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Der nationaldeutsche Jude · 1925-07-01 · Nr. 7/8 (Juli/August 1925) · p. Seite 10

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
1925
Issue
Nr. 7/8 (Juli/August 1925)
Date
1925-07-01
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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10 i Scho der preffe. Wir bitten um Ueberfendung aller unsere Bestrebungen betreffenden Zeitungsausschnitte unter Angabe des Datums und der Parteirichtung. Die Schriftleitung. Der Ausruf „ P a l ä st i n a r u mm/l und Ghetto« Schule" in der letzten Nummer unseres Mitteilungsblattes hat in der^ deutschen Presse ein starkes Echo gefunden. Einen Auszug von ihm fanden wir u. a. in der „Elbinger Zeitung" tparteilos) Nr. 144 vom 23. Juni 1925, im „Haeburger Anzeiger und Nachrichten" (D. Vp.) vom 24. Juni 1925, im „Methener Lageblatt" (natl.) vom 23. Juni 1925, in der „Müichen-Aaqsburger Abendzeitung" (Deutfchnatl) Nr. 17 l vom 23 Juni 1925, im „Hamburgifchen Lorrefpondenten" (D.,Vp.) Nr. 288 vom 24. Juni 1925, erkt in dem Augenblick ihr judenfreundliches Gemüt entdeckt, als sie den s ch.w eren Bittgang üb er's grohe Wasser um eine amerikanische Anleihe antreten muhte? Schon im Jüdischen Klub hat es, ebe die Ergebenheilsbeschlüsse zustande kamen, sehr umfangreiche Debatten darüber gegeben; und kaum war der Pakt mit der Regieriinq unterzeichnet, als er schon P r o t e st e gegen ihn hagelte. Der ukrainische S e j m kl u b erlieh eine Erklärung, wonach die jüdische Minderheit mit ihrem Bekennlms zur Unverletzlichkeit der jetzigen polnischen Grenzen sich einer feindlichen Stellung gegen das ukrainische Volk schuldig gemacht habe. „Denn die polnische Grohmachtpolitik zielt auf die Zerstörung des ukrainischen Dolles hin und bedroht seine Lebensinteresten." In der ukrainischen Preise wird schon wieder wacker gegen die Juden gehetzt. Don den anderen Minderheiten in Polen, insbesondere von der deutschen, die ja über die Dauerhaftigkeit der jetzigen Grenzen Polens ihre eigenen Gedanken haben dürfte, liegen noch keine Erklärungen vor. Aber selbst innerhalb des Jüdischen Klubs herrscht, nach dem Zeugnis der I. T A., eine trübe Stimmung.- Man ist dort äuherst pessimistisch hinsichtlich der Möglichkeit der Durchführung des Abkommens. Kein Wunder, denn , in der Hauptsache wird ja wohl der Sejm^zu den Derheihungen des Ministerpräsidenten' seine Zustimmung geben müssen. Die ausschlaggebende, nationalvcmokratische Partei aber, die„ wie cs scheint, nicht besragt-worden ist, meldet schon j tzt, ihr« Opposition an, und was gar die Verwaltungsbehörden im Lande, die höheren und die niederen, aus^der Zusage der Negierung in der Praris machen werden, darüber werden sich wohl auch die Führer der jüdischen Piinderhert keinen angenehmen Erwartungen hingeben. Indexen, vorläufig hat Herr Krabski einen schriftlichen Friedensvertrag mir den Juden in der Hand. Damit wird sich bei den ^Dollarlcuten in New'Jork vielleicht immerhin schon etwas ausrichren lasten. Und wenn erlt das Geld rm Kasten klingt, braucht man sich ja von den jüdischen Garanten der unverletzlichen polnischen Grenzen flucht mehr Unter den Linden grützen in I'sen ... . . Zwei Engländer über die „nationale Heimstätte". I. D er britische K o l o n i a l m i n ist e r A m e r v hat rar einiger ^jeii auch einmal die britische Kolonie . Palänina besucht. Einer arabischen Abordnung hat e>r gesagt, „die Befürchtungen der Araber seien übertrieben, es benünde durchaus keine Gefahr, datz.die ..ouben.ya hie it mäßig .hie Oberhand über' bi c o a r ä b i > ch 'e Bevölkerung gewinnen würden" ~ >W. T. B,i.