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Der nationaldeutsche Jude · 1925-12-01 · Nr. 12 (Dezember 1925) · p. Seite 7

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
1925
Issue
Nr. 12 (Dezember 1925)
Date
1925-12-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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— 7 - von (Hauptsächlich aus Deutschland und Oesterreich eingewan» derteb Juden. Sie hatten es sich u. a. zum Ziele gesetzt, die einwlmdernden Juden, die zum gröhten Teile auS dem Osten Europas kamen, in schnellster Weise zu vollwertigen amerikanischen Bürgem zu machen und ihnen die Gheltomanieren abzugewöhnen. Sie erteilten ihnen Unterricht in Sprache und Gesittung. ES war ihnen gelungen, dieses Ziel fast restlos zu erreichen. Erst die ungeheure Einwanderung in den letzten Jahrzehnten vor dem Kriege stellte sie vor eine Aufgabe, deren Umfang ihre Kräfte überstieg. Nichtsdestoweniger wird auch jetzt noch mit Erfolg an der Amerikanisierung der Ostjuden gearbeitet. Ans deutsche Verhältnisse angewendet, würden die Ziele der Logen in vaterländischer Hinsicht sein: die Eingliederung der in teils selbst gewähltem, teils von anderer Seite oktroyiertem geistigen und gesellschaftlichen Ghetto leben, den Juden in die deutsche Sphäre und die deutsche Gefühlsgemeinschaft. Eine Vorbereitung der Ostjuden zur Naturalisierung kann nicht Sache der deutschen Logen sein. Es kann sich nur darum Handels,, die deutschen Juden davon zu überzeugen, daß sie als Angehörige einer deutschen Loge nicht nur deutsche Staatsbürger jüdischen Glaubens, sondern auch Deutsche ihrem Tun und Lassen, ihrer Gesinnung und Ueberzeugung nach sein müssen. Diese Aufgabe der jüdischen Logen mutz, das ist zugegeben, mehr als bisher betont und befolgt werden.. Darum, nationaldeutsche Juden, hinein in die jüdischen Logen, falls deren hohe Ziele Euch locken! Laßt Euch nicht durch kleinliche Bedenken davon abhalten, den deutschen Gedanken, auch in den jüdischen Logen, zu stärkenl Vermischtes. Zioniftenimport der Berliner Jüdischen Gemeinde. Die ehrsamen Organe der Berliner Jüdischen Gemeinde haben, wenn man einer Nachricht der zionistischen J-. T. A. (Jüdische Telegraphen-Agenturj Glauben schenken darf, ernst» Haft in Erwägung gezogen, den Prager Oberrabbiner l)r. B r o d y nach Berlin zu importieren. Herr vr. B r o d n soll sich durch besondere Talmud-Gelehrsamkeit auszeichnen. Daneben aber ist er zufällig — der Führer der Prager orthodoren Zionisten: er ist in dieser Eigenschaft wiederholt öffentlich hervorgetreten und hat auch den Wiener Zionistenkongreh als Delegierter besucht. j Auch von einer zweiten ähnlichen Kandidatur berichtet die I.T.A. Hier handelt es sich um Herrn Rabbiner vr. Klein in Nowy-Zamky, dem von der Korrespondenz nachgerühmt wird, er habe zuletzt an der sogenannten Universität in Jerusalem Vorlesungen gehalten. Wir wollen nicht verfehlen, die Aufmerksamkeit der jüdischen Oefsentlichkeit auf diese interessanten Pläne zu lenken. Es dürfte schließlich in Berlim,immerhin noch Juden geben, die der Ansicht sind, unser Bedarf an Z i o n i st e n sei durch die Jnlandsproduktion mehr cus> reichlich gedeckt und es bestehe keine Notwendigkeit, solche Herren auch noch aus der Tschechoslowakei einzuführen. Der Rabbiner hat ja nicht nur Gottesdienstabzuhalten, sondern er soll auch Seelsorger und vor allem 'Lehrer unserer Jugend sein. Es darf uns deutschfühlenden Juden nicht gleichgültig sein, wenn unsere Kinder in dchn für fremde Einflüsse aufnahmefähigsten Alter in.einem Geiste unterrichtet werden, der mit Deutschtum nichts mehr gemein hat. Diese Feststellung hat mit religiösen Fragen, insbesondere mit der orthodoren Richtung der beiden genannten Herren natürlich nicht das geringste zu tun. Wir bezweifeln auch keinen Augenblick, dah beide Herren in persönlicher Hinsicht völlig einwandfrei sind. Aber ein Zionist ist nun einmal nach unserer Auffassung kein Deutscher und ein aus dem Auslande stammender Klon ist ganz gewib nicht. Wir hoffen, daß man noch in Deutschland geeiyncte Geistliche finden wird, die dem Bedürfnisse unserer Berliner Orthodoren bezüglich der rein religiösen Anschauungsweise und auch bezüglich der gewünschten Talmud-Kenntnisse entsprechen, die aber nicht eine Gefahr für unsere Jugend bedeuten, weil sie ihr Seelsorger», ustd Lehramt selbst bei bestem Willen nicht anders als in deutschfremdem Geiste ausüben können. Gesinnungsschnüffelei. In der Berliner