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Der nationaldeutsche Jude · 1926-01-01 · 1/2 (Januar/Februar 1926) · p. Seite 13

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
1926
Issue
1/2 (Januar/Februar 1926)
Date
1926-01-01
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
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18 Junismu»“ sich auch in Kreisen durchsetzt, die »och auherhald unserer Organisation stehen. Die Versammlung war ein voller Erfolg unserer nationaldeutschen Sache. 4. Berlin. Am 8. Januar sprach im Rheinaold an einem von Verbandsmitgliedern und Gästen sehr gut besuchten Vortragsabend Herr Robert Peioer aus Wien über das gleiche Thema, das den Gegenstand seines Bortrages in Halle, gebildet hatte. Seine Ausführungen waren gerade dadurch wirksam, dah sie rein auf das Sachliche abgestellt waren und die Tatsachen für sich sprechen liehen. Jeder, der dchn Vortrage mit Aufmerksamkeit folgte, muhte den Eindruck gewinnen, dah es ein Verbrechen an unserer Jugend ist, ihr dieses Land mit vorläufig und wahrscheinlich dauernd höchst unerfreulichen kulturellen, sorialen und politischen Verhältnissen als eine wahre „nationale Heimstätte" oder gar als ein Land, in dem Milch und Honig fliehen, hinrustellen. Besonders wirksam waren die Schilderungen des Rednersüber das Schieberunwesen in Tel Aviv und als Gegensatz dazu über die Elendsquartiere, in denew-manche einst begeisterte Einwanderer den Augenblick ersehnen, in dem sie das gelobte Land wieder verlassen können. Die Debatte gestaltete sich dadurch besonders interessant, dah ein Funktionär der Zionistischen Organisation mit großer Lebhaftigkeit des Wortes und der Gebärden in sie eingriff. Man gewährte diesem Redner gern eine erheblich verlängerte Redezeit, weil jeder Anwesende Interesse daran hatte, einmal zu hören, wie auf dieser Seite die Dinge sich darstellen. Wenn auch die hemmungslose Begeisterung, mit welcher der Debatteredner seine Sache verfocht, allgemein als vorbildlich anerkannt wurdeJwar das Ergebnis der ausführlicher^ Rede doch nur. dah sich bei allen deutschfühlenden Versamimungs teilnehmeru die Empfindung vertiefte: diese Menschen lebe» in einer Gefühlswelt, die mit der unlrigen kaum inehr Berührungspunkte hat, und es ist zu bedauern, dah Palästina nicht wirklich ein so ideales Land ist, wie sie selbst glaube» oder glauben möchten, damit alle des deutschen Heimatsgefühls wirklich nicht fähigen Juden i» dem Baterlande rhres Herzens ohne Behelligung ihrer andersfühlenden Umwelt eme wahrhafte nationale Heimstätte finden könnten! In den Erwiderungen, die dem zionistischen Redner zuteil wurden, kam denn auch durchweg zum Ausdruck, dah wir »ationaldeutschen Juden vor jedem ehrlichen und konsequenten Zionisten hohe persönliche Achtung haben, dah wir aber Im Interesse unserer Äugend uns mit gröhter Schärfe gegen jeden wenden müssen, der durch Vorspiegelung einer märchenhaften Zukunft unsere Kinder aus dem Hause und aus dem Baterlande lockt. In besonders wirksamer Form gab diese» Gedanken ein »ichtjüdischer Gast. Herr von Oppeln- Bronikowski, Ausdruck, — der für seine durchaus sachlichen Ausführungen inzwischen übrigens schon die Quittung in Form der vorgeschriebenen Anrempelung seitens der „I ü - dischen Rundschau" erhalten hat. — Auf Anregung eines Versammlungsteilnehmers sagte der Berbandsvorsitzende zu. dah nach Möglichkeit im März