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Der nationaldeutsche Jude · 1925-07-01 · Nr. 7/8 (Juli/August 1925) · p. Seite 9

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
1925
Issue
Nr. 7/8 (Juli/August 1925)
Date
1925-07-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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wirbt, wie jeder andere vernünftige Geschäftsmann dort, wo es am billigsten ist: es lammt also in dieser Hinsicht lediglich auf die Konkurrenzfähigkeit der deutschen Industrie. nicht auf den Erfolg der Keren Hajessod-Sammlungen an. . Die Notiz der Breslauer Zeitung enthält aber ferner auch wörtlich den Sah: „Die deutsche Regierung steht daher der Beteiligung deutscher Juden am Gründungsfonds durchaus fördernd gegenüber". Durch diesen Sah wird bestätigt, was wir in unserer Eingabe vom 30. März d. Js. auszuführen uns erlaubt haben, dah die Aufmerksamkeiten, die seinerzeit dem Professor Weizmann von deutschen Regierungsbeamten erwiesen worden sind, von zionistischer Seite lediglich zu Reklamezwecken ausgenutzt werden. Diese Reklame kommt in letzter Linie nicht einmal dein Palästina-Aufbauwerk zugute, das übrigens ebenfalls nur England angeht und Deutschland — leider — gleii^ültig sein mutz, sondern der inneren Werbearbeit des Zionismus, durch die Deutsche zu innerlich Fremden gemacht werden . . ." Die Antwort des Auswärtigen Amts enthält den Dank für die Mitteilung und die Erklärung, dah die Behörde „weiteren Mitteilungen mit Interesse entgegen sieht". , Wir bitten unsere Mitglieder und alle Leser unserer Zeitschrift. uns auf jeden Fall aufmerksam zu machen, in dem wieder der Versuch gemacht wird, deutsche Behörden. Beamte oder sonstige offizielle Persönlichkeiten zum Zwecke zionistischer Reklame zu mihbrauchen und deutschen Staatsbürgern für ausländische Zwecke oder gar für Zwecke der inneren Entfremdung' Geld aus der Tasche zu ziehen. „Der golden« Mittelweg." Die „C.-V. Zeitung setzt sich in ihrer Nummer 25 vom 19. Juni abermals mit den national-jüdischen und den nationaldeutschen Angriffen gegen di« Haltung des Zentraloereins auseinander und versichert, dah dieser sich weder von den Radikalen rechts noch von den Radikalen links irre machen lass«; seine Parole bleib« „Für Deutschtum und Judentum" und er werde den goldenen Mittelweg, den er bisher gewandelt, nicht verlassen. Die „Jüdische Rundschau" antwortet lediglich (in ihrer Nummer vom 26. Juli) mit einer kleinen Notiz, in der sie dem Zentralverein sein „haltloses Schwanken zwischen Deutschtum und Judentum oder zwischen Naumann und dem Zionismus" bescheinigt, das er zu beschönigen suche. In der Nummer vom 16. Juni hieb es bereits, der Zentraloerein beginne, nachdem er seine Palästinahetze eine Zeitlang hinter den Kulissen geführt habe, sich damit jetzt wieder öffentlich hervorzuwagen: aber der Palästinagedanke werde sich schließlich doch als stärker erweisen — „starker sogar als die Anast vor Naumann". Nun, auch wir brauchen uns bei dem „goldenen Mittelweg" nicht lange auszuhalten. Unter Berufung auf die Broschüre „unseres Freundes" Dr. Jacob Man au« Karlsruhe, deren eingehend« Besprechung in Aussicht gestellt wird, hält die programmatische Erklärung des Zentralvereins es für unnötig, sich .gegen den' Naumannschen Vorwurf, dab er aus Scheu vor der Zersplitterung die Zionisten in seinen Reiben nach wie vor gewahren lasse, noch besonderszu verteidigen. Der Zentral» verein werde seinen gradlinigen Weg und