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Der nationaldeutsche Jude · 1926-03-01 · Nr. 3/4 (März/April 1926) · p. Seite 3

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
1926
Issue
Nr. 3/4 (März/April 1926)
Date
1926-03-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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r für u»ü lialioimlbcul(d) fühlende uiib wollende Jude», weil unter keinen Umständen irgendwo und irgendwann die Anschauung Platz greifen darf, als vcrlräte der Zionismus das Judentum der Welk, oder der deutsche Zionismus das Deutschs Judenium. Je unentschiedener andere jüdische Organisationen sich der ruhelosen Agitation des Zionismus gegenüber verhalte», je ängstlicher sie es ablehncn, einen deutliche» Trennungsstrich zwischen ihren Grundsätzen uiili den seinigcn zu ziehen, desto brennender unsere Pflicht, Srcii Boden zu verteidigen, de» ivir dank der Emanzipaiionsarbrit unserer Läter und Vorväter hier in unserem deutschen Va erlaube geivonnen haben, und unsere Stellung als ein durch rnd durch deutsch empfindender Teil des deutschen Gelamtvolkl^s auch gegen jüdische Enkfremdungs- und Enticchtungsversuche zu behaupte». -Unversehens ist uns in diese» Mampf ein Bundesgenosse von ganz unlchätzbarcr Bedeulring erstanden — die „Frankfurter Zeitung". Man denke: die demokratiiche „Frankrirter Zeitung", die in Tculschl gcnanntuvird. ivenir es sich um handelt, daS Blatt, daS am alten Traditionen der deutscher oder vielleicht gerade desiveg >nd iininer mit an erster Stelle die sogenannten „Judenbläiter" cwisscuhaftcsien an den guten Presse festhält und intzdem — im unvernunderlen Besitz einrö weit über Liberalismus!und Tcinokraiie hiuausgehcndrn geistigen und poliusdic» Eiunusses geblieben ist, eben diese „Frankfurter Zenuna" hat plötzlich gegeii den Zionismus »ut einer Eutichiedeuhcii Stellung gejioiumrn. die von tenieinMiigliede des Verbandes nalionaldeutlchcriJuden übcrlroffru weroen lönnte. Wir haben i» der letzten Niiinmer unseics Mitteilungsblattes einen kiirzen Auszlig aus dem Artikel der Frankfurlerin vom 21. Januar dieses Jahres veröfseiitlicht.') Dabei ist die Erörterung aber nicht stehen! geblieben. . Sic wnrde in der erste» Morgeuansgadc vom |30. Jannar fortgesetzt und im Leitaitikel der Abci dauSgabe vom >2. Februar „vorläufig" geschlossen. Das Ergebnis ist: „T i e j ü d i f d, c n Gegner des Zionismus habe» den richtigen I n st i n k t!" Rad, den unsäglidien Bvschimpfnngcn. die ivir nationaldenisdr. empfindenden jüdisdien Gegner des Zionismus von dessen Vortämpfern in Wort und Schrift seit Jahre» zu erdulden halten, wird man die Genugtuung begrclsen, die eine soldie Feststellung gerade von Seiten eines Blattes wie der „Frankfurter Zeitung" in unseren Rohen ansgelöst hat. Ihr können auch die jeder betont nalichralen oder gar nationalistischen Gcsiiinnng abholde» Kreise ganz gewisz nicht - den Vorwd^s übertriebenen, geflissentlidi zü^ Sdian getragenen Deulschuims entgegengrhalten; sie ist vielmehr eine ausgesprochene Vor-, känipferi» jenes „neuen Geistes" in Europa, von dem sich die Linksparteien aller Läitdcr das. Heil der Völkerverlöhuuug, der allgemeinen Veiständigung, weit» »idst gar des ewigen Fliedens vcrspredien. Wenn von dieser Seite ein so unzweideutig formulierles.Bekenntnis gegen den Zionismus abgelegt und nach