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Der nationaldeutsche Jude · 1925-10-01 · Nr. 10 (Oktober 1925) · p. Seite 8

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
1925
Issue
Nr. 10 (Oktober 1925)
Date
1925-10-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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ersucht aber die C eff entlief eit. das Schiedsrichteramt zu übernehme». , . Herr Dr. Badt hatte in einer sitzung des Landesverbandes jüdischeiiGemeinden im Juni, nach dem stenographischen Bericht, behauptet: Herr Gerson „denunziert in denselben Blättern die Zionisten des Landesverrats. indem er schreibt: .Sie haben im Einverständnis mit landfremden MänneiN und Regierungen auf staatlichen Umsturz, auf Bürgerkrieg hingearbeitet'. Herr Jlainnanif selbst bedauert in einem Artikel in der Kölnischen Zeitung aus dem Jahre 1922, dah-man die deutschen Zionisten nicht ausiveisen kann." Als Beweis für die Richtigkeit seiner ersten Behauptung führt Herr Dr. Badt aus einem Aufsatz Gersons „Um die Konfessionsschule", in dem erörtert wurde, dah diese, sowohl die christliche wie die jüdische, dem Vaterland schädlich sein würde, einen Absatz an, in dem die Zionisten mit jenen evangelischen und katholischen Elementen zusammen genannt werden, die in der Zeit der grohen kirchlichen Kampfe sich als „Richtinterefsenten des Deutschen Reichs" gezeigt haben. Diese katholischen und evangelischen Führer sind nach Gerson nicht selten den Weg gegangen, „den wir 'nationaldeutschen Juden den Zionisten verübeln. Sie haben sich mit ihren Glaubensbrüdern im Ausland« zu gegenseitiger Hilfeleistung verbunden, sie haben um die Sympathien fremder Regierungen geworben, sie haben im geheimen Einverständnis mit landfremden Männern und Regierungen auf staatlichen Umsturz, auf Bürgerkrieg hingearbeitet". Herr Dr. Badt knüpft daran die Frage: „Welche Wege also verübelt Herr Gerson dtn Zionilten? Und wessen beschuldigt er sie hier?" Für jeden ruhig denkenden Leser dürfte folgendes klar sein: Das Dergleichsmoment liegt nur darin, dah beide Gruppen ihr Sonderinteresse über das nationale, das deutsche Interesse gestellt haben.' Aber die näheren Ausführungen des Satzes beziehen sich natürlich nur auf jene geschichtlichen Vorgänge und Personen. Es dürfte schon ein recht hoher Grad von — sagen wir „Voreingenommenheit" .dazu gehören, einem geistig normalen Menschen die Ansicht zümtrauen, die Zionisten arbeiteten „auf staatlichen Umsturz, auf Bürgerkrieg" hin. Dah dem Verfasser des Aufsatzes derartiges nicht in den Sinn gekommen ist, geht aber überdies ganz klar aus dem von Herrn Dr. Badt nicht zitierten, unmittelbar dem angeführten Abschnitt folgenden Satz hervor: „Ich denke dabei an die Zeit der groben Kämpfe zwischen dem Papsttum und den Abfallkirchen. die mit dem Dreihig jährigen Kriege endete n." Wenn auch die Fassung dieser Sätze vielleicht nicht ganz glücklich gewählt ist, bleibt doch die Behauptung des Herrn Mr. Badt. Herr Gerson hätte die „Zionisten des Landesverrats denunziert", indem er schreibe: „sie haben im Einverständnis mit landfremden Männern und Regierungen auf staatlichen Umsturz hingearbeitet." unwahr, denn das Wort „sie" bezieht sich offensichtlich und eindeutig nicht auf die Zionisten, sondern auf die Führer in jenen kirchlichen Kämpfen der Vergangenheit. — Roch krasser als hier