Mitteilungsblatt des Verbandes nationaldeutscher Juden e.V.
- Journal
- Mitteilungsblatt des Verbandes nationaldeutscher Juden e.V.
- Volume
- 1924
- Issue
- 3 (August-September 1924)
- Date
- 1924-08-01
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
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I 11 Bericht über die gleiche «zeichnend war. daß auch kam und im Sinne von der völkischen Bewegung DOtsch« Toßeszettmiß (Deutschnalional) 1. 7. 24. 2n einem Artikel „Wahlen an der Universität Berlin" folgender Satz: „Nur im Kampf gegen, die völkisch« Mehrheit waren die fremdstä innigen Kommunisten und die sich fanatisch gebärdenden Sozialisten, die Zionisten und die .nationaldeutschen* I lden sowie die pazifistischdemokratischen Gruppen stets untereinander einig." (Unser Verband ist in der bisherigen Studentenoertretung, auf die sich der Artikel bezieht, überhaupt nicht vertreten gewesen. Die Schrift!.) Berliner Börsen-Zeitung (Parteilo s, national) 4. 7. 24. Abdruck eines Schreibens r nseres Verbandes, in dem gegen die oben berichtete Fälschung der „Deutschen Zeitung" bezüglich unserer Ostjudennotiz als gegen einen „Beweis einer besonders urwahrhaftigen Publizistik** Stellung genommen wird. , Di« Zeit (Deutsche Volkspartei) . 5. 7. 24. Abdruck derselben Zuschrift unter der Ueberschrift „Hetze um jeden Preis". - Deutsch« Allgemeine Zeitung. Frankfurt a. M. (Parteilos, national) > 9. 7. 24. Aussthrlicher Bericht über hie Versammlung in Frankfurt <s. Verbandsnachrichten) utid das Referat l)r. Naumanns. Frankfurter Post (Deutschnational)! 10. 7. 24. Ausführlicher Bericht übet dieselbe Versammlung. Sachlich richtige und verständnisvolle Wiedergabe des Referats. Schlußsatz des Berichts: „In der sehr lebhaften Diskussion wurden die eimelnen Fragen mehr oder weniger sachlich erörtert. Dem Redner wurde u. a. .Antisemitismus* vorgeworfen.*' 2m Anschluss« daran folgt, durch einen Stern von dem Bericht getrennt, eine judenfeindliche Zusatzbemerkung der Schriftleitung, der offenbar die Wiedergabe ihres Berichterstatters zu sachlich was. Frankfurter Zeitung (Demokratisch)! 10. 7. 24. Kurze Notiz über die gliche Versammlung unter Hervorhebung der „Abwehr der zionistischen Jugend". Rhein-Main-Volkszeitung (Zentruni) 10. 7. 24 Ausführlicher und sachlicher Versammlung. Stichprobe: „B ein Deutschvölkischer zu Worte Reineke Fuchs die Hochhaltung im Judentum empfahl." Vorwärts (Sozialdemokratisch) ' 1. 8. 24. Polemik gegen Major Anker unter Erwähnung seines Auftretens in unserer Versammlung. Verworrene Ausführungen. in denen Anker teils »elobt. teils getadelt wird. Berliner Börsen-Zeitung (Parteilos, national) 9. 8. 24. Unter der Ueberschrift „Judentum und Parteien" Abdruck eines Schreibens unseres Verbandes folgenden Wortlauts: „Auf Briefbogen einer Berliner Aktiengesellschaft wird an jüdische Kaufleute eiii Rundschreiben versandt, in dem dazu aufgefordert wird.! chen Kampf der U. S. P. Dgegen die antisemitisch« Reaktion mit zu finanzieren*. Der Versender des Rundschreibens, ein Herr mit jüdischem Namen, der unter der Firma der Aktiengesellschaft zeichnet, führt aus, Hatz er selbst .gewiß kein Sozialist sec* und daß .Kaufkeute an sich keinen Grund hätten, ein« Arbeiterpartei zu unterstützen*, daß er aber trotzdem die Unterstützung der U. S. P. D. empfehle, weil .die jüdischen Verbände (Centralverein, Frontbund, Zionisten)* bei der Bekämpfung des Antisemitismus versagt hätten und. wie es in einer Anlage des Rundschreibens heißt, .der Kampf gegen die judenfeindliche Bewegung wirksam nur von einer politischen Partei geführt werden könne, welche jüdische Interessen als solche nicht vertritt*. Der Verband nationaldeutscher Juden verwahrt sich auf das entschiedenste gegen den Versuch, in der Weise, wie. es hier ge chieht, Parteipolitik mit der Iudenfrage zu vercmicken und deutsche Juden zur finanziellen Unterstützung einer P irtei zu veranlassen, deren Wirken von dem weitaus grö >ten Teil der gesamten deutschen Iudenheit aus Grün>>en der Vaterlandsliebe auf das entschiedenste verurteilt oird. Wer auf jüdischer^ Seite uns zumutet, eine Partei mit zu finanzieren*, von der er selbst zugibt, daß er ^an sich keinen Grund habe, sie zu unterstützen*, wer also Fraien der deutschen Politik gegen seine Ueberzeugung ausshließlich unter jüdischem Gesichtswinkel betrachtet. Handel genau ebenso gewissenlos wie die Rechtsradikalen, die > on dem entgegengesetzten Standpunkte aus die Iudenfrc ge als parteipolitisches Kampfmittel benutzen.'* Deutsch« Zeitung (Deutschnalional) 9. 8. 24. Auszuasweiser Abdruck des in vorstehender Notiz wiedergegebenen Schreibens ohne Erwähnung der Tatsache, daß hie Erklärung von uns mit ablehnendem Kommentar der Presse übergebe r ist. Pommerfche Tagespost (Deutschnational) 10. 