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Der nationaldeutsche Jude · 1925-06-01 · Nr. 6 (Juni 1925) · p. Seite 10

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
1925
Issue
Nr. 6 (Juni 1925)
Date
1925-06-01
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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- tl> - Denn Älugbeit, Fleiß und Verstand, wissenschaftliches Ringen. Gemütstiefe und Humor — Ms, was wir an „Edeljuden" besonders zu rühmen pflegen, findet sich schließlich auch bei christlichen Volksgenossen. — ■ Und die spezifischen Werte, welche die jüdische Seele, der jüdische Geist produziert, sie stehen nicht nur, wie man sagt, im Buche und auf dem Papier, sondern sind wirUich vorhanden — erregen den deutschen Christen kein großes Interesse mehr. Und zwar aus dem einfachen Grunde, weil die von uns produzierten Erkenntnisse und Gedanken nicht unmittelbar mit dem Strom der Geistesentwicklung der Zeit nach innen Zusammenhängen — einer Geistesentwicklung. deren Aufgabe ist, unsere moderne Ethik — Ethik im christlichen Sinn — lebendig auszügestalten. Von dieser Kulturaufgabe sieht sich das Judentum, da seine eigene Ethjk — soviel Berührungspunkte man immer auffinden mag — von den sittlichen Werlbegriffen der christlichen Weltkultur um ein Beträchtliches abweicht und es infolgedessen' als ihr Entwicklungsfaktor nicht mehr in Frage kommt, naturgemäß ausgeschlossen. Das iit aber nicht der einzige und iticht der wichtigste Grund, der uns daran verhindert, auf die bewußte Der-' tiefuno der künftigen Weltkultur persönlich Einfluß zu üben. Was also ist es noch? Darüber, meine Verehrten, lohnt es sich, nachzudenken. Wir sind das „erwählte" Volk — hieß es und heißt es noch in ortboboren Kreisen. Oft bat man auch gehört, wir seien das Sal; der Erde. Wie aber steht es damit? Es soll nicht geleugnet werden — und sicher voit uns am letzten — daß die Juden ein hochbegabtes, erlauchtes Kulturvolk waren. — Ja — meine Herrschaften, waren! Damit ist alles gesagt. Das ist ein Eingeständnis und eine Kritik zugleich! Die Fäden der modern-n. kebendigen Geisteskultur laufen nicht mehr wie früher in unseren Händen zusammen, und unsere Traditionen greifen mit ihren Wurzeln und ragen mit ihren Spitzen nicht in die neuzeitliche Kulturentfaltung hinein, wie es die Traditionen des Katholizismus tun. , Wenn es nun aber so ist < Sie können mich widerlegen) --- wenn, wie ich eben behaupte — unser geistiges Streben, da wir den feiten Boden unserer Kulturentwicklung einmal verlassen" haben, nicht mehr k u l t u r b i l d e it b wirkt — welcher Art i st dann die Kultur, die in den jüdischen Schulen an unsere Kinder verzapft wird? Da wir an der Fortentwicklung unseres Kulturbelitzes nicht mehr arbeiten können oder arbeiten wollen, spielt ganz begreiflicherweise auch leine Entstehungsgeschichte - nicht mehr.die eminente, die ihr gebührende Rolle. — Nur, wo Heben und Fortschritt, wo eine Entwicklung ist. wird nach dem Anfang gesucht und auf dem Historismen Anfang, der einmal vorhanden war. tatkräftig weiteraebaut. Der Mangel an einem solchen Historismen Wertgefühl, das einerseits rückwärts schaut — andererseits aber doch mit unerbittlichem Ringer in die Z u k u n f t. verweist, wird der Grund dafür sein, daß an den jüdischen Schulen altjüdisch« Geisteskultur sm wahren Sinne des Wortes weder gelehrt noch verbreitet. n^> auM