^ Einer zionistischen Abordnung hat er gesagt ..die o u öe-ii sollten sich vergegenwärtigen, das; die A r ach e r immer das z a h l r e i ch e r e E l e - ment in d e r B e o ö l k e r u n'g . P a l S il i n h s sein werden"., und das? 'Araber und Juden „sich zu einer gern e i n s a ü, c n palästinischen Nationalität v«rnehen mutzlen" iJ. D.A.>. ' Was erfahren d i e Kinder jüdischer D e u t - ^cher davon, wenn ihnen das Trugbild der l ü d i s ch n a t i o n a l e n Heimstätte v o r g e g a u k e l l wird, .um s i e rün den Blau-.Weih einzufangen? •2. Feldmarschall Lord Allenby, der ' Eroberer Paläninas im Weltkriege, früher ein Gegner der englischen Palä'tina Politik, hat erklärt, er habe seine Meinung geändert und seine frühere ..Stellungnahme gegen den Zionismus" als Fehler erkannt. Die Entwickelung der Verhält nisie in Aegn'otcn i!> habe ihn eines Besseren belehrt. E r begreife jetzt vollkommen. J> a f; Palästina für Groszbritannien vpn großer B e he u t u n g fei > I. T. A.i. Das.haben,'w i r schon längst begriffen. Wenn nur unsere deutschen Zionisten und zwischenichichtlichen - Keren Hajessod- Tvender endlich begreifen wollten, das; Palästina nur für Großbritannien von Bedeutung ist. in der „Kieler Zeitung" (lib.) Nr. 288 vom 24. Juni 1925. in der „Hildesheimer Allgemeinen Zeitung" >D. Dp.) Nr. 131 vom 15. Juni 1925.! Auch das „Chemnitzer Taoeblatt" (natl.) vom 24. Juni 1925! veröffentlicht den Aufiuf im Wortlaut und resümiert sich hin - sichtlich des übrigen Inhalts unserer Juninummer, den cs! .höchst interessant" findet, dahin, daß er .allen Anspruch aus \ Beachtung bei Freund und Gegner des nalionaldeulfchen Juden-'! tums" habe. Ebenso bringt der „Hamburgische Correspondent" (Nr. 283)! vom ai. Juni 1925 eine Jnha'tsangabe der Jnninummer unj fcres Derbandsblcjltes. ‘ Die ..Täglich« Rundschau" (natl.) widmet ihre gesamte! ZeituNgsschau vom 3t>. Juni 1925 jüdischen Fragen, wobei sie ' einleitend an den bekannten Scherz von Julius Stettenheim! erinnert, der. als er gefragt wurde, was er tun würde, wenn der zionistische Staat ins Leben gerufen sei, schlagfertig antwortete .Ich würde mich sofort zum Gesandten in Berlin ernennen lassen!" Das Blatt wendet sich dann den Betrachtungen zu, die der Leiter des Handckteils des Berliner Tageblattes. Dr. Felir inner, von Palästina ans als Ergebnis seiner dortigen Studien verösf.nslicht hat, geht von da zur „Frankfurter Zeitung" über, die ihrer alten Skepsis gegenüber b* zionisli- “ " ' ' jetzt auch angesichts der Gründung der iitat in Palästina erneut Ausdruck gegeben schen Aufbauarbe t hebräischen Unioersi . , hat. Und stellt dcmach fest, daß durch die Ausbreitung des jüdischen Rasiengei die keine Möglich gesehen sein wollen werde. Man ver Naumann geführt Derbandsblatt rN ankens jedenialls die Lage deijeniaen Juden, eit einer .Heimkehr nach Jerusalem" sehen, überhaupt eine solche Heimkehr nicht wünschen und nur als Religionsgeitzeinschaft. nicht als besonderes Volk annatürlich nicht gerade angenehmer lebe es durchaus, wenn der von vr. Mar Verband natronaldeutscher Juden in seinem 6i schreibt, — und nun folgt unser Ausruf gegen den Palästiäarummel in vollerN Wortlaut. Di« „Deutschen Stimmen" (Nr .