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Mitteilungsblatt des Verbandes nationaldeutscher Juden e.V. · 1924-11-01 · 5 (November 1924) · p. Seite 9

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Journal
Mitteilungsblatt des Verbandes nationaldeutscher Juden e.V.
Volume
1924
Issue
5 (November 1924)
Date
1924-11-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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scharfen, meist korikaturisti sich äußerlich als harmlose, mehr. Der Verfasser, ein Humor und unbeslechlrchei! chen Strichen illustriert hat. geben unsystematische Plauderei. Sie sind ehrlicher Lionist mit gesundem Beobachtungsgabe, kredenzt uns in einer durch eine Fülle amüsanter Einzelheiten überzuckerien Zubereitung das Loblied des Alljudentums mit besonderer Hervorhebung der Ostjudein. Von fallen zionistischen Propagandaschriften, die in dem letzten Jahren erschienen sind, ist diese gerade wegen ihiier fesselnden, die Tendenz vielfach verhüllenden äußeren Form die weitaus wirksamste und deshalb vom Standpunkte des nationaldeutschen Juden gefährlichste. Gronemann ist --i es sei Nochmals ausdrücklich hervorgehoben — ein durchaus ehrlicher Zionist. Er kann und will die Dinge nicht anders sehen, «ls durch die Brille seiner alljüdischen Gefühlsrichtung. und er ist andererseits undiplomatisch genug, mit anerkennenswerlem Wahrheitsmut Miß stände und Narrheiten festzunageln. die von seinen vorsichtigeren Gesinnungsgenossen meist sorgfältig vertuicht werden. Das Buch dürste daher auch in den parteizionistischen Kreisen selbst nicht mit ganz reiner Freude ausgenommen werden. Umso größere Wirkung wird es in den zwischenschichtlichen Kreisen tun, die sich ihrer Hinneigung zum Alliudentum vielfach selbst nicht bewußt sind und denen hier das Ostjudentum. gegen das sich gefühlsmäßig auch in diesen Lesern manches sträuben mag. in eine sympathische, durch Humor verklärte Beleuchtung gtrückt wird. Ter Kernpunkt des Buches scheint uns das Kapitel zu lein, in dem Gronemann vom ostjüdischen Sabbath spricht. I Hier stehen die Sätze: „Die ganze Woche kötern die Menschien in der Blasse, rckerden beschmutzt an Leib und Seele, brennen von den Begierden und Gelüsten des Alltags und der Erde — am Sabbath wird der Zauber dann gelöst — gereinigt steigen sie zu anderen Sphären — fühlen sie ich als königliche Gottesgeschöpfe. Es sind in der Tat andere Menschen, die-man am Sabbath sieht, reine, ruhige, friedliche, glücklichverklärte Wesen, ohne Haß und ohne Angst — der Jude ist der Sadbathmensch im Gegensatz zum Werk- - tags mensch." Diese Worte erhellen blitzartig, warum Alliuden und deutschfühleade Menschen so oft in aller Ehrlichkeit an einander vorbesrrden, wenn sie die Ostjudenfrage, die deutsche Ostjudenfichge erörtern. Wer gefühlsmäßig sympathisiert mit diesen Ostjuden. >ie im jüdischen Voltslum stecken geblieben sind und als ea ige Anachronismen über die Erde wandeln, der sieht nur den Sabbathjuden, den durch die Heiligkeit des siebenten Tages geläuterten, aus dem Schmutz des Irdischen nerausgehobenen Feiertagsmenschen. Die sechs Tage des „Köterns" sin) für diesen Betrachter nur unwichtige Nebenerscheinung. Wir anderen aber, die eine anhere Kulturentwicklung seit Geschlechterfolgen in ganz andere Gefühlsrichtung geführt