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Der nationaldeutsche Jude · 1925-07-01 · Nr. 7/8 (Juli/August 1925) · p. Seite 7

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
1925
Issue
Nr. 7/8 (Juli/August 1925)
Date
1925-07-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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zu bringen, blieben natürlich nicht aus, gelangten aber nicht zum Ziel. Dr. Peps er muhte sich nicht nur durchzusetzen, sondern fand auch nachher in einem anderen Sprecher, Herrn Lehrer Falken berg Liberal) einen entschiedenen Verteidiger seine« Standpunktes. Seldstoerständlich lieh auch der unvermeidliche Mintsterialrat Dr. Badt die Gelegenheit nicht vorübergehen, wieder einmal eine Attacke gegen den Verband nalionaldeutscher Juden zu reiten. Er Nagte, heitzt es in dem Bericht der ,Jüdischen Rundschau" <Nr. 50), die nationaldeutschen Juden an, dab sie durch ihre Propaganda die preubischen Behörden gegen die ausländischen Juden beeinflussen. Ost komme es vor, dad Behörden sich aus Dr. Naumann berufen, wenn man von ihnen eine mildere Praris ^egen Auslandsjuden verlange, worauf wohl mit aller Veheidtnhrit, die einem so hoher» jüdisch-nationalen Regierungsdeamten gegenüber geboten ist, erwidert werden darf, dad dem deutschen Bolle mancher Nachteil erspart worben wäre, wenn die preubischen Behörden schon von sich aus m allen Fällen diejenige Ausweisungspraris beohachlet hätten, die u m der deutschen Interessen willen geboren war, dab aber im übrigen Naumann und der Verband nalipnatdeulscher Juden n i emr a l s eine. Ausnahmebehandlung gegen Ostjuden oder gegen sonstige ausländische Juden befürwortet, sondern immer und überall nur zwischen Deutschen und Nichldeutschen unterschieden haben und unlerschieden wissen wollten. Sollte die Intelligenz eines so hohen nationaljudischen Regierungsdeamten wirtlich nicht dazu ausreichen, diesen fundamentalen Unterschied zu begreifen? Erwähnt sei schliehlich noch, dab auch Dr. Holländer vom Zeniraloerein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens dem ulljudischen Standpunkt, den Herr Dr. Klee, wie gesagt, auch hier oersochten haue, enlgegenrrat. Wir Juden, sühne er aus, bilden eine religiöse Gemeinschast und nur d i e R e l > - g l o n verbindet uns mit den ausländischen Juden. Es wird in zu leichter Weise eine Gemeinschaft mit den Ostjuden tonjtruierl, die nicht exi jtieit. Wir Hallen die Osijuden kei..eswegs für unebenbürlig öder gar sur minderwertig aoer wir stellen fest, dab sie anders geartet sind und in den deutschen Kulturtre.ts nicht hineinpassen. Dab lrogdem die Zionisten nichi aushören werden, vor jüdischen wie vor nichijudlschen Ohren zu behaupten, wir naiionaloeulschen Juden seien völlig isolierl innerhalo des deutschen Judenium», oerneht sich von selvst. Dieses Geklapper gehört nun einmal zu ihrem Handwert. D«r Fall Foerder. Ter Rechtsanwalt Ludwig Foerder. Mitglied des Hauptvorstandes des Cenlralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens und, wenn'auch nicht mehr Schriftführer, so doch noch immer Vorstandsmitglied der Ortsgruppe Breslau dieses Vereins, ist von dein Amtsgericht Ehariottenburg toegen Beleidigung und Ver - vreitungunwahrerTatsachen. gerichtet gegen unseren Vorsitzenden Dr. Mar Naumann, zu i50 Mark Geldstrafe verurteilt worden. Auf eine von Foerder gegen Dr. Naumann erhobene Widerklage ist Frei.