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Der nationaldeutsche Jude · 1925-05-01 · Nr. 5 (Mai 1925) · p. Seite 5

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
1925
Issue
Nr. 5 (Mai 1925)
Date
1925-05-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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darin zu sehen, dah in einigen grobstädtischen Sektionen die Zahl der jüdischen Mitglieder stark angewachsen ist: vielmehr sehe ich eine wirkliche Gefahr für den Gesamtverein darin, dah er sich von seinen alten, guten Traditionen abwendet, indem er eine in ihrer Wirkung sehr fragwürdige Politik treibt, statt nach Recht und Billigkeit zu verfahren. Mit dem mannhaften Entschlüsse, gegen den Ausschluß van Donauland zu stimmen, hatte sich der Vorstand auf den Boden des Rechts gestellt. Diese- Haltung entsprach einer idealen Auffassung von dem Wesetz und den Ausgaben des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins. Diesen Boden hätte er nicht verlassen sollen. Damit komme ich von den „realpolitischen" Erwägungen, die von Zweckmähigkeitsrücksichten bestimmt werden und nur eine zeitliche Bedeutung haben, zu der ideellen Seite der Frage, die ihrem Wesen nach weniger vergänglicher Natur ist. Herr vr. Naumann hält es für ..undeutsch", einer Gemeinschaft den Rücken zu kehren, in der man nicht wohlgelitten ist. Es wird schwer, wenn nicht unmöglich sein, das Charakteristische am deutschen Wesen, wie es sich ais Quintessenz einer zweitausendjährigen. hin- und herschwankenden Kulturentwicklung ergeben könnte, in seinen bestimmenden Zügen in eine prägnante Formel zu bannen. Aber nehmen wir an. das schöne Wort: „Deutsch sein, heiht eine Sache um ihrer selbst willen tun", träfe im Wesentlichen die Eigenart deütschen Wesens, so ist darin ohne Pathos und mit selbstverständlicher Würde eine Hinneigung zum Ideellen ausgesprochen, die rücksichtslos und voraussetzungslos dem für gut erkannten Ziel« zugewandt ist. Man kann diesös Streben auch kurz mit dem Worte „Charakter" oder „Gesinnung" kennzeichnen, und so handelt der deutsch, der ideell, das heiht unpolitisch, handelt. Eine rein ideelle Leidenschaft, die tiefe Liebe zur Natur, hat vor 56 Jahren die Gründung der Sektion Berlin des Älpenvereins veranlaht, und Begeisterung für die edle Sache hat sie zusammengehalten und eine Tradition herausgebildet, die ganz frei war von unidealistischen Elementen. Wenn dies« gute Tradition jetzt aus ..realpolitischen" Gründen durchbrochen wird, indem man einer periodisch auftretenden Zeititrömung schwächliche Zugeständnisse zu machen bereit ist. so soll man diejenigen „undeutsch" schelten, die diese unerfreuliche Wandlung hervorgerufen haben. Wenn aber ältere Mitglieder der Sektion, die. wie der Schreiber dieser Zeilen, im innersten Herzen deutsch fühlen, zu dem wohlüberlegten Entschlub kommen, aus' dieser Vereinigung auszuscheiden, in - der sie eben nur geduldet sind, so hat dies nichts mit „Gekränktheil". nichts mit „künstlich gezüchtetem Fremdgefühl", nichts mit einem „Ueberschuh an Temperament" zu tun, sondern nur mit Charakter und Gesinnung. Mägen die jüngeren Mitglieder, die in der gleichen Lage sind, den Kampf ausnehmen, wenn sie an einen Erfolg glauben: cs soll ihnen nicht verdacht werden, aber man lasse auch uns Andersdenkenden die Freiheit, nach