seine verantwortliche Arbeit fortsetzen und nicht ohne zwingende Not sich aus innerjüdische Kämpfe einlasfen, deren Unfruchtbarkeit der beklagenswerte, von Naumann veranlabte Prozeh gegen Rechsanwalt Foerder lBreslau) aufs neue gezeigt habe. — Beklagenswert, ganz gewiß, war der Prozeb gegen das Hauptoorstandsmitglied des Zentralvereins Herrn Foerder, den Naumann veranlaht hat. Aber war es Raumanns Schuld, dah die Hilfe des Gerichts in Anspruch genommen werden muhte, nachdem alle Versuche, die Leitung des Zentralvereins zum Einschreiten gegen Herrn Foerder zu bewegen, sehlgeschlagen waren? Hier lag ein Fast zwingender Not vor — wenigstens für denjenigen, der seine Ehre und seinen öffentlichen Ruf nicht fortgesetzt durch verleumderische Angriffe angetastet und di« Sache, die er aus innerster Ueberzeugung vertritt, nicht durch skrupellose Verdrehung der Tatsachen kompromittiert sehen will. Sollte es schließlich nicht auch zu den Ausgaben des Zentralvereins gebären, dafür zu sorgen, bah seine Wortführer nur mit sauberen Mitteln kämpsen, auck dann, wenn sie gegen ander»'gesinnte Juden zu Felde ziehen? Und was die angebliche Unfruchtbarkeit de» innerjudischen Kampfes betrifft, den der Verband nationaldeutscher Juden seit Jahren »u führen gezwungen ist. so sollten die Herren von der Leitung de» Zentralvereins bei ruhigem Rückblick auf diesen Kamps doch eigentlich nicht leugnen, dah von Unfruchtbarkeft hier gar keine Rede sein kann. Wir wollen diesen Faden heute nicht weiter forispinnen. Nur soviel sei festgestelft: Wenn unser Verband den Kampf kür die wirklich »unbeirrt« Pflege de» Deutschtum," nicht ausgenommen hätte, die Zionisten hätten heute ungleich leichteres Spiel mit dem Zentralverein. Di« Berliner jüdische Beweinde in ventfchland voran l Da« Preußische Unterrichtsministerium will demnächst eine gröbere Bucherfendung an die Hebräische Universität in Jerusalemabgehen lassen. Darunter sollen sich, neben handschriftlichen Kätalogem der Staatsbibliothek inBerlin. Titel-- drucke, Bibliotheksdubletten und Dissertationen der Preuhischen Universitäten befinden, djs für die Jerusalemer Universität groben Wert besitzen. So zu lesen in einer Berliner Mittagszeituna. die mit dieser den Zionisten wohlgefälligen Notiz der Hebräischen Universität in Jerusalem und — dem Preuhischen Unterrichtsministerium wahrscheinlich einen Dienst zu erweisen glaubt. Dazu ein Seitenstück vom diesseitigen Ufer: Ein Beschlud der Berliner Repräsentantenversammlung fordert den Gemeindevorltano zur Subventionierung ausländischer Büchereien aus, "darunter derjenigen der neu gegründeten hebräischen' Universität von Jerusalem. Der Gemeindeoorstand ist diesem Beschluh beigetreten, jedoch unter Streichung des Passus, der das judaistische Institut in Jerusalem — wie die hebrässche Universität in diesem Zusammenhang plötzlich genannt wird — besonders hervorbebt. Darob natürlich das übliche grobe Geschrei bei den Zionisten — Verzeihung, bei den „oolkspaöteilichen" Repräsentanten: Gerade der betreffende Passus sei doch ein integrierender Bestandteil jenes Beichlpjsrs gewesen. Aber wozu die Aufregung, lieh der Gemeindevorftand erwidern.. Mit der Streichung des in Frage kommenden Passus sei ddch nicht eine Ablehnung der Unterstützung des judailtischen Instituts.bezweckst sondern lediglich die Ablehnung der Hervorhebung dieses Instituts! Welche Institute im einzelnen unterstützt werden sollen, unterliege der Entscheidung derjenigen Stellen, die