstärkung, des Kampfes gegen die Schuldlüge und-des Versailler Diktats errichtet. Dje Geldwerbung erstreckt sich auf. das Gebiet des ganze» Reiches. Die Sammelgenehmigung ist für^alle Gebiete erteilt worden. Sämtliche mahgcbenden Organisationen der Wirtschaft sowie auch die politischen Parteien haben die Zahlung von Spenden und Beiträgen zur Kampsspende dringend empfohlen. Die Überparteiliche „Kampsspende", die dcn Interessen des ganzen deutichen Volkes dient, ist der krästigsten Förderung durch alle Bulkskceise würdig. Der Vorstand des Verbandes nationaldeuticher Inden empfiehlt Mitgliedern und Lesern dringend Unterstützung dieses Werkes durch Geldbeiträge auf Postscheckkonto Berlin l 15907. Der Htine-Bund, eine jüdische Buchgemeinde. Unsere Ortsgruppe Breslau stellt uns einen Schriftwechsel zur Verfügung. Auf die Einladung zum Beitritt hat ein dortiges Vorstandsmitglied geantwortet: „Als Deutscher habe ich keine Veranlassung, eine spezifisch jüdische Kultur zu pflegen und Vereinigungen zu unterstützen, die durch, kulturelle Äbsonderungsbestrebungen versuchen, eine Trennung zwischen deutschen Juden und deutschen Nichtjuden herbeizuführen." „Die Person des Herausgebers, Herrn Ur. Eliasberg, beweist den zionistischen Charakter dieser Gemeinschaft." Wir schlietzen uns dieser Auffassung an und möchten vor dem Beitritt warnen: Das wirtschaftliche Fudenoroblem in Polen und die unfruchtbar« Palästinapolitik. Man hat den nationaldeutschen Juden häufig und mit Unrecht nachgesagt, datz sie für das Elend der Ostjuden kein Herz hätten. Besonders 1>r. Naumann hat unter diesem Vorwurf leiden müssen, der immer wieder erhoben wurde, obwohl Naumann mehrfach und unmitzverständlich betont hat. datz diese in ihrem Lande bedrückten und in Not befindlichen Menschen selbstverständlich das gleiche Anrecht auf Mitleid und Hilfe hätten wie jeder andere unglückliche Mensch, datz aber seine Stellung zur sogenannten Ostjudenfrage mit diesen Dingen überhaupt nichts zu tun habe, da sie sich ausschlictzlich mit dem Problem der Einwanderung ostjüdischer Massen in Deutschland und ihrem Verhalten deutschen Fragen gegenüber beschäftigt. Da ist es nun interessant, zu untersuchen, wie sich denn unser Gegenpol, der Zionismus. praktisch den Ostjuden gegenüber verhält. In einer Artikelserie in Nr.. 153 und 154' des „Prager B ö r s e n k u r i e r s" vom 3. und 10. Juni 1926 hat sich der polnische Berichterstatter des Blattes, Herr vr. Fritz Seiftcr, Bielsko-Bielih, eingehend auf Grund wirtschaftlicher Berechimngen und genauer Lokalkenntnisse mit diesem Problem beschäftigt. Er kommt zu Ergebnissen, die für den Zionismus geradezu vernichtend sind. „Die schon vor dem Kriege stark einsehende Auswandcrungsbewegung nach Amerika hat. keineswegs zur Entspannung der Lage beigetragen und schon gar nicht vermocht, das Grundübel, unter dem die judenreichen Gebiete leiden, nämlich die Tatsache der Ueberoölkerung. zu beseitigen. Die neue Richtung im Judentum, der Zionismus. der das llebel an der Wurzel erfassen will und eine radikale Lösung der Judenfriqe durch eine Massenabwandcrung nach Palästina anstrebt, stellt ein uferloses, in weite Fernen entrücktes Zukunftsprogramm auf und vergibt scheinbar ganz, bah. ehe die Führer das Volk in das verheitzene „schöne Land am blauen Meeresstrand" geführt, die Wellen des Wirtschaftselends über dessen Haupt zusammen- .geschlagen haben. Dabei bleibt es noch immer mehr als fraglich. ob in der neugesuchtcn Heimstätte neues und besseres Leben erblühen wird. Diese neue nationale Bewegung. die angeblich die Judenfrage einerwirtschaftlichenundzugleichpolitischenLösungentgegenführen soll, geht an der Verelendung ber Massen in der „Diaspora" kühlund spurlos vorüber (auch im Original gesperrt gedruckt). Der Zionismus alarmiert die ganze Welt für das palästinensische Eiperiment, das den Juden in diesem politischen Wetterwinkel Asiens, fern vom Schwewunkt des europäischen Kulturlebens, mit dem das Judentum sich innerlich verwachsen fühlt, eine „öffentlich-rechtlich gesicherte Heimstätte" schaffen will. Balfour-Deklaration. San-Remo. Pglästinamandat. palästinensischer Grenzschutz und wie sonst noch die Propaganda des Zionismus heitzen möge, sollen die darbende Judenschaft über die schreiende Wirklichkeit in eine andere glücklichere Zurstnft hinübertäuschen. Vor lauter Zukunft übersieht man die. Gegenwart. Würde auch nur ein Bruchteil der für Palästina aufgebrachten Energie und Opfer an ideellen und materiellen Werten zur Lösung der Judenfrage in der „provisorischen Heimat" verwendet werden, um, nicht auf »hilanthropischer E rundlage, sondern im Wege strohzügiger soziaI-wirtschaftlichcr Aktionen dem Elend an der Leib zu rücken, so würde nicht nur ein kleiner, als auserlesene Führen schüft sich gebärdende : Teil, sondern alle Schickten^ hinter eine solche Bewegung sich stellen und der Erfolg wär i gewitz ein durchschlagender.".