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Der nationaldeutsche Jude · 1925-05-01 · Nr. 5 (Mai 1925) · p. Seite 6

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
1925
Issue
Nr. 5 (Mai 1925)
Date
1925-05-01
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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i- B - einfachsten — nahm von Abraham bis auf den heutigen Tag es auf als „uralte Weisheit" nicht nur im Hirn, nicht nur im Herzen, sondern mit seinem ganzen, seinem überpersönlichen Wesen!- — — — Wie iit es-so-schwer. in unserer Zeit des allherrschenden Verstandes und der Verteckmisierung alles Geistgegebenen den Intellekt vom Geist zu sondern. Wie ist es so schwer, zu erleben, wie Kinder tun — im Geist und in der Wahrheit — da. wo dem Intellekt Grenzen gesetzt sind. — — Und doch, wie regt sich längst in unseren Tagen der Widerstand. Fürs Uebersinnliche im Gegensatz zum Materialismus iit wie nirgends in der Welt der deutsche Boden gelockert. Auch hier, auf idealem Gebiete, herrschen Uebermaß, Trug und Halbheit, hindernd das Streben nach geklärtem Erleben. Hier iit der Bdden der Tat. Nach Klarheit verlangend in Ernit und nüchterner Geistigkeit — fern dem Intellekt, aber ebensofern aller . Verschwärmtheit — mögen deutsche Iuden und deutsche Christen miteinander suchen und finden: das Gesetz dc^ Lebens, welches das Gesetz der Liebe ist. — — — Mutig sei es 'bekannt: Das wahre Christentum, nicht jenes, welches sich so nennt, ist identisch mit „uralter Weisheit". unterwegs seit Mose zu der Menschen Verstehen. Die wahre „Lehre" eint Iuden, Christen und Heiden, gehört der Welt! Gereinigt von Mißverstand, von bewußter und unbewußter Fälschung wird sie einst allen Menschen leuchten wie ein in „seinem eigenen Staube geschliffener Diamant"! — Mutig sei es gesagt: Iesus Nazarenus war ein „wissender" Mensch, kein Gott. Die ihn einst zum Gott erhoben, verschärften den Trotz des an den einen Gott glaubenden Iudentums. Die andrerseits der „Lehre" des Nazareners widerstanden in halbverstandener Auflehnung — die trotz der Lehre verstehender Propsteten.immer -noch einem götzenhaften Stammesgotte anhangenden Iuden. jener Zeit— verschärften den durch den Rassenunterschied gegebenen Haß der Gläubigen. — Nur von innen her, auf dem Wege der allverbindenden Lebre vom Leben, kann jahrtausendealter. im Gestrüpp der Verworrenheit wuchernder Hatz sich in Liebe wandeln. — Mutig sei es erkannt: Die aus dem Iudentum bervorgegangene „christliche" Lebre ist uralte Lehre und kann in Wahrheit, weder Konfession noch-Weltanschauung heißen. Denn in ihr wirkt das weltbürgerlichc Erleben der einen einigen Wahrheit! Durch sie, die Lehre, 'dringt das geklärte Weltbild durch mit .seiner Wahrheit. Und wie die „Christen" mißverständlich den Menschen zum Gott erhoben, so erniedrigen unbewußt die Iuden den einen Gott im Mißverstehen des wahren starken allverbindenden Weltbildes. — — — „Vom Menschen aus mutzt du zu .Galt' gelangen, sonst bleibt dir .Gott' in Ewigkeit — ein Fremder!".—"> Ungeahnte Perspektiven in Tiefen und Höhen des Erlebens birgt dieser Satz, der das Gesetz des Lebens und der Liebe „spricht".. — Fern dem zergliedernden Verstände gehl in unseren Tagen'ein Bereitetwerden und Bereitsein vor. das - zur Erschütterung des ganzen, des überpersönlichen . Menschen führt. Ein Erwachen aus tausendjährigem Schlafe bereitet sich vor. unsere Enkel und Urenkel werben mehr hiervon zu sagen haben. Das Hoffen der Christen auf das tauscjndjäkrige Reich, das Warten der "Iuden auf den Messias sind Bilder nur des wahren Kommenden, des Kommens jener Tage, an denen die Finsternis der Nichterkenntnis dem Lichte des Erlebens weicht. — ' . Darum. Nationaldeutsche Iuden! Gebt Raum auf deutscher Scholle einem Geschehen, has längst nicht mehr von unserem Glauben oder Nichtglauben gbhängt. sondern langsam und gewiß — auch über unshinweg, wenn's not tut — dem Erwachen im „Menschen" entgegenführt. Gebt Raum! Auf datz die rassige Lebendigkeit de? jüdischen Geistes . und die deutsche Innerlichkeit sich wechselseitig befruchten in der Liebe zur einen völkerverbindenden uralten Lehre vom Leben! Nachwort der Schristleitung. Die persönlichen Bekenntnisse, die wir hiermit zum Adschlusse bringen, sind gewiß nicht jedermann's Sache. Wir! haben ihnen dennoch gern Raum gegeben, trotz allem, was , den einen oder anderen Leser an ihnen befremden mochte. Die Stimme nüchterner Kritik muß schweigen, wo eine ringende Seele ihren Weg zu ertasten sucht, hinaus über die Niederungen des Alltags zur Höhe, die Zeitliches klein werden läßt und den Blick in die Weilen der Ewigkeit freigibt. 