oder April d. Js. ein Vortragsabend stattfinden soll, an dem die Palästinafrage nochmals erörtert werden wird und zwar von dem zionistischen Redner Herrn Di. Werner Bloch als Referenten und dem Vorsitzenden als Korreferenten. Der Vorstand unseres Verbandes hat inzwischen seine Zustimmung erteilt. Besondere Einladungen zu der Veranstaltung, die in dieser Form innerhalb unserer Verbandstätigkeit neu ist und daher besonderes Interesse beanspruchen dürfte, werden s. Zt. erfolgen. — Zu Anfang Februar wird wahrscheinlich der Vortrag unseres Vorstandsmitgliedes Herrn Direktor Simonsohn „Der deutsche Kaufmann" angesetzt werde», während der Vortrag des Herm Sanitätsrat De. Friedländer „Die Jude» als Soldaten" für Ende Februar und eine gröhere Veranstaltung (ö f f e »t - liche Versammlung) für de» März in Aussicht genommen ist. Heber alle Veranstaltungen ergehen noch besondere Nachrichten. 5. Danzig. Am 16. Januar 1926 fand eine gut besuchte Mitgliederversammlung mit Gäste» statt, an der u. a. Vertreter der „Kameraden" und der neu gegründeten ..Jugendgruppe des C. V." teilnahmen. Nach emer Begrühung durch den Vorsitzenden Herrn Oberlehrer Friedlünder. der besonders den in anderen Organisationen herrschende» Mangel an positivem Deutschtum und das „Schielen mit dem einen Äuge nach Deutschland, mit dem anderen nach Palästina" geihelte, hielt Herr stuck. ing. Iacoby das Referat Über „Jugenderziehung im nationaldeutschen Geiste". Er legte dar., dah mit bloher Bekämpfung des Judenhasses nichts geleistet werde, sondern nur durch positive Erziehungsarbeit mit dem Ziele, aus jedem jungen Menschen nicht nur einen Staatsbürger, sondern einen mit dem Deutschtum gefühlsmähig zusammenhängenden Volksgenossen zu machen. Besonders scharfe Worte der Verurteilung fand der Redner gegenüber der „kosmopolitischen Einstellimg vieler junger Menschen. Erst wenn di« Verbrüderung innerhalb der gleichen Nation nicht mehr blohe Idee sei. könne das Ideal einer Verbrüderung der Nationen untereinander verfolgt werden. Der Vortragende wandte sich auch Jen die GeAhren, die aus einer parteipolitischen Beeinung der Jugend sich ergeben. Der Vottrag wurde mit Beifall ausgenonnne». In der Aussprache hatten der Vorsitzende, der Referent und verschiedene andere Mitglieder unseres Verbandes- Gelegenheit, sich mit den üblichen Cenl ralvereins-Einwendunge» ausein anderzusehen. Besonders -unangenehm scheint den Herren vom E. V. zu sei», dah sich innerhalb ihrer eigenen Mitgliedschaft einige offizielle Zionisten entpuppt habe». Einer der C. V.» Redner erklärte dies bezeichnenderweise damit, dah di; i» Frage kommende» Herren erst „nachträglich Zionisten geworden seien". Mit Recht konnte Herr Friedlünder darauf Hinweise», dah demnach die Pflege der deutsche» Ge sinnung innerhalb des C. Ä. nicht fehr wirkungsvoll zuj sein scheine. Bemerkenswert ibar auch das Auftreten des Fül rers einer sozialist für den nationale» Grundckedante» unsres Verbandes begeistern zu Jugendgrupp Leuten „von worden sei. sch?» Jugendgruppe, der zwar erilärte. sich auck nicht könne», der sich aber besonders scharf gegeij die des C. V. wändte, deren Satzung de» jungen der Leitung des (£.- V. in die Hand gedrückt Am 1. Februar d. I. wird unser Vorstandsmitglied. Herr De. Manfred Blochertl Berlinin Danzig einen Vortrag über das Thema „Danzlger Staatsbürger o^der deutsche Volksgenossen?" halten.! 