Jüdischen Gemeinde haben tie Herren Zionisten und Orthodoren das vorgeschnebene Aergemis daran genommen, dah einige alte Leute in der Alterversorgungsanstall sich eigene, den rituellen Vorschriften der Orthodorie nicht entsprechende Eßbestecke gehalten, und dah -sie. weil sie auch am Sabbath das Bedürfnis nach warmen Speisen und Getränken hatten, sich solche auf Spirituskochern in ihren Zimmern zubereitet haben. Flugs hat man den alten Herrschaften ein Plakat im Stil einer Polizeiverordnung in die Zsmmer gehängt, um ihnen das Ungeheuerliche ihres Benehmetrs ständig vor Augen zu halten. Aber noch mehr: man hat ZimmerreVisionen angeordnet, um festzustellen, ob nicht etwa in den Schränken irgend etwas „Verbotenes" aufbewahrt werde. Die Jüdisch-liberale Zeitung hat den Mut gehabt, den Herren, auf welche diese Dinge zurückgehen. energische Vorhaltungen zu machen. Auch in der Repräsentanten-Dersammlung haben einige Abgeordnete sich ausnahmsweise entschlosien. gegen dieses Unwesen .den Mund aufzutun. Daraufhin hat selbst dZr R e g i e r u n g s z i o n i st Goslar das Plakat gls „unzweckmähig" preisaegeben. Dagegen hat fein zionistischer Fraktionskollege llr. Loeb sich energisch dafür eingesetzt, dah die in Frage kommenden Rabbiner weiterhin das Recht und die Pflicht haben sollen, den alten Leuten in den Zimmern herumzuschnüffeln, um die Wahrung des ..Religionsgesetzes" zu kontrollieren. Er hat dabei ausdrücklich die „Toleranz" des Rcliaionsgelctzes hervorgehoben. Und der orthodore Herr M oUtz Abraham Loe.b, Dorstandsmitglied des Central Vereins und ständiger Bundesgenosse der Zionisten in der Repräsentanten-Bersammlung, hat sich gegen den BoirwuN der „Gesinnungsschnüffelei" mit den bezeichnenden Worten verwahrt: „Von einer .Gesinnungsschnüffelei' kann in unserer > Religion überhaupt niemals in irgendeiner Form die Rede sein: denn in unsererSchrift steht nicht geschrieben: .Du sollst glauben', sondern es steht geschrieben: ,Du sollst tun!"' Wir haben uns durch Einsicht eines Schulatlas überzeugt, dah Berlin auch nach der Neueinteilung, die durch die Weltrichter von Versailles vorgenommen worden ist, immer noch in Europa liegt. Demnach dürfte die Alterversorgungsanstall der Berliner Jüdischen Gemeinde als asiatische Biklave zu betrachten sein. - , Vom anderen Ufer. Von einem uns bisher unbekannten Lesch unserer Zeitschrift erhielt der Verbandsvorsitzende folgendes Schreiben: Sehr geehrter Herr! Was ich bisher von Ihrem Wirken in -der Presse vernommen. bestärkt mich in dem Glauben, dah Ihrer Tätigkeit im vaterländischen Interesse ein hoher Wert beizumessen ist. Der engeAnschluhderJudenandasVaterlandistdere in z i g e Weg. um die Judenfrage, die sich mit blutigen Spuren durch die Jahrhunderte zieht, allmählich gegenstandslos zu machen. Auch Bürgertum und Bauernschaft haben einen langen und harten Kamps hinter sich, und jede Religionsgemeinschaft kann eine stattliche Anzahl von Märtyrern aufmarschieren lassen. Bei dem von Ihnen erstrebten Ausgleich gewinnen Deutschland und seine Juden in gleicher Weise. Richtig ist es von Ihnen, wenn Sie die Pflichten gegenüber dem Vaterlande in den Vordergrund stellen: die Rechte sind dann moralisch basiert und auch der Gegner kann überzeugt werden. Der Staatim Staate . i st ein Unheil und trotzdem hat er noch so viele- Anhänger. Ich wünsche Ihnen von Herzen guten Erfolg. Ihr ganz ergebener , Professor F. I , Mitglied der Deutschnati viralen!Partei. „Beschämendes" Rationalgefühl. Die Zeitungen melden, das Erohrabbinat der Türkei und eine grohe Zahl jüdischer Notabeln habe dem türkischen Justizministerium ein Schreiben gesandt, in dem der ausdrückliche Verzicht der jüdischen Gemeinschaft in der Türkei auf die Rechte einer „nationalen Minderheit" erklärt wird. In der türkischen Presse wird diese. Kundgebung mit Recht als der Beginn einer neuen Aera für die Juden in der Türkei begrübt und ausgesprochen. Nun würden die Juden wahre N a t i o n a l t ü r k e n. Die „Jüdische Zeitung für Ostdeutschland" nennt die Erklärung der nationaltürkilchen Juden „b e - schämend" und bezeichnet sie als einen Akt der „Selbstvernichtung". Die Telegraphen-Union und der Verband nationaldeutscher Juden. Anlählich einer Reihe von Anfragen, die an uns ergangen sind, haben wir der Presse folgende Erklärung übergeben: „In der „WelNam Montag" vom 14. Dezember 1925 Nr. 50 ist innerhalb eines Aufsatzes von W. Vogel

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