geübt werden kann. Wie wirk? der Mangel ersetzt? Natürlich durch Wissenschaft Also durch Abstraktionen.' - Da unsere »üdischen Kinder in ihren eigenen Schulen vom Blutstrom der allgemeinen Tbristli^en Weltkultur, der durch die Jahrhunderte braust, tatsächlich abqeschnitten und isoliert worden kind. da lie den Puls der Zeit nicht mehr Zu spüren bekommen, fehlt. ihrem reifen Wilsen die fruchtbare Resonnain. Das heißt, es fehlt ihnen einfach die praktische Mögli 'keit. d-n ausg-nommenen Lehrstoff am Wachstum und an der Entwicklung der kulturellen Werte der ' Gegenwart zu erhärten. Aber nicht nur für diln-zifis^ intellektuell- Entwicklung und für die Entwicklung der Seele, des jüdischen Kindergemüts. das unter den.^arderunaeneiner Erziehungsmethode, die wir. gelinde gesagt, mit Monomanie bezeichnen, empfindlich zu leiden hätte — auch für die Entwicklung des Menschen, welcher von d e u t s ch e n E' t e r n in D e u t s ch - land geboren ist, wäre di» Einseitigkeit G-bund-nbeit und Abstraktheit der wislensm-aftlimen Sck>"lunq, die die Entwicklunasbedingung der 'üdischen Geistigkest in den Vordergrund rückt, geradezu ein Verhängnis. . . Weil sie ihn unfähig macht deutsche Art und deutsches Welen. deutsche Kultur zu verstehen. ' . In uns allen — dies scheint mir klar , ist die von Bnter auf Kind und von Gesm-leMt zu Geschlecht vererbte sisremdrassiakeit einmal nicht weqzuleuanen. Diele von unseren Gaben, Kenntnissen und Talenten sind ein Charaktermerkmal der iüdischen Vaflnatur. Wohl keiner non uns allen möchte sich anders wünsch-n. als er im Grunde ist. Das aber hindert uns nicht, als Deuts^e im deutschen Land I Kulturarbeit zu verrichten in dessen eigenem Sinn. Eine Erziehungsmethode, welche in unseren Kindern von , frühester Jugend an das semitische Element ausschließlich be- > stärkt und betont, ohne eine Versöhnung, richtiger: eine Le- I gierung mit deutschem Kulturempfinden ernstlich herbeizuführe», züchtet in-ihren Seelen eine gewisse Fremdheit dem deutschen Volk gegenüber, die möglicherweise einmal — wir sprechen es offen aus — in Feindschaft Umschlagen kann. Unsere Kinder davor zu bewahren, ist unsere heilige Pflicht. Ganz abgesehen davon, daß ihnen mit dieser Erziehung etwas genommen wird, was wir mit sauerm Schweiß in unermüdlicher Arbeit ehrlich erworben haben: nämlich das Heimatgefühl. Erst wenn die Bekenntnisschule tatsächlich Wahrheit wird, ist der jüdische Schüler und später der jüdische Mensch ein Fremder im deutschen Land. Zu Hause und in den Schulen — schon in der allerersten Entwistlungszeit eines Kindes wird die Grundlage seiner Welti und Lebensanschauung gelegt. Eine Zwiespältigkeit, Zerklüftung des Kindergemüts, wie sie verhängnisvoller nicht gedacht werden kann, ist die Folge solcher Erziehung bei jenem Teil unserer Kinder, der die Liebe zum Vaterland durch Blutabstammung »geerbt. Eine zweite praktische Folge solcher Erziehungsmethode wäre die Unfähigkeit unserer erwachsenen Kinder, eine höhere Position, ein einflußreiches Staatsamt im Vaterland zu bekleiden. Wer die Entwicklung der Welt oder der Weltkultur durch die jüdische Brille sieht — oder das jüdische Fernrohr (auf Palästina gerichtet), dem fehlt der Ueberblick, der freie Horizont, vor aljem aber das tiefe, frohe Gemeinschaftsgefühl, das unbedingt notwendig ist. um im Dienst des Vaterlandes, zum Segen des Vaterlandes an erponierter