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Der nationaldeutsche Jude · 1925-03-01 · Nr. 3 (März 1925) · p. Seite 7

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
1925
Issue
Nr. 3 (März 1925)
Date
1925-03-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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7 flefwft. nw viele tausend Dollar beschwindelt und dann hilflos Ilsen ge lat len worden sind. Weniger schlecht scheint «s den! Ostjuden in Leipzig zu ergehen, wo. wie die 3. T. A. Nntteilt, ..nach Berlin die grötzte oft jüdische Gemeinschaft in Deutsch i^l n d vorhanden »I - von hat ins Januur die Giundung eines „Oltjüdischen Vervänd » s" siaiigrfnndeM In dem Bericht der I. T- A. Heidt e» wüiilich weiter: „Radvin er O r. G o l d m a n il begrützte die Versammelten und wies auf die Gefahren hin. die dem Ostjuden in Deutschland drohe». Er versicherte, datz das Rabbinat den Verband stützen wird." Sollte dieser Herr llr. Goldmam, identisch sein mit dem Hauptvorstands-Mitgiiede des Central-Bereins. Zeichner des Keren-HaiestodAufnifr und Ergründer des „Wesens des Antisemitismus"? ««.Asien. Dem, lesenswerten Buch des Zionisten Eugen Hoes I ich „Die Pforte des Oltens" entnehmen wir folgende stellen: , Wenn wir. Zionisten, die unter Zionismus keineswegs die lendenlahme Rationalisierung einer durchaus irrationalen .. . Idee, wie sie das sogenannte Baseler Programm versucht, verstehen, wenn wir unsere Berechtigung verfechten, t in den Reihen der erwachenden asiatischen Völker mitzukämpfen, bringen wir das Zeugnis unserer Geschichte mit... Wir wollen zurück kehren — aber nicht als Europäer.. Aus dem Feuer aller Dornbüsche, aus den blutenden Sonnenaufgängen und aus dem brausenden Schweigen des Weltenraumes in den Nächten unserer Einsamkeit tönt uns der ungeheure Ruf entgegen: Asien! Und später: Panasiatismus — und also auch sein Teil Gedanke: der Zionismus I kann nie und nimmer «ache eines politischen oder wissenschaftlichen Kalküls sein, sondern immer nur Angelegenheit! der irrationalen, ewig weiter treibenden, einzig wahrhaft«» revolutionären Idee. Man könnte diese Sätz« für die Phantastereien eines Einzelnen halten, wenn nicht immer wieder von Zeit zu Zeit Nachrichten auftauchten, aus denen sich ergibt, datz der „Panasiatismus" doch heute schon eine entgegen der Anschaltung Hoeflichs durchaus politische und organisierte Bestrebung ist. Nach Meldung der 3. T. A. hat sich in| Schanghai ein „pro* i zionistische Gesellschaft" aus Chinesen. 3apanern,.Persern, Hindus und Moslemiten ge bildet, „deren Grundidee es ist, datz die 3uden nach Asien zurückkehren sollen, um als a s i a ri sches Volk unter den übrigen asiatischen Völkern ihre alte Heimat in Asien aufzu bauen." Besonders hervorgehoben wird, datz der Delegierte des Keren- Hajessod für den fernen Osten „sifrig an der Bewegung teilnimmt." Für unsere deutschen Zionistep. die nebenher eifrig deutsche Politik treiben, dürften derartige Aeutzerungen von einem gewitzen Interesse sein. Denn Deutschland-liegt doch immerhin noch in Europa, gewisse Teile von Berlin und Leipzig natürlich ausgenommen. Sucher lÄ-zu. Dir Juden von Krvnburg von Ernst Puschel. «E. W. Püschels Verlag. Neudietendorf. Thür., und Leipzig.» Ein leidlich unterhaltsamer Rontan mit stark philosemitischer Tendenz. Der Mut des Verfassers (der ihm übrigens schon «in paar von „völkischer" Seite eingeworfene Fenster, scheiben eingetragen hat» und seine freundliche Absicht sind zu loben, aber wird dieses Buch die Wirkung haben, um derentwillen es geschrieben wurde? . Wohl kaum. Püschel bedient sich einer allzu primitiven Psychologie, seine Personen sind wie die in den Romanen von Dickens schwarz oder weitz von Charakter. Run ist es gewitz, erfreulich, m einer Zeit des verruchtesten Antisemitismus es einmal gedruckt zu lesen, was wir 3uden und unsere Freunde eigentlich für prächtige, vaterlandsliebende und tapfere Gesetzen sind, aber wird dadurch die Ostjudenfrage, der Zionismus und der Barmatskandal aus der Welt geschafft?, tlnd beruht nicht unsere Hoffnung, den deutschen Antisemitismus einzudammen, eben darauf, datz seine Anhänger nicht, wie Pulchel sie schildert, fast ausnahmslos feige, ehrgeizig, gewinnsüchtig sind, sondern verirrte Idealisten. die geneigt sind, einen anderen Weg zu beschreiten, wenn es gelingt, jsie davon zu uberzeugen, datz es der richtige ist? Selbstverständlich gibt es auch unter ihnen gesinnungslose Schurken, politische Leichenfledderer, aber gerade diese werden das Buch, wenn sie es überhaupt lesen, mit einem hämischen Lächeln beiseile legen. Jene anderen aber — die Idealisten — werden den Kopf schütteln., denn datz ihre Gegner nicht durchweg so ffeckenrein sind wie die „Juden von Kronburg", beweist ihnen zeder Blick m irgendeine Zeitung, welcher Parteirichtung sie auch angehören möge. Püschel mag einer nicht minder <Mtz«qnen. r pnmilivei datz antisemitisch« Romane sich mitiven Psychologie bedimeni. Das ist fraglos richtig. Abe^ es ist nun einmal leichter. einen Damm. als den schon durchbrochenen wieder zu dichten, geringere Kunst, m i t dem Winde zu segeln,, ass Autzerdem wäre es töricht von uns Juden — von uns: nationaldeutschen Juden —, den G r Gerechtigkeit zu verleugnen. So wenig w datz man uns als einheitliche M a s se man uns verurteilt, ebensowenig d statten, datz man uns als einheitliche Wir bestreiten, schlechter zu sein als unser! Mitglieder, aber wir gestehen unbefangen zu. nicht besser sind. Nehmt uns als Mens ist unsere Forderung — und hört endlich ei als eine umkämpfte und zweifelhafte species g< zu betrachten. Gegen diese Forderung hat an jtotzen, und deshalb können wir uns seines rückhaltlos erfreuen, wie es seine freundliche hätte. Verbanäsnachrichten rtreteiider v wia Kurz l t jLupwig 1. München. Die Neuwahl des Ortsgruppen-Vorstanbes hat folgendes Ergebnis gehabt: 1. Vorsitzender Amts r k ch t e r Dn. Ernst T> i s p e k e r °, jl 111 o eh Vorsitze«der Rechts-n wall D r. Lu! mann, Schriftführer Rechts a n w a I Weih, stellvertretender S ch r i f t s ü h>r e r D r. Fritz B l u nr^kdOe l d. Kassen wa-rt Hände Isoer lreter Ludwig Untermayer. Alle Zuschriften sind an Dr. Ludwig K urzmann, O lt o str. jla zu richten 2. Breslau. Der neu gewählte Ortsgruppyi Vorstand setzt sich zusammen, wie folgt: Vorsitzender Handels gerichtsrat Franz B e e r e I. st e l I v «Ir t} e 1< n b « r Vorsitzender Dr. Wilhelm Perlsl Schrift- und Kassenwart KaufmannErich Freurid, stellver tretender Schrift- und K a ss e n wa r l Ä e ch 1 g a n wall D r. Xkrnst Moses, P r e s s e - D e z e r u c n t D r. R udolf Cohn. Alle Zuschriften sind c n Ine Orts gruppe ohne Personen-Bezeichnung nach K rä lisch? ne r stratze 8 5 zu richten. 3. Königsberg. Am 16. Februar fand eine Feier der Ortsgruppe anlätzlich ihres Gründungstages statt. Kach einem von Frau Rother verfatzten und vorgetragjenei Vorspruch folgte eine Ansprache des Vorsitzenden Dr. C0hn. Im An schlutz daran trug Frau Rother vaterländisch! Gedichte und ausgewählte Stücke aus d«r Bibel vor. Der stimmungsvolle Verlauf des Abends darf als günstiger Auftaktj für die Arbeit der Ortsgruppe im neuen Jahre ihrer Tötigkeil betracht«! werden. , 4. Rtdnerkurs. Der Revuerkurs findet.am 1). März, abends 8 Uhr zu C h a r l!o t 1 en b u rg. L nesebeckstr. 78^7 9 statt. Die Teilnehmer werden um möglichst pünkt liches Erscheinen gebeten. 3. Berlin. Am 12. Februar fand ini Ebe ihoiz-Saal des „Rheingolb" ein gut besuchter Mitglieder-Abeiv mit Gästen statt. Der Verbands-Vorsitzende Dr. Naumanst berichtete über das Ergebnis der Wahlen zum Verbands tag des preutzischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden upd die Erfahr,irgen des Wahlkampfes. An deitz Vortrag knüpfte sie» eine sehr lebhafte Aussprache, an der sich VerbandsMitr lieber und Däne beteiligten. . ' - Am 25. Februar fand im Logenhaus iKleiststr. 10) der Bach-Abend statt. Den einleitenden Vortag hielt unser Verbands-Mitglied, Herr D r. Wilhelm Karo. Er er läuterte in fesselnden Ausführungen das Wese» desrurdeutschen Musikers Iobann Sebastian Bach und besten Bedeu tung für die Entwickelung der deutschen Musik. Djer Vortrag wurde mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Tann folgte der musikalische Teil, an dem Frau Hermine Behn (Alt). Fräulein Senta Pinttte (Diolin-Virjtuosin», Herr Eugen Brieger (Bariton), Herr Ernst Pesch ei (Cello» und am Flügel HerrkWilhelmSchrl z mitwirkten. Die künstlerisch vollendeten Darbietungen ergabm chne vorzüa liche Uebersicht über das ungeheure SchaffepsgZuet Bachs und lösten stürmischen Beifall aus. v' L«r weitere Verlauf des Abends vereinigte > Mitglieder und Gäste zu einem gemütlichen Beisammensein, in dem für die Jugend auch der Tanz zu seinem Rechte kam. Für End« März ist ein Vortrag unseres Mtgl^des, Herrn Regierungsral Dr. Simon in Aussicht ^genommen. Es ergehen besondere Einladimgen. Wcgen Fortsetzung der Vortragsfolge „Vom Wese» d e s D e u t s ch 1 u m s" folgen ebenfalls besondere Nachrichten. Den Vortrag „Derdeutsche G e l e h r t e" hat unser Mil glied Herr Universitätsvrofessor D r. Mar i n n übernommen: Ider Vortrwg wird voraussichtlich Herrmann, im Herbst d. Ir. slattfmden^ Der Vorstand.

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