Mitteilungsblatt des Verbandes nationaldeutscher Juden e.V.
- Journal
- Mitteilungsblatt des Verbandes nationaldeutscher Juden e.V.
- Volume
- 1924
- Issue
- 4 (Oktober 1924)
- Date
- 1924-10-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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lieber nicht, sie haben manchmal so schlechte «sanieren — 2n Berlin wird jetzt ein Buch des sehr witzigen Rechtsilts Gro«emann viel gelesen: Häwdoloh und ,fen streich- Es sind lustige jEkappenerinnerungen und Autor scheint nicht allein ein guter Beobachter und ein perament. sondern auch das zu sein^ was man einen en Kerl" zrennt. Nun bin ich — Du kennst mich ja — r Hirsch Hnarinth, der nachzählt, ob.auch alle Versfüße g geliefert sind, noch 'Batavus Drogstoppel. der Mulla- Ideenflug mit geschwungenem Kontobich kteuzt: Dichter n. Dickte« sollen über das Ziel Hinausschietzen! , Aber jemand so recht mit Behagen „tückelt", dann ist es> gute (üronemann. Er hatim Kriege die Ostjuden „ent- , unter denen er längere Zeit als Militärsoldate lebte beim Stäbe Obero>t als Dolmetscher für „Jiddisch" war. von dem er anfangs gar nichts'verstand. Je mehr aber davors lernte. desto mehr hat' er die Oitjuden als Volk entdeckt. Das nt nun seine Privatsache, anderen t da nichts übrig, als beiderseits herzlich zu gratulieren. in dem 'Buch, das doch auch unkritischen Lesern in Hände kommt, füllt alles Licht auf »re 'Ostiuden: was ck> ick. bleibt in tiefem Schatten. Wfr. wollte leugnen, es im Ocken eine eigenartige, uns natürlich völlig nssremde Kultur gibt? Aber Hai sie denn wirklich nur wertige Vertreter? Im Berliner Berufsleben stehende Kaijflente. Aerzte, Anwälte wissen es doch^gan; anders. In es anw Za der Ten „liel > wed! ^ichti tulidürs e wenn de? deck und täti^ - er s e i bleib Ab«K die dcuts datz web hoch . beiü München, das^ weint, weil nicht ihre würdigere Freundin, lontern sie selbst in der Schule als Erl - » aliscker Beleuchtung sehen wir bei Gron Andere. Erwachsenere sind beileibe nickt etwa „so Eine". mann das jüdische e verseht worden ch Soldatenbesuch und klug — dem g noch zuletzt ein Wob r er Nun denk« bier bodch Ustd cs dunfl mili reif, ltelljn Wir <üra l» übeya von mil. lictzijr de». Unvse für kanr zum leel Unt ahn' schr> ibn aus taust- ' Arbjemit uns näntlich die ick. wie man immer dachte, wenn sie abenbl empfingen. Sie haben nämlich — züchtig tävi jschen, amhureusen Soldaten regelmätz Sck »ivvchen zu schlagen gemutzt, so daß er. nicht auf seine Kaien kam. Sie Sckulfortschritte der lernbegierigen oft jüdi chen Knahen — gewitz nicht zu leugnen — haben bei o'ri'ficmann etwas Lawinenhaftes. Etwa so: S o unortbographisch buchstabierte ich noch vor viH: aen. . - S o erckklcjftig leitartikls ich schon heute!" Unordnung und Schmutz «gewinnen sympathische Züge. Leier schämt sich geradezu des deutschen Gegenteils, gut. einem Malerauge kann'? ja mal so erscheinen, wir , n des alten Viktor Hehn im früheren. Italien. Aber > greint die Schilderung des bespuckten Srmagogenfutzis mit Zigarettenitummeln schon un ksilorifikation. — dageaen die Deutschen? Die blonden Helferinnen ködnen im Blinkfeuer, des Proincnadcnflir-ls natürlich mjt den eläuqigen Einwohnerinnen nickt aufnebmen:'die meisten, äriicken Tyven sind teils simvlizissimu's s teils serenissimus- Ja. mit Verlaub. Ht denn bei den § dortigen. Befehlsa wirklich jiickts Tüchtiges. Einprägsames geleistet worden? anderen lbabeu doch auch ans Dreck mnd Speck des l'enkrieqes l und. wenn wir nial in den 4>; Jahren vorgebend zur Erholung ein Etavvendruckvöitchen