Der nationaldeutsche Jude
- Journal
- Der nationaldeutsche Jude
- Volume
- 1925
- Issue
- Nr. 3 (März 1925)
- Date
- 1925-03-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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bin Bekenntnis. Wir bringen die nachstehenden Ausführungen, die uns von einem Mitglied unseres Verbandes eingesandt werden, weil sie nns in mancher Hin- »icht bedeutsam erscheinen. Das; der Teil der . Ausführungen, der sich auf religiöse und parteipolitische Anschauungen begeht, lediglich die persönliche Auffassung des Verfassers wiedergibt und von einem Teil unserer Mitglieder »icht geteilt werden dürfte, bedarf eigentlich keines besonderen Hinweises; es zu erwähnen, erscheint nur deshalb geboten, um unseren Gegnern die Ver- ‘ drehung nicht allzu leicht zu machen. Als Gegenitück zu dem folgenden Aufsatz sei erwähnt, dah dem Schriftleiter dieses Blattes schon mehrfach von getauften Juden wörtlich gesagt worden ist: . ..Wäre der Verband früher gegründet worden, io hätten wir uns nicht taufen, lassen." Was über dergleichen Bemerkungen zu sagen ist, würde Hier zu weit führen. Jedenfalls erweisen sie, daß nichts falscher sein kann, als uns vorzuwerfen, wir führten unsere Mitglieder vom Judentum hinweg. Gerade der folgende Ansatz zeigt,'das; wir manchen beim Judentum gehalten haben, de.r ionit zum Difndentcntum cder zu einer anderen Glaubensgemeinschaft abgewandert wäre. Die Schriftleitung. Unter den Vorwürfen, mit cheneir unser Verband von jüdischer Leite, und nicht nur von sogenannten „Stockjuden", überhäuft wird, ist einer.- der mir ganz besonders ungerecht erscheint, dal; nämlich uniere Bestrebungen dem Judentum entfremde!» und den Uebergang zum Austritt vorbereitet; sollen, D'M dem nicht io iit. dafür bin ich ein Beispiel. Schotz vor de», Kriege hatte ich in mancher . Hinsicht mich im Judentum vereinsamt gefühlt. ,Die religiöse Leite bat für mich stets nur eine Nebenrolle geioielt, da ich in dieser Hiniickt unter dem Einfluh meines Vaters zu spinoziitiicher Auffassung neigte. In politischer Hinsicht bin ich schon'frühzeitig durch die Beschäftigung mit der beschichte und unter dem Eriifluh hervorragender Lehrer ru Anschauungen gekommen. die sich von den unter den Berliner Juden verbreiteten Anschauungen erbeblick unterschieden. Iit es doch eine Beivliiderheit des Berliner Judentums, die es allerdings mit grotzfn Schichten der Berliner Bevölkerung teilt, dah es in keiner Mehrzahl politisch radikalen Anschauungen zuneigt, wie es denn auch z. B. -von jeher in schärfster Opposition zu Bismarck stand, der von den damals wie heute verbreiteten Berliner Leitungen als Antisemit verschrien wurde. Wie wenig da? zutraf, davon können sich heute aus dem trefflichen Buche inneres leider verstorbenen Vorstandsmitglieds Ministerialrat Jöblinger alle überzeugen: denen durch Beweise beizukommen ist. Juden, die öffentlich für Bismarcks Politik eintrate». wie z. B. der hervorragende Jurist Goldichmidt, wurden in äbnlicher Weise.miszhandelt, wie es kürzlich Herr Breslauer bezüglich seiner eigenen Person mit bitterem^ Humor hier gekennzeichnet hat. — ' Mein Gefühl der Entfremdung und Vereinsamung steigerte sich infolge einer ganzen Reihe von Kriegs und Rachkriegsersch»>niingen. die. noch meiner Ueberzeuanng. -".f das tragische Schicksal unseres Vaterlandes