hat. die mit dem Ostjuden nur noch das Gefühl de^ allgemein menschlichen Zusammenhangs und die rein verstandesmäß ge Erinnerung an gemeinsame Abstammung find Vergargenheit verbindet, für uns ist der Sadbathmensch, der nur .jeden siebenten Tag wahrnehmbar wird, weniger wichtig, a s der Alltagsmensch, mit dem wir die übrigen sechs Tage >er Woche in oft sehr' peinliche Berührung treten müssen. Darum können wir den Sabbathjuden anerkennem schätzen und vielleicht sogar beneiden. trotzdem aber uns wehren gigen das moralische und geistige Asiatentum, das er währen» der sechs Tage seines Werktagslebens in unsere^ die ihm wesensfremde europäi che Welt hereinträgt. Gegen den Bruhteik der Ostjuden, jdie als stille Gelehrte das Sabbattnudentum auch in den Alltag Hinübernehmt», hat noch kein Deutsizer. auch nicht der perbissenste Antisemit elwasj einzuwcnd n gehabt. Aber diese Ausnahmen können nicht!dic Erkenn nis beeinträchtige», daß der Regelfall anders aussieht und haß uns keine Sympathie für den Sabbathjuden abhalten darf, dem Zustrom der o st jüdisch ei Alltagsjuden im deutschen Interesse ein» Riegel oorz u s ch i eb e n. Nur noch wenige Worte der Ksttik gegen die Kritiker. Sicherlich lacht Groneniann selbst herzlich, wenn er liest, in wie verständnisloser Weise die zwischenschichtlichen Beurteiler sein Buch aufnehmen. Sraltenlang wird hervorgehoben, wie außerordentlich amüsant das Buch ist. Fast keine Kritik, die nicht eine Reiche der den Kern des Buches nur locker umhüllenden Witze und Anekdoten wiedergibt und in ihnen das Wesentliche zu treffen meint. Kaum einer der Kritiker findet ein klares Wort der Abwehr gegen die gerade in der heutigen Krise dis deutschen Judentums so außerordentlich gefährliche Tendenzs Den Vogel schießt der Rezensent einer jüdischen Zeitung ab. Amüsierlichkeit des Buches in den höchsten dann ganz am Schlüsse erklärt: nur „mit freundlichem Ernst" j zu machen Verfasser seine zionistische Gesinnung schimmern lasse. „Nur" diesen einen daß er hinreicht, um die Stellung der zu diesem Buche zu bestimmen. der zunächst Tönen preist die und :inen Einwurf habe er nämlich den, daß der dich zu deutlich durch- Einwurf! Uns scheint, deutschfühlenden Juden iVl. tt. 6cho äer Presse. Nürnberg-Fürther Morgenpresse (Demokratisch) 13. 10 24. Auszug aus einer völkischen Streitschrift von Zensen, in der die (längst berichtigte) Behauptung wiedergegeben ist. daß zwei völkische Jünglinge Geld von uich erhalten hätten. , Dieselbe Zeitung , W 10. 24. Ausführliche Richtigstellung der falschen Nachricht bezüglich unserer Geldzuwendung kn Völkische (siehe oben). Vossische Zeitung (Demokratisch)^ j 26. 10. 24. „Brief an die Vossische Zeitung" über dije Jargonfrage von den Zionisten 1)r. Bruno Kirsckner (vgl. „Vermischtes"). . j ' Lausitzer Landeszeitung (Deutschnational» ' 2. 11. 24. Artikel „Puch eine Judenfrage". Wiedergabe unserer Stellungnahme zu A>en jüdischen Wahlen auf Grund unseres Mitteilungsblattes. Schlußsatz: „Vom nationalen Standpunkte aus stehest "wir diesen Auseinandersetzungen im jüdischen Lager naturgemäß höchst gelassen pegenüter, so lange noch^kein Becheis dafür erbracht ist, das die nationaldeutfchen Judest ihre an- ' erkennenswerten Grundsätze auch im Staat I umzusetzen entschlossen sind. Immerhin liegt es klar auf lde. Hand, daß ein Sieg der nationaldeutschen Juden zur Entgiftung unserer gespannten politischen Atmosphäre beitragen würde rnd darum zu begrüben wärt." Korrespondenz der Deutschnationalen Volkspartei 3. 