6. Rednerkurs. Nächster Kursabend: Donnerstag, den 28. Januar, abends 8 Uhr, Charlottenburg, Knesebeck st r. 78 79, ärdgesch. links. Thema: „Religion und Natio»". Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen wird gebeten. Der Vorstand. Danziger Echo der Presse. 'Wir bitsten um Uebersendung aller urserc Bestrebungen betreffenden Zeitungs- und Zeit schriften-Ausschnitte unter Angabe des Da ums und der Parieirichtung. Schimpfartikel der zionistischen, zwishenschichtlichen sund Hakenkreuzler-Presse we rden in dieser Rubrik nur. insoweit erwähnt, als aus ihnen Grundsätzliches abzuleiten ist. i Die Schriftleitung. Zeitung (Liberal)! 17. 12 25. Kurze Anzeige der Streitschrift „Nationalder Ische Juden und ihre Lästerers' von Dr. Peqser. Militär-Wochenblatt 18. 12 25. Kuye Anzeige unseres Mitteilungsblattes. Berliner Borseu»Z«itung (Parteilos, national) 18. 12. 25. Abdruck unserer Erklärung bezüglich der „Telegraphen- Union": siehe die Notiz unter „Vermischtes" in der Dezember-Nummer unseres Mitteilungsblattes. Jüdische Zeitung für Ostdeutschland (Zionistisch) 18. 12l 25. Bericht über eine- Eentralvereins-Versa m m lungin Beuthen. Wiedergabe des Referats des Justizrat Dr. Cohn-Dessau, des bekannten Keren Hajessod Werbers, der unentwegt im Notstand des Central-Vereins ausharrt, trotzdem dieser Vereist in letzter Zeit der Abwechslung halber wieder einmal sgegen der Keren Hajessod polemisiert. Stichprobe aus dem Bericht: „Der erste Streich galt der Naumann-Gruppe. Es ist wirklich überflüssig, über diese unwichtigen Politiker erst zu sprehen. Niemand wird die beveutungslosen Worte, die Herr Justizrat Cohn dieser Gruppe gewidmet hat, kritisch untersuchen. wiewohl der Central-Berein mit den Naumannianern im Wahlkampf mm Landesverband verbündet war." 20. 12j 25. Mit- Dertsch- Das Ziel (Grohdeutsche Zeitschrift) Kuye Anzeige, der teilungsblattes unter Hervorhebung der Artikel land und Polen" und „Ein Vortragsabend in Wien". Schlesische Bolkszeitung «Zentrum) 22. 12. Bericht über die Versammlung vom 6. Dezember 1925 und den Vortrag des Herm Dr. Peyser (siehe unsere Dezember-Nummer). Rein sachlich gehalten. 25. 25. Berliner Börs«n»Zeitung (Parteilos, national) 24. 12. Unter der Ueberschrift „Nationaldeutsches Judentim' ausführliche Inhaltsangabe unserer Dezember-Nummer Deutsche Zeitung (Deutschvölkisch) 25. 12. Abdruck unserer Fragen an -den Central-Verein 25. bezüglich seiner zionistischen Mitglieder. Einleitungssatz: Da wir nun gerade bei den Zänkereien auf der Linken <mgelanat sind, sei auch noch ein Streit im Lager der Juden erwähnt, der immerhin recht bezeichnende Schlaglichter wirft." (Wenn das brave Blatt unsere Auseinandersetzungen mit dem Central-Verein unter die ..Zänkereien auf der Linken" einordnet, weih es wohl nicht will es nicht wissen, dah seine geistigen Brüder Lager der Juden" bei passender Gelegenheit uns t werfen, auf der „Rechte n" zu stehen. In Wirklichkeij bekanntlich das eine so unwahr wie das andere, unterscheiden uns von anderen jüdischen Vereinen ge» dadurch, dah wir unsere Bestrebungen nicht mit Patteipolittk verquicken oder verquicken lassen. Die Schriftl.I Deutscher Wille (Nationale. Zeitschrift) 1. 1.126. Unter der Zeitschrifrenschau Erwähnung unserer November-Nummer unter wörtlicher Anführung einiger Sätze aus dem Artikel „Deutschland und Polen". * 1

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