Der nationaldeutsche Jude
- Journal
- Der nationaldeutsche Jude
- Volume
- 1926
- Issue
- Nr. 3/4 (März/April 1926)
- Date
- 1926-03-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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4 i V sein solle, was anderen, unter fremder Staatshoheit lebenden Volksteilen «zum Beispiel den Deutschen in Polen)-ohne weiteres ziigenaiiden werde, näinlicb — zwei Vaterländer zu haben, den wein die Frmiksurterin mit Recht als. v ö l l i g halt! o s zurück. Hier würden durchaus verschieden geartete Verhältnisse einander gleichgestellt, —Jn"Wabrheit forderten die Zionisten, daß ihnen allein erlaubt sein solle, was sonn,- abgesehen von ganz besonders seltenen Fällen, nicntandem.gestattet wäre. ^Diete Ausnahmestellung werden ne niemals erreichen. I Was sie in Europa erzielen können. das in: ne werden imstande! sein, i ich in ei n c M i n o r i t ä I e n v o s i t i o n h i n c i n >! z u m a n ö v r i e r e n , also sich in eine Läge bringen, die j durchaus kein Vergnügen in!" lind ' znni Schluß wirst das ' Blatt. da aüch das Moment der. Wirtlichkeit von der «Gegenseite berührt ivnrde, die Frage ans, ivo denn wohl die i grös;cre sittliche Kran sei: dort, wo der Jude einfach als: Deutscher die Wirtlichkeit zu mcinern ^n^tit. oder dort, wo man meint, sich sein Judentum nur durch me Flucht in Romantik erhalten zu können, die immer eine innere schwäche verrät. E i n s a ch als Deutscher die Wirklichkeit: sin e i n e is n w ollen — schlichter u n d, s ch i a g c n d e r : st ä ß i sich d a s V r o g r a m in unseres P b r b a n d c s , 1 jlä»t i i ch vor allein das ganze sinnen und! Trachtqn i e i n e r M i t g l i c d e r g a i n i ch t a u s d rü rf c 11. Aber nun scheinen die .Monisten erst recht munter geworden! zu lei». Dieser Schuß ins Schwarze. abge'eucrt aus 8br Rot- > schildnadt am Main, konnte doch wobl gerade in den deutsch- : jüdischen Krciien, die ihnen aus icbei'iviebligen «'»ründen von. äußerster Vcdeulung und. bedenklich^ / rhecrungcn anrichtcn, und inan: mußte alio seine Wirkungen mit allen Mitteln un- Ichädlich zu machen suchen. Jittolgedefien sieht sich die „Franksurlcr Heilung" schon nach I t Tagen abermals genötigt, auf > das Then(a zurilchzukoininen. „weil die gegnerischen Artikel von ' einer An sind, daß mir annchinen müssen, rujictc wesciitlichslen; «'iesichisvunkie seien mißverstanden. worden" — was, in etwas weniger tiö'lichcr Sprache ansgedrinkt, heißen will, daß die braven zionistischen .Klopffechter auch hier wieder Vas Mcnscheninoglichste an Verdrehungs- und Eiilyellungskünsten aufgebotcn liabe», uni das klare inaner der „Frankfurier Zeitung" in einen übelriechenden. undiirchsichligen Sumpf -zu verwandeln, von dem nch alle Reinlichkeit liebenden Juden entsetzt abwendcn 'sollen. „Es liegt freilich nahe", ertläit nun die „Frankfuricr - Zeiiiuig"! daß „dicws Mißverständnis nicht von ungefähr kommt Rsihlige Zionisten dürfen uns isicht verstehen, weil sie sonst in die t'ieiahr kamen, ihre Argimienttiiioneii brüchig zu finden, wir haben uns nicht der Tänschung/hiiigegehen, sie überzeugen! zu könne», über nur wollen andere» u u sc re A u f fa jsN n g j ii ich i -u c r m i i ch e n lauen und ifc