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Der nationaldeutsche Jude · 1925-04-01 · Nr. 4 (April 1925) · p. Seite 7

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
1925
Issue
Nr. 4 (April 1925)
Date
1925-04-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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- 7 — (6-e istig im wahren Sinne, d. i. vergeistigt, nennen wir einen Menschen, der sich im Zustand mnerer Reife und Abgeklärtheit befindöt, der sich von den Fesseln seiner eigenen Natur freigemacht und sie durch die Vernunft überwunden hat. Wenn er imstande ist. ohne Rücksicht und Beziehung auf seine eigene Person eine Sache um ihrer selb st willen zu tun, dann und nur dann hat er sich von der Natur befreit und besitzt wahre Geistigkeit. Es ist nun aber eine leider nicht wegzuleugnende Tatsache, das; bei einer großen Anzahl geistiger Arbeiter diese Voraus sehungen nicht zutreffen. Erleben wir es nicht täglich, dah auf allen Gebieten der Kultur, in Politik. Kunst und Wissen schaft eine gewisse Gattung sogenannter Intellektueller sich breit macht, der die geistige Beschäftigung nur ein gutes Mittel zur Erreichung ihrer persönlichen Zwecke ist und einen erwünschten Vorwand abgibt, um ihrem Ehrgeiz, ihrer Eitel keit und Selbstgefälligkeit die Zügel schießen zu lassen? Diese Leute, die des wahren Geistes keinen Hauch verspürt haben, vergessen, dah man noch lange nicht geistig ist, wenn man allenfalls „geistreich" genannt werden kann. Es ist nicht jeder schon deshalb ein Faust, weil er Wissenschaftler ist; mancher bringt es nun einmal nicht weiter, als zum Wagner. Wir sehen dann, statt begeisterter Idealisten fanatisierte Ideologen, welche die Natur da draußen nicht den ewigen Gesetzen der Vernunft, sondern, den zeitigen Gesetzen ihrer eigenen Natur unterwerfen wollen. Damit aber haben sie sich nicht, wie sie irrtümlich annehmen, von der Natur b e - freit, sondern nur von ihr entfernt. Nicht der ist geistig, der sich ü b e«r die Natur erhebt, sondern der sich a n ihr erhebt. Es' ist in kultureller Beziehung von entscheidender Be deutung. dah die Allgemeinheit dahin erzogen wird, wahre und falsche Geistigkeit klar unterscheiden zu lernen. Sie wird dann in der Lage sein, den reinen Idealisten vom gerissenen Schlagwortverfertiger zu unterscheiden, und wird erkennen, dah sich oft genug unter der Maske tiefer Geistigkeit Hohlköpfe verstecken, die dem schlimmsten Egoismus huldigen und. bar jeder schöpferischen Idee, durch einen Schwall von Phrasen und durch blendende Aufmachung die Welt über ihre ciaene Minderwertigkeit zu täuschen versuchen. Ob ihnen das lauf, die Dauer gelingt, ist letzten Eudes die über das Schicksal unserer Kultur entscheidende Frage. Gelingt es. so ist der ..Untergang des Abendlandes" unabwendbar. Gelingt es aber nicht, so werden sie vom Zorn der Völker hinweggefegt, und dann ist die Bahn frei für die allein zur Führung berechtigten wahren ■ Geistigen. Vermischtes. Friedrich Ebert und die Juden. Durch die Tageszeitungen, vor allein durch die jüdische Presse, geht gleichlautend eine Notiz über Friedrich Ebcrt's Stellung zur Iudenfragc. Ein Brief des verstorbenen Reichspräsidenten wird abgedruckt, in dem er „gegen jede antisemitische Verhetzung und jeden Versuch der Erregung eines Judenhasses" Stellung nitnmt. Auf Grund solcher Aeuherungen stellen manche Blätter fest, Ebert sei .'