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Der nationaldeutsche Jude · 1925-11-01 · Nr. 11 (November 1925) · p. Seite 8

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
1925
Issue
Nr. 11 (November 1925)
Date
1925-11-01
Page
Seite 8 (sequence 10)
Language
German
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8 Zionsscherr«. Nach d«r Wiener Versammlung, über deren Verlauf unter „Verbandsnachrichten" und „Echo, der Presse" berichtet ist. erhielt unser dortiger Vorsitzender einen — selbstverständlich anonymen — Brief, von dem wir die tzwei ersten Seiten hier wort- und bildgetreu niedriger hängen. Die beiden anderen Seiten enthalten ähnlich geistvolle, »um Teil in der Form noch unflätiger« „Dichtungen". Dem Vorkämpfer für Vernichtung jüdischen _ Selbstbewuhtseins und Rassenstolzes. Du kannst Dir tausendmal die Payes stutzen, ~ Sie wachsen nach, es wird Dir niemals nutzen. Denn man erkennt in jeglicher Verkleidung Selbst unterm Hakenkreuz und mangels der Beschneidung, So ist's die Meinung der vom Stamme Teut, Den faulen Geist der Iudenheit. i Doch. Hornik, merk', wir kennen keinen Geiz, Verleihen Dir das Hakenkreuz.; Vielleicht wirst Du noch deutscher Burschenschafter j Und mietest Dich dann ein in After. Wenn alle Juden fortgetrieben Und Du als Ehrenjud geblieben. - . Dann lei im Sinne dieser Zeichnung ein Denkmal Dir gesetzt, i Und ist ein Deutscher noch so sehr verhetzt,! i Dies wird ihn überzeugen,! Vor Deinem Abbild wird sich alles beugen. '! In Ehrfurcht werden Helden beben. .! Und ohne Kantpf sich übergeben.; Zeigt diese Art von edler und tapferer Kunst nicht bei merkenswerte Aehnlichkekt mit manchen Leistungen, die in Hakenkreuzblättern für geistig Minderbemittelte geboten! werden?! Deutschland und Polen. Der nachfolgende Briefwechsel, der eine Frage von stärkster grundsätzlicher Bedeutung betrifft, wird hierdurch zur Kenntnis unserer Mitglieder gebracht. In der Juli August-Nummer <Nr. 7 8) unseres Mitteilungsblattes war ein Aufsatz „Aufklärung gegen Zionismus" aus der Feder unseres Hauptvorstandsmilgliedes vr. Rudolf Cohn lBres lau) enthalten. Auf Grund dieses Artikels erhielt Herr vr. Cohn von einem in Chicago wohnhaften Herrn das nachfolgend« Schreiben: Herrn vr. Rudolf Cohn, Breslau, Germany. Werter Herr Doktor! Mit grotzem Interesse las ich Ihren Artikel..Aufklärung gegen Zionismus", und während ich sonst der Handlungsweise des Verbandes mationaldeutscber Juden nicht sympathisch gegenüberstehe, stimme ich Ihnen kn allen Ihren Ausführungen gründlich bei. Ihre Gedanken sind klar ausgedrückt, Ihre Folgerungen logisch, Ihre Schlüsse konseauent. Was mich besonders irrteressiert, ist folgendes: „Solche nationalen Minderheiten haben nur dann ihre innere Berechtigung. wenn sie sich dem Volke zurechnen. von dem rnan sie gewaltsam getrennt hat, dem sie sich aber immer noch zugehörig fühlen, trotzdem ihre staatsrechtliche Stellung gegen ihren Willen geändert worden ist. und dem ste auch später wieder als ihrem wahren Daterlande politisch anzugehören hoffen. Auch der Staat, dem diese neuen Gebiete angehören, mutzte, als er sie erwarb, mit der kulturellen und politischen Sonderstellung der nationalen Minderheiten rechnen. Er mutzte wissen, bah sie nicht ihr wahres Vaterland vergessen würden, dem sie Alkes verdanken, was sie an ideellen und materiellen Gütern besitzen. Dies gilt »nn Beispiel für die' Deutschen in den durch den Versailler Vertrag von ihrem Heimatlanke abgetrennten. Gebieten." Jedes Wort wahr, und verstehe ich nicht, wie ein logisch denkender Mensch anders denken kann. Jedoch, sind Sie bereit dieses auch anderen Völkern zuzugestehen, z. B. den Polen, die 150 Jahre gegen ihren Willen unter der Herrschaft anderer Völker waren? Der Grund, warum ich diese Frage stelle, ist dieser: Äch wcmderte mit dem 14. Lebensjahre aus Deutschland aus, 13 Jahre später kam ich zum ersten Male zum Besuch nach Deutschland, und seit der Zeit bis 1914 kam ich beinah alljährlich nach Deutschland. Diese