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Der nationaldeutsche Jude · 1926-01-01 · 1/2 (Januar/Februar 1926) · p. Seite 12

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
1926
Issue
1/2 (Januar/Februar 1926)
Date
1926-01-01
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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12 Mosen Betrachtungen, indem er feitstellt. daß die Menschheit im Laufe der Jahrtausende in der „Kultur der Seele" nicht allju toeit vorwärts gekommen iit, bafe „auch die Re ligion bisher die ideale Moral nicht gebracht hat". Trotzdem.^ oder gerade deshalb, bekennt sich der Verfasser zu dein „wahren Optimismus", dem Optimismus der Werktätigkeit und des Gottvertraucns. „Wer weis?, was er soll, wird immer vermögen, in seinem Umkreis seinen Mann zu stellen. Nur müssen die Menschen lernen, ehe sie versuchen, das Ganze zu bessern, sich selbst und ihren engere» Lebenskreis zu meistern. Das übrige wird Gott ohne iie tun__ Was Millionen der Beiten im Laut der Jahrtausende gewollt haben, kann nicht wirkungslos im Meer der Vergessenheit untertauchen." Rudolf .Kittels Buch iit ein Werk, das man — trotz seiner 483 Seiten — nicht nur durchblättern, sondern lesen soll. Aber auch jeder, der.nur ein einzelnes Stück herausgreift, wird' icinc Rechnung finden. Die Darstellung, wissenschaftlich bis ins Kleinste durchgesiebt und durch einen ausführlichen Material-Anhang ergänzt, erhebt 'sich stellenweise zu stärkster dramatischer Wirkung - und linkt nirgends in die Tiefe des Uninteressanten hinab. Für spätere Auslagen, die wir dem Werke wünschen, wird die Beifügung eines Namens Registers zweckmäßig sein. *-*' ' L. Z. G. 1900 1925. ,Tas Werk des ttr. Heim.» Jubiläumsichrirt der Landwirtschaftlichen Zeytralgenossenichaft des Bayerischen Bauernvereins. lHerausgegebcn von der Zentralstelle der bayerischen christlichen Bauernvereine. Regensburg 1925.) Wir besprechen diese Schrift, die zum größten Teile nur für den Fachmann Interesse hat, weil sie,. wie im Vorwort richtig gesagt iit, besser: „D a s W e r k d e s I>r. Heim" ' hieße. Ter Geheime Landcsökonomicrat Dr. Georg Heim' iit eine Persönlichkeit, deren Bedeutung trotz ihres stark, nach der Anücht manches Deutschen überstark betonten Bauerntums über die Linie der weifzblauen Psähle hinausrricht. Man mag gegen Heine Politik im einzelnen noch so viele Bedenken haben, — ini ganzen üt er zweifellos ein M a n n oder, wie er selbst sagen würde, ein Kerl, an dessen- Lebenswerk man nicht achtlos vorübergehen daN. >Was uns als'Juden besonders an Hei m interessiert, ist naiurlich leine Stellung zur Judenfrage. Man hat ihn oft als l„Antisemiten" bezeichnet. Welcher Nichtjude, der nicht Wastderreüner des Ccntralvcreins gst. wäre diesem Schicksal ganz entgangen? Wie wenig l)r. Georg Heim mit einem lo banalen Schlagwort abzustcmpeln ist, ergibt sich aus dem, was er leibst in seinen Lebenserinnerungen sagt: v „Ich batte anfangs den Antisemitismus auch mehr oder minder mitgemacht, bin aber von diesem Worte-Antiscmitismus >ebr bald abgckommen. Ich hatte alsbald erkannt. das; diele Bewegungen am gleichen Fehler litten.... Die antisemitischen Apostel hatten es verläumt, ihren Volksgenossen aufzer den Fehlern auch die Tugenden der jüdischen Rasse vor Augen zu führen: Nüchternheit. Flcist, Familiensinn. Ter deutsche Michel überschwemmte sich mit Alkohol, während der nüchterne Jude—einen ,Kgffee trank. — Die Bewegung krankte aber auch daran, hast der rücksichtslose und skrupellose Wettbewerb im Erwerbsleben und die dabei zutage tretenden üblen Praktiken von mindestens