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Der nationaldeutsche Jude · 1926-05-01 · Nr. 5/6 (Mai/Juni 1926) · p. Seite 10

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
1926
Issue
Nr. 5/6 (Mai/Juni 1926)
Date
1926-05-01
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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täts-Plauderei" bezeichneie, bcitritt, daß der Jionisniis eine Reaktion auf den Antisemitismus fei. — Es sprachen außerdem noch einige andere' Redner. — Die Erörterung verlief bis auf die übliche. Zwischenruferci ungestört, bis es j» dem künstlich erregten Tumult kam. dessen Inszenierung nne besondere Mitteilung aus Leite 11 dieser Nummer schildert und erklärt. Trotz desselben gelang, es dem Redner des Abends noch, wenn auch unter großer stimmlicher Anstrengung, ein ausführliches Schlußwort zu sprechen, so daß die V:r»amm de» vr Dl konnte. Thema: Herrn . Mai e Vern Lröffentt gleich zeistiger nte lung um 1 llhr ordnungsmäßig geschlossen werden Mitglieder-Vkrsammluna vom 21. April 1926. ,.D a s Pa lä sti na-P ro blem." Das Referat 1>r. Werner Bloch und das Korreferat des Herrn Naumann sind -in dieser Nummer enthalten. ' sammlung war gut besucht, der Ton der ausqedeh örterung im Gegensatz . zu dem gügen Schluß der licken Versammlung bei Anhängern und Gegnern ei würdiger und sachlicher, wie dies bei Behandlung fragen die Regel fein sollte. « Ortsgruppe Königsberg i. Pr. «verspätet abgedruät» hielt im Januar eine Mitgliederversammlung mit Gästen äb. Die Sitzung war in der Zeitung angekündigt worden, und eine Anzahl Gegner erschien auf dem Plan, 'Frau Rother sprach über das Thema: „Warum sollen wir Juden nationaldeutsch sein?" - Der Inhalt des Vortrags'war eine Darlegung dev Ideen unseres Verbandes, die unseren Leiem bekannt finbL Aus der Fassung des Vortrags »eien einzelne Gedanken wieder-! gegeben. Frau Rother vermied jede aggressive Schärfe. Sie! führte den Hörern besonders Deutschlands Not zu Gemüt und betonte, wie es gerade in der Zeit des Niederdruck« möglich und notwendig lei. das alte Iudenleid zu vergefs n uüd ganz in der deutschen Volksgemeinschaft aufzugehen. Dem Ecntralverein hielt Rednerin vor Augen, daß es ihit nicht gelungen lei. die „unbeirtte Pflege deutscher Gesinnun, ", wie sie in der Absicht des . Gründers lag, restlos durchzu ühren. Es ist sonderbar, daß er uns, die wir nur ausführei i, was er selber erstrebt hat, so feindselig entgegentritt. Di Vortragende fühtte ans. wie der Centtalverein schon du 'ch die Art seiner Arbeit» durch das stets Eingestelltlein auf f Ingriff und Abwehr, eine Atmosphäre der Verbitterung schafft, in der Deutschtum und Iudentum zum Gegensatz wird. -- Auf die Frage der Parteizugehörigkeit übergehend führte Frau Rother aus. daß im Stammescharäkter des Juden eine Neigung züm Oppositionellen ebenso stark vorhanden sei. wir eine konservative Zähigkeit, ein Hängen an der Tradition Aus der auffallenden Erscheinung aber, daß der weitaus größte Teil der jüdischen Deutschen in den Linksparteien fte »t, ergibt sich die Tatsache, daß so mancher, wenn er seine Pattei wählt, nicht seiner freien, urtbestochenen Meinung folgt, f mdern diele Wahl mit Rücklicht tauf das Interesse der Iud« nschaft trifft. Wir aber verlangen, daß deutsche Angelegenheiten stets vom deutschen Standpunkt angesehen werden. Zleichgültigkeit gegen das Judentum darf deswegen nick»! entstehen: wohl aber kommt es darauf an. daß das G rmeinschaftsgefühj mit dem deutschen Volke stärker ist, al> das Gefühl der jüdischen Stammesgemeinschaft! Man könn e das Progrannn unseres Verbandes und die Vewflichtun >. die er leinen Mitgliedern auferleqt, in den einen Satz zusa nmenfaifen: „Du sollst dein deutsches Vaterland über alles lfjeben." Dem Vottrag folgte eine außerordentlich lebhafte. abeit sachlich bleibende Diskussion. Die umfangreichen und Gehaltvollen Darlegungen dieses stilistisch .wie ethisch musterg lltigen Vortrages fanden auch bei der Gegenleite volle Würdigung, wurden aber natürlich in üblicher Weile bekämpft: Is gelang im Verlaufe des Abends, die hervorgebrachtci Einwendungen zu widerlegen. Ortsgruppe Danzig. Mitgliederversammlung vom 1. Februar 192 6. Vortrag des Hauptvornandsmitgliedes Herrn vr. Manfred B löchert: „DanLiger Staatsbürger oder deutsche Volksgenossien?" Im ersten Teil seines Vortrages legte der Vorträgende den Unterschied zwischen Staat und Volk dar. Er eiflätte, wie beide aus derselben Wurzel, nämlich aus der F jmilie, entstanden seien, wie die Familie sich dann zum Stamit und schließlich »um Volk vergrößert habe, wobei Volk jif damaligen Zeit noch der reine Blutsverband war. Dur» den Zusammenschluß von solchen Völkern entstand dann der sstaat, der nach reinen Zweckmäßigkeitsgesichtspunkten orientiert ist. Die