von grohein Einfluh gewesen lind, und an denen zwar nicht ..die" Juden, aber Juden beteiligt waren: Es war ein deutscher J»he. der zu Beginn des Krieges in seinem haszerfüllten Pamphlet ., I'-iccu-,«:" die zur erfolgreichen ■' Verbreitung der Kriegsschuldlüge dienenden schlagworte vom deutschen Militarismus. ulw. geliefert hat. es war ein deutscher Jude «Haase), unter denen Führung sich im Reichstag die Gruppe bildete, die zuerst ^die Kriegskredite verweigerte, was meines Wissens in keinem anderen Parlamente, sicher nicht bei den Gegnern, vorkam. Es waren, nach dem Urteil eines unvarteiischen Beobachters, des holländischen Gesandten in Berlin, jüdische Kaufleute und Jntellektuelle. die vom zweiten Kriegsjahr ab anfingen, nach Trieben zu schreien und die Revolution vorzubereiten, es war ein deutscher Jude lOskar Cohn», der sich berühmt, die russischen Gelder zur Bolschewisierung Deutschlands -vermittelt zu haben, derselbe Mann, der die deutschen Heerführer im Untersuchungsaüssckuh von oben herab inauirierte, derselbe Mann, der in öffentlicher Versammlung erklärte, Deutschland sei einen neuen Krieg nicht wert. Es waren deutsche Juden, die in München an die Loitze der Räteregierung traten «Mühsam, Landauer. Toller,- Levin und Lewinel, es war ejii deutscher Jude iEisner», der jn den wichtigsten -Tragen der Auhenpolitik sich auf die Seite unserer Feinde stellte. Schlimmer als die Taten dieser Juden, die doch, so zahlreich sie leider waren, immer nur einzelne Erscheinungen blieben, war es, dah die jüdische Leffentlichkeit, Presse und Publikum, statt in gerechter Empörung diese Elemente zu brandmarken,- entweder für sie eintrat oder sie doch mit auherordentlicher^Milde beurteilte, offenbar, weil es sich um Juden handelte. Isst es'ein Wunder, -wenn alle nationalen nichtjüdischen Kreise „das" Judentum mit diesen Schädlingen identifizierte? Ist es ein Wunder. dah der Antisemitismus unter diesen Umständen einen nfe gebeuten Aufschwung nahm, ohne die Gerechten von den Ungerechten zu sondern? ' Was half es. dah ung^ählte Tausende deutscher Juden im Kriege nicht nur ihre Pflicht taten — das war ja selbstverständlich —. sondern vor dem Feinde wie in der Heimat hervorragende und anerkannte Dienste leisteten? Das war stilles Heldentum, es wirkte nur auf eine eng begrenzte Umgebung, in die Oeffentlichkeit, in die Presse drang davon nicht viel. Wenn man in jüdischen Kreisen auf die unheilvolle Rolle der erwähnten Juden hinwies, dann war man selbst ^T>er Antisemit". So erging es auch mir. Ich fühlte mich sMehlich dermahen isoliert und entmutigt, dah ich ernstlich mit der Versuchung kämpfte, aus einer Gemeinschaft zu scheiden, der ich mich entfremdet fühlte und für die ich glaubte nicht mehr einstehen zu können, so schwer mir auch ein solcher Entschluh geworden wäre zu einer Zeit, zu der diese Gemeinschaft mehr wie je angefeinoet wurde und eine Trennung als Fahnenflucht erscheinen muhte. Gerade als ein äuherer Anlah meine letzten Bedenken hinivegzurSumen im Begriffe war. wurde ich von einem hochgeschätzten Bekannten aufgefordert, mich bei per Gründung des Verbandes nationaldeutscher Juden zu beteiligen. Ich lehnte zunächst ab. weil ich nicht die Absicht hätte, einem jüdischen Verbände beizutreten. sondern im Gegenteil erwog, aus dem jüdischen Verbände zu scheiden, be schloh