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Der nationaldeutsche Jude · 1925-09-01 · Nr. 9 (September 1925) · p. Seite 9

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
1925
Issue
Nr. 9 (September 1925)
Date
1925-09-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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»!> - s - Centralverein und Zionismus. . 6 unseres Mitteilungsblattes sprachen wir unter der Ueberschrrft „Centralverein und Nationaldeutsch tum" von der schweren inneren Krise, in der sich der Tentralverern deutscher Staatsbürger jüdisch« n Glaubens befindet. Wir sprachen den Wunsch aus, dag „der faule Friede, der heute innerhalb des Centralvereins - - ... zwischen Nationaldeutschtum und Alljudentum besteht, endlich einer reinlichen Scheidung der Geister weichen möge". Die Antwort der C. B.-Leitung war der schon in Nr. 7 unseres Mitteilungsblattes erwähnte, selbst für die Verhältnisse der T. V. - Zeitung ungewöhnlich lendenlahme Artikel ,.D e r goldene Mittelweg", den die zionistische „Jüdische Rundschau" mit folgenden, drei Sähen abtut: Der „Goldene Mittelweg" ist das neue Schlagwort des C. V., um sein haltloses Schwanken zwischen Deutschtum und Judentum ober i zwischen Naumann und dem Zionismus zu beschönigen.!- Wir empfehlen den Herren, einmal in der Bibel Elsas Rede an das Volk auf dem Karmel nachmlesen. Sie - werden dort ein passenderes Bild für ihre Stellungnahme finden-: „wie lange wollt ihr noch nach zwei Seiten hinken?" Wir sind wohl gegen den Verdacht gefeit, mit der „2üdischen Rundschau" zu sympathisieren. Aber auch diesem. Blatt kann einmal eine Wahrheit unterlaufen. Man kann die sogenannte Stellungnahme des Centralvereins, dis im Grunde ein Ausweichen vor der Stellungnahme ist. nicht glücklicher charakterisieren, als es seitens des Zionistenblattes geschieht. Wobei nebenher vermerkt sein mag, jn wie unversehens selbstverständlicher Form die „Jüdische Rundschau" hier ^Deutschtum und Judentum" als Gegensätze hinstellt, ganz im Widerspruch zu ihren geschickteren Gesinnungsgenossen Klee, Goslar, Badt usw., die bekanntlich diesen Gegensatz nicht kennen wollen und je nach Umständen ihr „Judentum" oder ihr „Deutschtum" aus der Westentasche ziehen. Aber mit dem unvorsichtigen Redakteur der „I ü d j s ch e n Rundschau" ist die Reihe der jüdischnationalen Kritiker des Centralvereins durchaus nicht erschöpft. Im „I ü d i s ch e n W o ch e n b l a t t". der orthodogen Zeitung, deren enge Verbindung mit dem Zionismus immer deutlicher wird, hält man in zwei langen Aufsätzen dem Centralverein vor. datz er mst Unrecht das Ausmatz und die Bedeutung der innerhalb seines Mitgliederkreises bestehenden Gegensätze abzuschwächen versuche. Der Verfasser dieser Aufsätze ist — Hern Dr. Fritz Foerder zu Breslau, der Bruder unseres lieben Freundes Rechtsanwalt Ludwig Foerder. Es ist bedauerlich, datz der uns zur Verfügung stehende Raum nicht t«stattet, diese aufschlutzreichen und — bei aller erkennbaren loreingenommenheit gegen die deutschfühlenden Mitglieder der C. Ä.-Leitung — in der Form sachlichen Artikel dem ganzen Umfange nach abzudrucken. Herr Dr. F r k tz Foerder hält dem Centralverein vor, datz dieser nach seiner Satzung und nach der Ansicht führender Mitglieder des Vereins selbst nichts anderes sein dürfe, als ein Verein „für die Abwehrderäutzeren Feinde". und datz ein innerer Gegensatz zwischen der satzungsmätzigen Tendenz des C e n t r a l ve r e i n s und dem Zionismus überhaupt nicht bestehe. Unter Anführung einer ganzen Reihe von Zitaten aus den Schriften der Herren Landesrabbiner Dr. Rieger, Rabbiner Dr. Goldmann. Geheimrat Dr. Eugen'Fuchs, vr. Paul Nathan und — last not least — Direktor Dr. Ludwig Holländer wird dargetan, dak die von Eugen Fuchs beantragte Resolution vom Jahre 1913 noch immer in Geltung sei. in der! allen Ernstes zwischen den nur iüdischnationalen und den ast ch deutschfühlenden Zionisten unterschieden wird. Die Zjpnisten der letzteren Gattung werden in dieser Resolution ausdrücklich als „willkommen" bezeichnet, und Herr vr. Fritz Foerder hat von seinem Standpunkte gar nicht so UnrE, wenn er ausführt, datz mit dem Fortbestehen dieser Resolution die für dje > Wahlen zum Landesverband von der C. V.-Leitung ausgegebene, scharf antizionjstische Parole nicht verträglich sei. Gegenüber den Vertuschungs- und Beschünigungsversuchen oer C. L-Leitung aber führt Herr Dr. Fritz Foerder wörtlichJ aus:- Mit rührender Schweigsamkeit geht die C. V.