in diesem Staat zulammengeschlos'eNen Völker verfch netzen jetzt, es findet zwischen ihnen eine Blutoermischung statt, und es bildet sich im einheitlichen Staat durch diese ein einheitliches Volk, das aus verschi» denen Blutsverbänden besteht. An diesem Beispiel zeigt darn der Vottragende. daß die Danziger Staatsbürger weiter dmtjche Volksgenossen geblieben seien, und daß besonders die Danziger -Staatsbürger jüdischen Glaubens die Pflicht hätten, weiterhin gute und treue deutsche Volksgenossen zu bleiben. I . Er knüpft dann an den „C. V. Danziger Staatsliürger ludizchen Glaubens" an. spricht über die Mansche Angelegenheit, ferner über die Zionisten im C. V. und die Unterstützung des „Keren Hajeffod" durch mehrere C. B.-Führer. Dann spricht der Vottragende noch kurz über die Unmöglichkeit einer' Lösung der Judenfcage durch den Zionismus und schließt mit dem Wunsche, daß die deutsihen Volksgenossen in Danzig auch bald wieder deutsihe Staatsbürger werden mögen. Die Versammlung war von über hundert Personen besucht, darunter zahlreichen Nichtjuden, und nahm einen schönen und würdigen Verlauf. Statt einer Diskussion, die nicht beliebt wurde, gab ein christlicher Gast, Herr Vr. Wagner, die Erklärung ab, daß die von dem Vortragenden entwickelten Eedankengänge jedem Deutschen svmpalhisch sein müßten und wünschte dem Verbände die besten Ettolge. Ortsgruppe Danzig. Mitgliederversammlung vom 24. A p rä l 1926. A«n 24. April fand im „Hohenzollern" die 6.! Mitgliederversammlung mit jüdischen Gästen statt. Der Vorsitzende begrüßte die Erslhienenen und gedachte mit warmen Worten des am 20. Apttl plötzlich verstorbenen Mitgliedes des Verbandes, des Rechtsanwalts und Notars vr. Heinrich Sachsenhaus. Die Versammlung ehtte den Dahingelchiedenen durch Erheben von den Plätzen. Im weiteren Verlaufe der Absprache richtete der Vorsitzende herzliche Abschieds- und Dankesworte an den 2. Vorsitzenden des Ver> bandes. Heim Referendar Rosenstein, der im Mai Danzig verläßt, um seine Studien in Breslau und Berlin fortzusetzen und zum Abschluß zu bringen. Sodann hielt Frau Charlotte Rother-Königsberg einen einstündigen Vortrag über das Thema: „Warum sollen wir Juden nationaldeutsch sein?", der mit starkem: Beifall ausgenommen wurde. Es schloß sich an den Vottrag eine kurze Aussprache, an der die Herren vr. Jtzig, vr. Semi Mener, vr. Rosenstein. Oberlehrer Friedlacnder und die Vortragende sich beteiligten. — Fräulein Felicitas Dingmann und Herr Arno Kirschberg erfreuten die Zuhörer durch den Vortrag mehrerer Lieder, daran schloß sich ein gemütliches Zusammensein und Tanz. Folgendes Flugblatt wurde von der Ortsgruppe Wien. Ortsgruppe verbreitet: -Deutschfühlende Juden Wiens! Fünfta «fend jüdische Arbeitslose stehen während des Passahfestes hungernd und frierend, zumeist mit Weib und Kind! Die Wiener Kultusgemeinde, die jedem dieser armer Teufel pro Kopf ein Kilogramm Mazzoth um einen für sie unerschwinglichen Preis angeboten hat, tagt! In vieler schwersten Zeit steht der Vertreter der I ü b i|f rf> n o t i o n a I e n vr. Plaschkes im Plenum der Kultusgemeinde auf und beantragt: „Ich verweise auf die Leistungen der Chaluzim und auf die Wichtigkeit des Staatsfonds, des Keren Hajefsod, und verlange die Widmung von l 5 0 0 0 0 « ch i I l i n g b n!! Ich weise!die Unterscheidung von bodenständigen und nicht bohestständigen Juden zurück, denn die Ostjuden bilden das ständige Reservoir für die Erhaltung der Wiener jüdischen Gemeinde <!!>. Dem Ostjudentum hat das Westjudentum nichts Gleichwertiges an die Seite zu setzen!" Der sozialistische Vettreter vr. Bader erklärte, für einen Beitrag zum Keren Hajefsod zu stimmen, wenn man weitere 5000 Schillinge . einem „Palastinaarbeiterfonds" bewilligen werde. Der Vertreter der „Union deutschösterreichischer Juden", die auf ihr Programm Kampf gegen die Jüdischnationalen gesetzt hat, Herr Kommerzialrat Buchwald, ersuchte die Zionisten doch um die Herstellung - der gemeinsamen Front! Dcutschfühlende phantastisches Juden! Gebilde, Für ein für eine Land in englische Asien, für ein Kolonie sollen wir im Zeickm eigener bitterster Rot über eine halbe Milliarde Kronen angesichts dfc fünftausend arbeitslosen bodenständigen Wiener Jude^n, hergeben! Wehrt Euch Eurer Haut, deutsche Juden! Keinen Groschen für Palästina! Alles für die bodenständigen darbenden Arbeitslosen jüdischen Glaubensbekenntnisses! Werdet Mitglieder des Verbandes nationaldeutscher Juden, des Verbandes der bodenständigen! Juden! Jüdische Arbeitslose, tretet in unsere Reihen, damit nicht bodenständiges' Geld, das Euch vor bitter st er Not schützen könnte, aus dem Lande geht! ___ Verband na tionaldeutscher Juden. Wien, IX., Schultz-Straßnitzkygasse 12/14.

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