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Der nationaldeutsche Jude · 1925-04-01 · Nr. 4 (April 1925) · p. Seite 6

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
1925
Issue
Nr. 4 (April 1925)
Date
1925-04-01
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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DeutTcbtum und Judentum. *) > Bon Charlotte F rä n ke l- Ei s n e r. III. schon vor der Gründung unseres Verbandes gab es innerhalb der deutschen Judenheit eine „Zentrale" deutscher Bürger, aber sie entwickelte sich nicht zur Erfüllung ihres eigenen Kerngedankens. sie glitt von dem guten, ihr bestimmten Wege ab, vielleicht weil dieser Weg gar zu steil und schwer ist. Der Gedanke wurde nicht Tat. sondern nur „Verein". Ein sensibles Ohr vermöchte wohl schon aus dem Namen: „Eentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" die Philiiterseele herauszuhören, zu der ein von Haus aus grober Gedanke sich hinabbog. Aber das Echte Iaht sich auf die Dauer Nicht unterdrücken. Wenn ein „Verband nationaldeutscher Juden" erwuchs, so iit es der geknechtete Geilt,' der sich aus dem „Centralverein" zu befreien sucht und vielleicht nur so lange einen sonderverband braucht, als das Philistertum über den Geist triumphiert. Der Gedanke aber will Tat werden.. Welches ist sie? — Um zu ihr hinzufinden, muh erkannt werden: leicht mitzveriteht der Mensch sein bestes streben und verirrt sich, so spricht man noch heute von „Assimilation" und. meint letzten Endes ein Durchdringen und Vertiefen der Wesenheit des deutschen Juden. Der verheitzungsoolle Antrieb aber zu solcher Vertiefung ward von einer nach Kompromitz schmeckenden Anpassung nach dem Schema des Kleinbürgers verschüttet. Im „nalionaldeutschen Juden" ringt dee Wille nach Verbrüderung geistigen Judentums mit deutschem^ Gefühl um Klärung, um »inst in voller Klarheit zu erwachen.- Der „nationaldeutsche Jude" iit nur der konzentrierte Ausdruck einer Konseqenz, die noch nicht erfüllt ist. —. — Der „nätionaldeutsche Jude" will So rm werden und s ch a k k e n im folgerichtigen willensstarken Gefühl für das Bleibende im Wechsel der Zeiten. Das. Bleibende aber sucht die Nation, um in ihr zu wurzeln. Man kann deutscher. Staatsbürger sein und braucht deshalb noch nicht deutsch zu fühlen, noch nicht gefühlsmätzig zu erfassen, was deutsche Nation heitzt. Man kann jüdischen, also ererbten, als Tradition gepflegten Glaubens sein, ohne wahre Neligion zu besitzen. Nation aber iit von Neligion » nicht zu trennen, sich dem Heimatboden verpflichtet fühlen,! geschieht nur aus religiösem Gemüte. Verworrenheit auf dem «»runde der Gemüter verwirrte auch das Vaterlandsgefühl in jüdinh deutschen Menschen, die sich entweder eine entlegene Nation erträumten oder träge > auf jedes. Heimatgefühl verzichteten. weil sie sich ihrer s e l b st im Vaterlande nicht mehr bewuht sind. Und doch erhöht das Heimatbewuhtiein jedes Menschen Lebensgefühl. Nach dieser Erhöhung sehnt sich im Grunde der deutsche Jude. Klares Gefühl tut not. Durch den Willen zur Klarheit in Gefühl und Han>».In aber iit der Gekennzeichnet, der sich heute noch nationaldeutscher Jude nennt, bis in gesunden Zeiten er sich deutscher Jude nennen mag. — Welches iit nun aber die aus Klarheit erwachsende Tat? Welchem gemeinsamen Ziel dient die Verbrüderung geistigen