Der nationaldeutsche Jude
- Journal
- Der nationaldeutsche Jude
- Volume
- 1926
- Issue
- Nr. 3/4 (März/April 1926)
- Date
- 1926-03-01
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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mmmrnm m mm 11 Wie konnte diese Aufgabje gelöst werden trotz der vielfach mangelhaften Organisation Unserer wirtschaftlichen Reichsvertretung in Uebersee? Hat doch erst der Krieg Mit seinen Wirkungen und Nachwirkungen einem groben Teil der deutschen Bevölkerung vor Augen geführt, welche; unentbehrliche Glied am Staatskörpcr der Kaufmannsstand ist. Hatte man sich im kaiserlichen Deutschland. in welchem. der gesellschaftliche Einflub von Militär, Landwirtschaft und höherem Beamtentum überwog. doch daran gewöhnt, über den Kaufmann mit einer gewissen Geringschätzigkeit hinweazusehen. Es gehörte zum guten Ton, vom „Koofmich" und dergl. zu sprechen. Daher auch unsere schlechte wirtschaftliche Vorbereitung Huf den Krieg, die im letzten Augenblick wettzumachen Genies wie R a t h e n a u und B a I l i n nur zum Teil gelingen konnte. — In den voraufgcganaene» langen Zeiten deutscher Kleinstaaterei wirea eben all' die Stimmen au; Deutlch'ands Vergangenheit. die von seinem Kaufmannsruhm melden, vergessen. Mer erinnert sich nicht inn er historisch Gebildeten solcher Namen wie der Fugger und Welser, jener königlichen Kaufleute? — Wer gedächte nicht, wenn von den drei Hansestädten die Rede ist. jenes gewa'tigen Handels'ninde; der Hansa, ursprünglich begründet von deutschen Städten zum Schutze gegen das Raubrittcrtum, von deutschen Kaufleuten zur gegenseitigen Unterstützung im Auslande, der vier Jahrhunderte hindurch die Kaufleute detz groben Kültenplätze an der Ost- und Nordsee unter Führung Lübecks zusammenschlob und den Handel fast ganz Europas kontrollierte, — dessen politischer Einflub oft denjenigen grober Monarchien überwoq! Sind die technischen Mittel für den Grohhandel. insbesondere Buchführung und'Wechselrecht, auch italienischen Ursprungs, so wurde das Wirtschaftsleben selbst, bis zum Beginn des siebzehnten Jahrhunderts, kräftig beeinflubt von deutscher Kaufleute Tatkraft und Organisationsgabe. Freilich, die Herr'cherfamjlien standen dem Handel meist innerlich fremd gegenüber, Mid der Mangel an staatlicher Unterstützung hat denn auch vj>ohl schliehlich dazu beigetraaen. das» unser. wie der Handelsstandmancher andere» europäischen Nation von demjenigen Englands überflügelt wurde. Die Anforderungen an kaufmännischer Ausbildung liegen auf so vielen Gebieten, wie Rechts- und Vö'kerliiiide. Waren- und Menschenkenntnis »iw.. dab ein Grobkaufmann im besten Sinne nur derjenige werden kann, der bei ausgesrrochcncr Begabung zum B ruf nie ermüdet, seine Kenntnisse ru bereich-rn, und mit olfenem Auge für die Vorgänge der We'tvolitik in ihrer Einwirkung auf den Weltmarkt stets genistet ist. Kch allen weltwirimmstlichen Verändeeniizen rechtzeitig anzuvassen. Man lege, deshalb auch nicht übermäbi'er- Gewicht auf die an sich beachtenswerten lallgemeinen Einrichtungen für die Fortbildung junger Kauiltziit:, als da sind Fortbildunas und Handelsbochsch"len. Faststenntnistc und die tägliche Praris sind dnrch keinen kaufmännischen Lchulunt reicht zu ersehen. Und im Wirtschastskampse beibt's nun einmal: ..Selbst ist der Mann". - — — — Gerade im We'en des deutschen Kaufmann?