darum so deutlich machen, ivic es nur möglich i'"r. \ | r'llio iiiiterinniiiil sie cs. der erneu und der zweiten eine drille Avfcriignng nachzuschicke», deren Hanplkern abennals dein Rachivcis gcividinet in, doß^Ls nicht umgeht, zwei Vaterländer -,il haben, obr wül^ziUreicm Pnnktc entgegnet worden, der Zioiiie-nins meine gar' nichts anderes als sie, die Franksnrlcrin. i>iirgends -tän'che er sich gründlicher als in diesem Punkt. „Die H e i in st ä I l c har man. müßte inan natürlich dort haben, wo inan fein Leben verbringt, eine Erisicnz gründet und iie durchsülvi. und nicht nur das Heim, sondern auch die n a r i o n a l.e .Hiciinsiäite hat inan, müßte inan haben, wo inan eingesessen in. Der ganze stampf für das Recht der Minoritäten gehl darum, auf dem Boden ihrer Heimat a l S M i t g l i e d e r einer nationalen K u l t u r g e in ei n s ch a fst leben zu dürien. Den deiilichcn Minoritäten im Ausland kann man nicht zumuten, ihre'nationale Heimstätte von dem Äodcn zu ] trennen, ans dem sie leben, so sehr, man wünschen^mag, daß [ ne ihrer angestammten Kultur treu bleiben iriochten./Wcnn die ' Zionisten diesen Standpunkt auch für sich akzeptieren wollten. dann müßkcu eben diejenigen von ihnen, die in/Tcutschland . ihren Wohnsitz haben und nicht auswandern. ime 'nationale Heimstätte in Deutschland sehen, die französischei/in Frankreich und io weiter. Aber das tun sie nicht—Mm)»-'ihrem eigenen Wunsch liegt ihre nationale Heinistättesowenig in Europa, daß ne nch geradezu in Asien befindet, in Palästina. Ter Unterschied zwischen ihnen. und anderen vationalen Minderhciten in offenbar, und inan muß einen fabelhaften Lptiinismus haben, um »ii meinen, das würde, wenn es nch einmal aus- \ ' gewirkt hat, keine Konsegneiizen haben! Auch ohne Balfour- ' Deklaration hätten die Zionisten nach Palästina gehen, den Arabern iür teures <4cld Land abkaufen und schulen einrichten können, dann Hütten sie sich die Feindschaft der Araber und : den Juden des Westens eine Komplikation erspart. Die Lsliudennot kann, so groß sie auch ist, durch keine Auswanderung behoben werden, und im Westen erledigt sich die zionistische' Ideologie im übrigen dadurch, daß die Mehrheit der Hilden den Anspruch des Zionismus, der wahre Repräsentant der Jndcnfrage zu sein, als A n in a ß u n g z u r ü ck w e i st. Damit schließt die Frankfurter Zeitung — „vorläufig", sie habe der Suggestion, die von dem Aktivismus der Zionisten ausgehc, entgcgcntreten wollen, und die Fülle der Dankschreiben, die ihr zuteil geworden sei, habe bewiesen, daß diese Mühe nicht vergeblich gewesen. Dem Ehor der Tanksager für diese mutigen Worte darf sich : der V c r b a n d n a t i o n a l d c u t s ch e r I u d e n von ganzem!Herzen aiischließen. Ist es von jetzt an für jeden Zionisten eine ansgeinachte Sache, daß die „Frankfurter Zeitung" im Wrimbc c i ii jüdisches A n t i s c in i t e n b l a t t sei, wie jeder nationaldeutsche oitbe für sie schon seit Jahren als jüdischer Antisemit geächtet ist, so dürfen wir von dieser klaren Stellungnähme eines Blattes von Wcltiuf. wie ihn die „Frankfurter Zeitung" besonders auch in jüdischen Streifen allenthalben genießt, eine gründliche Anfklürungswirknng erhöhen. DaS Wort von der