- s p r e ch u n g erfolgt. Wegen des Verlaufs der Verhandlung verweisen wir vorerst auf den Bericht der „Jüdisch-liberalen Z e l - tun g'' unter „Echo der Presse". Dr. Naumann hat gegen dieses sehr milde Urteil Berufung eingelegt. Er verlangt Verschärfung des Strafmatzes und Erweiterung der ihm zugdsprochene» Publikationsbefugnis. Dem Vernehmen nach soll auch Foerder Berufung eingelegt haben. Wir versagen es uns. auf die Sache selbst näher einzugehen. ehe die zweite Instanz gesprochen hat. Nur eine Reihe rein tatsächlicher Feststellungen ist schon jetzt geboten, da in der alljüdischen Presse natürlich alles Wesentliche verschwiegen und durch — zum Teil geradezu groteske — Schwindeleien ersetzt worden <ft|. > 1. Dr. Naumann hat in Iber Verhandlung den Angeklagten^ Foerder, gegen; den übrigens ein zweites gleichartiges Verfahren bereits eröffnet ist, wiederholt mit gröbter Bestimmtheit der fortgesetzten Verbreitung von Lügen bezichtigt und ihn aufgefordert, wegen dieses Vorwurfs Klage, zu erheben, damit der Wahrheitsbeweis ängetrelen werden könne. Foerder hat die Erhebung der Widerklage abgelehnt mit der eigenartigen Begründung, dab er „einen Juden nicht vor Gericht ziehen könnc". Trotzdem hat er Widerklage gegen Dr. Naumann erhoben, allerdings nicht wegen des Vorwurfs der Lüge, sondern wegen eines früher in unserem Mitteilungsblatt veröffentlichten Artikels, in dem rein sachlich der Verdacht geäußert war. dab Foerder einem in der „Jüdischen Zeitung für Ostdeutschland" tZionistenblatt) gegen den Hauptvorstand des Centralvereins und besonders gegen Justizrat Brodnitz veröffentlichten Angriff nicht fernstehe. 2. Foerder hat auch in der Verhandlung wieder eine ganze Reihe unwahrer Behauptungen aufgestellt. 3. die von Os. Naumann sofdrt als!üügen bezeichnet iporden sind und deren Unwahrheit Foerder zum Teil. Usofort zügeben muhte. So hat er behauptet, er sei Snndlkus der Ortsgruppe Breslau des ^Cenlralvereins. trotzdem er dieses Amt längst nicht mehr bekleidet, usw. foerder hat wörtlich gesagt: „Der Centraloerein at hunderte von Zionisten zu Mitgliedern und denkt nicht daran, siÄ auszuschl > ebe n." Nur als Kusnosum sei noch erwähnt, daß des Berliner Berichterstatter eines Hamburgern jüdischen B l a t,t e s in seinem „Stimmungsbild" anschaulich schildert, wie sich Or. Naumann während der Vorlesung eines bestimmten Briefes iverhallten habe. Dieser Bericht des — schon von anderer Seite vör kurzem der unwahren Berichterstattung übcrführten — „Stimmung'sbildners" hat den j kleinen Mangel, dab I)r„ Waumann während derivorlefung des Bri e fe sj gar nicht im G e r i ch 1 s sjasa l anwese.nd wär. ' ' Der Fall Bettauer. Im Börsenblatt für den! deutschen Buch handelist im „Sprechsaal" ein ausgesprochen judenfeindlicher Artikel oiues Herrin Perfchmann erschienen, det den „Fall Bettauer" behandelte.' Bettauer war ein Wiener Jour nalist übelsten Schlages, der vor einiger Zeit von einem jungen Mann, angeblich einem Hakenkretizler, erschossen worden ist. Das Strafverfahren wegen der Tötung schwebt noch. Der. Buchhändler! Perfchmann ging von diesem Tatbestand aus, um gegen dir Verbreitung der Beltauerschen Schriften im Buchhandel ju polemisieren? er versiieg sich bei dieser Gelegenheit zu Aeuzerungen im niedrigsten antisemitischen Geschmack. Gegen Perfchmann ist von verschiedenen Buchhändlern Stellung gekommen