Stelle erfolgreich tätig zu sein. — Und wenn Sie mir heute auch aus der Praris heraus topische Beispiele nennen, welche mich widerlege» (sch denke an Zionisten, die solche Aemter bekleiden), so antworte ich darauf: das ist Gesinnungsverrat — entweder am Zionismus o de r am Vaterland! Man soll mich nicht falsch verstehen: Damit, daß^ich unseren Kindern eine deutsche Erziehung wünsche und ernsthast erhalten will, habe ick nicht gemeint, daß die Pflege und Aufrechterhaltung der jüdischen Traditionen vernachlässigt werden soll. Gerade das G e g e nt e i l .streben wir heute an. Dazu genügen aber, in Zukunft genau wie bisher, ein mit Verständnis erteilter Religionsunterricht, der zeitweise Tempelbesuch, wie auch vor allen Dingen Ehrfurcht vor jüdischen Sitten, Gewohnheiten und Gebräuchen im eigenen Elternhaus. Außerhalb der Familie und Religionsgemeinschaft soll man zu dieser Pflege keine Institution und keine Methode verwenden, die die Errungenschaften unserer eigenen^ Kultur von anderen Kulturen trennt. Ist es doch, wie gesagt, das Schicksal und das Vethängnis der jüdischen Geisteskultur, daß sie sich nur inmitten jüngerer Weltkulturen, die sie zwar nicht entwickeln oder vollenden hilft, in die sie sich ^iber schaffend, kämpfend und duldend einfügt, wirklich erhalten kann! Vielleicht ist das das, Geheimnis der Zerstreuung des iüdischen Volkes über die ganze Erde! Vielleicht hat Judäa deshalb aufgebört. zu bestehen. Vielleicht ist das der Grund, daß gerade wir deutschgesinnten von unserer deutschen Kultur restlos erfüllten Juden uns so energisch sträuben gegen den Zionismus, der uns das böse Gespenst jener gefährlichen, bei alternden Weltnationen zum Abstieg führenden Inzucht, die er in Deutschland einstweilen theoretisch betreibt, verhängnisvoll nahe rückt. K o n> m t die Bekenntnisschule, wie zu befürchten steht, so ist es ganz unvermeidlich, daß sie bei der ausgesprochen konfessionellen Tendenz in Erziehung und Unterricht, deren Ausfluß ja überhaupt derartige Schulen sind, allmählich in die Hönde von Zionisten gerät. — Wir hilflosen Eltern also werden die-Freude haben, ganz einfach zuzusehen, wie unsere eigenen Kinder von unseren Widersachern in deren Sinne erzogen und heimlich beeinflußt werden, auf Kosten jener Kultur-, Moral- und Lebensanschauung, die sie zu deutschen Bürgern, zu wurzelfesten Hütern der eigenen Heimat macht. Wir all!e, wie wir da sind, haben in deutschen Schulen. Hochschulen und Lnzeirn deutsches Wissen studiert, deutsch« Erziehung genossen. Wir wollen für unsere Kinder nichts Besse res. als für uns! Trotzdem ja Nietzsche bekanntlich anderer Meinung st. und es nicht nur ein Gebot, sondern Herzenssache jüdischer Litern bleibt, das Schicksal ihrer Kinder glücklicher zr gestalte«^ als es ihr eigenes war. ' Wenn cfcer^imfmn Kindern Schlechteres droht als uns: die H, rabsetzung und Begrenzung ihres Kulturniveaus durch die Ri ckkehr ins Ghetto — so werden wir uns dagegen mit Händen und Füßen wehren. Unsere Gatten. Brüder und Söhne haben im Weltkrieg gestritten,, hc ben für Deutschland geblutet und sich auf diese Weise für ich e Nachkommenschaft ein Recht auf deutsche Kultur, auf eine de itsche Erziehung in deutschen Schulen erkämpft. — Wird ih ien dies Recht genommen durch Gesetzesbeschluß, sowerdensiewo hl oder übel daraus di «Folgen ziehen. - -

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