ebensoviel Ehristen wie Juden geübt wurden..... Ich habe den Juden im Wettbewerb nie gefürchtet, weder den beschnittenen, noch den unbeschnittenen. Nur der schlecht Unterrichtete und Faule und hilflos Verschuldete must ne fürchten." Diele Ausführungen erschöpfen gewist die Judenfrage nicht, sollen sie auch gar nicht erschöpfen: sie sind vorwiegend auf die wirtschaftliche Seite der Frage zugeschnitten, aber diele Seite ist ja lchliestlich auch wichtig genug und für viele Mitläufcr des Antisemitismus unstcwußt die Hauptsache. Dast Gcheimrat I»r. Heim.auch die nationale Seite der Tinge lehr scharf erfaßt hat. ist den Leiern unseres Mitlcilungsblattes bekannt. Er hat die Gründung unseres Verbandes seinerzeit als befreiende Tat begrübt und' bringt nech beute unserer Bewegung sympathisches Jntereffe entgegen, p Wenn dieser Mann ein „Antisemit" ist, möchten wir wünschen, dast es viele seinesgleichen gäbe. Es wäre pettönlich für Juden und Nichtjuden bester und' für das wirtmmftliche Gedeihen des deutschen Vaterlandes gewiß. M. N. Verbaudsnachrichlen. 1. Frankfurt a. M. Am 21. Dezember 1925 sprach unser Vorstandsmitglied. Herr S. W. Heß. im Hochstchen Konservatorium über das Thema: „Einführung in die G e s ch i ckttz e der deutschen Jude n". Der Vortragende beleuchtete die Geschichte der deutschen Juden von den ältesten Zeiten an. Er wies nach, daß die ersten Ansiedelungen der Juden in Westdeutschland bis in die Römerzeit zurückgehen, daß im neunten und zehnten Jahrhundert in den jüdischen Synagogen Predigten in deutscher Sprache gehalten wurden und dast diese Predigtensich des Besuches zahlreicher christlicher Edelleute erfreuten. Demnächst schilderte der Vortragende die Entwickelung des Judenproblems in Deutschland über die Zeiten der Judenverfolgungen hinweg bis in dar Zeitalter der Aufklärung. Tie Darlegung des weiteren Entwickelungsverlaufes behielt Herr Heß einem zw«,len Bortrage, der demnächst stattfinden soll, vor. ... , . Der Redner erntete reichen Äetfall, zumal es rhm gelang, auf Grund der geschichtlichen Tatsachen das herauszuarbelten. was für die Mitglieder unseres Verbandes das Wesentliche ist, die unverbrüchliche Verbundenheit der deutschen Juden fittt der deutschen Kultur. Die Veranstaltung, die erste nach längerer Unterbrechung. nahm einen harmonischen Verlauf. Immerhin hätte der Besuch etwas besser sein dürfen. Hofsent- 'lich wird der zweite Teil des interessanten Vortrages eine gröbere Zuhörerschaft finden. . Nachzutragen ist. dast unser Jugend-Mitglied, Herr Arthur Schloß, vor einiger Zeit in der Jugend - gruppe d*dr Deutschen Dolkspartei vor grober Zuhörerschaft einen Vortrag über unsere Bestrebungen gehalten hit, der mit lebhafter Zustimmung ausgenommen wurde. Es ist besonders zu begrüßen, wenn die Kenntnis von dem! Wesen unserer Bewegung gerade in solche Kreise hineingetragen wird, in denen noch mancherlei Voreingenommenheit und Mangel an richtiger Information zu überwinden sind. .. 2. München. Unser Wiener Vorstandsmitglied Herr Robert Peiper hatte am 5. Januar 1926 Gelegenheit, im engeren Mitgliederkreise interessante Einzelheiten aus seiner Palästinareise darzulegen. 