-' lag es stets, sich leibst zu helfen, denn er fand bei der Allgemeinheit niemals ähnliches- Verständnis, ähnliche Unter>'«üt»ma. wie etwa der englische Kaufmann! Freiband.'l des Mutter andes über die ganze Erde rer^reute blühende Kolonien gaben deni Engländer ein fast unbeschränktes Betätigungsfeld. Dagegen war der d-utlche Kolonialbesitz erst in der Entwicklung begriffen. und diheimische Wirtschaltsno'itik litt latent unter einem gewissen Antagonismueder Bedürfnisse von Stadt und Land. — . Und doch ist es nicht eine n grob'» .KoloiiiaUande. wie etwa Frankr-ich. sondern der unter uH schwierigeren Ver bältnissen arbeitenden deutschen Wir'sckeast gelungen den e>q lisch«« Wettbenerb auf dem Weltmarkt erfolgreich uu de stehen, leine Vorherrschaft t'i'weise zu brechen. — Freilich, — dieser Erstola wurde kchlirblich. da eine politische Verständigung mit dem Konkurrenten nicht a'laiii, ol'zu 'eu r bemblt: er wurde eine dr w!el>>nUich?ii Ursache» de'- Weltkrieges! — Erwabr wohl lein Zufall, dab der Kr'ez a>rg>e in dem Augenblick ausbrach, in dem D'i't'chlands Esten- und Koblenvroduktion die englisch! zu überflü'.eln drohte. Auch die Ursachen für diesen Erfolg Ici'eu auf ver schjedcnen Gebieten: Der deutsche Kaufmann war im a'lgcmeinen bester oorgebi'd-t als sein aus'ändisch'r Berufskollege Er n-ar aber vor allem. - das ist »nbestritt» v:e> fleibiger! — Deutsch' Kaufleute und Jnd'>''rstlle ba'-en in en<e«r Zulammenarbit cs v-r^anden, d'c Bedür n'ste der ausländischen Verbraucher zu erforschen und istren Wünschen in böb-rem Made Rechnung ui tra'e». a's dj-s ke'tens der re-s-t benuemen Briten aelchgh. Man benote'- die lokalen Bedürfnis» j-, betreff Ausführung der Fabrikate und ae v'äbr^e bei Jnanfpn'chnahme mäbig'N Nutzens le-Gte Zablunqsbedinqunaen. Allerdings: wurde von gegnerischer -eite dies *. T. als ..dumpingr“ empfunden und uns sehr verdacht. i Und weiter: Unsere Fabrikanlet haben es verstanden, für den Vroduttionsvorgang die testen technischen und wissenschaftlichen Köpfe zur Mitwirkung Zu gewinnen ' di her beisrielswe se der rapide Aufstieg unlerri chemischen Jnd istrie. d;r Opt k und Präzisionsmechanik! Zusommenfasfend tan» man wohl sagen, dab.un. rmüdlicher Flcib und wisse ischaftlich? Arbeitsmethode, untir'tützt durch mustergültife O zani ation Ver Handelsflotte. übend auf einer unerschütt r i:°-«n Währung, die Grundlage b ldeten für des deutschen Kaul mannes Sieges; ig. -— Und eines dürfen wir hi.rüei keinesja'.l; vergehen: den guten Ruf. den sth'der deutsche Kaufmann allerorten erworben hatte, den > Ruf unbedingter Redlihkeit. Dann kam der Krieg. — Heute sind wir abaeschnitteii von ob len Ausland-» irtten. beraubt der deutschen Kolonien: selbst das durch Jahrhinderte freihändlerisch« England ist zum Schutzzoll übrrzeganz en — cs fehlt an Betriebskapital und noch in mcrsangen die Vampnre von Versailles an der Substanz des letzten de itichen Volksvermögens. Vor un'e.rer Znkunit. steht — trotz L »carno — ein grobes Fragezeichen!'