>3 vom 5. Juni 1925) bringen eine kürzt Notiz über unser Mitteilungsblatt, ähnlich der ..Deutsche Wille" vom I. Juni 1925 über die Mai- Nummer unseres Pcibandsorgans. Die in Breslau erscheinenoe ..Zeit am Montag" (Nr. 27 vom 6. Juli) veröffentlicht unter der Ueherschrifl „Mehr Bersöhnlichkeft, meine Herren Christen und Juden!" den chauptjächlichen Inhalt des Artikels von Friedrich Hussong. den mir im vorigen Jahr als ein vo u anderen User stammendes Wort zur Judensrage veröffentlicht haben. Die .Zeit am Montag" meint, ein so versöhnlicher 'Artikel wie dieser scheine ihr im Sinne einer aufrichtigen Derständigungsarbeit nützlicher, als die rein apologct schen Ausführungen sogenannter Philosemiten, deren Erzeugnisse! von der „Breslauer Zeitung" nach lausenden Metern bezogen würden. Die „MeSlenbttrger Nachrichten" (dnil.) in ihrer Nr. 138 vom 17. Juni 1925 oerösfentlichcn einen Aufsatz „Der nationaldeutscheJude". Der Verfasser geht von den durch die Emanzipation bewirkten, sehr erheblichenSvaltungen im Judentum ,a»s, kommt auf den Zionismus zu sprechen, dessen Anhänger mit beiden Fützen im Judentum wurzeln, und bezeichnet als seinen Gegenpol die nationaldeutschen Juden, die bestrebt leien, politisch soweit aus dem Judentum herauszukommen, wie sie könnten: „Sie wollen die Folgerung aus der Emanzipation vollständig ziehen und sich nur die Freiheit der Religion Vorbehalten: sie suchen die jüdische Religion selbst soweit aus dem jüdischen Volkstum zu lösen, wie dies möglich ist, und vertreten deswegen auf religiösem Gebiet den Entwicklungsgedanken. DeiiEott Jahwe sei ursprünglich ein Stammesgott gewesen und habe sich zum Weltgott entwickelt. Die Eigentümlichkeit, die das;2llte Testament ihm anhänge, entspräche eben der Zeit, da et noch als Stammesgott aufgefaßt sei; im übrigen könne man das heutige Judentum nicht identisch mit dem Alten Testament ansehen". Als Beispiel der Sinnesart dieser Richtstng wird dann der wesentliche Inhalt dqs „Bekenntnisses" herausgegrisfen, das wir in Nr, 3 der „Naiionaldeutschen Juden" Seite 6 ve» ösfentlicht haben. Per Bersasser schließt seinen Artikel mit fotgenden Sätzen: „Don der breiten Masse der Juden wird diese Bewegung totgeschwiegen, sie ist ihr verhghter als der Äntlfemitismus: tatsächlich ist sie in kräftiger Zunahme begriffen. Die Anschruungen. die in dem oben wieder», gegebenen Artikel enthalten sind, ziehen sich wie ein roter Fadem durch das^ ganze Echriftium dieser Richtung. Ob es dieser.Strömung unter den Juden gelingen wird, wirklich die breiten Masten zu erobern, ist natürlich sehr zweifelhaft. immerhin >ft schon ihr Vorhandensein ein Zeichen dafür, daß auch durch das moderne Judentum ein tiefer Rltz geht." Die Jüdisch-liberale Zeitung (Nr. 25 vom 19. Juni 1925) berichtet :

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