worden. Das Börsenblatt hat einedieser Aeuberungen im Wortlaut abgehruclt und die übrigen ganz kurz zufvmm mgefabt ts. „Echo der! Presse"). Auch unser Vorstandsmitglied. Herr Verfagsbuch Händler Hans G o I d s ch m i d t. ihat an die Schriftleitung des Börsenblattes geschrieben. Wir teilen das Schreiben, das in der Schlubnotiz des Börsenblattes nur ist Kürze erwähnt ist, nachfolgend im Wortlaut mit: „In meiner Eigenschaft als Verleger. ^ude und Vorstandsmitglied des Verbandes nationaldeutscher Juden halte ich mich für berechtigt, zu den Erörterungen übjer den Fall Bettauer Stellring zu nehmen. Ein! Teil-von dem. was ich hätte sagen können, hat Herr Louis Lamm bereits in Nr. 108,109 gesagt. Der redartionelle Zusatz, mit dem die Zuschrift dis Herrn Lamm veröffentlicht «st, erscheint mir nicht überzeugend.! Unzweifelhaft war für jeden aufmerksamen Leset zu erkennen, dab die! Zuschrift des Herrn Perfchmann mit j ihren qntisemitischen v usfällen als Privatäuherung dieses!Herrn zum Abdruck gebracht wqr. Ich bin aber der Ansicht, dab «stich die für falsche Privatäuherungen bestimmte Rubrik „Der! Sprechsaal" nicht von her Schriftleitung zu Aeuberungen hergegeben werden sollte, die einen erheblichen Teil der Kollegen mit Sicherheit schrper verletzen müssen. Es ist meines Erachtens Pfliff auch bezüglich der im Sprechsaal abg i'm voraus eine Sichtung nach der lassen, dab auch nicht der Anschein wollte die Schrijftleitung selbst derartig auch nur als diskutabel ansehen. W satz nicht angewendet, so würde es jä! jeder Schriftleitung möglich sein. Gehässigkeiten, die sie nicht offiziell decken, aber doch gern an den Mann bringen will, in Form von Zuschriften dieser Art unter Ablehnung! der formellen Verantwortung zu lanzieren. Ich will gewib nicht! behaupten. > dab die Schriftleitung unseres Börsenblattes im viorliegenden Falle eine derarttge Ansicht gehabt habe: aber auch der Anschein mutz vermieden werden, und' dab dieser Anschein entstanden ist,« lehrt das 'Echo, das diese „Privatzuschrift" in weiten Kreisen der Tagespresse stnd vor,!allem der jüdischen Presse gefunden hat. J! Gegen Herrn Perfchmann in der Sache selbst! zu poleniiiieren-, halte ich unter meiner Würde. Nur das tmc möchte ich nochmals mit gjcöbtem Nachdruck hervorheben, Dah es un zutreffend ist, wenn Herr Perfchmann sägt. Bettauer sei von seinen „Rassegenöslen" nicht „abgeschüttett". und es sei „seine undeutsch« Art zun wenigsten nicht öffeiulich gerügt worden". Selbst jüdische Blsttter. die sonst nicht i allzu Icfcht geneigt sind, Verfehlungest von jüdischer Seite!öffentlich! zu brandmarken. weit sie immer fürchten, auf diese Weise „den Antt- - semiten Mctterial;u liefern", haben gerade in diesem Fasle von dem Augenhlck ab, in dem Näheres über hie Persönlichkeit Bettauers bekannt geworden ist in schärfster Weise gegen ihn Stellun, genommen. Dies (trifft vor! allem auf solche Blätter zu,!die in Oesterreich erscheinen: in Deutschland bat man dieses j r ble Mitglied der Schriflstcllcjrgilde vor seinem gewaltsame i Tode kaum dem Namen nach gekannt. Insbesondere haf nan hier nichts von seinem pörnographi schen Schriften germbt. Das einzige seiner Bücher, das in ht der Schriftleitung, edruMn! Zuschriften Dichtung Eintreten zu jentstehen I kann, als gehässige Ausfälle Zürde dieser Grundu«ui I... > Ati

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