Der nationaldeutsche Jude
- Journal
- Der nationaldeutsche Jude
- Volume
- 1925
- Issue
- Nr. 12 (Dezember 1925)
- Date
- 1925-12-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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6 aus der äußeren Erscheinung der beiden Gelehrten die Ansicht. di« sie vertreten wollten, gewissermaßen ablesen tonnte. Sethe ist die Dertörperung des ruhigen, gelegentlich vielleicht allzuruhtgen. kritisch prüfenden Gelehrten. Bei Grimme hat die ganze Erscheinung etwas Schwärmerisches, fast möchte ich sagen: Fanatisches. Wieder einmal ein praktisches Beispiel dafür, daß nicht nur in Politik und Religion, sondern auch in der scheinbar eraktesten Wissenschaft der Mensch meist zu denjenigen Ergebnissen kommt, zu denen er seiner ganzen Persönlichkeit nach kommen muh. Die gleiche Erscheinung läßt sich auf vielen anderen Gebieten beobachten. Auch im Kampf der verschiedenen jüdischen Richtungen tritt sie nicht > selten hervor. Auch hier ist eine gewisse Verschiedenheit im Habitus, die sehr häufig nicht nur angewöhnt, sondern physiologisch begründet ist, vielfach erkennbar. . paläCtina 1925. Von RobertP?iper (Wien). Vor meiner Abreise als Berichterstatter einer Reihe von Tageszeitungen las ich das Palästinabuch Felix Saltens: j „Neue Menschen auf alter Erde". Der bekannte I zionistische Publizist beschreibt darin ein „großes Erlebnis".; Er war in Jerusalem Zeuge, wie ein Polizist Streitende durch j die Aufsogerei cjnes Piaims trennte. Ich war auch in Jeru- > salem, es gibt dort nur ganz wenig jüdische Polizisten, und i die arabischensind alles, nur nicht bibelfest. Im Gegensatz zu! Herrn Salten ist es mir am 27. Mai d. I. in T e l - A v i v! passiert, Zeuge einer Szene zu seip, die mir durch den Chej mifer Wilhelm Geber (Wien II, Adambergergaffe 7), der zu gleicher Zeit in.der A l Ie n b y street weilte, schriftlich bestätigt wurde. Ter jüdische Polizist Nr. 17 trieb streitende Chaluzim mit einer Hundepeitsche auseinander und verletzte mehrere, derselben. Tie Beschreibung des E l e n d s q na r t ie rs in Haifa j (im „Neuen 8-Uhr-Blati". Wien), die mir zuerst zionistische! Feinde eintrug, war notwendig, um aufzuzeigen, wie Menschen! nach-Palästina, gelockt werden, um dann bitterster Not ausgesetzt zu sein. Ich betone hier, daß sich in diesem schmutzigen Malarianest auch das Berliner Ehepaar Martin und Else G ö tz befanden, die damals, aller mitgebrachten Ersparnisse entblößt, neben dem Prager Mediziner Heller und zwei russischen Studenten hungerten. Ter Wiener Mechaniker Leo Katz, sin hervorragender Sportsjunge, wohnt hinter den Villen Tel-Aoivs in einem der vielen verlausten Zelte. Während meines zehnwöchigen Aufenthalts hatte er kaum zehn Tage Arbeit. Tie Arbeitslosenzahl in Tel-Aviv betrug Mitte Juli, laut Auskünften, die ich bei der Arbeiterorganisation „Histad r u t h" einholte, vierhundert. Tarif für einen einfachen Wohnraum in dieser Stadt ist drei Pfund (6 0 Mark). Die Löhne stehen in keinem Verhältnis zu den Lebensmilteipreisen. Tie Touristen nennen Tel-Aviv bezeichnend Tel-a-Bluff. In den Baracken der Geduth Aradah sah ich nirgends die Bilder Herzls oder Weizmanns, hingegen jene von Marx und Lenin, mit roien Bändern geschmückt. Man hört, wie sich europäische Sozialsiten für die englische Judentolonie einsetzen, nicht gehört hat man aber die Tatsache, daß am l. Mai engljsche A e r 0 p'l a n e die Versammlung der-Arbeiter umkreisten upd Schreckschüsse abgaben. Nicht gchöxt hat man hie Tatsache, daß am 30. April in Tel-Aviv Und Haifa l 1 n k s s 0 z i a I i st i s ch e Arbeiter ohne Verhör von jüdischen Polizisten in arabische Gefängnisse geschlappt wurden. Aber man hört verblendete Jugend am Geburtstag des englischen Königs „God save the king“ singen.! „Deutsch ist keine Sprache für Juden" ist daS Losungswort der östlichen Chauvinisten. Zsmal wurde mir auf der Straße „Dabar ivrit!" („hebräisch sprechen!") nachgerufen. Die Versöhnungsbercitschast der einwandernden Zionisten! mit den Arabern drückt sich am besten darin aus. daß Araber, ohne Unterschied der Klaffe, am Strand von Tel-Aviv