11. 24. Im Rahn,er einer Polemik gegen einen Artikel des 8 - Uhr - Abendblattes folgender Satz: „National und jüdisch lassen sich nicht vereinigen, auch nicht., wenn der Verein nationale: Juden dagegen etwas einzuwenden hat." Berliner Börsey-Zettung »Parteilos, national)!4. 11. 24. Jnhaltsangajbe der letzten Nummer unseres Mitteilungsblattes. Mecklenburger Warte (Nationalsozialistisch) 4.11.24. Polemik gegen die^ Deutschnationalen, denen vorgeworfen wird, schon „ludenfromm" geworden zw sein. Auszug aus' dein Aufsatz von Or. Breslaujer in der lebten Nummer unseres Mitteilungsblattes. Schlußsatz: ^.Diese höchst bezeichnende Kennzeichnung der Entwickelung der Deutschnationalen aus führender jüdischer Quelle ist immerhin deiner enswert. Man wird ja sehend wie weit die gegenseitig«, Konzessionen fortgesetzt werden." Berliner Börsrn-Ze tung »Parteilos, national) 6.11.24. Auszug aus dem Aufruf zur Kriegsschulhfrag« von Frau Fraenkel-Lisner »siehe letzte Nummer unseres Mitteilungsblatt:s). . Dieselbe. Zeitung! ,9.11.24. Vorabdruck des Leitartikels dieser Nummpr „Wahlkampf und Jud »frage" von Mar Naumann« Vossifche Zeitung (Demokratisch) > 9.11.24. , „Mundart und Kauderwelsch".' Zwei Briefe zur Jargonfrage vou unserem Vorstandsmitglied Vr. Peyser und Fritz Goetz (siehe „ Vermischtes" )i Der Weg zur Freiheit »Mitteilungsblätt des Ardeitsausschusses deutscher Verbände) Oktober-November 24 (Nr. 10 11). Ausführliche Auszug aus dem Aufruf zur Kriegsschuldfrage (letzt: Nummer unseres Mitteilungsblattes). - Staatsbürger-Zeitu» g (..Nationaldemokratisch") 15. 1l. 24. In einem Artikel „Neueinstellung" folgende Sätze: „Wir haben uns nun aber überzeugt, daß wir van den Juden zu viel verlangen. Von den Juden die Aufgabe der Geschlossenheit ihres Stammes und ihrer Blutreinheit fordern, ist dasselbe wie die Annerion ston Elsaß- Lothringen durch Frankreich für uns Deutschen. Wir glauben, der Friede zwischen Deutschen und Juden kann auf der Basis des Programms der nationaldeutschen Juden geschlossest werden. Mehr Opfer darf Man als Realpolitiker billigerweise den Juden nicht zumuten." »Wir' stehen dnser Aeußerung des Herrn Lebius. der in seinen Gesimungen /uns gegenüber recht deutlichs- Schwankungen b ckundet hat. mit geteilten Gefühlen gegenüber. Wir weiden zunächst abwarten müssen, ob seine jetzige „Neueinsl ellung"' von Dauer sein und ob der gesamte Ton seines Blattes, das bisher «in recht unsympathisches Skandalblatt mit einem starken Einschlag von Gassenantis:mitismus war, sich ändern wird. Die Schriftleitung.) Schlesische Zeitung »Deutschnational) 19. 11. 24. Vorbemerkung. Wir bringen diesen Bericht über unsere Breslau r Versammlung im vollständigen Wortlaut. we l er in sachlicher Hinsicht im Trotzen und Ganzen nchtig ist und weil er aüßerdemj anschaulich zeigh «ie der beschämende Verlaufs der >Versammlurg auf unsere nichtjüdischen Volksgenossen wirken nutzte. Die Schlesische Zeitung, die in ihrem politischen Teil mit Entschiedenheit die Politik »er Deutschnationalen Partei'vertritt, hat

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