Besuch« wurden unterbrochen bis im Februar dieses Jahres ich zum ersten Mal »ach 11 Jahren dir alte Heimat wieder besuchte, und di« Eindrücke waren beinah wie neu. Während meiner ganzen Anwesenheit in Deutschland sprach ich wenig, hört« aber mit grotzem Interesse xu, und während ich frei bekennen mutz, datz der Deutsche. Klasse für Klasse mit dem Amerikaner verglichen, auf einer bedeutend höheren Bildungsstufe steht, besser belesen, ein tieferer Denker ist. fand ich »u meinem Erstaunen, datz gerade auf politischem Gebiete ein Vorurteil herrscht, welches in krassem Widerspruch zu seiner allgemeinen Bildung steht. So fand ich gerade in der Polenfrage auch nicht das geringste Verständnis dafür, datz der Pole doch 150 Jahre lang von fremden Völkern regiert worden war und das einzige Gerechte, das der Krieg mit sich^brachte. die Wiederherstellung Polens war. Mitzverstehen Sie mich nicht, ich bin vollständig bereit zuzugeben, datz die Abtrennung Polens von Deutschland für den Polen einen kulturellen Verlust bedeutet. Ich spreche nur von der Gerechtigkeit der Sache. Und überdies, wenn dem Polen seine polnische Kultur lieber ist, so ist das seine eigene Sache. Sie sind der erste, der sich llar und deutlich gerade über diesen Standpunkt ausgedrückt hat, und daher möchte ich gerne willen, wie Sie über dasselbe Thema vom polyischen Standpunkte aus denken, und würde mich wirklich sehr freuen, wenn Sie mir darüber schrieben. Mit bestem Dank für Ihren vortrefflichen Artikel, zeichne ich achtungsvoll gez. L. K. Herr vr. Cohn hat mit folgendem Schreiben geantwortet: Sehr geehrter Herr K.! Ich erhielt Ihr wertes Schreiben vom 13. August cr.. für das ich Ihnen meinen verbindlichsten Dank sage. Ich mutz mich zunächst entschuldigen, datz ich Ihre freundlichen Zeilen nicht eher beantwortet habe, bin aber durch, starke berufliche Inanspruchnahme, nicht in der Lage gewesen, dies eher zu tun. Es hat mich« autzerordentlnh gefreut, datz bis übers Weltmeer die Stimme unseres Verbandes gehört worden ist und datz meine Worte in dem Organ unseres Verbandes Ihre volle Zustimmung gefunden haben. Bedauert habe ich allerdings, datz Sie in dem ersten Satz Ihres.Schreibens den Bestrebungen und der Tätigkeit des Verbandes Ihre Mitzbilligung ausgesprochen haben. Ich habe dies um so mehr bedauert, als ich gerade aus der > Tatsache, datz Sie unser Organ gelesen und meinen Ausführungen. die voll und ganz den Ansichten und der Tätigkeit des Verbandes entsprechen Ihren Befall gezollt haben, ersehen zu haben glaube, datz Sie unseren Bestrebungen nicht fern stehen. Vielleicht ist Ihre Kritik nur darauf ruxückzuführen, datz Sie nicht in der Lage gewesen sind, ein ei» heitliches und vollständiges Bild über unsere Arbeit, unsere Ziele und die politischen Geschehnille. die unsere Eiistenz notwendig gemacht haben, zu gewinnen. Ihre an mich gestellte Frage, was ich von meinem Standpunkt zur Berechtigung der Eiistenz des polnischen Staates zu sagen habe, will ich Ihnen gem beantworten. Ihre Ansicht, datz man für die nationale Wiedergeburt Polens, kein Verständnis habe, scheint mir nicht berechtigt zu sein. Es mutz zunächst berücksichtigt werden, datz es überhaupt Deutschland war. welches den polnischen Staat im Kriege ins.Leben gerufen hat. Es maa dies aus politischen Gründen, die, wie sich heute herausstellt, sich als völlig verfehlt erwiesen haben, geschehen sein. Aber man gab doch jedenfalls durch dielen Akt zu erkennen, datz ein polnischer Staat seine Berechtigung hat. und auch heute bin ich der Ansicht, datz der weitaus grötzte Teil des deutschen Volkes der Eriftenz des polnischen Staates an sich nicht feindlich! gegenübersteht. Die abfällige Kritik, die Sie. sehr geehrter Herr K.« über Polen gehört haben, und der ich?mich für meine Person völlig anschlietze, beruht nicht darauf, datz .das deutsche Volk dem polnischen seine selbständige, national« Eriftenz nicht gönnt, sondern datz der polnische Staat in

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