Mitteilungsblatt des Verbandes nationaldeutscher Juden e.V.
- Journal
- Mitteilungsblatt des Verbandes nationaldeutscher Juden e.V.
- Volume
- 1924
- Issue
- 5 (November 1924)
- Date
- 1924-11-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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— 7 - Kräften der Welt deg Orients eknzugliedern und mit ihr zusammen zu arbeiten" (vgl. Naumann „Bon deutscher Zukunft", Seite 26). In letzter Zeit mehren sich die Anzeichen dafür, datz wenigstens ein Teil der Zionisten diese I Entwickelungsrichtung erkennt und anerkennt. Das Israelitische Familienblatt (Nr. 41 dom 9. Oktober 1924) berichtet von einem Keren-Hajessod-Bankett, das in Shanghai stattgefünden hat. Der indische Dichter Rabindrastath Ta göre hat an dieser Festlichkeit teilgenommen und auf die Begrützunßsansprache des Delegierten der Zionistischen Weltorganisation mit einer Rede geantwortet, die folgende Sätze enthält: „Ich stehe der schöpferischen Arbeit des Zionismus in Palästina.mit tiefer Syistpathi« gegenüber, denn sie »vertritt eine hohe Wahrheit — das wundersame Streben eines erwachenden Lebens nach der Entdeckung seiner Heimat. 2a. der ganze (bei st Asiens sehnt " mat. Jetzt sich zu erheben »und Wir Asiaten r aan sich nach seiner geistigen Hei ist für Asien die Gelegenheit gekommen, seine Verantwortlichkeit! zu erkennen, müssen nun unser!e Kräfte organisieren, um in unserer Geschichte däs Kapitel, das ewig ist, wieder zu rekonstruieren. Möge!n von Asien wiederum die hohen Ideale der moralischen Gerechtigkeit ausgehen . . . . ." Wir hab«n bisher nicht gehört, das? sich gegen diese Worte des Inders, der den Zionismus mit Selbstverständlichkeit in das A iatentum eingliedert, die Stimme eines europäischen Zionist:n erhoben hat. etwa eines der geschätzten deutschen Regierungbeamten, die während ihrer Dienststunden und; wenn es gerade zweckmätzig ist. zum Beispiel im Wahlkampf, auch in der Freizeit Deutschland als eines ihrer Baterländet zu bezeichnen belieben. Dagegen finden wir in der Jüdischen Rundschau vom 31. Oktober 1924 nach der sehr zutreffenden Feststellung, datz Palästina auch in Zukunft kein jüdisches Nationalstaat, sondern höchstens ein arabisch-jüdischer „Nationalitätenstaat" sein wird, die Worte: ..alte diese Momente weisen darauf hin, das, auch ein Palästina mit etwaiger jüdischer Mehrheit seinen Platz jn dem System des vorderen Orients suchen msth." , i Warum wir diese Tatsachen erörtern? Um unserer deutschen Jugend! willen! Wir wissen alle, wie viele Kinder deulschfühltnder Eltern den zionistischen Werbern zum Opfer fallen, weil die Ellern und Erzieher von allen derartigen Dingen nichts wissen und den Kindern nicht antworten können, wenn diese die Phrasen herbeten, die ihnen in den zionistischen und krypto-zionistischen Jugendorganisationen eingetrichtert werden. Ein grober Teil dieser jungen Menschen ist von echtem jüdisch-na ionalem Empfinden so weit entfernt, wie ihre Eltern, aber s e gehen den Werbern auf den Leim, weil diese sie! bei dem in fast jedem jungen Gemüt wohnenden Sinn für Romantik sacken und ihnen einreden. sie könnten gleichzeitig Zionisten! und Glieder einer, wenn schon nicht deutschen, doch europäischen Kuliurgemeinschaft bleiben. Deutsche Eltern, zeigt