Mannheim
Compact Memory

Der nationaldeutsche Jude · 1925-01-01 · Nr. 1 (Januar 1925) · p. Seite 9

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
1925
Issue
Nr. 1 (Januar 1925)
Date
1925-01-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/6682492-5438640-5438768--011-4871236
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Zeter geschrieen halt e n. Das Ergebnis ist also, dah ein« durchaus verein zeigte Entgleisung vorlag. Sie ändert nichts an der Tatsache, i dah der ..Berliner Vokal-Anzeiger" sich grundsätzlich von antisemitischen Tendenzen fernhält. In diesem Wahlkampf, dem schärfsten, diessen ick mich aus meiner lanqjährigen iournaliitischrn Wirksamkeit entsinne, ist wohl in allen Blättern einmal etwas .durchgeschlüpft, was besser recht zeitig angehalten worden wäre. Jedenfalls weih jeder, der den „Lokal-Anzeiger" selbst und mcht nur das, was seine Gegner ihm »achsagen, liest, dah d<r »Lokal-Anzeiger" nicht „in Antisemitismus macht". Auch.ist der „Berliner Lokal- Anzeiger" kein deutschnationales Warteiblatt, sondern ein nationales, über den Parteien stehendes Blatt, das auf kein Parteiprogramm festgelegt if. Auch in dieser-, Hinsicht wird immer wieder dar Gegcnteil der Wahrheit behauptet. Und doch kan» er den Herren von der demo kratischen Presse unmöglich entgangen sein, dah wir im Wahlkampf grobe Leitartikel auch aus der Feder prominenter Führer der Deutschen Bollrpartei — so des Fraktionsvorsitzenden I»r. Scholz, der! Frau Rlara Mende u. a. in. — veröffentlicht und uns auch sonst für die Wahlinteressen der Deutschen Volkspartei mit ganzer Kraft zur Verfügung gestellt haben, fast genau wie die demokratischen Blätter für den Wahlerfolg des Zentrums und der Sozialdemokratie. Ich stehe persönlich, wie unseren T erdandsmitgliedern zum groben Teil bekannt sein wird, auf dem politischen Bode» der Deutschen Vollspartei, und da > ist mein gutes Recht als Staatsbürger, genau wie es las gute Recht anderer Verbandrmitglieder ist. Demokraten oder Sozialdemokraten zu sein. Darin allerdings unterschcide ich mich wie jedes Mitglied unseres Verbandes ohne Rücksicht auf die P a r t e i r i ch 1 u » g von manchen nnderen deutschen Juden und besonders von denen, di« in gewissen Zeitungsredaktionen ihr Wesen treiben, dah ich alle Fragen des öffentliche» Lebens in /e r st e r Reihe als Deutscher beurteile, dah sich nicht an ihnen solange herumschnüffele, bis sie sich auf die antisemitische Drehbank zwängen lassen, damit nur ja ihr« national^, ihre kulturelle, ihre geistige Bedeutung rasch in Vergessenheit gebracht werden kann. Wenn etwas dpzu (»eigetragen hat, die Iudenfeindschaft in Deutschland zur Lawine anwachsen zu lassen, ist «s diese Taschenspie er- Geschicklichkeit, mit der aus jeder deutsch e ti, Frage , ine jüdische hervorgezaubert; rmrd. Der „A n t i s e in i 1 > s - in u s". der angeblich aus einer vereinzelten R o t i z de s „B e r Ii n e r;V o f a l A nzeiger" herauszulesen war, ist belanglos gegenüber dem Antisemitismus, dsen das „Berliner Tageblatt" zwar theoretisch gegen sein Programm, aber praktisch durch seine seit Jahren betriebene Politik und I o u r» a l i st i l im deutschen Volke verbreitet hat, ganz zu schweigen von der „Vossischen Zeitung". in der zionistische und sozialistische Redakteure deutsch-demolrafisckie Politik treiben dürfen oder doch noch vor kurzem dunsten. Ein Wort nur noch scher die Geschichte von dem judenhetzerischen Dialog in einem Flugblatt, das in der Wahlnit bei Scherl gedruckt' und vojn hier aus verbreitet worden ist. Das Blatt des Central-Veiseins, das sich über diesen Vorfall pflichtgemäh aufgeregt hat, ist ja inzwischen durch eine Zuschrift von der unmittelbar beteiligten Stelle darüber aufgeklärt worden, dah hier lediglich ein privater Druckauftrag vorlag, mit dem weder der Verlag als solcher »och gar irgendeine seiner Redaktionein etwas zu tun gehabt hat. Die Zuschrift ist auch in der E.-V.-Zeitung abgedruckt worden, allerdings an fast unauffindbarer Stelle und in eineni Druck, der nur mit starkem Vergröherungsglas lesbar ist. Der Fall liegt also mindesttn,s so unschuldig wie das berühmte Vorkommnis mit dein Geschäftszirkular eines anderen Berliner 'Verlagshauses, das sich sofort, nachdem das Rhein land von Franzosen und Belgiern besetzt war. den Geschäftsleuten am Rhein auf das -Angelegentlichst« empfahl unter Berufung darauf, dah sei»! politische Haltung schwerlich zu Beanstandungen durch di« werten Feinde führen würde. Damals hieh es. ein 2lbteilungsvorsteher des Hauses Hab« eigenmächtig in dieser kom »romittierenden Weise gehandelt. ' der Verlag habe natürlich s »fort da» Nötige veranlaht. Mir ist nicht