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Mitteilungsblatt des Verbandes nationaldeutscher Juden e.V. · 1924-08-01 · 3 (August-September 1924) · p. Seite 12

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Journal
Mitteilungsblatt des Verbandes nationaldeutscher Juden e.V.
Volume
1924
Issue
3 (August-September 1924)
Date
1924-08-01
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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IS - Gesinnung nicht verdient haben, dit aber auf die HaO tungdes Judentums in seiner Gesamtheit i bisher leinen für uns erkennbaren Einflußäusübe n." (Sperrungen von uns vorgenommen. . Die Schriftl.) München-Augsburger Adendreitung (Deütschnational) 16.8.24^ j Auszugsweiser Abdruck unseres Schreibens bezüglich < der 1OS.P.D. Neue Preußische (Kreuz--Zeitung (Deutschnational- 16. 8. 24. Abdruck des Schreibens des Ngtionalverbandes Deutscher Offiziere. Deutsch« Zeitung (Deutschvölkisch) .19.8.24. Abdruck desselben Schreibens. ' Neue Preußisch« (Kreuz--Zeitung «Deutschnakional- 22. 8. 24. , Auszugsweiser Abdruck unserer Entgegnung auf die Ausführungen bes Nationalverbandes Deutscher Offiziere mit krjtischen Bemerkungen. Das „Verhalten des Judentums" wird auf seine „Rassezugehöngkeit" zurückgrführt. Berliner Pörsen-Zeitung (Parteilos, national) 24. 8. 24. Abdruck' des Schreibens des Nationalverbandes Oculscher Offiziere und unserer Entgegnung. Darlegung, daß es außer unseren Berbändsmitgliedern zahlreiche nalioüaldeutsche Juden gibt, die sich gerade durch das judenfrindliche Berhalten vieler Nichtjuden von der Betätigung ihres Deutschtums zurückhalten lassen. .... . . Es trifft -licht zu, dag wir auf die Haltung dieses nationaldeutsch fühlenden Teils der deutschen Juden bisher überhaupt^ keinen erkennbaren Einfluß ausgeübt hätten. Der trotz der kurzen Zeit unseres Bestehens von uns ausgeübt^ Einfluß ist für jeden, der aufmerksam die Entwickelung terfolgt, deutlich erkennbar und wächst täglich. Daß dieserlEinfluß aber bisher noch nicht'so groß ist. wie er sein könnte, beruht hauptsächlich darauf, daß von nichtjüdischer Seite unsere Bestrebungen noch nicht so entschieden unterstützt werden, wie es im Interesse des deutschen Vaterlandes, das die Volksgemeinschaft aller Deutschfühlenden braucht, geschehen sollte. . . . Mißtrauen und Abwehrbereitschaft, die der Nationalverband Deutscher Offiziere den Juden entgegenbrikcht. sind heute leider jedem! Menschen gegenüber in Deutschland angebracht, denn!gar zu oft haben uns Narren, Hohlköpfe und Ber-! breäu» durch große Worte getäuscht. Aber Zurückhaltung und Vorsicht dürfen nicht in grundsätzliche Ablehnung! . ausacten . . ."! Der Neichsbote «Deutschnatiotial- 31. 8. 24. ' Auszugswinser Abdruck unserer Entgegnung auf die Ausführungen des Natiönalverbandes Deutscher Offiziere. Stichproben aus den Zusatzbemerkungen: . . Solange nicht wahrnehmbare Erfolge in die Erscheinung treten, glauben wir nicht, daß die uakionaldeutsch gesinnten Juden gegen die gut organisierte. und die Judenpresse behcrriHcnde, international fühlende ... . Judenschaft, die den zLon im jüdischen Lager angibt, allzu viel ausrichten werden. Im übrigen wird es ganz an ihnen selbst liegen, Mßirauen und Abwehrbereitschaft zu überwinden. Die Erfahrungen, die das deutsche. Volk seit dem Umstürze mit dem Judentum gemacht hat,,lassen es nicht verwunderlich erscheinen, wenn weite deutsch gesinnte Kreise sich zunächst dieser Bewegung gegenüber zurückhaltend zeigen." Jüdisch-Liberale Zeitung - 5. 9. 24. Nachruf aus Ministerialrat l)r. Jöhlinger unter Erwähnung der Tatsache, daß er dem Vorstand unseres Verbandes angehörte. Dieselbe Zeitung 5.9.24. Aufsatz unseres Mitgliedes Karl-Wolfgang Philipp «Halle» „Prinzipielles zum Fall Eucken". Polemik gegen eine» unsachlichen, mit Schimpfereien gegen unseren Verband durchsetzten Artikel des Breslauer Rechtsanwalts Foerder, Vorstandsmitgliedes des C. V-. der Eucken abfällig kritisiert und der „Iudengegnerschaft" (!) bezichtigt bat. , Deutsche Allgemein« Zeitung «Parteilos, national) 20. 