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Der nationaldeutsche Jude · 1925-07-01 · Nr. 7/8 (Juli/August 1925) · p. Seite 11

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
1925
Issue
Nr. 7/8 (Juli/August 1925)
Date
1925-07-01
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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»Dr. Mar Kaumann, ber Vorsitzende des Ser* „ bande» nationalbfutfdier Juden, halte Beleidigungs- Hage gegen Rechtsanwalt Foerder (Breslau) erhoben, der Vorstandsmitglied des Zentraloereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens ist und in diesem Verein die von Dr. Naumann als „alljQbifd)“ bezeichnete, dem Zionismus nahestehende Richtung vertritt. Nach Behaup. tung des Prioatkläger» hat Rechtsanwalt Foerder über Dr. Naumann in zahlreichen Fällen wissentliche Un* Wahrheiten verbreitet, auch in einem Schreiben an ein Vreslauer Zionistenblatt grobe sormelle Beleidigungen ausgesprochen. Die Verhandlung fand vor dem Amts* gericht Charlottenburg statt. Der Prioatkläger war im Beistände des Justizrats Dr. Siegmann erschienen. Der Angeklagte war persönlich von Breslau nach Berlin gekommen. Die Verhandlung verlief sehr stürmisch. Sie zeigte, wie der Richter bei der Urteilsverkündung sagte, dah die Gefühls» und Denkweise der Parteien sich gegenübersteht wie Feuer und Wasser. Der Angeklagte Foerder versuchte, leine Anschauungsweise als die iin Zentraloerein herrschende hinzustellen. Er erllärte. der Zentralverein habe Hunderte von Zionisten zu Mitgliedern und denke nicht daran, sie auszufchliehen. In der Verhandlung wiederholte Dr. Naumann mit größtem Nachdruck den Vor* wurf, dah Foerder systematisch Lügen auftatlächlichem Gebiete über ihn verbreite. Er forderte den Angeklagten Sroerber auf, wegen diese» Vorwurls Widerklage zu ereben, damit der Wahrheitsbeweis geführt werden könnte. Foerder antwortete darauf mit der lehr seltsamen Wendung, er könne als Jude nach seiner Ausfassung des Judentums einen anderen Juden nicht vor Gericht ziehen. 2m Widersvruch damit stand allerdings, dah -er schon vorher gegen Dr. Naumann wegen eines im Mitteilungsblatt des Verbandes nationaldeutscher Juden veröffentlichten Artikels Widerklage erhoben hatte. Dr. Naumann wurde von dieser Widerklage freigesprochen. Dagegen wurde Rechtsanwalt Foerder wegen übler Nachrede zu 150 Mart Geldstrafe verurteilt. Dem Prioatkläger wurde die Publikationsbefugnis zugesprochen." In der Behandlung dieses Prozesses treiben gewisse jüdische Blatter einen besonderen Aufwand mit einem vor Gericht produzierten Briese des verstorbenen Geheimrats Dr. E u g en Fuchs an Foerder. Der Brief lehnt den Naumannlchen Standpunkt ab. ist ober im übrigen so gehalten, dah der Zentralverein sich auf ihn als ein wichtiges Dokument gegen den deutschen Zionismus beruft. Wir brauchen auf dieses Schreiben nicht des Näheren einzugehen; zu seinem Verltändnis sei nur kurz bemerkt, dah es geschrieben worden ist als Antwort auf eine Mitteilung, die Geheimrat Fuchs von Foerder aus Breslau zugegangen war über angebliche Aeuherungen, die Naumann dort über Gcheimrat Fuchs gemacht haben sollte. Auch bei dieser Mitteilung ist Foerder von der Wahrheit abgewichen, wie ihm das schon in vielen anderen Fällen von Naumann nachgewiesen worden ist. Und nur so ist die Erregung zu verstehen, aus der heraus der Brief Geheimrat Fuchs' geschrieben ist. Er kommt aus falschen, von uns schon hundertmal zurückgewiefenen Prämislen zu falschen, völlig haltlosen Schlüssen, wie zu dem, dah ein Mann wie Naumann Stolz und Selbstbewuhlsein einer sozialen oder Stammesgruppierung verleugne und zu denen gehöre, die ihrer Väter nicht gern gedenken. Herr Geheimrat Fuchs stand, als er dies wenige Monate vor seinem Tode in tiefer Verbitterung schrieb, sicher nicht auf seiner einstigen Höhe, wie denn auch sonst in seinem Briese geradezu unbegreifliche Tatsachen- Irrtümer enthalten sind. Er pflegte in früheren Jahren eher in Wort und Schrift da» Rechte zu treffen. In der Tagespresse wurde über diesen Prozeh mehrfach berichtet. So in der ..Berliner vörsenzeitang" lNr- 266 vom 10. Juni 1925). In der Provinz oon der deutschnationalen ..Lausitzer Landeszeitung" (Nr. 137 vom 14. Juni 1925), die den Anlob benutzte, ihre Leser über die Ausgaben unseres Verbandes kurz zu unterrichten. »Ein Ideenkreis. . der auch dann vernünftig und sympathisch bleibt, wenn man in die Möglichkeit seiner Verwirklichung einige Zweisel setzt" Da» Börsenblatt für den deutschen Buchhandel (Nr. 140 vom 18. Juni 1925. S. 9872» bringt im Sprechsaal über den Fall Beitauer, zu dem