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Der nationaldeutsche Jude · 1925-07-01 · Nr. 7/8 (Juli/August 1925) · p. Seite 2

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
1925
Issue
Nr. 7/8 (Juli/August 1925)
Date
1925-07-01
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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2 Um die Kon Von 2T. fcffionsfcbulc. (Person. . liniere Leier sind durch die letzte Nummer unsere« . MiiteilniigsvlatleS duvou nntcrii&trt worden, daß n > S Litern lit'2tz die ersten jüdische» Schulen in Berjin de gründet werden »ollen Bektinnilich >st dieic Nachricht auch in der Reoräientanten-Per!amm'u>/ft vom Borslaudstisch der tSeiueindeverwaltui g aus bestäiiat worden. Damit in der um die rronseisionSiamle in der Berliner lüdi'che» Gemeinde cntbraunt. Ter nachslebende Bei- , trag zu dieser Frage stammt von einem Lehrer, den uu'ere Leser scheu aus einem im letzten Winter gehaltenen Vortrag über lue Frage der konfessionellen Schulen kennen. Auch hier vertritt der Verfasser selbstverständlich nur seine eigene persönliche Meinung, nicht die oingelle Au'»assung Unseres Verbandes Die. Schrifrleitung. In der Repräientantcn-Versammluiig. der Indischen Gej meinde (it Berlin — Sitzung vom 14. Mai. s. Gemeindeblatt l vom 3. Juli — berichtet Herr Gem.-Vorst. Rosenthal über > seinen ' kurz vorher beim Provinzial--Schulkollegium zu Berlin i unternommenen Schritt, das Provinzial-Schulkollegium zur! Enichtung b-iv. Genehmigung jüdischer Volksschulen in Berlin! zu veranlassen. Bevor der Schritt nntprnommen wurde, sind! (nach dein Bericht» 5)ÖO jüdische Eltern gefragt worden, ob! sie ihre Kinder in eine jüdische. Volksschule senden wollen. .Man denke sich: Obwohl in Berlin über 6000 volksschulpflichtige jüdjiche Kinder fein mögen, unternimmt man den Schrill, der die Einsühruiig der jüdischen Volksschule für. alle jüdischen Kinder iiu Gefolge haben muß, nachdem man nur 500 Eltern befragt hak. Man dan doch die Frage, ob für die jüdischen Kinder eine jüdische Bekenntnisschule oder -eine interkonfessionelle' allgemeine Schule erstrebenswert ist, nicht nach dem Urteil von nur 500 Ellern entscheiden. Nach dem Bericht haben nur 100 Eltern eine Antwort erteilt und davon ivaren .5 Ellern Ausländer. Man darf annehinen, daß die 400 Eltern, die keine Antwort gaben, an der Errichtung jüdi'cher Schulen kein großes'Interesse haben. Um dein Verlangen der -'5 Inländer l vielleicht sind es nur 24 geiveieni, die sich für die jüdische Schule entschieden hatten, zu genügen, geht Herr Roscnthal auf', das Provinzial-Schnlkollegium lind fordert die Errichtung inehrerer jüdischer Schulen. Nach ineiner Kenntnis der treibenden Kräfte muß . ich aber annehmen, daß er den Schritt auch dann unternommen haben würde,- wenn sich gar kein Elternhaus für die Errichtung jüdischer Schulen ausgesprochen hätte. Tas Provinzial-Schulkollegium lehnt nach dem Bericht die Errichtung'jüdischer Volksschulen nicht grundsätzlich ab, es erklärt aber, daß beim Vorhandensein einer jüdische-« Schule in einem Bezirke die j ü d i - s ch e ii Kinder andere Schulen nicht besuchen dürfen. Tas. ist ganz logisch. Gesteht man den jüdischen Bürgern eines Ortes Schulen zu, die nur von jüdischen Kindern besucht werden dürfen, so muß man den Evangelischen und Katholiken des Ortes das Recht zugestehen, daß auch sie ihre Schulen nur sür Kinder der eigenen Konfession haben dürfen. ' Tie jüdische Bekenntnisschule hat zwangsläufig dir evangelische und katholische Bekenntnisschule im (befolge. Eine gesetzliche Unterlage, die Konfessionalisierung der Schule a u f einen einzelne n Bezirk B e r l.i n s beschränken zu dürfen, hat das Provinzial-Schulkollegium aber nicht. Herr Rosenthal muß sich da verhört haben. Die Sachlage ist vielmehr so. daß nach der Errichtung von jüdischen Volksschulen in Groß-Berlin entweder alle christlichen Volksschulen Groß- Berlins die jüdischen Kinder abweisen dürfen oder keine. Tas Provinzial-Schulkollegium hat nach dem Bericht darauf hingewiesen, daß die jüdische Volksschule nur in solchen.) Bezirken in Betracht koinmt, in denen tatsächlich so viel jüdische Kinder wohnen, daß sie eine.eigene jüdische Schule füllen können. Ta für Berlin nur 6- bis-8tlassige Schul», systcme in Frage kommen, für die mindestens 200 bis 300 Kinder erforderlich sind, kaum einer der Außenbezirke Berlins aber, selbst Eharlottenburg nicht (s. Bericht), eine genügende Zahl ausweist, so können wohl nur im Zentrum und etwa noch im Bezirk Norden jüdische Schulen errichtet, werden. Nun hat der Vorstand der Jüdischen Gemeinde. einsichtsvoll genug, sich die Frage vorgelegt, wo die jüdischen Eltern, die die jüdische Volksschule ablehnen, ihre Kinder beschulen