Judentums mit deutschem Gefühl? Es möge zur bescheidenen und doch so schweren Aufgabe werden, diese Tat hörbar zu machen durch das Organ des „nationaldeutschen Juden". Möge dieses „Organ" gleichsam ein Schallrohr werden, harrend, rtb ewige Güte es. zu einem Instrumente werden säht. Die Schlicktbeit unserer Aufgabe aber liege in dem Bestreben, verständlich aus eigenem Erleben den Grund zu legen für die Tat. die an ihrem letzten Wegziel nicht mehr unser ist. IV. „Ich fühle mich der Nasse nach jüdisch". — also bekennen die auf Deutschem Boden geborenen und erzogenen Juden. Was bedeutet das mir? Ein Etwas iit in mir. das mich von meinen deutschen Brüdern und Schwestern germanischer Abstammung unterscheidet. In meinem Blute leben meine Abnen. in meine Seele hat die Geschichte des jahrtausendealten Judentums leine Nunen eingegraben. Ich fühle mich Hz meiner Raiie verankert und habe das lebendige Gefühl: dieses [iit eine Aufgabe. Ich soll mich reinigen in meinem rassige» Verankertkein. soll das «lute vom Bösen scheiden, soll die Eitreme, die keine Nasse so wie die meine steigt, wie auf einer Wage zur Harmonie bringen. — Meine deutschen Brüder und Schwestern germanischen Stammes baden die gleiche Aufgabe in ihrer Art zu erfüllen. Sehen sie die Eitreme des Guten und Bösen gewaltigen Aurmatzes im Judentum ringen, so sehen sie sich ielbn darin wie in einem Spiegel. Nie rang Deutschland mit seinem Guten und Bösen so wie heute! Es gehört Mut und Selbsterkenntnis dazu, dem Mensck»enbruder des anderen Stammes lim gleichen Ningen die Hand zu reichen. Noch lind die sDeutichen anderen Stammes nicht so weit, noch ') Siche die leiden ersten Aufsätze und die Borbemeikinz in ‘Sr. 2 des Mitteilungsblattes Die Schriflleitung. bringen sie den Mut zu sich selbst niA auf und hassen lieber di« Andersringenden, weil sie im Spiegel des Judentums sich nicht sehen wollen! —! Und wieder bekennt der Mensch als das jüdische Kind seiger deutschen Zeit: ich wandle durch , meine Vaterstadt, die mich gebar — und liebe sie. Ich kann nicht anders. Strahen und Platze, der Kranz der Vororte,! alle von Erinnerung getränkten Stätten meiner Kindheit (liebe ich. bin mit, dieser Liebe geboren, ja selbst die für mich! erinnerungslosen Stätten meiner deutschen Eltern sind meinem Gefühle nicht fremd. Mir ist. als sei ich immer mit dgbei gewesen. Ich lernte lesen und schreiben und finde mich' nun mit dem Ausdruck meines Wesens in der deutschen Sprache heimisch, gleich als sei auch sie mit mir geboren. Selbstverständlichkeit iit es mir. mich in den Geist der deutschen Bücher zu versenken, ihrem Rhythmus zu lauschen, bis mir der Mensch entgegentritt, der hier sein Ich in der gleichen Sprache verewigte, die meinem Herzen teuer ist. Die deutschen Genien liebe ich im Stolz auf mein Vaterland, der deutschen Romantik steht Me eigene Seele nahe. Lerne ich Sprachen anderer Länder, so schätze ich. sie, ja ich kann der hebräischen Sprache ein Gefühl ehrfürchtiger Liebe entgegenbringen, denn sie ist die Sprache des Alten Testaments und rührt eigenartig erinnernd gn meine Seele. — aber es lätzt mich herzenskalt, dah heute »in einem modernen Palästina jüdische Gassenbuben sich auf' hebräisch katzbalgen. Die deutsche Sprache kann ich weder schätzen noch genietzen, denn ich lebe ja mit meinem Wesen schaffend in ihr. sie ist ein