nicht badendürfen. Viel hat man immer vom Herzlwald gesprochen, geschrieben und für ihn gesammelt. Aber man steht den Wald vor lauter fehlenden Bäumen nicht. Geldgeber aus dem Westen fragen in Jerusalem beim „Keren Kajemeth" nach dem Herzlwald. „Die Türken haben im Kriege die Bäume a u s g e r i s s e n" ist die Antwort. Ter Mittelstand in Palästina lebt „von morgen auf gestern" und „vom Mund in die Hand". Eine amtliche Meldung der „Wiener Alilg. Zeitung" vom August d. Jr^ daß in K a t t 0 w i tz viele R ü ck w a n - derer, die ihr Hab und Gut in Palästina verlören haben, eingetroffen sind, hat die zionistische Preffe vergeffen zu dementieren. Was ich im Emek bei den Pionieren des Schlachtfeldes erlebt habe, die von Brot. Rüben und Hering Monat für Monat „leben" und Gesundheit und Jugend opfern, werde ich überall, wo deutschfühlende Juden leben, erzählen. Im Jänner nächsten Jahres werde ich in Deutschland über „Die Wahrheit über Palästina" sprechen. Sie muß in alle Hirne eingehämmert werden, um die jüdische Jugend zu reiten,, die verblendet sich auf Gedeih und Verde.rb der englischen Orientpolitik verschreibt. * Bnet Brtss-Logcn und nationaldeutfcbe Juden.1 Von Spectator. Die Schriftleitung dieses Blattes hatte einige Male eine Briefkastennotiz gebracht, in der sie Angehörige der jüdischen Logen U. OB. B., die zugleich Mitglieder des Verbandes naiionaldeutscher Juden sind, aufforderte, sich zu melden. Sicherlich geschah dies nicht, um Mitglieder für die jüdischen Logen zu werben, vielmehr wohl in der Absicht, festzustellen, inwieweit die nationaldeutsche Bewegung in der Loge Fuß gefaßt hatte. Die Schriftleitung ging dabei vermutlich von der im allgemeinen verbreiteten Ansicht aus, daß die jüdischen Logen infolge ihrer verschiedenartigen Zusammensetzung kein Feld für deutschfühlende Juden seien, daß vielmehr dort die alljüdischen und latent-deutschen Elemente die Hauptrolle spielen. Dieser Anschauung soll hier entgegengetreten werden; es mögen deshalb im folgenden die Zwecke und Ziele des jüdischen Ordens U. O. B. B. näher beleuchtet werden. Der Orden, der iin äußeren Aufbau den Freimaurerorden nachgebildet worden ist, hat dennoch keinen freimaurerischen Charakter, obwohl er sich ebenso wie eine Reihe von Freimaurerordep unter anderem das Ziel gesteckt hat, den Menschen, in dieseni speziellen Falle also den jüdischen Menschen zu veredeln, ihn zu einer höheren Stufe des ihm vorschwebenden Menschheitideals heraufzuführen. Mit Hilfe der wertvollen, traditionellen Güter des jüdischen Stammes und der jüdischen Religion soll er zu einem nützlichen Mitglieds seiner Umwelt und zu einem Verfechter hoher Menschheitsgedanken herangebildet werden. In zweiter Linie soll der Sinn für Wohltätigkeit in ihm wachgerufen und gefördert werden, Wohltätigkeit in bestem Sinne, also Wohltun sowohl den in Not geratenen Logenmitgliedern als auch bedürftigen Außenstehenden gegenüber. Die Logen unterhalten eine ganze Reihe von Wohltätigkeils, institutionen, die Bedürftigen innerhalb und außerhalb der Loge zugute kommen. Ferner will die Loge die Bande zwischen den einzelnen Mitgliedern enger knüpfen, sie will Freundschaft und Brüderlichkeit pflegen und hierdurch Eintracht und alle menschlich schönen Eigenschaften entwickeln helfen. Die Ehre und der Patriotismus werden als Tugenden gepriesen und hochgehalten. — Wenn nun auch in den Logen nicht ntir deutsch fühlende Juden, sondern auch zionistische und alljüdische Mitglieder vertreten sind, so entspricht dies dem Prinzip der Neutralität, auf dem die Logen stehen. Es mag zugegeben werden, daß hierdurch der deutsche Gedanke. unter den Logenangehörigen geschwächt wird, jedoch dürste trotzdem die überwiegende Zahl bewußt und unbewußt auf deutschem Boden stehen. Es ist anzunehmen, daß in absehbarer Zeit unter bdm logischen Zwange der Tatsachen die zionistische und alljüdische Bewegung, auch in den jüdischen Logen, abebben und einer durchgängig deutsch gerichteten Platz machen wird. — Die! jütischen Logen, sind*eine'Institution. die Mitte, de« vorigen Jahrhunderts von Amerika ausgegangen ist. gegründet /