3. Salle a. d. S. Die Mitgliederversammlung. die ursprünglich auf den 14. Dezember 1925 festgesetzt war und im letzten Augenblick auf den 16. Dezember 1925 verlegt werden ntußte, brachte noch nicht den inj Aussicht genommenen Vortrag des Ortsgruppen-Vorsitzenden Herrn Rechtsanwalt Meyerstein: der Vorstand der Ortsgruppe war sich darüber schlüssig geworden, diesen Vortrag erst nach dem schon damals in Aussicht genommenen Vorttag des Herrn P e i p e r vor einem größeren Kreise, als er in der Zeit kurz vor Weihnachten zusammenaebracht werden konnte, stattfinden zu lassen. Ag Stelle des Vorsitzenden übernahm es das Vorstandsmitglied Herr Karl Wolfgang Philipp, einen Ueberblick über unsere Tätigkeit innerhalb des letzten Jahres zu geben. Erwähnt wurden insbesondere die eifrige und erfolgreiche Vorbereitung der Landesverbands-Wahlen und die gemeinsam mit dem Eentralverein und der Liberalen Vereinigung geführten Verhandlungen, die auf Einführung des Verhältniswahlrechts bei den Gemeindewahlen abzielen. Einen besonders breiten Raum nahm natürlich unser Gegensatz zum Zionismus ein, insbesondere der Kampf um die jüdische Bekenntnis-Schule, die von den Zionisten offenbar als Vorstufe für die jüdischnationale Schule gefordert wird. Der Redner erwähnte, daß er kürzlich gelegentlich eines zionistischen Vortrages die Möglichkeit gehabt hat, durch energisches Eingreifen eine Reihe völlig unsinniger Behauptungen, die von dem aus Berlin entsandten Referenten aufgestellt wurden, richtig zu stellen. In der Debattq, an der sich von Gästen auch Herr Sanitätsrat Dr. Oppenheimer und Herr Rechtsanwalt II r. Müller beteiligten, ergab sich, daß auch Kreise, die nicht zu unseren Vcrhandsmitgliedern gehören, unserer Arbeit mit lebhafter Sympäthie gegenüberstehen. ' Am 7. Januar 1H26 sprach im Rahmen einer gut besuchten öffentlichen Versammlung Herr Schriftsteller Robert P e i v c r „ Vorstandsmitglied unseres Wiener Schwesterverbandes über das Thema: „D i e W a h rh e i t ü be r P a l ä st i n a". Der Redner gab eine eingehende Schilderung seiner dreimonatigen Studienreise durch Palästina. Es gelang ihm, den Hörern ein anschauliches Bild von den wirklichen Verhältnissen des Landes zu geben. Er kam zu einer vernichtenden Kritik desi Aufbauwerkes und zu der Feststellung, daß von einer Verwirklichung der zionistischen Pläne, wie sic bei den Versuchen zur! Bearbeitung unserer Jugend dargestetlt werden, nicht die Rede sein kann. Daran knüpfte der Vortragende eine dringend« Warnung vor den zionistischen Werberufen. die unserer Jugend nur ihr wahres Vaterland nehmen, ohne ihr dafür ein anderes zu geben, und die in letzter Linie dazu dienen, die Weltmachtpläne Englands zu fördern. Am Schlüsse seiner Ausführungen brachte der Redner den Versammelten die Grüße der deutschfühlenden Juden Oesterreichs, die mit ihren nichtjüdischen Volksgenossen einig sind in dem großdeutschen Anschlußgedanken und in dem Sehnsuchtsruf: „Heim in's R«ichl" Der Dortrag wurde mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Sehr lebhaft wcsk auch die Aussprache, an der sich Verbandsmitglieder. Eentralverieinler und Zionisten beteiligten. Bemerkenswert war die Aeußernng eines Führers der Halleschen Zionisten, der offen erklärte, die überzeugten Zionisten würden an der Idee des Zionismus doch festhalten, auch wenn das Aufbauwerk in Palästina zusammenbrechen würde und dort „nicht ein jüdischer Stein mehr auf dem anderen stände". Sehr treffend stellte ein deutschfühlendes Mitglied des Eentralvereins gegenüber dieser Äeußerung fest, daß es also den Zionisten nicht um das an sich vielleicht begrüßenswerte Ansiedelungswerk gehe, sondern um die Betätigung jüdischnationaler und „kulturzionistischer" Bestrebungen im Jnlande, daß diese Bestrebungen aber nur auf Entwurzelung unserer deutschen Jugend jüdischer Abstammung hinauslaufen. — Es ist als ein besonders erfreuliches Ergebnis der Abends festzustellen, daß die Einsicht von der Gefährlichkeit des „Inland»-

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