grundsützlid, dnrchacsührter Debatte im Schtnstergcbnis ausdrücklich auf, edit erhalle» tvird. so kann es» solches Ereignis von unS garuicht hoch geling beiverlci und garuicht lange genug festgehalten werben, als ein durdisdilagender Beweis für die Ukberzeugung, dah wir »jil unseicr Gegneischaft gegen den Zionismus auf dem richtigen Wege sind. Tie Polemik der „Franksnrter Zeitung" knüpsie an die Palästinareisc eines ihrer Redakiioiiümitgliedei an. der sich in seiner Berichterstattung geflissentlidi auf die Schilderung der wirtschastlidicn Eniwidlung des Heiligen Landes besdirüntt hatte, wobei im allgemeinen I nur die seil langem saliiam bekannten Lidit- und Sdiailcysciien zionistischer Kolvnisaiiouetätigkcit zutage traten. Em benimmt ausgesprochenes eigenes Urteil des VerfassciS ist in den Artikel» nidit zu finden. Statt dessen ergriff die „Frankfurter Zciiuirg" bald darauf selber das Wort, uiir „ohne vvrlaufcndi: Seniimciils oder Ressentiments" zum Zionismus Stellung zu uehmcii. Sie habe dieser Bewegung bisher ablehnend gegenüber gestanden, würbe aber ihic Anffaffiing ohne weiteres ändern, ivenu fidi Momente eigäbcn. die sic dazu veranlassen lgnnlen. Das sei aber nicht der Fall. Enljdieidend feien die politischen Verhältnisse, und die sprächen gegen ihn. Sie zollt, genau so ivie wir es immer getan haben, dem Zionismus vom inciisdilidien Slandpuntt aus alles Lob und alle Bewunderung. aber eine realistuche! Betiachiung des Zionismus müsse nätüilid, von der Bo lsvur- | Deklaration des Jahres NN 7 ausgeheu, »nd da könne alle i mensdilichc Teilnahuic nicht darüber hinweghelsen, daß die ganze Angelegenheit politisch nichts weniger als eiiuvandsrci sei. j Siede die Notig-" „Zionismus und AsiatiSinüS" i in Nr. 1/2, Seite 10. I England versprach deu Juden mit der nationalen HeimsMlte' ein Land, das weder oen Engländern noch den Jud« n gehörte. die Araber, die es seit! 1300 Jahren bewohnen, wr rden nid)t gefragt. Selbstbestimmungsrecht der Völker! Geschah dies uni der Jude» willens Nein, es geschah uni Englands willen. das ein Interesse daran hatte, sid, in Palästina festznsetzi n, weil es Aegypten mehr und mehr bedroht sah. Jetzt hat k ngland in Palästina eine neue Kolonie gewonnen, die es, traf Mandats des Völkerbundes zrstn zentralen Stützpunkt jm° seine westasiatische Politik gestaltet. Nebenbei ergäbest ich freilich, bei dieser ganzen Mandatsangelegcnheit auch Aus ichten für den Zionisinus, aber deshalb blieben sic doch von dcjr Gesiditspunkte» der Anständigkeit so weit entfernt, daß eine üble St p m ö b j e daraus geworden ssri. Palästina sei bisher und bis auf iveiteres io sehr ein--«stt englischen Madiinatione» belastetes Objekt, baff man schon aus diesem Gründe zu dem, was dort geschehest sei,nicht eiufadi Ja und Amen sage» könnte. Dazu kommt dann, immer nadi der „Frankfurter Zeitung", . das VeihältniS der Zionisten zu den Arabern Hier ist ei» Ausgleich nur möglid) durch eine gewisse Angleichnng an daS arabische Volk, was ja mit der von eincin T>ile der Zionisten ausgrgebcnen Parole „Gelb gegen Weist" aiich schon! anerkannt wurde. „Wenn die Poraussetzung redst hat, bast die Juden uiuvidcrruslidi zur we>sten Raffe, gehören und dast 'dabei die Araber uiuviderruflich ihre Feinde und, dann ' müstie das Palästiuaiverk sofort asifgegeben iverdru!" — so staub cs auch