tritt die Klopffechter-Methode des Herrn Dr. Badt in seiner Behandlung des zweiten Punktes zutage. Seine Behauptung lautet: „Herr Naumann selbst bedauert in einem Artikel der Kölnischen Zeitung aus dem Jahre 1922. dab man die deutschen Zionisten nicht ausweisen kann". Herr Dr. Badt bringt zu seiner Rechtfertigung einige Sätze aus jenem Zeitungsaufsatz, in dem ausgeführt wird, dah unter den fremden Elementen, die uns vom Zusammenhang mit dem Heimatboden abzudrängen versuchen, die bei uns lebenden Jüdischnationalen, die sich oft Zionisten nenne», die gefährlichsten sind.- Herr Dr. Äqdt zitiert mit durch Punkte kenntlich gemachter- Fortlassung einiger meist unwesentlicher Worte richtig dabei den Sah: „Ter Russe, Pole, Rumäne. Tscheche, auch der aus einem dieser Länder stamnrende Jude ist doch immerhin Ausländer, den man schliehlich ausweisen kann.“ Hier ist aber die ausgelassene Stelle nicht unwesentlich, sie lautet nämlich: „wenneresäarzutoll treibt". Wo steht etwas davon, dah Herr Dr. Naumann bedauert, dah man „die deutschen Zionisten nicht ausweisen kann"? Herr Dr. Badt fühlt wohl selbst das Bedürfnis, sich nach einer besseren Stütze umzusehen, und zitiert, obwohl das nicht das geringste mit seinen von Dr. Naumann als unwahr gekennzeichneten Behauptungen zu tun hat. noch ein paar Sätze aus einem anderen Aufsatz Naumanns, der sich mit der Ausländer- und Ostjudengefahr beschäftigt. Herr Dr. Badt knüpft ganz harmlos an jenes erste Zitat mit den Worten an: „Der gleiche Gedanke kommt übrigens noch an einer anderen Stelle in einem Artikel des Herrn Dr. Naumann mm Ausdruck". Er führt dann einige Sätze an. in denendie Ausweisung solcher O st j u d e n. die „sich an für das Deutschtum schädlichen Bestrebungen" beteiligen, sowie der „zionistischen Agitatoren, die aus dem Osten kommen", gefordert wird, und deren Schkuh lautet: ..Wir müssen uns gefallen lassen, dah die Zionisten deutscher Abstammung im Lande bleiben: die ausländischen brauchen wir nicht zu dulden und wollen chir nicht dulden." Herr Vr. Badt knüpft daran die Frage: „Wenn jemand klagt, er müsse es sich gefallen lassen, dah die deutschen Zionisten im Lande bleiben, bedauert er dann diese Tatsache oder nicht?" Auf diese Frage lautet die Antwort: Herr Vr. Naumann „klagt" überhaupt nicht, sondern er stellt eine Tatsache fest und erhebt eine Forderung. Zweitens aber steht «gar nicht zur Erörterung, was vr. Naumann innerlich bedauert, sondern ob er in einem Zeitungsartikel bedauert, dah man die deutschen Zionisten nicht aus- . weisen kann. Ganz abgesehen davon, dah auch die Behauptung. Herr vr. Naumann bedauere in seinem Innern, dah man „die deutschen Zionisten" nicht ausweisen kann, eine ganz willkürliche Unterstellung wäre, liegt hier ein Versuch der Verschleierung von seiten des Herrn vr. BaH vor. der aber die Erkenntnis des klaren Tatbestandes mcht beeinträchtigen kann. Eine auf gleicher Höhe liegende Verschiebung des Streitpunktes leistet sich dann Herr vr. Badt in der ersten der drei Fragen, die er am Schluh seines Artikels an „die Oeffentlichkeit" richtet. Hier heiht es nämlich nicht mehr: i„Herr Naumann bedauert in einem Zeitungsartikel" usw.. sondern es wird gefragt, ob nicht in dem Zeitungsartikel das Bedauern zum Ausdruck kommt. Auch hier sucht Herr vr. Badt den Leser von Sinn und Wortlaut seiner als unwahr gekennzeichneten