indes doch noch einmal abzuwarten, was der neue Verband erstrebte. Und nun erfuhr ich zum ersten Mal, dah ich mit meinen Anschauungen, die alle deutschen Fragen nach deutschen und nicht nach jüdischen Interessen beurteilt wissen wollen, dock nicht so vereinsamt unter den Juden sei, wie ick es bis dahin vermutet hatte. So ist es denn in Wahrheit der Verband, der es mir ermöglicht, der lHemeinschgft veiler anzugehören, in die ich geboren bin und der ich durch )ar Schicksal ebenso angehöre, wie der deutschen Ration. > '! Solche E leonisse sind niemals nur die eines Einzelnen. «er Ueberzeugung, dah der Verband, wäre er >et worden, manchen Austritt verhindert hätte. R. P. utzd ich bin früher gegrün Der Zion mus auch im A fort. In Ler dem Oberrabhi gegeben, in Italien einea lich schiebt er reien „einer g In etwas w! de,»' wenn wir 10. F e b r u a; i o n i st i s ch in den, sich so Es Wirt teresse sein, -pulsieren N'tät ist dies streindlä t i e r t e r I |bie o st i ü d r» nicht Fällen gelüst einheimischer die jüngste jüdischer S Tätigkeit, fühlbare hat Wir zwe disch-zionistisch rken wird n^t'onal-italier Vaterlande r dem Zusckriftst stellten Resultc t In Beuth - stattgesunden. einige an d« Gefängnisstrafe Diese Ee^ Staatsgesetze, gegenüber der Hmgeoen me? aus Dolen nach Amerika Vermißtes. Jüdische Gesellschaft zur Verbreitung des Antisemitismus im Ausland«. SINUS setzt seine Bemühungen, den Antisemitisuslande überall einzuführen, nunmehr in Italien Monistischen I. T. A. wird eine Unterredung mit ner von Rom. Professor Sacerdoti. wiederlck:r der Rabbiner darüber klagt, dah auch in ütisemitische Bewegung sich geltend mache. Ratürhie Schuld auf die Faseisten-Partei, auf Treibe ewissen Presse' usw. — tout comme chez nous. ofndere Beleuchtung werden die Vorgänge gerückt, n der Jüdischen Rundschau vom 1925 «Rr. 12) unter der Ueberschrift „D a s Leben in Italien" ein Schreiben lesen, pende bezeichnende Sätze kanden: für die jüdische Oeffentlichkeit nicht ohne In dah auch hier in Italien jüdisches Leben zu innt. Nicht nur bloher Imitation hzw. Kurio;u verdanken, sondern vor allem dem Z u st r o m bischer, zum Teil national-orienu d e n .... Bei alledem fohlen gewohnterweise scheu Studenten eine ein inerte - ssührende — Ralle, wobei es ihnen in vielen gen ist, den althergebrachten Gegensatz zu der Judensckaft glücklich zu überbrücken .'... Als Organisation dieser Art darf die „Vereinigung tjudenten in Mailand" genannt werden, deren der kurzen Zeit ihres Bestehens, bereits und befruchtende Resultate gezeitigt trotz if ein nickt ‘einen Augenblick daran, dah die oste Tätigkeit auch noch weiterhin „befruchtend" auf den Antisemitismus. Und wir wünschen den >lch kühlenden Juden, die es bisher in ihrem schlecht gestabt haben, dah sick die von eller der Jüdischen Rundschau in Aussicht geeihnen nicht allzu „fühlbar" machen möchten. nickt Voj, den „Brüdern aus dem Osten". en bat ein neuer Menschenschmuggel-Prozeh Eine Anzahl ostiüdisckier Importeure und Geschäftsbetrieb beteiligte Beamte sind zu n verurteilt worden. schäftsleute scheinen wenigstens „nur" gegen die aber nicht gegen ihre kaufmännischen Pstichten eigenen Auftraggebern verstohen zu haben. 1 bet di» I. T. A., dah jüdische Emigranten sturch Ostjuden unter der Dorspiegekimc'. sie schaffen zu können, nach Berlin und Paris!