hatten, daber einen ganzen Sack voll Histörchen untr Anekdoten cfebrau t. aber wenn wtr unsere Erlebnisse drucken i «und -sis ick' si teilweise geschehend wer von uns Ischen Jndcti ginae wobl so ganz an dem ratzen. Tüchtigen, rlierbarenl vorüber, das uns noch setzt lin stillen Stunden nele Enktäjuschungen entschädigen mutz? . Her« Gronemann das »nd tut das. denn er hat nur äußerliche Beziehungen Deutschtum. Sein völkisches Judentum macht ibn partiell esiblind. will tagen n a t i o n a-I i st i s ck. Wo ist der richied zwischen ibm und einem MndjackenMann von sck liebenswürdigem Talent? Mein licbär. iung-r Fr> und. der,Weg, den wir gemeinsam eiten, ick erst in seiner Anfangsstrocke gebahnt. wir müssen weiter durch, Geckrüvo hindurch mühevoll Stück für Stück Ziehen. Wenn er asphaltiert sein wird, werden ihn Zehnnde wandpln. denen es jetzt zu unbeauem ist. Bei unserer it ^müssen wir rechts und links, vorwärts rind rückwärts aleich nnbefanqener Freiheit blicken können. Dabei würde das Hauytreanisit der Nationalisten esheblick behindern, ick Scheuklavven. ohne die ich perbleibr . Dektz älter Ali Baba. 6rosswak1tag. Von vr. S. B r e s l a u e r. Dreimal werden wir also am 7. Dezember,unsere Stimme abiuaeben haben: Als Deutsche kür d»N Reickstäa. als Prentzen für den Landtag und als nrentzitche Juden für den Verbandstag des Landeeverbanbes jüdischer Gemeinden Die Sonne der Reichstaoswobl wird natürlich die kleineren Gvftirne dieses Wahltages tief in den Schatten stellen. Wir könaen dem ZusaN im Grunde sehr dankbar sein, der es so oesügts hat. datz di» deutschen Judensich an einem und demselben Tage Rechenschaft darüber abzuleoen hab«n. wie sie zu Deutschland. wie sie^zu. Preußen und wie'sie zu.ihren Stammes- und Glaubensgenossen stehen. Es hat in unseren Reihen, als die Reichstagswahlen vom 4. Mai vor der Tür standen, Leute gegeben, die sich nicht scheuten, öffentlich zu erklären, die deutschen Juden mühten diesmal in dem Gewirr der Parteien sich an erster Stelle als Juden orientieren, ihren Stimmzettel also derjenigen Partei »uweitden, in deren Hand nach ihrer Ueber- > zeugung die jüdischen Interessen am besten auf- S gehoben seien. Ich weitz nicht, ob die Gefahr besteht, datz! wir auch diesmal mit eirur solchen grundverkehrten Parole zu rechnen haben. Der Tyahlkamps vor sechs Monaten war gej kennzeichnet durch die -eräu'chvolle Ossensive der beiden radikalen Flügelparteien, der Völkischen und der Kommunisten. Die! Völkischen insbesondere tobten in allen Gassen, als gälte es den Himmel zu erstürmen, mit» ihr Geschrei konnte wohl furchtsame Naturen in Angst und schrecken versetzen: wenigstens vorübergehend. Mittlerweile sind aber doch wohl auch diese von ihrem Wahn geheilt worden. Die Völkischen haben von der Möglichkeit, sich im Reichstage vor den Äugen des ganzen Volkes bis auf die Knochen zu blamieren, den allerreichiichiten Gebrauch gemacht. Nicht nur, datz sie sich auch nicht den mindesten Einst,>h aus den Gang der Geschäfte, aus die sachlichen und persön lichen Enischerdungen zu sichern verstanden, ihr ganzes Auftreten brachte sie sehr bald in den Ruf einer Partei, die man nicht ernst zu nehmen habe, und die Gemeinsamkeit, in der sie sich immer wieder bei gewissen parlamentarischen Manövern mit den von den Herren Katz und Schalem geführten Kommunisten zusammenfanden. zerstörte das etwaige Ansehen, das ihr der Name des einen oder anderen ihrer Mandatsträger verschafft Halle, bis auf den Grund. Heute besteht infolgedessen über die Wahlaussichten der Völlischen in allen Lagern nur