-Zeitung über die Vorgänge in Breslau, Frankfurt a. M. usw. hinweg. Am 12. Juni endlich wird die Breslauer Versammlung vom 20. April und auch da nur ganz vorsichtig gestreift und gleich hinzugefügt: dje Einigkeit ist wieder hergestellt. Wer nicht in Breslau wohnt, mutz dies wohl glauben: diesen Leuten sei gesagt, datz es Vulkane gibt. Auf das Feuer ist ein wenig Asche gestreut worden, die darauf liegen bleibt — bis zum nächsten Ausbruch. Und in einer späteren Nummer des „I üst> i s ch e n Wochenblattes": Es wird weiterhin das. Vorhandensein einer bemerkenswerten Opposition bestritten. — Vor den Wahlen zeigte sich die 6p rosition darin, datz! in Ostpreuhen? Frankfurt. Kassel u»t Brandenburg, ungeachtet der Varole. Einheitslisten aufgesiellt wurden: ich we se ferner auf die Gegenkundgebunge» aus Breslau, Halle. Hannover. Magdeburg und die nei; Oberschlesischen Rabbinerverbandes hin. Wie Herr Dr Holländer auch nach den Wahlen eine gröbere Opposition ableugnen -kann, ist mir unerfindlich, nachdem er. selbst der von fast 500 Menschen besuchten Breslauer Versammlung beigewohnt hat. m der bei der Abstimmung über das Mitztrauensvotum gegen den Hauptvorstand wegeil der Wahlparole nur wenig Stimmen zur Mehrheit fehlte^ Soweit der kleine Bruder. Aber der grotze Bruder. Herr via Foerder. wird noch deutsturch das „Jü discheZejtungs- ' eine Erklärung, di« wir nachstehend n, weil sie in mehr als einer Hinsicht Rechtsanwalt Lup sicher. Er veröffentlicht büro Rosenblüth" im Wortlaut wiedergegeh bemerkenswert ist: Jüdisch Le Berlin-Wilmersdorf Augustastr. 18. . Nr. 39 Eine Erkläru a n w a ltF o e I s Zeitungsbüro (3.3.) . ■ ( . i ■ Rosenblüth * 1 I Telefon: Pfalzburg Postscheckkonto Pressedienst 18. S. 25 ng von Herrn Rechtsr d e r. Breslau (J. Z.). Von Herrn Rechtsanwalt Foerder. Breslau, erhält das .^Jüdische Zertuststsbüro" nachstelxndrs Schreiben: „Ich habe am 8. August 1925 die anliegende Berichtigung an die Rcdäktion der C. V.-Zejtsinq gesandt mit dem Ersuchen. , sie ist die nächstfolgend« Nummer vom 14. August aufzunehmen. Da mir die Aufnahme verweigert wurde, sehe ich mich'genötigt, die Berichtigung auf andere Weise der Oeffentlichkeit zu unterbreiten. Ich übersende sic Ihnen mit htr Bitte, sie in Ihrer Korrespondenz aufzulnehmen." 1 : | , Die betreffende ' Berichtigung laute«: „In eigener Sach«! Die Ausführungen des Herrn Dr. Marr (C. V.-Zeitung vom 7. August d. Js.) in feinem Aufsatz „Im eigener Sache" enthalten mehrere mich betreffende Stellen, die ich in sachlicher Beziehung durch folgende Berichtigung richtig stelle: 1.-I 2. Es ist ferner unrichtig, datz ich „in der Frage der möglichen Kooperativ» mit den Zionisten > und der Werbung für Palästim: eine Sonderstellung einnehme". Richtig ist vielmehr: In der ersten Bezi«hung steht die kompakte Majorität k es C. V. mit mir auf dem Standpunkt. datz jeder Zionist, der sich nickt nur zum jüdischen Volke gehörig fühlt, sondern Deutschland als seil Vaterland anerkennt und leine Interessen nach bestem Können fördert, uns als Mitarbeiter willkommen ist. Dement-- sprechend befinden sich unter deck Mitgliedern des C. D.. sogar unter verdienstvollen Vorstandsmügstedern mehrerer Ortsgruppen, eine g rnze Anzahl dcutschfr Juden, die sich zum Zionismus bekennen. In der zweiten Beziehung,' ckem Palästinaaufbau, nehme ich ebenfalls kerne. Sonderstellung ein. Denn.unrer den Mitgliedern des Hauptvorstandes wie unter sonstigen führenden und angesek enen Persönlichkeiten innerhalb des C. V. gibt es eine Reihe von solchen, dje sich sogar — was ich bisher noch nicht getan habe— öffent ljch für den Palästinaaufbau eingesetzt haben. Als Beispiele hierfür seien genannt/ Rabbiner Dr. Koldmann. der schon häufig Vorträge zugunsten!«s Keren Hajessod gehalten, und Staatsrat Dr. Cohn-1 Dessau, der im vergangenen Winter in einer Breslauer Versammlung, aber auch schon früher, mehrfach seine freindlwe Stellung zum Aufbaugedanken betont bat. Speziell ii Breslau haben den! letzten Keren- Hajessod-Aufruf u. a. »er Ehrenvorsitzende der Breslauer Ortsgruppe, das bislerige Hauptvorstandsmitglied des C. V.. Justizrat Hirshberg, ferner die Mitglieder des Ortsgruppenvorstandes: Dozent Dr. Lewkowitz und Justizrat Wolfs unterschri, ben. Die kürzlich stattgesundene Werbeversammlung fir den K. H. leitete der zuletzt Genannte. Justizrat Cohen-Köln hat in ihr unter besonderer Betonung seiner führenden Stellung innerhalb des C. V. <er ist auch der! Verfasser des leitenden Aufsatzes in der Rheinlandnummer dieser Zeitung st dass Hauptreferat gehalten und den Beitritt zum K.,H. warm befürwortet. - Wis alledem gehr hervor, doch von einer „Sonderstellung" meinerseits kein« Rede feist kann. . gez. Foerder,! Rechtsanwalt. Mitglied des Hauptvorstandes des E. V."

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