-M eine verehrten Samen und Herren! Bevor ich mir erlauben werde, in einem kurzen Schlubwort auf die Voraussetzungen 'ür einen Wirt eraufbau der deutschen Wirtschaft und damit auf die künfl igen Aufgaben des deutschen Kaufmannes einzugechen. mö:st; ich einer Illusion cntgegcntketen, der ich des öfteren begegne: Der Hoffnung auf baldigen Verfall des e»g.i,ch«n Weltreiches! :— | „ . _ Hier schilderte der Red»^ de Entwicklunz und Verwaltung der englischen Kolonien und deren borläujig un löslichen Zusammeiihanfl mit dem Mutterland. Er fut r äls dann fort: Es kommt: hinzu, dab die Angelsachsen d esseits und jenseits des Atlstntisch.» Ozeans schon durch Sprach gemcinschaft verbunden, baut der klugen und schnelle» Rege lung der Kriegsschulden seitens Englan)s. fest geeint sind... erst damit Hatz England den .Krieg'endgültig gewonnen! Für den deutschen lstaufniann aber ileibt keine Wal st: Er m u b sich, unter Hintastsetzung aller Gejühlsmomente. n Angelsachsen zn stellen wissen, denn zur über eine Verständigung führt der Wcz wi dee hinaus auf's freie - Welche Aufgaben erwachsen »u > dein deni che» mann in seiner M'tarbeit zum 'lviedersanfbau unserer schaft? Als e i jt e V o r a u s > c tz u n g für j.de Aufdan lichkeit möchte ich den Grundsatz auistellcn: „W i r in ü s s e ii wieder e h r l i ch; w e r d e n! Ehrlichnicht nur im Sinne der Erfilliing übernommener Verpflichliingcn der Vezriff. des Schiebers niuf it den solche Meer! Käub Vsirt :t»i 6 g 'chwinden sonder» die Behandlung aller schastsfragen. Wenn un'erc Nachkomme» kriegsjahre lesen, werden setzung wahrnehmen. w gor allein auch innerdeutschen ihren Auswirkungen gezeitigt hat! - Ich erinnere ferner und Verordnungen, in schliehlich an die ganz radezu zwinat. neben «rr ehrlich Rechts in bezug und einst di: Geschichte der sie mit Staun» die moralisch: eiche die ungehemmte Jnflatio an die Unzahl verwirrender Gesetze denen Parteipol tik sich ausrvirl . .und uninörliche Auslegung der Steuer gesetzt seitens der Behörde», die den Gewerbetreibend n ge seiner porsich:ig:n. kaufmän lischen Bilanz noch eine sogeiiaynte ..Steuerbilayz" aiif.z»»iachen die B-Haiidlung der Bevölkerung nur a ze des Pr iL-aqba'is begegnet n geringem Vertrauen. Ohne ein solches Blrtraue.i der kreisten Massen zur sinner lolitischen Staatsleitung aber kann uginöqlich da:- egöchst mab der Leistungen nnijerer Wirt>chalt : rzieit werden, r'eiste; erforderlich ist. um den furchtoaren Drup, der a»f nn; Iä''ct. zu ertragen. Ohne dies Vertrauten schwindet alliiüchlich auch dctz M»! des Unteriiehnicrs! — Und?uin Zweite»: Alle »»piodiiktioe Täligkeil in der Wirtschaft muh ajisgeschaltet werl:cn! Klaubt 'inan wirklich, dab unsere Gegner geneigt sein wetden. die Fesseln düs Dawes-PIane , zu lockem. st'lange das Reich nebst Einzelstarten und Geneinden 9 Mill arden Sold für - zu einem erschreckend grobenj Teil »nprodnkt Beamtentätigkeit auswcndct? Solange der kausistännische lliitermihmer in fieberhaftem Eristenzkampf gezwungen ist. einen bet eächtlichen Teil Zeit der Abwehr zahlloser dehördlic»en Verfügungen zu opfern? -- Solange damit ein Leerlauf der Wirtschaft herbei geführt wird, der völlig widersinnig ft! Es kommt hinzu, dab ein Teil der Arbeitnehmer jahrelanger politischer Beeinflussung — sich nur sehr daran gewöhnen kann. Arbeitsleistung u rd Lebenshaltu Rot der Zeit anzupafkcn. Zum Dritten crlcheint mir für dm Wiederaufbcu erlätzlich. dab die natürlichen wirtschaftl chen Zusammei innerhalb des europäischen Kontinents wieder hergestellt werden. ver auf Wirt Rach Zer mit- Äuch der unter schwer >lg der unbänge