eine Meinung: Sie sind aeschlagen, bevor sie auch nur den Mund zum Wahl kamps aufgeian haben. Im Frühjahr war noch Bayern ihre eigentliche Krastzentrale. von wo sie auch den Norden erobern wollten. Jetzliind sie desorganisiert, zersplittert, zerrissen, durch lausend Enthüllungen über Führer zweiten und dritten Grades jämmerlich blohgestellt. Ihre mehr als mageren Prelseerzeugniise werden nirgends beachtet, und was sie an wirtlich wertvollen Kräften unter sich hatten, sucht neue Arbeitsfelder, um sich dort unbelastet von blöder Parteipolitik im engeren und engsten 'Sinne des Wortes, für das Vaterland betäligen zu können Mit dieser ganz offen zutage liegenden Entwickelung hat die deutschnationale Volkspartei ein geböriges Matz von politischer Bewegungsfreiheit zurückgewonnen. Wäre sie jetzi in die Regierung ausgenommen worden, der Zwang der Verhältnisse hätte ihr unweigerlich eine Politik der Mäßigung ausgenötigt, nach der ein erheblicher Teil ihrer Gefoiaschast ohnedies mit wachsender Entschiedenheit verlang». Als aus der Zulassung zu verantwoitlicher Muftihrung der Staatsgeschäste nichts wurde, zeigten sich die Falaen sofort in einem van rädikalew Redensarten wimmelnden Wahlaufruf, in dem lelbstoetständlich auch d.e Forderung nach der Befreiung von der Juoenherrschasi nicht vergessen war. Wer aber genauer hinsah.i mutzte an bestimmten Anzeichen erkennen, datz damu das legte Wort der Parteileitung für den kommenden W rhl kamps tznmöglich gesprochen sein konnte Bald konnte man denn auch hären, datz der eigentliche Wahlaufruf der Partei noch bevor stehe. jDaun trat De. Hergt vom Vars tz ber Partei zurück, aber in den -Eröterungen und Entschließungen die diesen Voraana begleiteten, hat der radi'ale Flügel der Partei schwerlich viel Seide gesponnen. Für die Dauer des Wahlkamples ist jedenfalls der Vorsitz einem Mann überlragen worden, der keine Konzemon an die Eriremen bedeutet. Und wenn cs wahr iit. was allgemein behauptet wird, datz gegen Ende des Jahres Großadmiral von Tirpitz an die Spitze der Partei aestellt werden soll, dann würde man die Wahl dieses Mannes ganz gewitz nicht als eine Hinwendung zu politischem Radikalismus zu beurteilen haben. Für uns naiionaldeutsche Juden kann noch viel weniger, als vor sechs Monaten, dre Haltung, die, wir am Tage der Reichstagswahl einzunchmen haben, auch nur einen Äugen blick zweifelhaft sein. Als deutsche Männer und Frauen haben wir zu den Fragen, um die der Streit entbrannt ist, Stellung zu nehmen, haben als Deutsche zu prüfen, was zu Deutschlands Gesundung geschehen mutz. Die Zukunft des deutschen Vaterlandes, nichk unter persönliches Wobl als Juden, muh für uns entscheidend sein. Je mehr wir deutsche Juden dem Deutschtum geben, was des Demschtums ist, desto sicherer können wir uns darauf verlassen, datz der Judenbatz in Deutschland mit der Zeit verschwinden wird. Line bessere Politik kann es für uns nicht geben. Weder im Reich noch in Preußen Haben wir erst Klarheit darüber gewonnen, datz wir, uns zu den Reichstags- und Landtagswahlen ausschließlich nach deutschen Gesichtspunkten zu orientieren haben, weil in ihnen die deutsche Schicksalsfrage zur Entscheidung steht und wirst nichts in der Welt, so ist damit auch unser Standpunkt für die jüdischen Wahlen in Preußen ohne weiteres gegeben. Auch als deutsche oder preutzische Juden bleiben wir ein Bestandteil des deutschen Volkes, dem wir seit Generationen angehören, dessen Sprache die unsere ist, zu dessen geistiger und sittlicher Kulturgemeinschaft wir^ gehören. .Wir^können danach unsere I