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Mitteilungsblatt des Verbandes nationaldeutscher Juden e.V. · 1924-11-01 · 5 (November 1924) · p. Seite 6

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Journal
Mitteilungsblatt des Verbandes nationaldeutscher Juden e.V.
Volume
1924
Issue
5 (November 1924)
Date
1924-11-01
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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vom 23. Oktober 1924» den Zionisten klar zu machen, daß sie gar keinen Grund hätten. dem C:-V. böse. zu sein. Bemerkenswert ist der Latz: „Unsere Leitung enthält seit I a h rie n über den Zionismus auch nicht ein Wort, denn wir haben wirklich andere und g r ö ß e r 'S o r g e n g e h a b t. aIs uns um Theorien h e r u m zju s ch l a-g e n." Denmach hält Herr Ik. (Holdmann anscheinend allen Ernste» den Zionismus - kür eine Theorie. Angesichrsolcher Auffassungen nt es kein Wunder, wenn Her Ziomsm»? den 'Her/en über den Kopf gewachsen ist. Auch unkelr verband wirh.in dem Artikel des Herrn I>r. (holdmann, mit einigen Freundlichkeiten bedacht. Er spricht von den ..icltiamen Gestalten vom Verbände der Nationaldeutschen" Und lagt von uns wörtlich, daß wir den Central-Verein „kreischenbeschimpfen". Es - wäre zweckmäßig, wenn Herr «Holdmann, der anscheinend dklrch seine vielseitige und logisch j nicht immer vereinbare Tätigkeit besonders stark in Anspruch! genommen ist. jiich etwas Schonung gönnen würde, am zweck i mäßigsten durch Aufgabe seines Vorstandsamtes im Central- Verein. «Es ist kein günstiges. ^seichen für den Ciesundheits- « instand eines Nieuschen, wenn er „kreischende. Beschimpfungen" « in baren vermeint, wo kein anderer etwas Derartiges wahr nelnnen kann.! dlicht uninteressant iit auch ein von der jüdischen 'H undicha u mit voller Namensnennung veröffentlichtes « Tchreiben'ehies C. V. NUtgliedes, in bean dieses mit. Rücksicht j auf die pnlizivnistischc Wahlparole des C. V. erklärt, dasz l „e r. und mit ihm eine große Anzahl Gleich i gesinnter" nicht C. V. Mitglieder bleiben k v n n t e ii. Der Briefschreiber versichert in der üblichen Form.^ „kein Zioinist" z» sein, schreibt dann aber weiter: „. . . Diese achtunggebietende Auffassung über -uns kann sich nur dann durchsetze«. wenn wir aüs eigener Kraft uud gestützt aus , eine große Tradition unseren Willen zur natio nalen Eristcnz vor aller Welt klar man i iestierän." 'Istenn dieses bisherige C. V Mitglied kein Zionist iis. kann man ücki allerdings -schwer einen Zionisten Für icmand. der die Dinge vom deutschen Stand Nrachtel. bunte es nicht darauf ankommen, ob ein äorstellen punkte In Hude zaliilendes Niitglied der ^Honiltischen Vereinigung ist. «andern jemand.. -arauf. ob er zionistische .Gesinnung ' hegt. Heber er den Willen zur „nationalen «d. h. jüdisch natio- «üileu« Erfsten,! vor aller Welt klar mändestiere»" will, dürfte nack, dieses Richtung nicht der geringste Zweifel bestehen. Aber ' onenbar gel«ölen .zum Central Verein noch viele Mitglieder, die in der «üennnung mit diesem .ilonisten durchaus überein stimmen, dagegen nicht entschlossen Und: diese Gesinnung „klar vor aller Welt zu manifestieren". Die - Lckm'ierüzkeitcn. die der Ceutiial 'Derein jetzt in «einen eigenen Reiben bat. gehen zum großen Tsil auf dieie „verschämten" Zionisten zurück. 