-f- Die weitere Verelendung der Ostjuden bedeutet nicht allein voim Standpunkt der Humanität aus eine schwere Unterlassungssünde, sondern auch von nationalen Gesicht^punkten dev^verschicdenstcn, Staaten aus eine Gefahr. 'JJiif d»m JßH wirtschaftlichen Ist unlösbar verbunden' ein Herab-' sinkeiffdes moralischen Niveaus, so datz unter denjenigen, zoelche andere Länder auszunehmen-bereit sein werden, der Prozentsatz solcher steigen mutz, die in ihrer Neuen Heimat bald ein unerwünschtes Element darstellen müssen. Dr. S e i f t e r gibt drn richtigen Weg an: Statt Millionen für zionistische iäift- Ser zu opfern. sollte man diesen Mensckum an Ort und e, durchgreifend helfen und von den „Urives" in Amerika für die palästinensische Sicdelung allerhöchstens den Bruchteil des Geldes abspaltcn, der zahlenmätzig auf die wenigen wirklichen Siedler in Palästina entfällt, wenn man ie prozentual ln das Verhältnis zu den Millionen Hilfsbedürftigen in Osteuropa setzt. — Aber der weise Nathan hat recht, datz „leichter andächtig schwärmem als gut handeln ist" , Echo der Presse. , Die Aeutzerungen sr eziell der gegnerischen Presse über unsere Bestrebungen und einzelne Persönlichkeiten unseres Verbandes sind feit der letzten Presse-Umschau wieder recht zahlreich gewesen. Wenn «j*af Reoentlow im „Deutsck en Tageblatt'! bei einer Wertung der Berliner jüdischen Gemeindewahlen vom radikal-völkischen Standpunkte aus zu dm Ergebnis kcsmmt. datz alle J> den, „auch wenn sie sich natic naldeutsch nennest", doch immer „tätige und bewutzte Gl eder des Judentums .bleiben",!o können wir das nur in religiöser Hinsicht akzeptieren. Wir kennen jedoch seine Einstellung In dem Breslauer Plättchen „Die freie Meinung" steht der Sah .wenn also der Antisemitismus in Bresläu überhaupt eristieren kann, so liegt das nur an der Mentalität jener jüdischen Kreise, die ncht oen Mut haben, sich zu ihrem Judentum zu brennen (und! meistens lieber auf die Flagge der „nationaldeutschen Julien" von des köstlichen Herrn Naumanns (!) Gnaden schwöre,)." Der köstlichje Herr Siegfried Richter verwechselt die i rufrechten nationaldeutschen Juder selbst mit einem ernsthaften Politiker. Auch die „Wltbübne fehlt sticht, wenn es sich band nicht slelbst zur Feder. Weisheiten über uns Roben W e l tsch einer mit erbärmlichen Feiglinge, und sich . . um Me Verunglimpfung uns:res Verhandelt. Diesstial greift Herr Siegfried Jacobsohn um in fingierten „Antwort m" seine zu verzapfen, sondern Iäi;t Herrn Artikel „Für den Zion smus" schreiben, in dem von d:r ..vielleibt unbewutzten Lie!>edienerei wie bei den ..nationaldeutschen" und anderen assimilitärischen Juden'! die Rede ist. Diesem Elend, diesem m »ralischen Defekt!will der Zionismus (und Herr Weltsch in Jccobsohns Schimofblättchen) ein lende setzen. ~ Datz dem einstmals in seiner politischen Schärfe! mmerhin witzigen „Lachen links " der Humör ausgegangen ist, ist recht schade. Nicht etw>r weil es nun u. a. darauf verfällt, über unseren Verband statt Witzes nur Ge.istlosig eiten zu verzapfin, ihn als eine „kuriose völkische Angelegenst:it untet Führuniq des Hugenberz-Generals l)r. Breslauer" 1»ezeichnet und erklärt, datz uns gegenüber „ein Hitlerbund eil Anarchiltenkl lb" sei. sondern weil es wirklich ein Janmer ist, datz den Abstieg eines bekannten politisch-satirischen Blattes entgege lgeletzer Färbung nun auch der ebenso trsturi>e dieses republikanischen Witzblattes folgt, und datz, wären sie die einzigen nicht einmal nebr am deutschen Humor die Welt genesen könnte. Dr. B ceslauerin seiner Eigenschaft als stellvert:etender Vorsitz, nder unseres Verbandes mutz auch in einen Alrtikel der Zeitschrift „Das Tagebuch" herhalten, wo -sic) Thomas Wehrlin über > „Sugestberv. den gezähmten Judenfresser'! auslätzt. Seine Beurteilung des Herrn öugenberg. interleffiert uns als Verband gar nicht: aber selbst gesetzt der Fall, datz man. die Ansicht des Herr» Webrlin teilte, so mützte mrn es dennoch als höchst überflüssig insehen, das; hier eine Kritk. die sich! an Herrn I>r. Breslauers berufliche Stellung knüpft, mit > der Sache der nat onaldeutschen Juden verauickt wird. Dijeser Ansicht werden wohl auch unbefangene Leser solcher PrpvinzblätteL' sein, di: den ..Tagebüch"-Aufsatz ganz oder auszugsweise nachgedrpckt haben. ■ ■ ■ ' Nun melden sich unsere zionistischen Freundes. Natürlich spielten! im Kampf um die Berliner Repräsesttantenwah! alle so beliebten Schlagworte eine Rolle, mit denen die Heimkrieger best Zionismus die bösen Nationaldeutschen töten zu können staubten. „Die! Einzigen BustdesqenossenI best Liberalismus in dem jetzigen Wahlkampfe sind dieISwtsttagsjuden d«r jüdischen Refärmgemeinde und die Aichänier des

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