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Der nationaldeutsche Jude · 1925-04-01 · Nr. 4 (April 1925) · p. Seite 5

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
1925
Issue
Nr. 4 (April 1925)
Date
1925-04-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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lautet: „ES war gar nicht Finmal,in erster Linie daS Bestreben, unter fallen Umständen Geschäfte zu machen, als vielmehr die Erkenntnis, daß daS Wort den Geist eines Volkes in hcchem Maße zu beeinflussen imstande ist". Diese profundes Erkenntnis veranlaßte also die deutsche Judenheit, sich der Presse und deS Verlagswesens zU bemächtigen. um daS deutsche Volk mit jüdischem Geiste zu vergiften. Ich stutze! Wie? Sollte die von Lynkeus so herb verurteilte Courths-Mahltr etwa in einem jüdischen Verlage erscheinen? Aber ich finde dje Namen ihrer Verleger nirgends in dem Buche aufgeführt. Nun gleichviel, Lynkeus ermahnt den Sortiments-Buchhandel. der heute noch im wesentlichen in den Händen von Deutschen sei, sich gegen eine Lieferungslperre jüdischer Verleger zu schütz »n, — aber warum denn eigentlich, wtnn diese doch nichts anderes beabsichtigen, als daS deutsche Volk zu vergiften? — Und fordert in erstaunlicher Logik zugleich die deutschgesi inten Bücherkäufer und den deutschen Buchhandel auf. das Irdentum dein, Absatz seiner Bücher auf jüdische Kreise zu beschränken. Nach Erledigung des Grundsätzlichen beschäftigt fick der Verfaffer in einem besonderen Abschnitt mit dem „schönte isienschaftlichen Verlag", natürlich dem jüdischen. „Die Konjunktur wird ausgenutzt oder auch erst geschaffen: die Neuigkeit »jagd kultiviert, welche dahin führt, daß ein Buch, wenn eS ein halbes Jahr alt ist. schon ins alte^ Eisen geworfen mird." Nein, diese jüdischen Verleger! Ihr Idealismus überschreitet alle Schranken! Sie selbst sorgen dafür, daß ein Buch, das sieben erst mit großen Kosten hcrousgebracht haben, möglichst j bald ..ins alte Eisen geworfen wird"! Am gefährlichsten — sagt Lynkeus — seien diejenigen jüdischen Autoren, „welche sich des Deutschtums als eines' Mimikri (!) bedienen". Nachdem ■ er dann noch einnial eindringlich vor Büchern aus jüdischen! Verlägen oder jüdischer Herausgeber gewarnt hat; — offenbar hat, er seine Furcht vor einer jüdischen Lieferungssperre inzwischen überwunden — bringt er ein Verzeichnis jüdischer Verleger.! Ich finde darin: Georg Bondi. ' „Den Stern des Verlages bildet der Mreis der Blätter für die Kunst-. Dessen geistiges Haupfl, Stefan George, ist! wohl kein Jude, aber das Judentum spielt in seinem Kreise eine unverhältnismäßig große Rolle . . . Als besonders taktlos muß es gerügt werden, daß sich der jüdische Verlag Bondi nicht scheut, auf Einbänden der Bücher seiner jüdischen Autoren das arische Heilszeichen des Hakenkreuzes anzubringen." i Man beachte das „wohl", mit dem zwar Georges unjüdische Herkunft zugegeben, aber doch leise und unangreifbar angezweifelt wird. Und dann den Schlußsatz! Vor mir liegt ein Buch des Verlages Bondi aus dem Jahre 1 y 1,6, das bereits mit dem Hakenkreuz geschmückt ist. Armer, überaus gründlicher Herr Lynkeus, ist es nicht grauenhaft, daß die deutsch-völkische Bewegung als arisches Heilszeichen das Verlags-Oinament eines jüdischen Verlegers gewählt ha»?l i Unter der Rubrik: „Buchhandlung Vorwärts. Paul Singer" wird die längst widerlegte -Verleumdung wiederholt, der verstorbene Reichstagsabgeordnete habe einer Angestellten geraten, ihren Hungerlohn dadurch aufzubeffern, daß sie als Dime auf die Straße gehe. Die Deutsche Verlags-Anstalt wird als jüdischer Verlag bezeichnet, weil der Direktor der Berliner Filiale Adolf Löwenstein heißt, und weil der Verlag Egon Fleische! (Cohn) in ihr aufgegangen sei. Einen längeren Abschnitt widmet der Verfaffer dem Berlage S. Fischer. Unter seinen 170 Autoren seien etwa ein Drittel Juden. Er nennt unter anderen: Gabriele d'Annunzio (Rapvaport) und Bernhard Shaw.! Ob diese beiden in Wahrheit Juden sind, kann ich nicht feststellen.