'Wohl oem, der nicht, zermürbt von Frohn und Enttäuschung, sich zu müde dünkte seinen Weg zu suchen. Und der sich bewußt ist. daß der Weg nicht nur «zlucht sein darf^ die ins Angewisie führt, sondern datz jedes Ziel ein Ausgangspunkt, jede Lösung neue Aufgabe ist. Er wird erkennen, daß es nicht sich veriteigen heißt, wenn man das Irdische unter sich läßt, und daß dem Blick von der.Höhe zur Einheit zusammen- Pd Din Rä .Dos Puch der »Zöniglichen Kunst" und (eiwat abgewaudeltin .Das Buch vom Menschen". fließt, was scheint. So m sätze „De im Tale sich zu sondern oder gar zu bedrohen ig man verstehen, warum die Verfasserin ihre Aufutschtum und Iudentum" nannte. _ M. N. Vermißtes. T rutsche Volkspartei und Judenfeindschaft. Wir l aben die nachfolgenden Mitteilungen absichtlich bis nach der Wahl des Reichspräsidenten zurückgestellt, um jeden Anschein einer parteipolitischen Stellungnahme auszuschließen. Der rachstehende Schriftwechsel stammt aus der Zeit nach nach der letzten Reichstagswahl. Damals wurde aus Mitgliederkrei en vielfach bei uns angeregt, die Deutsche Volkspartei. de en Haltung im Wahlkampfe den anfragenden Mitgliedern itcht hinreichend geklärt erschien, zur Abgabe einer unzweideutigen Erklärung über ihre Stellung' zum Antisemitismus z& veranlassen. Auf Beschluß des Hauptvorstandcs haben wir an den P a r t e iw o r st a^n d der Deutschen Volkspartei das nachfolgende Schreiben, gerichtet, dessen Wortlaut von P o r st a n d s m i t g I i e - dern'rerschiedener politischer Parteirichtung-en gemeinsam formuliert worden ist: wenden uns an Sie als Vorstand eines Verbandes, berparteilich ist und nationalgesinnte Mitglieder verschieden! r Parteien umfatzt. Die nachstehenden Anfragen sollen dazu dienen, unseren Mitgliedern, aus deren Kreisen vielfach Anfragen wegen dieses Gegenstandes an uns gerichtet Worden sind, die erforderliche Antwort geben zu können.! Es! ist aufgefallen, datz die Deutsche Volkspartei im Gegensätz zu allen anderen grötzeren Parteien während des Wahlkampfes eine unklare Haltung bezüglich ihrer Stellung zur Frage der Iudenfeindichaft eingenommen hat. Es ist Uns bekannt, datz nach dem Parteiprogramm anti semitische Bestrebungen der Deutschen Volkspartei ausge schlossen, sind, datz dieser Grundsatz während des Wghl kampfes auch in der „Z c i t" ausgesprochen worden ist. und daß einzelne Führer der Partei, wie Herr Minister von Raumer und Herr Iustizrat Hallcnsleben, entsprechende Erklärungen in Wahlversammlungen abge geben haben. Andererseits ist eine Reihe von Einzel erscheiningen festgestellt worden, aus denen in jüdischen Kreisen ganz allgemein und auch in nichtjüdischen Kreisen vielfach! der Schluß gezogen worden ist, die Deutsche Volkspartei scheue sich, den Antisemitismus in einer auch der . breiterem Deffentlichkeit vernehmbaren und verständlichen Form fnit dev gebotenen Entschiedenheit abzulehnen. iHier folgt die Aufzählung bestimmter Vorgänge, die während - des Wahlkampfes in der politisch linksstehenden Presse und in zionistischen sowie anderen jüdischen Blättern vielfach erörtert worden sind. Die Schristleitung.» Daß heute somit in weiten Kreisen des deutschen Volkes! die Deutsche Volkspartei als eine Partei gilt. Antisemitismus nur theoretisch ablehnt, aber sich aus dieser Einstellung praktische Konsequenzen ' zu hätte verhindert werden können. Es kann nicht angesehen werden, datz hier und da ein at oder Wahtleitcr eine Erklänmg gegen den Antiabgibt und datz in der „Zeit" hier und da klärung des gleichen Inhalts erscheint. Die „Zeit" cierade von den Kreisen nicht gelesen, denen tzegentic Aufklärung erforderlich wäre. Die in einzelnen Wahlo rrsammlungen abgegebenen Erklärungen treten in der öffentlichen Meinung zurück gegenüber der Tatsache, vielen Versammlungen, in denen es dringend' nötig wäre, solche Erklärungen nicht abgegeben worden . . . Als Ergebnis müssen wir jedenfalls feitdatz heute in jüdischen Kreisen allgemein die Anbisteht, die Volkspartei sei eine antisemitische Partei alle nichts anderes sein, und datz diese Meinung in christlichen Kreisen geteilt wird. WHr bitten ganz ergebenst, zu dem Inhalt dieses Schreil ens Stellung zu nehmen, und bemerken ergebenst, wir Ihre Rückäutzerunq in unserem Mitteilungsblatt Lfenntnis unserer Mitglieder zu bringen bcabsich die dcq scheut, ziehen als aulsreichend Kandit semitisfnus eine E wird über datz in gewese sind . stellen, licht und w weiten daß zur tigen Auf dieses Schreiben ist von der Reichsgeschäftsstelle der Deutsches Volkspartei folgende Antwort eingegangen: hr Schreiben an den Parteivorstar«».hat zu eintr eingehenden Aussprache über die von Ihnen geschilderten Vorkommnisse in der letzten Sitzung des Parteivorstai des Veranlassung gegeben. Es kam dabei zum Ausdruck, »atz die von Ihnen angeführten Fälle von Verstößen antiseniitischer Art keineswegs gebilligt werden. Auf der andere t Sette wurde aber betont, daß es in Wahlversammlungen unmöglich ist. jede - antisemitische Ausschreitung zu verhindern, da die Wahlversammlungen von Wählern aller

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