können, wenn die christlichen Volksschulen ihres Bezirks für jüdische Kinder geschlossen werden, er hat sich aber nicht die Frage vorgelcgt, wie die jüdischen Kinder in den Außenbezirken Berlins, in denen die Errichtung jüdischer Volksschulen unmöglich ist. in denen nicht einmal die für eine einklassige Schule erforderlichen 30 — 40 jüdischen Kinder vorhanden sind, beschult werden können, wenn stwa das Provinzial-Schulkollegium jene Ausschließung der jüdischen Schüler von christlichen Schulen auf alle Bezirke Berlins ausdehnen muß, oder wenn, etwa die christliche Elternschaft Berlins sich das Vorgehen der jüdischen Eltcni zunutze macht und ihre Schulen ebenfalls in Bekenntnisschulen, die npr Kindern der eigenen Konfession zugänglich sind, umwandest? Gesetzliche Bestimmungen, die die christlichen Ellern an einem Rechte hindern, das die jüdischen Eltern besitzen, sind nicht denkbar, und die Verwaltniigsmaßnahmen, die die Juden auf dem Schulgebiet zu ihren Gunsten durchsetzen, müssen auch den Nichtjndcn zugestanden tverden. Herr Rosenthal gibt zu, daß man im Vorstand der Jüdischen Gcineinde die Schwierigkeiten, die die Errichtung jüdischer Schulen macht, gar nicht gekannt hat. Man hat auch wohl nicht bedacht, wie sich die Errichtung jüdischer Schulen in Berlin bei der kommenden' Reichsschulgesetzgebung auswirken wird. ,Da machtvolle Parteien im Reichstage und ein großer Teil der christlichen Eltern für die Umwandlung der christlichen Volksschulen (die heute auch jüdischen Kindern zugänglich sind» in Bekenntnisschulen sind, in Schulen, in denen auch Geschichte und Erdkunde, Deutsch und Rechnen getreu dem christlichen Bekenntnis und ihin nachstrebend erteilt ivird, so besteht die Gefahr, daß sich jene Parteien und Eltern auf den mit der Errichtung jüdischer Bekenntnisschulen geschaffenen Präzedenzfall berufen und die Schulverwaltung zwingen, ihnen zu Willen zu sein, sind das kommende Reichsschulgesctz ivürde dann die vollzogene Umwandlung der christlichen Schitlen in Bekenntnisschulen nur sanktionieren. Was ivird dann aber aus den jüdischen Kindern in den zahlreichen Orten Deutschlands. >vo selbst eine einklassige jüdische Volksschule wegen-zu geringer Kinderzahl nicht errichtet iverden kann, sollen diele Kinder eine Schule besuchen, in der Deutsch und Rechnen. Geschichte und Naturklinde im Geiste des evangelischen oder katholis.lien Bekenntnisses erteilt werden? Und ivenn diese Schulen die jüdischen Schüler nach demselben Recht ausschließen, nach dem die jüdischen' Schulen die christlichen Schüler ausschließen? Wenn der Vorstand der Jüdischen Gemeinde gewußt hätte, in welcher Weise schon im Reichstage bzw. in seinem Schulausausschuß. in den Kultusministerien der Lander, in Eltern- Vereinigungen und Lehrervereinen über die Umwandlung der christlichen Schulen in Bekenntnisschulen verhandelt worden ist, und >vie nahe wir schon dieser Umwandlung waren, wenn er ferner von den Schulsachverständigen in seiner Umgebung, in der, Repräsentantenversammlung und in den Gemeindeämtern' informiert worden wäre, welche Schwierigkeiten der Einführung jüdischer Bekenntnisschulen in den Außenbezirken der Großstädte und in den Orten mit geringer jüdischer Kindcrzahl entgegenstehen und wie stark die Einführung jüdischer und christlicher Bekenntnisschulen die Beschulung der jüdischen Kinder außerhalb der Jnnenbezirke der Großstädte gefährdet, da hätte er wohl den Gang nach dem Provinzial-Schulkollegium gescheut. Man glaubt, cs sei ein gottgefälliges Werk, wenn man jüdische Bekenntnisschulen einrichtet. Das Judentum werde in seinem Bestände bedroht, wenn die jüdischen Kinder mit den christlichen zusammen unterrichtet werden, und uin der Seele des jüdischen Kindes willen müffe man jüdische Bekenntnisschulen haben. Das stimmt nicht; kein Kind geht dem Judentum verloren, ivenn jüdische Eltern, jüdische Lehrer und jüdische Geistliche ihre Pflicht tun. Man kann einen Mensche», der ganz im christlichen Geiste und in der christlichen Lehre erzogen worden ist, in einer Viertelstunde für das Judentum gewinnen, um so leichter gewinnen, je besser er in einer chnstlichen Schule mit dem Alten Testament, das ja auch unsere religiöse Urkunde ist, vertraut gemacht ivurde. Und wenn jüdische Lehrer und Geistliche glauben, der jüdischen Schule nicht entraten zu können, so zeigen sie nur, wie schwach sie selber am Geiste sind, wie wenig sic selber der siegenden Gewalt der jüdischen Lehre sicher sind. Will man ein jüdisches jKind zum bewußten Juden erziehen, so nluß inan es geradezu stiit der christlichen Lehre bekannt machen, man muß es unter ^christliche Kinder setzen und sie das Wesen christlicher Gemein-

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