eigenem Gefühl zu entscheiden. . » . III. ' Antikritik und Schluhwort. Wir stimmen mit dem Herrn Verfasser der vorstehenden Ausführungen insofern überein, als wir gewih nicht ein Ketzergericht gegen solche Mitglieder unseres Verbandes veranstalten wollen, die trotz unserer in Nr. 4 dieses Blattes veröffentlichten Warnung durchaus die Sektion Berlin des Deutschen und Qesterreichischen Alpenvereins verlassen wollen!. Aber wir müssen nochmals mit gröbter Entschiedenheit betonen, dah wir solche Seibstausschaltung nicht nur für unzweckmähig, sondern auch vom Standpunkt des Deutschtums für höchst bedauerlich halten. Der Herr „Vorredner" bemüht sich um den Beweis, dah gegen das Verhalten des Vor st ander der Sektion Berlin gewichtige Einwendungen zu erheben seien. Dieser Teil der Darlegungen trifft natürlich nicht uns: er trifft aber auch nicht die Sache, auf die sich unsere Warnung bezieht. Wir haben schon ffüher klar genug zum Ausdruck gebracht, dah wir nicht daran denken, die persönlichen Auffassungen unserer Mitglieder gegenüber der Haltung des jetzigen Sektionsvorstandes irgendwie zu beeinflussen. Von dem Zeitpunkte ab, zu dem der Sektionsvorstand zum ersten Mal die Beschränkung der Zahl jüdischer Sektionsmitglieder in die Debatte warf, haben wir uns jedes Eingreifens in die Entschliehungen unserer Mitglieder enthalten und folgerichtig auch für die Neuwahl des Sektionsvorstandes die Abstimmung freigegeben. Wir haben keine Veranlassung, unsere überparteiliche Haltung jetzt aufzuacben. und sehen daher auch davon ab. mit Herrn Professor vr. Meyer darüber zu debattieren. ob seine Prophezeiungen über die Aussichten für Aufnahme weiterer jüdischer Mitglieder in die Sektion Berlin und über die zukünftige Stellung der nicht ausscheidenden jüdischen Mitglieder wahrscheinlich oder unwahrscheinlich sind. Aber eine ganz andere Frage ist, was in Zu, ' kunft zu geschehen hat. Und in dieser Frage sind wir. der Hauptvor st and unseres Verbandes, — trotz im übrigen vielfach verschiedener.Ansichten der Vorstandsmitglieder — einhellig der Meinung, dah es vom Standpunkte d;s Deutschtums geradezu eine? Notwendigkeit ist. den Platz, an dem wir innerhalb des Alpenverei is zum Frieden wirken können, weiter zu behaupten. Wir sin > uns wohl bewuht, dah hierzu Selbst. Überwindung gehört - und dah es viel bequemer ist. mit müdem Achselzucken das Feld zu räumen. Herr Professor vr. Meyer hat ja offenbar dafür. dah es sich hier im wesentlichen um eine Frage der persönlichen Energie handelt, durchaus das richtige Gefühl. Er nimmt selbst in den Schluhsätzen seiner Ausführungen nur für die älteren Sektionsmitglieder das Recht zum Verlassen des Postens in Anspruch, während er es den jiingeren freistellt, die Stellung zu halten. Aelter und jünger, das sind in diesem Zusammenhänge wohl nur wenig glücklich gewählte Ausdrücke für das. worauf es ankommt. Nicht ein« Altersfrage liegt, vor. sondern eine Frage der W il «nsstärke. Auch; wir Vorstandsmitglieder gehören nicht mehr zu den Jüngsten, aber wir sind zu leder Willensleistung entschlossen, die der deutschen Sache dient. Und wir halten es nach) wie vor für verfehlt, aus Stim» mungsgründen oder Min unseres augenblicklichen Behagens - willen den Platz zu verlassen, an dem noch Arbeit geleistet werden kann. Dieser Platz i st und bleibt