'Aar erwarten mit Interesse die weitere Entwickelung. Vom Jubel». I je Bekämpfung der Hudelei gehört zu . den Programm punkten, gus die von uns stets besonderer Wert gelegt worden in «pgl. „T as P rogra m m der n a t i onaldeutschen H u d elst j in der. ersten Rümmer unseres -Mitteilungsblattes vom Lepiember 1921: jetzt auch als ,Flugblatt erschienen». Hn deii litzlen 'Istochen bat nun über diesem (Hegenstand eine interessante öffentliche Auseinandersetzung .statlgeninden. und zwar eigenartigerweise gerade iu der Vosiischen Leitung, wenn auch nur in der für den Meinungsaustausch der Leser bc stimmten Rubrik. Die Erörterung ging aus von dem Schreiben eines Herrn Urban, der sich über das widerliche «hejudei gut einer Anzahl Berliner. Bühnen und Bühnchen mit Reckit beschwerte. Hm Laufe der . Auseinandersetzung lamen guck« zwei Mitglieder unseres Verbandes. Herr Sanitäts rat l«i. Pcnser und Frl. Elise Unger zu Worte. Ländliche Einsender waren iiber die - Verwerflichkeit der Bühnen Mgiischelei einig, abgesehen natürlich von einem Zionisten, der nach bewährter Methode die Erörterung aus ein Reiten geleite zu schieben versuchte, statt vom „Hudeln" vom „Hiddisch" sprach und iich einige Leitcnbiebe auf „echtdeutsche" Lprachrcinigcr ebensowenig versagen konnte, wie die kür solche deute selbstverständlichen'Rempeleien gegen unseren' Verband. Als besonders bemerkenswert möchten wir aus der Debatte iwei Punkte hervorhcbcn. ' . - D er Central-Verein lud i«i feiner Nr. 46 der C. V. Zeitung vom 14. November 1924 sich ausdrücklich aus die Leite derer gehellt, welche „derartige Taktlosigkeiten judi'chcr Künstler". d. h. das würdelose Buhiwn Hüdein durch jüdische Tchauipieler und Kabarettisten., verwerfen. Das Blatt schreibt wörtlich: „Cs würde aber durchaus an ge Kracht sein, wenn auch' das Publikum beim Vorträge selbst oder, nachher deutlich ,P rot eit erheben wg.rde. damit nicht, was bisweilen gesagt wird, der Eindruck entstehe. Huden selbit billigen oder wünschen gar solche 'Widerwärtigkeit." Wir können dieser im besten Linne nationaldezitschen Erklärung nur zu stimmen, möchten sie aber dahin erweitern, daß ein lebhafter und vor allem öffentlicher Protest gerade des jüdischen Publikums auch bei allen Anlässen angebracht wäre,' in denen nicht gerade nur von Juden gejüdelt. sondern von Juden in irgendeiner Weise das deutsche Empfinden verletzt wird. Als zur Zeit schwerster deutscher Wirtschaftsnot die.schmachvollen Lammlungen für den Palästinafonds durch Vorträge und Filmvorführungen betrieben wurden, hat sich — abgesehen von Mitgliedern unseres Verbandes — unseres Wissens keine jüdische Stimme zum Protest erhoben. Auch die Häufung der Bühnen- und Filmvorführungen, in denen zwar nicht das Judentum von Juden verchöhnt. aber ostjüdisches Wesen mit aufdringlicher Wichtigtuerei dem breiten Publikum als etwas ungemein Interessantes vorgesetzt wird, tragen nicht zur Versöhnung des Gegensatzes zwischen Deutschen nichtjüdischen und jüdischen Stammes bei. Wir wollen abwarten, ob der begrüßenswerte Ruf des Ccnfral-Vereins von den Mitgliedern des Vereins befolgt werden wird, wenn tatsächlich eine betriebsame Filmgesellschaft die Dreistigkeit haben sollte, uns die ungeheuerliche Geschmacklosigkeit der Bettauer'schen „Stadt ohne Huden" «vgl. den Leitartikel dieses Blattes) im Film vorzuführen - * Aber noch wichtiger ist der zweite Punkt, auf den die Auseinandersetzung in der Rassischen Zeitung die Aufmerksamkeit gelenkt hat. Nur von unseren beiden Mitgliedern ist in dieser Debatte darauf hingewiesen worden, daß die Jüdelei au^-dcr Bühne ihre Wurzel in der Jüdelei des täglichen Lebens hat. Was in dieser Hinsicht gesündigt wird, mit welcher Selbstverständlichkeit z. B. von vielen Juden, „ohne sich dabei etwas zu denken", das Wort „Goj" verwendet und damit der Mchtjude als „Fremder" in Abstand gehalten wird, weiß jedei> der nicht geflissentlich Auge und Ohr verschließt. Hier sitzt der Kernpunkt des Hebels. Die würdelosen Gesellen in den Theaterdirektionen und auf den Tingeltangel Brettern würden es nicht wagen, ist so widerlicher Art sich selbst und ihren Stamm zu prostituieren, wenn sie nicht wüßten, daß ein Teil des Publikums diese Töne als Heimatklängc empfindet und sich königlich amüsiert. Ein Alfred Kerr würde sich nicht des „steingeschnittenen Tonfalls seines Mauscheins" rühmen könnenwenn er nicht wüßte, daß dieser Tonfall seiner Gemeinde lieblich klingt. Fort mit dem Jüdeln im täglichen Leben! Wer ein Deutscher sein will, spreche wie andere Deutsche. Sprache und Empfindung befruchten sich gegenseitig. Die Bekämpfung der Jüdelei führt uns einen guten Schritt näher an das Ziel der Eindeutschung aller Huden, die deutsch sein wollen und deutsch sein können. Die gejüdelt« Reklame. Hm Gemeindeblatt der Berliner jüdischen Gemeinde finden wir ein Inserat, das die Ileberschrift trägt: „W arum ausgerechnet N .... p i n?" Anschließend folgt die Anpreisung eines Badezusatzes. Die Firma scheint auf einen ganz best mimten Teil des Käuferpublikums, nämlich auf den aus den östlichen Gefilden stammenden zu spekulieren. Ob diese Spekulation gerade für einen Bckdezusah aussichtsvoll ist. möchten wir dahingestellt lassen. ' > Die bleibende Stadt. Am Totensonntag prangte an den Berliner Anschlagsäulen ein großes Plakat, das in weithin lesbarer Schrift folgende Worte enthielt: / Zum Totensonntag. Wir haben hier keine bleibend« Stadt, Sondern di« zukünftige suchen wir. Hebräer 13,14. Wir wissen nicht, von wem der Anschlag herrührt. Die Möglichkeit ist immerhin nicht ausgeschlossen, daß irgend eine religiöse Gruppe durch das Zitat aus dem zum Neuen Testament gehörigen Hebräer-Briefe an die Nichtigkeit alles Irdischen und das bessere Jenseits, das „himmlische Jerusalem". mahnen wollte. Näher aber liegt nach der ganzen Aufmachung des Plakats die Vermutung, daß es einem höchst diesseitigen Agitationszwecke dienen soll. Ist es nicht ungemein bezeichnend für jeden Deutschfühlenden, dem sein deutsches Vaterland „bleibende Stätte" sein soll, daß der-Anschlag ebensogut wie von „deutschvölkisch"-antisemitischer auch von zionistischer Seite herrühren könnte? Auf dem Weg« nach Asien. Schon früher mußten wir darauf Hinweisen, daß innerhalb des Zionismus immer deutlicher eine Strömung hervortritt. die aus Europa hinaus ins All-Asiatentum verläuft. Schon auf dem Zivnistenkongreß des Jahres 1923 ist eine Entschließung angenommen worden, in der es heißt: „Das jüdische Volk ist entschlossen, sich mit allen

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