*) Aber daran tann freilich kein echter Deutscher zweifeln, daß diese beiden durchaus unfähigen Ausländer nur durch Juden in Deutschland heimisch werden konnten. Welch ein Glück für uns, daß wenigstens Oskar Wildes unjüdische Herkunft unbestritten ist. — Lynkeus begnügt sich ober nicht nur. die jüdischen Autoren des Verlages S. Fischer (Wassermann. Rathenau, Döblin usw.) an den Pranger zu stellen, er fügt auch hinzu, „daß auch die 66°/, Nicv'juden des Fischrrichen Verlages zur Hälfte Leute find, bei denen cs angebracht ist. das Wort deutsch 'in Gänsefüßchen zu setzen." Ist Herr Lynkeus ebenso tapfer wie wahi heiistiebend? Wagt er nicht, die beiden Größten des Verlages zu nennen, die Jüdinnen geheiratet haben? *) Unseres Wissens sind beide nicht jüdischer Abstammung. Die Schriftleitung. Die Verläge Georg Müller, Erich Reiß und Kurt Wolff verfallen ebenfalls dem Verdikt deS Berfaffers. Man streiche die Werke, die ihre Herausgabe dem Verlage Bondi. Fischer, Georg Müller, Erich Reiß, Kurt Wolff und der Deutschen Verlagsanstalt verdanken, und man wird eine Vorstellung bekommen vorn dem Ideal deutschen Schrifttums, das dem dunklen Warner vorschwebt. Kein Zweifel! Rudolf Herzog würde dann sein Gigantenhaupt bald einsam* in den leeren Raum heben, und die Welt würde erschüttert diesem großen, deutschen Genius huldigen. — vorausgrfM natürlich, daß die Juden nicht auch hier wieder hindernd in' den Weg treten. Für den-Verband nationaldeutscher Juden ist die Bemerkung erheiternd, die dem Verlage Albert Goldschmidt gewidmet ist: „Verlegt die Schriften des Verbandes nationaldeutscher Juden, die Gründung einiger Ideologen, welche die Quadratur des Zirkels anstreben. Denn ein Jude gehört eben nicht zur deutschen Nation, auch wenn er's selbst glauben wollte". — Sagt der gründliche und wahrheitsliebende Herr Lynkeus. In dem Abschnitt über den fachwifsenschaftlichen Verlag werden besonders die Juristen und Medizine^hart mitgenommen, weil sich die Juden in piesen Wifsenschaftsnleine feste Position" geschaffen hätten. Selbst wenn einmal ein Verlag auS jüdische» Händen in deutsche übergehe, so sei das insofem belanglos, als dadurch der Charakter deS Verlages, der sich, doch in seine» Lerlagswerken aussprech«, nicht berührt werde. Aber Herr Lynkeus! Hängt denn der Charakter eines Verlages nicht von dem seines Besitzers ab und trauen Sie den „Deutschen" so wenig Festigkeit zu, daß auch sie fortfahren werden, das beiitfcfic Volk mit jüdischem Geiste zu vergiften? Sehr bedeutsam sind des Berfaffers Bemerkungen über die Medizin. Deren Lehren seien durchaus auf die Bedürfiriffe des Judentums zugeschnitten. Bitte, kein Kopfschütteln, so steht es wörtlich im. Menetekel. Und weiter: „Die Gefährlichkeit der Reizgifte (Alkohol, Kaffee. Tee. .Nikotin) lvird fast stets unterschätzt, die Gefahr der geschlechtlichen Enthaltsamkeit maßlos übertrieben, die Fleisch- und Eiweiß-Diät als für das Gedeihen deS Menschen notwendig hingestellt, alles Dinge, gegen die sich das unverdorbene Empfinden des deutschen Menschen sträubt". — Ach. diese Juden! Wer wüßte nicht, wie leidenschckftlich sie dem Alkoholgenusse fröhnen! Ach. diese fleischfressenden Juden! Aber Herr Lynkeus. nennt man nicht in Rußland gerade die Deutschen: Wursteffer? Und wer hätte geahnt, daß Voit und Rubner ihre Lehren auf die Bedürsniffe deS Judentums zugeschnitten haben! — „Noch schlimmer ist die wüste Lehre der Psychoanalyse, welche ein Monopol des Judentums ist (ein Deutscher würde sich ln den Jrrgängen dieser Lehre garnicht zurechtfinden)". Wirklich? Vielleicht, wenn der Verfaffer des Menetekel einmal einige Minuten Zeithat. prüft er die Namen derer, die sich mit Psychoanalyse beschäftigen. Er wird dann zu dem Ergebnis kommen, daß er die Faffungsgabe einiger Gelehrter, die auch er nicht für jüdisch erklären kann, unterschätzt hat. — Aber genug davon! Der Verband nationaldeutscher Juden hat sich in harten Kämpfen das Recht erworben, wirklich undeutsche Eigenschaften deutscher Juden zu geißeln, und macht 1 von diesem Rechte Gebrauch. Er weiß, daß es im deutschen! Schrifttum jüdische und nichtjüdische Schädlinge gibt, die an! den Pranger zu stellen ein Verdienst ist. A b e r e r w ü n s ch t! nicht. Seite an Seite mit dem gründlichen und wahrheitsliebenden Herrn Lynkeus zu kämpfen. Gerade, weil dem Verband nationalbeutscher Judeno ft >genug Uncrbittlichkeit und selbst „jüdischer Antisemitrsmus" vorgeworfen worden ist, legt er Wert darauf, das Gebiet abzugrenzen, über das hinaus er ein Verständnis für seine Bestrebungen! webet erwartet noch e r - strebt. Was der Verfasser dieses „Menetekel" schreibt, ist ungefährlich; eS kann auf jeden htllbwcgs Gebildeten nur erheiternd wirken. Der Geist ab,er, aus dem er schreibt, ist gefährlich —nicht für die deut^. fchcn Juden, sondern für die deutsche Znfünft. Es ist der Geist besinnungslosen und veibohrtestcn HaffeS. der jede Wahrheit umbiegt, bis sie seinem Ziele dient, und der jede Gründlichkeit verabscheut, weil sie zu Ergebnisse» führen könnte, die den von seinem Haß antizipierten entgegengesetzt sind. Lohnt eS gegen solche Leute zu .kämpfen? Ich glaube, nicht. Es genügt, sie zu schildern. .

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