8. 24. Wie „Deutsche Zeitung", offenbar aus dieser nachgedruckt. Berliner BSrsen-Zeitung (Parteilos, national) 10. 8. 24. Aufsatz vr. Naumanns „Die Flucht aus dem Judentum und in das Judentum". (Von unserem Verband als Sonderdruck verbreitet. Die Schliff!.> Deutsche Allgemein« Zeitung (Parteilos, national) 10. 8. 24. Aufsatz „Das Wesen des Antisemitismus" von vr. Richard Bahr. Kritik des Buches von Graf Couden Hooe-Kalergi, das als das Problem nicht erschöpfend abgelehnt wird. Hervorhebung der Tätigkeit unseres Verbandes. der den richtigen Weg zeige. Stichproben: ... . . Man soll, in aller Deutlichkeit, es sich klarmachen: auf solchen Wegen wird die Judenfrage einfach unlösbar. Denn die bekannten Vorschläge, die Iudenheit in corpore auszutreiben oder sie unter ein hartes Fremdenrecht zu beugen, sind ja wohl nicht für ernsthafte Leute. Und der Zionismus öffnet keinen Ausgang ins Freie, seit selbst seine feurigsten Werber es vorziehen, im Lande zu bleiben und (gelegentlich) als Oberregierungsräte sich zu nähren. . . . Der gescheite und tapfere vr. Mar Naumann, der gegen jüdische und nichtjüdische Vorurteile einen mannhaften Kamps kämpft ... hat schon auf . das irrationeltr Moment hingewiesen, das in diesen Dingen mitschwingt . . . Man überwindet den Antisemitismus nicht, indem man dazu auffordert, den Juden als Produkt seines Milieus und seiner Geschichte zu begreifen. und daran die läppische Selbstverständlichkeit c knüpft, daß ja auch die christlichen oder die arischen Deutschen ihre Fehler, mitunter scmar dieselben, hätten. (Das sind Turnübungen für die Primitiven) . . . Von Mar Naumann stammt das Wort von den .Fünfzigprozentigen* . . . Man verträgt die .Fünfzigprozentigen* nicht, die sich nebenher noch einem anderen (in ihren Empfindungen), übergeordneten Verband« verpflichtet fühlen. Freilich müssen und sollen wir dann auch bereit sein, jüdisch -Geborene, die sich vorbehaltlos als Deutsche geben, ebenso vorbehaltlos als solche gelten zu lassen . . . Nur so. nur durch gemeinsame Arbeit von Juden und Nichtjuden, dir vorzüglich eine Arbeit an ihnen selber sein muh. ist die Frage der Iudenheit in Deutschland ... zu lösen ..." » Frankfurter Zeitung (Demokratisch) 10. 8. 24. Abdruck unseres Schreibens betreffend die Werbungsversuche für die U. S. P. D. Thüringer Allgemeine Zeitung (Demokratisch) 10. 8. 24. Abdruck derselben Notiz unter der Ueberschrift „Ab geblitzt". Völkischer Kurier (Deutschvölkisch) 11. 8. 24. Polemik gegen Major Anker, den wir „in einer unserer Versammlungen zur Strecke gebracht haben" sollen. Anschließend Ausfälle gegen den deutschen Kronprinzen, der verdächtigt. wird, „nicht völkisch eingestellt" zu seiiz. Münchener Neueste Nachrichten!<Parteilos, national) 12. 8. 24! Auszugsweiser Abdruck unseres Schreibens bezüglich der Werbung für die U. S. P. D. Bot« aus dem Riesengebirge (Demokratisch) 13. 8. 24. Vollständiger Abdruck desselben Schreibens. Berliner Börsen-Zeitung (Parteilos, national) *15. 8. 24. Unter der Ueberschrift „Eine Klarstellung" Abdruck eines Schreibens unseres Verbandes, in dem wir uns gegen die Fälschung der „Deutschen Zeitung" bezüglich unseres Schreibens gegen die Werbungen für die U. S. P. D. verwahren. Der Reichsbot« (Deutschnational) 16. 8. 24. Abdruck eines Schreibens des Nationalverbandes Deutscher Offiziere, das sich mit dem in der Berliner Börsen-Zeitung veröffentlichten Artikel Naumanns „Die Flucht aus dem Judentum und in das Judentum" be schäftiat. Stichproben: ... . . Man kann den Ausführungen Naumanns und seinen guten Absichten Verständnis entgegenbringen. Ob sie großen Erfolg haben werden, möchten wir bezweifeln. Es soll nicht bestritten werden, daß es eine Anzahl deutscher Juden gibt, die in ihrer Art deutsch fühlen. Aber andererseits besteht für uns kein Zweifel darüber, daß die große Masse der deutschen Juden nichtso denkt. (Folgt Polemik gegen Berliner Tageblatt, Frankfurter Zeitung, Vorwärts. Kriegsgewinner und Schieber.) Nach allen diesen und ähnlichen Erfahrungen darf Herr vr. Naumann sich nicht wundern, wenn die Masse der Deutschstämmigen, die ihr Vaterland wirklich keb haben, bei dem Versuch einer Milderung des Gegensatzes zu den Juden nicht mitmacht. Auch diejenigen von. uns, welche nicht eigentliche Antisemiten sind, werden dem deutschen Judentum so lange in tiefem Mißtrauen und Abwehrbereitschaft ge gen über stehen, wie sein vorwiegend schädlicher Einfluß und seine undeutsche, internationale Gesinnung fortdauert. Es ist nicht zu verhindern. daß durch diese unsere Einstellung gelegentlich diejenigen Juden gekränkt werden, die es durch ihre