wirtlidi in dem ^Jüdischen Wodicirblatt" zu lesen/ uNt dem- Irüülidie» Zusatz, dah diese ganze Konstellation inchl von notwendiger Dauer sei uitd dah darauf die Ausüducn des ZiouiSinus beruhten. Demgegenüber, ist die „Frankfurtcv Zcining" davon überzeugt, dah eine Volksdiast, die in Palä»i»a leben will, erfahren ivcrde, dost sie nicht anders kann, als fl» r gelb zu optieren. T Blatt alaubt abei nicht, datz die europäischen Juden, zumal die der Mine und des Westens^ — womit also auch die ^Frankfurter Zeitung" einer, Tleniuingsstlid, gegen die Osttuden hin vollzieht! — darauf! verzichten würden, fidi zur weihen Raffe zu zählen. Wenn England eines Tages genötigt sei, sid) von Palästina zurürkzuziehen, ivürdcn die palüstil>eusiicheil Jude» A s i a I e n werden oder sdron sein müffen. uni sich unier den Arabern behaupten zu können. Dieser Aspekt erleichtere sehr die Frage, ans Pie schli stlich alleS aukomnit. Da es ja unmöglich sei. die gejamtc Ir denheil in Palästina unlcrzubruige», und da die Zionisten Palästina doch zur »ationalen Heimstätte der Juden' machen ipollten, so wäre die Frage zu beaulworten. ob es angV>e, dast die Judenzwei Vaterländer haben, ob der Jude gleichzeitig. Deutscher und Asiate sein lönnc. Die j > di s d> e u Gegner des Z i o!>> i S in u s h ä t t e n Den r ch ui g c n Instinkt, denn dieb gehe in der Tat »im, i! Das Leben tümmerc fidi sehr wenig um die Floskel der Bälfour-Deklaraiivn, nach der nidus getan werden solle, was geeignet i iväre, die Rechte und die poliii d,e Stellung der Jude» in irgend einem Lande zu becinträchtige». Heiinstättc ist eben Heiuilsiaiic, und wer sid) zu itst vckeniit, der kann and, d eit Kso » s c ci u en z e n / nicht enjychcn. Einzelnen möge eS luicUeidii gegeben fein, Geburtsland lind Wuuschlond um gleicher Liebe zu umsd,liehen, aber die Regel könne bas nicht sein, und jedrnjalls töiiue inan dieser einzelnen wegen nicht pcrlangcnl bast die Nichtjnden eine solche Dovpelthcit anerkenne». Tie Losung des Zionisinus sei Rvinantik. Wirtlidstcit sei es. bast die Judenfragc in den Ländern, wo. die Juden snid, weiteigefühlt werde» müsse, bis sie eben für die Geiainihest einer Nation keine Frage, mehr sei, wie sie ja in Äile» jeder. Nation grundsützlid, Nicht mehr bestehe. E i n c! a » d ca e L ö j » » g g e b e e S n i ck) t!! Tics der Standvuiiti der „Frankfurter Zeitung".! Von der Grunbclunellung unseres Verbandes aus könne» wir sed.s Woit dieser Kritik unier schreiben, die durch keine Rabuluuk, dnrdi kein nod, so höhnisches Gepolter ziouisiijd,er Ariiielidireibrr zu clsdiütter» ist. Das Geteife der „Jüdisdien :)ftrudjd>au", des ölfiziellen ZionisteUblattes, legte die Fraiitfuiier Zemuig mit einer leidsten Hanpbewcgung als nur „wenig bcLeuicudc Polemik" beiseite. Ernster nohin sie eine Euigegnung des Herausgebers des orthohorFudlsduiationalen „Judildntn Wodienblaties". des Mannes,! von dem das Zitat über die gelbe und meiste Rasse staminte, aber nur. um auch ihm g.^cuübcr ihre Grundaiiffassiuig mit nod, giösterer .Ei»sd,ie>euyeii zu unlerstlcrchcn/ bast nämlich die Jude» in Paläsliua,. bud, wenn ein Ausgleid, mit tjr». Aiabern gelänge, z u 'l s i a , c n werden »lüssen, ol> sic wollen oder nicht. U»l den Eiuwurf von dieser Seitg, warum denn den Juden nicht erlaubt

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