der Redaktion aus Mitgliedrrkreisen insgesamt noch 6 Einsendungen zugangen waren, folgende Notiz: »In gleichem Sinne wie Herr Louis Lamm (val. Bbl. Nr. 108 9 vom 9.' Mai) äuhert sich Herr H a n s .G o l d - schmidt (i. Fa. Grteben-Verlag Albert Goldschmidt, Vorstandsmitglied des Verbandes nationoldeutscher Juden e.V.). Er hebt zum Beweis der Unrichtigkeit der Behauptung des Herrn Perfchmann, Bettauer sei von jüdischer S> ne nie gerügt worden. insbesondere noch hervor, dah der Vorsitzende de» Verbandes nationaldeutscher Juden Herr Dr. Mar Naumann geraume Zeit vor dem- Tode Bettauers dessen Rofiian , Die Stadt ohne Juden'' in aller Oeffentlichkeit (Berliner Börsen-Zeitung und Mitteilungsblatt des Verbandes nati»naldeutlcher Juden) auf das schärfste gegeibelt rabe. Schärfer äußert sich Herr A. B r i n i tz e r (i. Fa. Hofsmann 8- Campe Verlag). Seine Ausführungen decken sich im wesentlichen mit denen, die inzwischen in die Tagespreis getragen worden sind, obwohl deren Lesern ohne Kennlnis vom Wortlaut der Perschmannschen Einsendung — das Börsenblatt ist satzungsgemäh grundsätzlich ja nur Buchhändlern zugänglich — das volle Verständnis und die objemve Beurteilung det Zusammenhänge unmöglich bleiben muh." | Nicht unerwähnt bleibe endlich die Anzeige, die die «Jüdische, Liberale Zeitung" (Nf. 24 vdm ,2 Juni 1925) über die an der Spitze der vorliegenden! Nu i.iner erwähnte Man- Broschüre »Das deutsche Judentum und seine jüdischen i Gegner" veröffentlicht. Sie ist oon Rabbiner Dr. Arthur ' Rosenthal, Berlin-Lichtenoerg, versaht und lautet: »Bekanntlich sind Rämple gegen äußere Feinde nie so blutig unh zersetzend wie Bürgerkriege. Bei diesen bat man kerne Kontrolle der Grenze. — Bisher hat der Philo- Verlag gewöhnlich Schriiften e scheinen lassen, die von un'erer Abwehr und auch vom Angriff ä u h e r e n Feinden gegenüber sprechen. Ich erwähne! die Ar »eiten »Der Judenhah und das Denken" (Brunner), »Das Wesen des Antisemitismus" (Goldmann), „Vom Heimat! recht der deutschen Juden" (Rieger), »Waffen im Abwehrkan pf" (Italiener). »Angriff und Abwehr" (Stern) u. a.! Oben genannte Schrift von Man führt uns dagegen in das Wesen des Krieges ein, den Juden gegen Juden führen. Verfasser präiettiert uns die Waffen, die unermüdlich Zionisten und Naumamnaner gegen das deutsche Judentum schärfenc Man lese die 40 belehrenden Seilen, damit man auch derartige Kämpfe genauer kennen lerne. und durch ehrliche Arbeit fürs Judentum! schmieden helfe zurEhch ideal» diese oft allzu scharfen des »nessia n ifch e n Waffen um- Friedens- Vcrbi ndnacbricbtcn. 1. Hauptvorftand! Durch ein bedauerliches Druckoersehen ist in der Juni-Dummer unter den iiisber Hauptversammlung gewählten bgio. wiedergewählten Mitgliedern des weiteren Vorstandes der Name unseres langjährigen Hauptvorstands-Mitgliedes Justizrat Dr. Ludwig Joseph. Frankfurt a. M.. weggelassen worden. Wir stellen das Versehen hiermit richtig;! 2n den weiteren Vorstand sind ferner durch Zuwahl ausgenommen worden die Herrey Alfred Alerander, Berlin und Direkt>or Emil Simonsohn. Berlin. 2. Dr. Siegfried Hörtcr (Verbandsmitglied), früher Frankfurt a. M. wohnhaft, wird gebeten, seine jetzige Anschrift der Geschästsstelle mitzuteilen. Wir erinnern bei dieser Gelegenheit wiederholt daran, dah es dringend erforderlich i»t. uns^ jede Anschriftänderung sofort! mitzuteilen. Dies, gilt insbesondere auch für Studierende, die nach Semesterschluh in ihre Heimat zurückkehren ober auf eine andere Hochschule übergehen.! * 3. München. Wir berichteten in der Juni-Nummer über das unglaubliche Benehmen eines Münchener Rechtsanwalts, der im Anschlüsse an den Vortrag des Herrn Dr. P e y s.e r mit Beschimpfungen und zuletzt mit dem Versuch eines tätlichen Angriffs gegen eiyes unserer Vorstandsmitglieder „sachlich" unseren Verband! bekämpfte. 2n unserer Notiz war auch erwähnt, dah der! angenehme Gast „entfernt" werden muhte. Unsere Müncheii Feststellung, dah diese „ würdigen Disziplin unseije licher Nachhilfe erfolgl Herrn vielmehr i gekämpft" war iassen. ner Ortsgruppe legt Wert auf die Entfernung" infolge der bewundernsr Mitglieder nicht in Form körpev- H, dah man es dem freundlichetr nachdem sein Tätlichkeitsversuch „nieder erini glicht lmt. selbst den Raum zu ver- Der Vor st and. An unsere Leser! Diese Ausgabe! des Mitteilungsblattes erscheint — abweichend von der Vorankündigung in Nr. 6 als für Juli» A»g«st. nächste Hummer erscheint im September. ■ Im darfsfalle erscheint noch vorher eine kurze Sonder- Ausgabe. Die SchriftieitunH.

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