.ein Hort gegen den Antisemitismus" gewesen. Nach der Aussage des Abgeordneten Heilmann im Barmat-Ausschuh des Preuhischen Landtages hat Eoert vor nicht allzulanger Zeit, als ihm Herr Barmat einmal besonders stark auf die Nerven fiel, über ihn eine abfällige Aeußerung getan, in der auch das Wort „Jude? vorkam. Herr Barmat soll, immer nach der Aussage des Herrn Heilmann. gerade diese Aeuherung ühelgenommen und demgemäß von weiteren persönlichen Annäherungsversuchen an Ebert abgesehen haben. . Es ergibt sich somit: Man kann Sozialdemokrat und ein „Hort gegen den Antisemitismus" sein, trotzdem aber für den Widerwillen gegen eine gewisse Sorte ostsüdischer Geschäftemacher nur genau die gleiche Ausdrucksform finden, die sonst bei Juden als untrüglicher Beweis ..antisemitischer" und — selbstverständlich — „reaktionärer" Gesinnung gilt. Man stelle sich vor, dieser Reichspräsident, bätte nicht Ebert geheißen, sondern etwa Iarres, Held oder selbst Mari, von Ludendorff gar nicht zu reden. Es ist nicht auszudenken'. Oder doch? Aber cs ist ja so peinlich, einen Gedanken zu Ende denken zu sollen. Zumal wenn an diesem Ende womöglich die Versuchung stebt, liebgewordene Schlagworte und Klischee-Vorstellungen über Bord zu werfen. 'Raas «ns die Kartoffeln 'rin in die Kartoffeln! «Drei M-eldungen der I. T. A.) 1. Der Vorstand der Berliner Jüdischen Gemeinde beschäftigte sich in seiner Sitzung am 24. März mit einem Antrag, zur Feier der Eröffnung der Hebräischen Universität in Jerusalem eine Begrühungskundgebung zu senden. Von den sieben Vorstandsmitgliedern waren fünf anwesend. Der Antrag wurde mit drei gegen zwei Stimmen a b g e l e h n t. 2. Die Rep r äsen tornte n v e r samm lu.n g der Berliner Jüdischen Gemeinde hielt am >30. März ieine Sitzung ab. in der sie sich mit dem von der Jüdischen Volks- Partei ausgehenden Antrag, die Eröffnung der Hebräischen Universität zu Jerusalem offiziell zu begrüßen, befaßte. Bekanntlich hat der Vorstand . . . einen Antrag, dse Hebräische Universität zu, begrüßen, abgelehnt . . . Die Repräsentanten, versammlung hat nunnrehr von dem ablehneinhen Beschluß des Vorstandes kqne Kenntnis genommen und ihrerseits beschlossen. ein in roarmen Tönen geholfenes Beg'rüßungstelegramm . . . nach Jerusalem zu senden. Vorher hielt der Vorsitzende der Repräfentasttenoersammlung. Herr Nr. Stern «Liberal! Dije sSchriftl.s. eine große Rede, in der er die B e d e u t u n g! d o r H e b r ä ischen Universität in Jerusalem und! ihfes Juda i st i scheu Institutes eingehend würdigte^ 3. Unter dem Eindruck der Kundgebung der Repräsen tantenvcrsammluiig ... hat der Vorstan» bdr Gemeinde seinen vor kurzem mit drei ■ gegen zwei Stimmen gefaßten Beschluß, die Hebräische Universität nickst zu begrüßen, aufgehoben und sich der Begrüßung durch die Repräsentantenversammlung an g e!s ch l o s s e n. Der Eentral-Verein und das „Naumann-vütidnis". n In Nr. 14 der C. V. - Zeit u n g vom 3. verwahrt sich Herr Nr, Holländer gegey Zionistischen Vereiniguna aufgestell der Eentral-Verein habe für die-Wahlen zum ein Wahlbündnis mit unserem Verbände g Herr Dr. Holländer hat recht. Ein W i st von dem Eentral-Verein nicht schlossen worden, dagegen in z i r k e n mit den Z i o n i st e n. s e l b st.