Anmaßung der Zionisten wird auf ihnen haften bleiben, so sehr auch andere „Judenblältcr", in der Rcichshanplstadt wie sonstwo, durch ihr zweideutiges Verhallen gerade in der von der „Frankfurter Zeitung" in den Mittelpunkt der Kritik gestellten Frage dazu beitragen, den zionistischen Bestrebungen in Deutschland jeden nur denkbaren Vorschub zu leisten, llnd das Wort von dein richtigen Instinkt der jüdischen OS e fl n c r d e S Z i o II i s IN II s können wir fortan wie einen schild vor uns hertragen, so oft uns die Anmaßung dieser teilte cntgegentritt, die Zionismus nnd Judentum gleichsetzcn, als hätte es niemals ein Judentum ohne Zionismus gegeben! Mit Recht marin die „Franlfurter Zeitung", wie wir cs seit jeher getan haben, vor den Koiiscgnenzen der zionistischen Agitation, insofern die nichtjüdischc Mehrheit der westlichen Völker in Betracht kommt. Auch in dieser Beziehung träfleu die Zionisten eine Anmaßung ohnegleichen zur schau, als hätten sie allein darüber zu befinden/ wie die Judenfrage in Deutschland oder in Frankreich zu lösen sei. Je mehr sie jetzt dazu 'übergehen, für ihren Zionismus auch nichtjüdischc Kreise zu interessieren, desto ungeiiicrlcr glauben sie, über die nichtzionistischen Teile des Jndcnlnins hinwcggehen zu dürfen. Wir sind aber durchaus nicht gesonnen, uns von ihnen beiseite drängen zu lassen, und iiiüficn ihrem geräuschvollen Treiben gegenüber unser deutsches Wollen und Empfinden um so nachdrücklicher zur Geltung bringen. „Einfach als Deutsche" wollen wir die Wirklichkeit meistern und damit auch die Judcnfragc zu lösen versuchen, nach dem ausgezeichncten Worte der „Frankfurter Zeitung", die nur damit als Biindesgenossiu unserer guten sache begrüßen dürfen. Der Kampf mit dem Dämon. Von Alfred Peyser. ..Das Mlileide» mit dein höheren Menscten! - Wohlan! DaS — Hane seine Zeil!" uaimhusira. Ringsum gärt und brodelt es. Dem einen bedeutei's eine "ult. dem andern eine Qual, in so aufgewühlter Umwelt zu leben. Ten Besten eine Gnade. Tenn es geht selbst in der kleinsten Gemeinschaft strebender Menschen innerhalb unseres Volksgaiizc» selten mehr um ganz Kleines, Kleinliches, wie zu manchen biederen Zeiten, die Arabesken für Fundaincute nahmen. Primitive Gemüter ersehnten von jeher »nd ersehnen auch jetzt den festen stand Punkt: „So und nicht anders!!" Hütten sie den erst errungen, dann wäre alles gelöst, beschwichtigt: Zwiespalt. Zweifel, Gewissensnot. Und wir Aeltercn, zumal wenn wir da und dort zur Führung verurteilt sind, sollen ihn aufwciscn: „So und nicht anders!" Rein, meine jungen Freunde, mit der geruhsamen Statik ist es vorbei, ein für alle Mal oder (seien wir bescheiden) wenigstens für absehbare Zeit. Wir denken nicht mehr in feststehenden Größen, wir denken in Funktionen. Muß man das wirklich immer noch wiederholen, da doch Begriffe wie Dynamik, Relativität bereits beginnen, abgegriffene Münze im geistigen Verkehr zu werden? Aber manche Rattenfänger lassen doch nicht davon ab. zum festen Standpunkt, zur Unentwegthcit, Unbcirrbarkeit zu verlocken, und unsere Jugend spaltet sich, wenn ich die Ewig- Gestrigen ausschalte, ersichtlich in zwei Gruppen, die zu zwei ganz verschiedenen Arten von Jdealgestalten aufblicken, zu *