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Der nationaldeutsche Jude · 1925-11-01 · Nr. 11 (November 1925) · p. Seite 12

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
1925
Issue
Nr. 11 (November 1925)
Date
1925-11-01
Page
Seite 12 (sequence 14)
Language
German
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12 Zwischenrufen brach los, als der Redner die Ostjudenfrage als eine für den deutschfühlenden Juden-nur vom deutschen Standpunkte zu beantwortende Frage bezeichnet«. Die Stimmung wurde so erregt, datz Polizei'im Saale erschien und Herr Hornik-Harden nur mit. Mühe sich weiter Gehör verschaffen konnte. Ein Appell an die Presse, mit dem der Redner schlotz, rief wieder stürmischen Widerspruch der Zionisten hervor. Sobald aber Herr Hornik-Harden seinen Platz auf dem Podium verlieh, setzte die vorbereitete Sprengungsaktion ein. E t-w a * 50 Zionisten unter Führung eines Ingenieurs Buchbinder stürmten zum Podium und schrien nach einer Diskussion, obwohl ihnen natürlich genau bekannt war. datz zunächst der Vortrag des Herrn Robert Peiper „Die Wahrheit über Palästina" stattfinden sollte und der Abend nur ass Vortragsabend polizeilich genehmigt-war. Das Ziel der Aktion war offenbar, den Vortrag des Herrn Peiper mit allen Mitteln zu verhindern. Unsere Mitglieder wurden von den Zionisten in gröbster Weise beschimpft. Die anwesenden Damen flohen entsetzt. Vermittlungsversuche ruhiger Elemente, auch eines Zionisten (Professor Dr. Jerusalem) und des Führers der sozialdemokratischen Kultusangeftellten, des Herrn Religionslehrer Pick, scheiterten. Ein Zionist Schmerbach versetzte einem unserer Mitglieder einen Fall st schlag ins Gesicht und versuchte sich dann der polizeilichen Feststellung durch die Flucht Lu entziehen, allerdings vergeblich. Die Herren Hornik- Harden und Peiper wurden wiederholt bedroht. Fünf Verbandsmitglieder. die kampfbereit am Podium standen, mutzten immer wieder den zionistischen Anstürm äbwehren. Schlietzlich ging die zionistische Sprengmannschaft zu der bewährten Taktik des Lärmmachens über. Sie begannen einen ohrenbetäubenden Spektakel, pfiffen, schrieen und sangen die „Hatikwach". bis der Oberkommissar de^ Polizei die Versammlung für geschlossen erklärte und den Saal räumen lietz. Der vorstehende Bericht, der auf den Mitteilungen unserer Wiener Freunde beruht, wird durch die zahlreichen Zeitungsberichte, die unsere Leser unter „Echo der Presse" finden, vollinhaltlich bestätigt. Dem Fortschreit: n unserer Bewegung hat das Verhalten der Zionisten nur genützt. Zahlreiche Neuaufnahmen beweisen, datz gerade durch die beschriebenen Vorgänge da4 Verständnis für! die Notwendigkeit einer d^eutschenBewegung unter den | österreichischen Juden wesentlich gefördert worden ist.- - j Das Wiener Zionistenorgan „Wiener Morgen- | zeitung" sucht sich auf seine Weise an den Veranstaltern | der Versammlung schadlos zu halten. Es bezichtigt Herrn > Peiper, sich als „Jnseratcn-Agent" strafbarer Handlungen! schuldig gemacht zu haben, und Herrn Hornik-Harden. früher i Kommunist gewesenem sein. ZuM Verständnis der besonders - gegen Herrn Peiper zur Schau getragenen Gehässigkeit sei erwähnt, datz Herr Peiper seinerzeit mit einem Empfehlungsbrief des Redakteurs der „Wiener Morgenzeitung". Vr. Otto A b e l e s. als Berichterstatter nach Palästina gefahren ist. In dem Empfehlungsschreiben war hervorgehoben, datz HerrPeiperdemHerrnvr. Abeles,.seitJahren als Schriftsteller und Journalist bekannt sei und seine publizistische Tätigkeit für den Zionismus von grötztem Wert sein könne". Als dann aber Herr Peiper in Palästina sich durch den! Augenschein von dem wahren Stande der Dinge überzeugen mutzte und dementsprechend berichtete, . wurden seine Berichte von der „Wiener Morgenzeitung" als „erlogen" bezeichnet, und es wurde ihm gedroht, datz man ihm „das Handwerk legen" würde. Die gewaltsame Verhinderung des Vortrages, der „Die Wahrheit über Palästina" sagen sollte, und die Behauptung, der nunmehr zum „Jnseraten- Agenten" degradierte, kurz vorher noch als „bekannter Schriftsteller und Journalist" anerkannte Herr Peiper habe sich unehrlicher Handlungen schuldig gemacht und sei nur durch die „Gutherzigkeit der Redaktion vor der Verhaftung bewahrt worden, erscheinen als die folgerichtige Fortsetzung des beim Eintreffen der erstem ungünstigen Palästina-Berichte eröffneten ' Feldzuges. Herr Peiper hat gegen den verantwortlichen Redakteur des Blattes die B'e l e i d i g u n g s - klage eingeleitet und Strafantrag gestellt. 