- gruppen des Eentral-Vereins haben auf Hauptvorstand ausgegebene Parole «„Keine Liste, üuf der ein Zionist steht!"» einfach gepfif E i n l, e i t s l i ft c n mit zionistischer den Wablakt „überflüssig" gemacht und so fühlenden Wähler ihres, Bezirks un recht ge-prellt. Mit „schmerzlichem Bedauern" stellt Herr fest, mit welchen Mitteln die Zionisten „heute Wir wissen, daß er selbst durchaus deutsch dürfen wir gewiß, sein, daß kr das undeutschf widrige Verbalten der erwähnten OIrtsgrupge eins nicht minder ..schmerzlich bedauort". di e La e chlchf ah m a n Meh che Stimtzne en. et die ih Hi seiner Verwahrungserklärung! entgegen unser, äußerten Wunsche uns wieder einmal „Na u nennt, können wir nur „schmerzlich bedauern Mitglieder des Eentral Vereins durchaus n cht rianer" sein wollen Der „Sturm im Wasserglase' b-e Hilfst, «ep 1 di« So nennt mit Recht die I ü d i s ch - L t u n g die von den Zionisten und ihren H großem Geschrei geforderte Debatte in der Versammlung der Berliner Jüdischen Gemeinde Wahlplakat zu Gericht sitzen sollte. Mast haß e S aber geerntet wurde nur ein Lüftchen, an dech se nicht viel Freude gehabt hätte. Der «inner klärte: Der 'Porftanb mifcMQiät. dotz bei der Wabl Mir verband von verschirdenen C"ite" (!) m t iituulfttfijen TOitJh 9z erachtet Insbesondere oW unznliiisia flnfluff *, auf öff'itiliAai Antchlag. Dee Korst«' d itt jedoch nicht in Äeb auch solcher Kampfmittel einzIischreiten. Und die Versammlung beschlöß: Die Rrvrilsrnlant-ndrrsamml,,»» k>eda»rrt, . bofi bte »»iitfl zur SInSlraair’R tune'jübllcfirr flftmrfr venutzi im tm. *>n!*t*brnt!pti den Lüiwmt zurück, dntz tn bet Wcmdnbi herrschen. April 1925 e von der Behauptung, idesvrrbano en. bündnis t unsg e dien B e rere, Orts von seinem für eine haben durch e i l i g u n g deutsch r Wahl l>r »oc, ühli u n d m |m a ttb Holländer kämpfen. Deshalb disziplin seines Ber oenn er in vielfach ge n n i a n e r" ß so viele „Hollände da i'ndev Breul i< ein nze Ll I er Ans,!,! jka» i Ei ni Welch lächerliches Mäuslein, das hier gebof. Aber die Herren Alljuden batten auch sonst bch di nicht viel Glück. 2n der Debatte wurden ihyen Liberalen recht kräftige Wahrheiten gesagt. " Unwahrheit, die ihre Berichterstatter zunächst zu versuchten «der Liberale Herr Rechtsanwalt Sterr geblich unserem Verbandsvorsitzcnden Nichtjeinb troffener Abreden vorgeworfen Habens, mußte! auf des Herrn Stern schleunigst zurückgenomineni w Pech!! - Unser Vorstand hat an den Gemeindevorstan! folgende Schreiben gerichtet: . , Durch 3<<itiiito4brri<fi 9 baden wir^von dem Verlaus! der fttznng v'M ft d Mt» Kenn'nis erbalten Wir b m 'ken dazu l D"r Vorftand bai in fritier (ftfiA-nna selbst a"e»ka! in, der Lage ilt. gegen den Gebrauch brsttmmier Kanipsminei i esnz, schreiten Wir ireiev dieser Ilnflossnn^ pej >md Zellen dorÄ> datz 'S nud) nicht S'chder M-meindetörverschakien Ift an nnzelner Pa trien und G-upp n Kritik ni Sven Vlnsgvden gemeinden sind in dem Gesetz üeer die RchtSverdältmsse her I> genau b.ftimmt von einer Befugnis, Zensuren zu ert r a I e Z er ölkern mit äsentanten über unser Sturm gesät, bst Basilio orstand er scheu LandesarMmvik wurde. ^Personen dlirch ge. gegen den lagsüulen al» Sie weift mit «löse en wurche! iösern Anlaß >on einigen ' e sachliche verbreiten sollte an- Utunq ge Verlangen drden. Viel das nclchl!lepr^sentonten folgendes: fe er nicht in Vab'k^mpsen der binonlest. >em veibalt-n »er ky"agoaen. T dril in Prentzen 'Neu, findet l

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