Behauptung akqulenken 'und diese ganz leise zu verändern, wobei das mehrdeutige „zum Ausdruck kommen" kräftige Dienste leistet. Es kann I ja ebenso wohl bedeuten, dah eine Stimmung zwar nicht ausgesprochen ist, aber doch herausgefühlt wird, wie dah in Worten und mit vollem Bewuhtsein einer Stimmung , „Ausdruck" gegeben wird. Eine weitere Kennzeichnung solcher Manöver erübrigt sich wohl. , Auf die Frage, ob die Behauptungen des Herrn vr. Badt der Wahrheit entsprechen, düffte auch die von! ibm angerufene Oeffentlichkeit, soweit sie fachlich und ohne!! Voreingenommenheit urteilt, mit einem „Nem" antworten. Oie Zeit wird kommen! Von Robert Peiper (Wien)., Die „Wiener M org en zeitung", das Wiener Zionisten-Organ, das leider noch immer in deutscher Sprache erscheint. begleitet mit höhnischen Bemerkungen das Erstarken der nationaldeutschen Bewegung in Oesterreich. Besonders unangenehm war den Wiener Zionisten natürlich der in den Maueranschlägen unseres Verbandes enthaltene Hinweis an die jüdisch« Bevölkerung Oesterreichs, dah der bei uns tagende Zionistenkongreh uns endlich Einblick in die Weltorganisation der Jüdischnationalen gewährt hat. Aber, siehe da. jetzt wird bekannt, dab die ö st e r r e i ch i s ch e n Zionistensichgespalten haben. S ch a l i t, «in Freund Herzls, gründet die ,:F r e i e zionistische Organss a t i o n". Herr Stricker, der bisherige Führer, liebäugelt mit Jabotinsky (Führer der „Radikalen Zionisten". Die Schriftleitung), und das „Landeskomitee Oesterreichs" ist weizmanntreu. So liegen sich die drei Gruppen in den Haaren. Tchalit bekennt, die Zionisten haben in österreichischen (also deutschen) Dingen nichts dreinzureden. Herr Stricker, kurze Zeit Nationalrat, bei den letzten Wahlen trotz des Bündnisses mit der „Union deutsch-österreichischer Juden" durchgefallen. kokettiert aber noch immer mit einem Parlamentssitz. Solche Gegensätze wirken sich aus. Die Wiener Zionisten wissen heute weder hin noch her. Schon schwirren Gerüchte, dah auch der Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens seine Tätigkeit auf Wien erstrecken wolle, um „die Lage zu reiten". Wir stehen gewappnet. Die jüdische Wahlgemeinschaft der Zionisten und Unionisten hat letzthin ein solches Fiasko j «zeitigt, dah wir ruhig zusehen können, .wie die „Union" sich — eins zwei, drei — in den „Centraloerein" »erwandelt. Der junge Herr Hirschfeld, der die Wi mer „W a h r h e i t" zu verantworten unternimmt, versucht in seiner Weise uns «ntgegemuarbeiten. Er gebt, wie immer, wenn er Gefahr für seine Abonnentenzahl sieht, mit dchr Zionisten. Trotzdem fallen Tag für Tag deutschfühlende J»den von der „Union" ab. Den völligen Zusammenbruch dieser Organisation, die auf Halbheit aufgebaut ist. wird auch das Eingreifen des Centralverenrs nicht aufhalten können. Jedenfalls haben die Herren schon heute eingesehen, dah der Verband n a ti on a l deu t scher Juden in Wien ein Faktor ist, mit dem sie rechnen müssen und den sie nicht totschweigen können. Dah ich, der Schreiber dieser Zeilen, mich dem Verband nationaldeutscher Juden angeschlossen habe, ist den Wiener Zionisten offenbar besonders unangenehm. Ich kenne Palästina persönlich und habe in mehreren Zeitungen („Neues 8 Uhr- Blatt". „Grazer Tagespost" usw.) Berichte dorther veröffent-

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