über die Verteilung entscheiden^ i Woraus Oie Angelegenheit vertagt wurde! Was besagen roll, dah dem Gemeindend! stand noch etwas Zeit gelassen werden soll, vor Herrn 0r. Klee zu Kreuze zu kriechen, widrigenfalls ihm nächstens vor aller Oefsentlichkeit der Standpunkt klar gemilcht werden wird. Wenn wir uns einen Rat in dieser ungeniein delikaten Angelegenheit erlauben dürfen, so möchten wir den Herren des Vorstandes doch empfehlen, sich nicht erst lange zu zieren und zu sperren. Ob sie nun dem Beschluh der Repräsentanten „voll und gan," oder nur nach Streichung eines Zwischensatzes beitreten, der ihnen Pein macht, weil er den Abstand zwischen Berlin und Jerusalem gar zu deutlich ad oculos demonstriert —> die Bücher nach Jerusalem werden sie ja doch pflichtschuldigst abliesern, nachdem sie schon für dah „rudaistische Institut" und für diejenigen, die um seinetwillen unentwegt die Trommel zu rühren verstehen, soviel getan haben. Angst vor der eigenen Courag« hat in diesem Stadium der Angelegenheit wirklich keinen Sinn mehr.! Uebrigens: inzwischen!hat die Jüdische Volkspartei dem Gemeindevorstand« bereits! wieder eine neue Gelegenheit verschaftt, sich zionistisch oder palästinensisch beroorzutun. Sie hat beantragt, dah ein palästinensisches Reisestipendium geschaffen und dah! hierfür der Betrag von 1500 Mark in den Etat eingestellt werde. Das Reisestipendium soll alljährlich einem Rabbiner oder einem Religionslehrer der Jüdischen Gemeinde verliehen werden. Die Jüdische Volkspartei betont in ihrem Antrag, dah st« sich von diesem Stipendium eine Verlebendigung und Vertiefung des Unterrichts in Bibel und jüdischer Geschichte verspreche. — Wird der Gemeindevorsrano auch bei diesem Antrag, dessen Annahme in der jetzigen Repräsetriantenversammluna von vornherein zu gewärtigen ist, da» palästinensische Beiwort vielleicht streichen wollen? Nicht, damit der mildem Stipendium zu bedenkende Rabbiner oder Religionslehrer etwa die Freiheit behalte, das Stipendiuiir, sagen wir, für eine Romreise zu verwenden, sondern natürlich auch nur wieder aus Gründen „der Ablehnung der Hervorhebung" dieses palästinensischen Reisezieles? Wir sehen der weisheitsoollen Entscheidung unseres Gemeindevorstandes mit aufgeregter Spannung entgegen. Frledeusfchluh ln Polen. Nach langen Verhandlungen ist in Warschau ein Austausch feierlicher Erklärungen zwischen der polnischen Regierung und dem Jüdischen Parlameutsklab zustande gekommen, hie als eine entscheidende Wendrmg zumBesseren in dem Lebender schwer geprüften jüdischen Minderheit unter der polnischen Republik bezeichnet werden. Der JüoischeKlub hat die Versicherung gegeben, dah er dauernd atzf dem Standpunkt der Unverletzlichkeit der Grenzen und der Grohmachtinteressen des polnischen Staates stehe, was Ministerpräsident Grajbski mit voller Zufriedenheit zur Kenntnis nahm, in der Erwartung, dah die Politik der jüdischen Parteien sich einsügen! werde in den Geist, welcher den Grohmachtinteressen der Republik und der Konsolidierung de» Staats» sowie auchdem finanzwirtschaftlichen Aufbau des Landes entspräche. Dafür werde die Regierung „mehr als bisher" ihre Aufmerklamkeit den Biidungv-, KultUs- und Wirtschaftsintetessen der jüdischen Bevölkerung zuwenden. Den polnischen Juden ist eine Besserung ihre« Lose« von Herzen zu gönnen; aber ob sie wohl dieses Friedensschlüsse« mit einer Regierung froh werden dürften, hie gerade

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