der D. -O e.' Alpenverein sel-bst. Nur als Mitglieder des Vereins und der durch die. bedauerlichen Vorgänge der letzten Zeit schwer erchütterten Sektion Berlin können wir für die Herstellung eines wahren und bleibenden Frieders zwischen jüdischen und nichtjüdischen Mitgliedern wirken. Jeder Fußbreit Landes. der solchem Frieden erobert wird, kommt dem Deutschtum zugute. So wird uns das Ausharren zur deutsch en Pflicht und wir können es nur bedauern, wenn sich das eine oder andere uns rer Mitglieder aus Alters- oder sonstigen Gründen zur Erfüllung dieser Pflicht nicht stark genug fühlt. Trotzdem wolien Mir nicht in den Fehler verfallen, den „Charakter" oder, tie „vornehme Gesinnung" eines solchen Mitgliedes in Zweit:l zu ziehen. und damit scht egen wir zunächst das Kapitel ..Alpenverein". Wer in d e Zukunft wirken will, muh die Nerven haben, ein Stück Zukunftsentwickelung abzuwarten. Als in unserem westlichen Ngchbarlande die erste Revision des Dreyfus-Prozesses niit einer kläglichen Zwischenlösung geendigt hatte, sprach der Kriegsminister Gallifet das Wort: .,l.'inci6cnt est dos" — „der Zwischenfall i st erledig t". Die En Wickelung hat gezeigt, dah der Zwischenfall nicht erledigt vor. und es kam der Tag. an dem die Gerechtigkeit siegte. Aber dah dieser Tag kommen konnte, mar. nur dadurch möglich, oah Frankreich ..ein paar Jahre hirdurch die Nerven hcstte, den nicht erledigten' Fall als nedigt zu behandeln,: und mit eiserner Disziplin das Ruhetgdium zu schaffen, in dem die Wogen der Parteiverhetzuns sich glätten konnten. Es hätte, unser> m Deutschland besser gedient, wenn damals die Franzosen sich weiter gegenseitig zerfleischt hätten. Sie haben sich geeinigt, und die letzte Frucht ihrer Einigung war — der Sieg im Weltkriege. — Wollen tuir Deutschen nicht endlich an fangen, von unseren Feinden zu lernen? , M: N. . . - l | Deut Ich tum und Judentum.*) Von Cha sül Nochmals sei die Nation, um in Streben des Men Weltbilde, geeignet, Geiste zu verbinden, wahre „Assimilation' ins menschliche Ben Die „Lehre", lichen Erleben, seit Gewände der Zeit, Menschen in Spra Aus dem müti Zeiten und die (&[' und Reifens — a kündet sich heute a äußeren Satzungen. Mund eines größt Das Gesetz des Wer von den des Lebens in sich Motto: -! Silele werden kommen vom Morgen und vom Abend,! und mit-Abrabam, Jsaack j und Jakob ikn Himmelreich zu Tische sitzen." —! es Lebe i *) Siehe die teilung-blattes. rlotte Fraenkel-EisNer. IV. (Schluh). pricht" auch heute wieder ,h« und Art seines Landes! tjerlichen Schoße der Ewigkeit wachsen die d: ist vosl ihres Segens: des Blühens li«I> im Geistigen — ist kein Ende. So pä in der ewigen „Lehre das Gesetz des fiitbe befreit von i s durch den deutschen Lehrers lchristicher Geburt, tzs aber ist das Gesetz der Liebe. — <! »rohen aller Zeiten je drs Geheimnis ernhr — und die Grützen lind die Allerdr ü: ersten Aufsätze in Rr. 2 tnb 4 de) Mitwiederholt: Das Bleibende sucht ihr zu wurzeln. Dieses Bleibende, das chen nach dem starken, dfm tragenden :das geistige Judentum fntt deutschem »iese Tat der Verbrüderung, diese allein drängt, aus deutschem Brwen spriehend. ußtsein, als sei's zu neuer Blüte! — Jahrtausenden unterwegs zum mensch- Bsose zum Menschen redend im jeweiligen ''. tum Deutschen

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