euren Kindern. das? der Wga nach Asien geht!7 Nicht nach dem europäisch überfirnitzten Asiei im geographischen Sinne, das in Büchern und Filmstreifen verlockend angepriesen wird — die wenigsten von den Beschwatzten werden den Flitz in dieses Land setzen —.! sondern i i das geistige Asien, das sich bei aller Ausnutzung euiopäischer Technik bewutzt aus den Bindungen europäischer Kultur löst. Der Zionismus will — nach den Worten des indischen Dichters — seine asiatische Heimat entdecken. Wir wünschten, dah alle die Schwätzet und Demagogen, die sich heute Zionisten nennen z und dabei als Beamte. Abgeordnete und Redakteure durchaus unser deutsches Vaterland regieren wollen, endlich diese Htimat entdeckten und aus ihrer Ent deckung die Konsequenz wünschten weiter: jeder Jud< sein will, möge seine ihren Geist und ihr Gefühl so mit Deutschtum durchtränkey. datz sie zu „entdecken" brauchen. cn zogen. . der ein Kinder so Aus! EnropSis Der Fluch.! In Mr 1. haben die Zionisten ein hebräisch das — man denke — nicht nur sonstiges Wissen pflegen soll. Dil antwortet auf diese Untat mit schrieben«»! Fluch, der u. a. foil H-Asien. nkacz (Karpatho-Rutzland) Gymnasium gegründet. Wer seine Söhne und Ti <d. i. das Gymnasium!) schicken sind wir entschlossen, mit allen unserer Macht sind, perfolgen Ehre Gottes und feister Thorc. eurer Söhne und Töchter und frevelhaften Menschen und V< (Wörtlich aus der Jüdisc» vom 26. Se» wo ihre Aber wir Deutscher erziehen, positivem nicht erst Heimat ist. >es talmudisches. sondern auch orthooore Kultusgenreinde stnem langen, hebräisch ge gende Sätze enthält: chter, in genanntes Klosett wird, den werden wir. dazu Verfolgungen, die nur in .... Erbarmt euch der erbarmt euch der Seelen meidet die Zelte dieser rwüster Zions. en Rundschau Nr. 77 78 ' teMber 1924.) 2. Das ge immerhin zu Ha bestimmt in Deut „Israelit", dah Ägudas JiSr wahrt sich ein Leser Shrliche Radio, ksien gehört, so liegt doch chland, nicht wahr? Dort erscheint de : Organ der „deutschen'' Mitglieder, de e l. Im Sprechsaal dieses Blattes verf gegen das Ueberhandnehmen des Radiost sehr bedeutender diese Anschaffung eine Familie, die wieder entfernen von jungen freie Zeit stl brachten. di> Zeit dafür letzten Jahren . ,, , »>> >„WW Wenn Munkacs Frankfurt a. M Ich fühle m ch verpflichtet, an dieser Nachteil des Radios! Stell« auf hinzuweisen, einen det bereits ein« Anzahl jüdischer Familien v«ranlatzt hat. sich nicht zu machen. Ja. ich kenne sogar aus diesem Grunde ihren Radio-Apparat lietz. Es sind mir Fälle bekannt Leuten, die früher ihre ganze t Lernen <d. h. Talmudstuviumj ver. ch durch dasRadio jetzt kaum ibrig haben. Wenn gerade in den erfreulicherweise, festgestellt werden konnte. datz das ThoraiStudium mehr gepflegt wird, so wollen wir doch auch dafür Sorge tragen, datz die Besserung weiter stnhäft und gefördert wird. (Israelitisches? amilienblatt Nr. 47 vom 21. Nov. 1924 ) 3. Derwel 1 band der Osts Inserate, in denen von dem „weltberi in einen Berliner des Inserats entsst Vorstellung oder fand sich in grotzeiti Zusatz, datz auch gottesdienstlichen haben sind. Deutsche Judest Würde eines Go sich durch den Ve> lassen, wenn sie Osten den Anblick Tempelordnung bespuckten Synagh (Vgl. Gronemänn berühmte