zu Ohren gekomnen, dah wegen dieses immerhin etwas schwierigeren Falles irgendwelih« Vorwürfe gegen einzelne Redakteure des beteiligten Verlages erhoben worden wären. Doch genug — ich rojill die Geduld der Leser nicht mihbrauchen. Mein Zweck war. zu erklären, dah und warum ich Redakteur eines politisch rechtsstehenden, aber n i ch t antisemitischen Blattes bin und trotzdem «in besserer Jude zu sein glaube als viel« meiner jüdischen oder ehemals jüdische» Ankläger. Das Blatt, dessen Redaktion ich nun schon seit 30 Jahren angehöre, ist geiwissen Herrschaften wegen seiner nationalen Haltung und wegen seines Einflusses,- namentlich in der Berliner Bevölkerung, ein Dorn im Auge. Und an mir persönlich haben sie mancherlei auszusehen, weil ich als nationaldeutscher Jude nicht jeden antifemiten-riecherischen Unfug mitmach«. der für manche Leute nun einmal als einzig zulässiger Beweis für Festhalten am Judentum gilt. Ich bi», wie deutsche Soldaten im Kriege zu lagen pflegten, „Kummer gewöhnt" und werde auch darüber binwegkonnneu. Meine Pflicht als nationalgesinnter Deutscher jübischen Glaubens werde ich nach wie vor tun. unbekümmert um Denunziationen aus jüdischem oder nichtjüdischem Lager., ~ _2*_ 6cbo der presse. Wir bitten - um Uebersendunq aller unser« Bestrebungen betreffen - - den Zeitungsausschnitt« unter An gäbe des Datums und der Partei Dichtung. Die Schriftleitung. Deutsche Hochschule (Zeitschrift des B. fL.) Dezember 24. Abdruck des Artikels „Wer ist Assimilant?" von l>r. Rosenberg aus Nr. 3 unseres Mitteilungsblattes mit zustimmender Vorbemerkung. Summary of Events of Jewish Interest (Amerikanisches Sammelorgan für Nachrichten betreffend Juden in aller Welt». i November 24. Mitteilung über den i Tod unseres Mitgliedes Ministerialrat l»r. Iöhlingrr,. entnommen aus unserem . Mitteilungsblatt. Jüdisches Wochenblatt «Orthodoi» 27. 11. 24.- Sachlicher Bericht über die öffentliche Versammlung in Breslau. Ferner Berichtigung der in einer früheren Nummer enthaltenen falschen Angabe, dah der Sozial demokrat Erich Köhrer getauft sei.! Hallesche Zeitung (Deutschnational» > 27. 11. 24. Bericht über das Auftreten Georg Bernhards im Wahlkampf. Zitat aus. unserem Mitteilungsblatt detreffend die Aeuherung Bernhards: „Als Juden können wir zu den Wahlen nur eine jüdische Stellung einnehmen." -> Berliner Börsen-Zeitung «Parteilos, national» i 30. 11. 24. Aufsatz von l>r. Naumann: „Die Iudenfrage im' -Alpenverein." i Anhalter Anzeiger (Amtliches Organ» > 30. 11. 24. i Inhaltsangabe der Broschüre „Von deutscher Zu kunft" von vr. Naumann.! Deutscher Wille (Nationale Zeitschrift» 1. 12. 24.. Besprechung derselben Broschüre. Stichprobe,- „Die Worte sind würdig und ehrlich, -und die Gedanken 'sind. wert, von vielen Deutschen verarbeitet zu werden." Deutsch« Allgemeine Zeitung (Parteilos, national) 1.12.24. Abdruck einer Zuschrift von I>r. Naumann „Die Donaulandfrage im Alpeiivereiii". Protest gegen die Darstellung, datz die Sektion Donauland -selbst die Schuld an den -Schwierigkeiten im Alpenvertin trage. Hagener Zeitung (Deniokratisch», 1 4.12.24. Inhaltsangabe der Broschüre „Vän deutscher Zukunft". 1 > Schlesische Zeitung «Deutschilational» ,6. 12. 24. Polemik gegen ein von einem Herrn Ernste Püschel versandtes Zirkular,; in deni für einen Roinjan Reklame gemacht wird. "„Püschel leistet sich sogar die Behauptung, von einem jüdischen Internationalismus könne keine. Rede sein. ,llnb gerade die letzten Wochen haden^ auch besonders fir Breslau aufs neue bii Erfahrung gebracht, wie diejnnigen Juden, die sich -jiunter Wah rung ihres religiösen Standpunktes! nz nationaler Hinsicht nur als Deutsche fühlen und bekennen und dies namentlich durch ihre Stellungnahme zur Oftjudenfrage bekundet haben, .deshalb von der grojzen j Masse der Iudenschaft in Versainniluiigen und Zeitungen nur ver ketzert unb beschimpft werden." . , ■ Deutschland, Weimar (Parteilos, national»- : 6.12.24. „Wahlkampf i und, Iudenfrage". Iichaltsangabe unseres letzten Mitteilungsblattes. Volksstimm«, Fraukfujt a. M. (Soziald.inokr.) j 6. 12. 24. „Ostjudenhehe.als Wahlhilfe". Schimpfartikel gegen unseren Verband und insbesondere Or. Naumann unter Aufstellung zahlreicher unwahrer Behauptungen. Der „Genosse l»r. Bart" td. i. der zionistische IMinisterial rat» wird herausgestrichen. ..Herrn!>r. Naumann ist das aufrechte Judentum des Genosse» I»r.| Badt. der gerade als Jude Sozialist ist, der als lozialistischer Jude Zionist ist <|!) ... völlig unverständlich." (Der Inhalt des Artikel» ist in dem schwebenden Beleidigungsverfahren geltend gemacht. Die Schriftleituna.)

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.