Teil von mir. ich bin ein Teil von ihr. So bin ich mit ihr verwoben wie mit dem deutschen Lande und der Stadt, die mich gebar, so bin ich — ein Teil der Erde —. wie die Wissenschaft längst erkannt hat. mit ihr da verwoben, wo ich geboren bin. auf deutscher Scholle . so bin ich verwoben mit dem ewigen Geiste da, wo ich fühlen und denken lernte, im deutschen Geiste -und Vaterland! — So sage ich nun: Die Ungleichheiten meiner Rasse dem ewigen Geil r anzugleichen, aus dem wir alle geboren sind —, solhes ist mir und jedem Einzelnen geboten im deutschen Volke, dem jungen, das Ungleichheiten dem ewigen «'»eiste anzugleichen sich mühen mutz und wird, das ja heute nur noch nicht weil;, wie einst sein Völkischsein, von Hatz und Pirteisinn befreit, kein anderes Ziel im Herzen trägt als diqjes, Juden und Deutschen gemeinsame: Gott im Menschen zu erkennen und den Menschen in «'»ott. So ist denn die deutsche Nation der gemeinsame und be grenzte Böd» n solchen Sfrebens. Bedingte und notwendige, nie zu verlas «nde, nie zu verleugnende stätte — überschätzt sie sich doch licht, da sie auch den Heimatooden nur zu Lehen hat, um vor ihm aus das allen Völkern gemeinsame Ziel weit jenseits der Grenzen des Landes und der Nation zu erreichen. Am Streben nach dem starken, wahren und tragenden Weltbilte allein können das geistige Judentum und der deutsche Gesti Einigkeit lernen. Dieses sei ihre Tat. Der Unterschied Rassen bedeutet nicht Trennung, vielmehr die Brücke zir gemeinsamen Aufgabe. Sich zureinigen im rassigen Verankertsein, sein Gutes vom Bösen u scheiden mit dem Werkzeug der — Deutschen ‘ und Juden gemeinsamen — „Lehre" von Gott und Mensch. wie auf einer Wage zur Harmonie zu bringen, weltverbrüdernde Tat des geistigen Judentums schen Geistes. > die Eitreme dieses sei die und des deu Zu alle» Beschäftigunc Immer habqi Arbeit als Achtung gezl, Kultur keine ° als die vor ist für geleljr der kenntni gegen. Das dingungslose ständen eine ist daher im worin diese^ Sie beit zu unterscheidsei müssen es llnterschied Man ist schäftigung Es ist sedock dauernd gestli Malere und faUcke Geistigkeit. Von Arthur Joseph. B>ir letze» mil diesem StrliW die burrf, Mt An'sütze von mofmbrrj m>i> Prhser in Ne. 2 und 8 des MiueUunsttblalltk ei >otl. iitt »u»ideacht foit Die Sd)tifllriiuiia Zeilen ist die steigende Bewertung geistiger ein Zeichen fortschreitender Kultur gewesen, n die Völker hoher Kulturstufen die geistige üe wertvollste anerkannt und ihr die höchste »Iit. Von dieser Regel macht unsere deutsche Ausnahme. Auch bei uns gilt die Geistesarbeit nsrhmste. Namentlich der Mann aus dem Volke te Darlegungen sehr empfänglich und bringt reiche» Autorität ungemessene Ehrfurcht ent ist gut so. und doch birgt eine derartige be Hochschätzung der geistigen Tätigkeit unter Um schwere Gefahr für das Volksganze in sich. Es Interesse unserer Kultur notwendig, zu zeigen, »befahr besteht und wie ihr zu begegnen ist. ^ht. kurz gesagt, in der Unfähigkeit des Volkes, n zwischen wahrer und falscher Geistigkeit. Wir her als:eine ernste Aufgabe betrachten, diesen gjenau zu präzisieren. nur „allzu leicht geneigt, Geistigkeit und Be il geistigen Dingen ohne weiteres qleichzusehen. keineswegs sicher, datz ein Mensch, der «ich g beschäftigt, auch wirklich geistig ist.

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