Oberkantor. Der V e r - uden in Deutschland e. P. erliek. einem „Groben Gottesdienst", ausgeführt hmten Oberkantor Saloma Pinkasowitsch". Saal eingeladen wird. Die Aufmachung richt durchaus der Anzeige einer Kino-, nes Kostümfestes. Dieselbe Ankündigung Format an den Anschlagsäulen mit dem G r a m m o p h o n p l a t 1 e n mit dem Gesang des weltberühmten Pinkasowitsch zu sch i 4. Aus deu Zeitung,für O „Die Pleite" ein Herr auf seine schäftigt. Die letzjt We Sonst . .... die bisher andere Vorstellungen von der ttesdiepstes gehabt haben, werden gut tun. band der Ostjuden richtig informieren zu m nicht ist der Lage sind, im richtigen des — mit ausdrücklicher Erlaubnis der von zigarettenrauchenden „Andächtigen" gen-Futzb-dens unmittelbar zu geniehen. .Hawdolwh und Zapfenstreich", Seite 67.) .scher Dichtung. In der Jüdischen stdeutschland erscheint unter dem Titel edicht, in dem sich ein „Iizchak" genannter ise mit der Breslauer Versammlung be Strophe des Poems, lautet: Es täte mir nun ehrlich leid. Wenn Naumann wirklich so vergoit (!>. Datz Sseichel (!) ihm entgleite. würd' ihm nämlich eines klar: Sein Aufenthalt in Breslau war 'ne fürchterliche Pleite! Die Schriftleitung der Jüdischen Zeitung für Ostdeutschland erklärt, datz sie dem Gedicht ^gern Raum gibt". Wir auch,, .Man kann darast lernen, datz Breslau: nur Zeitweise in Europa liegt. Die übliche. Verleumdung. Sobald sich irgendein nicht zu unserem Perbande gehöriger Deutscher, gleichviel welcher Abstammung^ für uns einsttzt. stürzt sich sofort mit wildem Gekläff die! Meute der Verleumder auf ihn. Auch der deutschfühlende Sozialdemokrat Erich Köhrer, der in der vorigen Nummer stnscres Mitteilungsblattes den Leitartikel „Die leidige Frage" schrieb, ist natürlich diesem Schicksal nicht entgangen. -Ein „hochangesehener Berliner Herr" (wer ahnt etwas?) hat dem Israelitischen Familienblatt mitgeteilt. datz Herr Köhrer ein getaufter Jude sei. und diese epochemachende Entdeckung macht nun natürlich die Runde durch!die gesamte jüdische Presse, obwohl sie im Israelitischen Familienblatt selbst und in der 2. T. A.-Korrespondenz längst berichtigt ist. Herr Köhrer ist den Lesern unseres Mitteilungsblattes nicht unbekannt. Er empfindet den Vorwurf, getauft zu sein, als schwere Beleidigung, da er. wie wir selbst, d e Taufe — abgesehen von den^seltenen Fällen, in besten sie wirklich aus religiöser Ueberzeugung erfolgt — für den . A usdruck der Charakterlosigkeit ansieht. Zutreffend ist dagegen» datz Herr Köhrer aus der jüdischen Reliqionsgemeinschafl schon vor vielen Jahren ausgetreten ist. wie s?hr viele anl»ere Sozial demokraten nichtiüdlscher und jüdischer Abstammui g aus ihrer Religionsgemeinschaft ausgeschieden sind, weil er nicht, auf religiösem Standvunkte steht und das Ausscheiten aüs' der religiösen Gemeinschaft dahen für Kewissestspflichl hielt. Aus diesem Grunde hat Herr Köhrer auch, unseren Verbände, der nur zur jüdischen Religionsgemeinschaft gehörige Mitglieder aufnimmt. 1 nicht beitreten können. Im übrigen hat Herr Köhrer aus seiner Zugehörigkeit zum Judentum, die er weder religiös noch völkisch, sondern rein! stammesgemäk auffatzt, niemals ein Hehl gistiacht. Er hat sich stets als Juden betrachtet und bezeichnet. Gerade in seiner Eigenschaft als-