4. Halle «. Saal«. Die Ortsgruppe hält ihre Mitgliederversammlungen an jedem ersten' Donnerstag des Monats in „Müller's Hotel" ab. Es werden Verbandsangelegenheiten im Mitgliederkreise besprochen werden und Referate über aktuelle Fragen mit anschlietzender Ausspräche stattfinden. Auch gesellig-musikalische Unterhaltungea. insbesondere für die Jugendgruppe, sind vorgesehen. Die erste Veranstaltung findet am 26. November 1925 statt. Auskünfte erteilt S err Waldemar Müller. Bismarckstr. 12. 5. Rednerkursus. Der nächste Kursusabend findet am Freitag, den 27. November, abends 8 Uhr, zu Berlin-Schöneberg, Heilbronner Str. 6. bei Goldschmidt statt (Untergrundbahn Diktoria-Luise-Platz oder bayerischer Platz). Der Gegenstand der Besprechung lautet „Die jüdische Schule" (Fortsetzung). Zugelassen sind Mitglieder und Kinder von Mitgliedern. Um rege Beteiligung wird gebeten. Die Leitung hat Herr W.i lhelm Hirsch st ein übernommen. An jedem Kursusabend ist ein Vorstandsmitglied anwesend, am 27. November der Vorsitzende vr. Naumann. 6. Mitteilungsblatt. Wir bitten. Manuskripte und Mitteilungen. die für das Mitteilungsblatt bestimmt sind, an die Schriftleitung (Anschrift der Geschäftsstelle) oder an den Schriftleiter persönlich (Charlottenburg, Knesebeckstr. 78/79) zu richten. ' Der Vorstand. 6cdo äer presse. i Wir bitten um Uebersendung aller unsere Bestrebungen betreffenden Zeitungsausschnitte unter Angabe N>es Datums und der Parteirichtung. Schimpfartikel der zionistischen, zwischenschichtlichen und Hakenkreuzler-Presse werden in dieser Rubrik nur insoweit erwähnt, als aus ihnen Grundsätzliches abzuleiten ist. Die Schriftleitung. Israelitisches Familienblatt (Alljüdisch) 9. 10. 25. Notiz über die „Deutsche N a ti o n a l bü hn e". Darin folgende Sähe: „Es scheint, datz in dieser Vereinigung (d. h. dem Gründungsausschutz) über den Judenpunkt keine volle Einigung herrscht. Während z. B. der frühere Staatsminister von Loebell, der den ersten Aufruf zur Bildung der Vereinigung unterschrieben hat. er billige es keineswegs, wenn grundsätzlich von der Nationalbühne Werke von Juden deutscher Zunge ausgeschlossen werden sollten .... scheinen in der nunmehr ebildeten Vereinigung jene Elemente oorzuherrschen, die en rein arischen Charakter 'der Neugründung gewahrt wissen wollen." (Es ist augenfällig, dag in dem zweiten Satze ein Stück fehlt, und zwar zwischen den Worten „unterschrieben hat", und „er billige es keineswegs". Die Lösung des Rätsels finden unsere Leser in unserer September-Nummer (Nr. 9) auf S. 11—12 in der Notiz „Nationalbühne und Antisemiten-Furch 1". Hier ist das Schreiben des 1 Herrn Staatsministers von Loebell, das an unseren Verband gerichtet ist, wörtlich abgedruckt. Offenbar standen in der Notiz des Israelitischen?amilieyblattes zunächst an Stelle der jetzigen ücke etwa die Worte: „Während. . . vonLoebell . . . . dem Verband nationaldeutscher Juden schreibt, er billige es keineswegs . . . ." Ein gesinnungstüchtiger Redakteur des Hamburger Alljudenblättchens, der natürlich nicht dulden konnte, datz unser Verband in einem nicht gehässigen Siitne erwähnt würde, hat prompt den Zwischensatz gestrichen, whne die Lücke zu schlietzen. Ehre seiner edlen Gesinnung und seinem deutschen Spmchgefühl! Die Schriftl.) : Wiener Morgenzeitung (Zionistisch) 15. 10. 25. Schimpfartikel „Jüdische Antisemiten". Die üblichen Redensarten („Neuer Pfefferkorn", „Aufreizende Hetze gegen Zionisten und Ostjuden"), einige aus dem Zusammenhang gerissene Zitate, daneben ein paar handgreifliche Lügen, wie die Behauptung, vr. Naumann schildere Zionisten und Ostjuden als Hochoerräter (das Wort „H o ch v e rrä t er“ wird von dem Z l o n i ft en bl a tt zwischen Anführunasstriche gesetzt, damit der Leser glauben soll, es sei von vr. Naumann gebraucht), und Vr. Nau- - mann habe den Ministeria lrat vr. Badt „als Landesverräter denunziert, weil Badt organisierter Zionist sei". Deutsche Stimmen (Zeitschr. der Deutschen Volksp.) 20. 10. 25. ^urze Anzeige unseres Mitteilungsblattes.

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