9. 24. Aufsatz unseres Vorstandsmitgliedes Or. Cohn «Breslau- „Zionismus und Staatsbürgertum". Polemik gegen den zionistischen Obeuegierungsrat Goslar, der sich im Berliner Tageblatt über „Erziehung zum «Staatsbürger" verbreitet hat. Schlußsätze: „Wer sich, wie Herr Goslar, zur jüdischen Nation rechnet, kann trotz allem, was seine gewandte Feder darüber zu schreiben weiß, im,tiefsten Empfinden das deutsche Staätsbürgermm nur als formell-rechtliche Angelegenheit auffassen. Ein Recht, darüber mitzureden, wie wir unseren, den deutschen Staat auibauen wollen, können wir nur dem einräumen, der sich freudig jederzeit und ausschließlich zur deutschen Nation bekennt." .Ferner liefen: 4 ' Jüdische Rundschau. Jüdische Z für Ostdeutschland. Israelitische» eitung Familienblatt. Di« Wahrheit. Wien. Die Reichs- Sturmfahne (Deutschäölkisch). Oberpfälzer Abendzeitung (Deutschoölkisch). _ Abgeschlossen 22. 9. 24. Verbanüsnackrickten. 1. Ortsgruppe Halle a. S. (Nachträglicher Bericht.) Unser Mitglied Herr Universitätsbibliotheksrat l)r. Ettlinger sprach über .Bisma>rck und die deutschen Juden." Unter Ablehnung an daS. bekannte Buch unseres inzwischen leider verstorbenen Vorstandsmitgliedes l)r. Otto Jöhlinger schilderte der Redner die Stellung Bismarcks zum Judentum im allgemeinen und zu den deutschen Juden im besonderen Er kam zu dem Ergebnis, daß Bismarck sich niemals antisemitisch betätigt habe und daß die weit verbreitete Ansicht, er habe auch nur zeitweise mit Stöcker harmoniert, eine Fabel sei. Vielmehr habe Bismarck insbesondere mit jüdischen Parlamentariern (Simson, Bamberger, Laster), sofern ste nur wie die Genannten deutsch-vaterländisch empfanden, auf sehr gutem Fuße gestanden. Auf Grund unanfechtbarer Dokumente schilderte der Redner, wie Bismarck gerade von seiten der damaligen Judenfeinde zu Lebzeiten verunglimpft und verfolgt worden ist, also von den Vorgängern derselben Leute, die heute seinen Namen als Aushängeschild benutzen. Der Redner kam zu dem Schluß, daß, wenn Deutschland zur Zeit des Weltkrieges einen Bismarck besessen hätte, weder das Los des Vaterlandes noch die Lage der deutschen Juden in diesem Vaterlande sich so traurig gestaltet hätte. Der Vortrag wurde mit lebhaftem Beifall ausgenommen. 2. Ortsgruppe Frankfurt a. M Am 8. Juli sprach der Verbandsvorsitzende vr. Naumann in einer öffentlichen Versammlung, die im Römer (Geschlechterstube) stattfand. Der Saal war überfüllt. Der Redner sptach über die Frage der .Einheitsfront" und führte aus, dciß die nationalgesinnten Juden in die deutsche, nicht in eint alljüdische Einheitsfront gehören. In der Aussprache traten wieder eininal die tief- ' gehenden Gefühlsunterschiede innerhalb der deutschen Judenheit deutlich zutage. Von den zahlreichen Nichtjuden, die anwesend waren, ergriff nur ein Deutschvölkischer das Wort, der durch die Sinn- und Zusammenhanglosigkeit seiner Ausführungen die stürmische Heiterkeit fast aller Versammlungsteilnehmer. Juden ' und Nichtjuden, erregte. Zum Schlüße versuchten einige . zionistische Jünglinge (auch Ostjuden halten sich natürlich, trotzdem der Zutritt nur deutschen Staatsangehörigen gestattet war. eingeschlichen)j die üblichen Störungen hervorzurufen. Der Energie und Gewandtheit des Versammlungsleiters Herrn S. W. Heß gelang es jedoch, dem Hauptredner die nötige Ruhe für daS «Schlußwort zu verschaffen, in dem vr. Naumann mit den Zionisten und Zwischenschichtlern, die in der Debatte zu Worte gekommen waren, sich noch einmal gründlich aüseinandersetzte. 3. verli«. Unsere Winterarbeit begann am 11. September mit einem Vortrag' unseres Mitgliedes l)r. Rudolf Paderstein über .Das Marnewunder", zu dem der zehnjährige Gedenktag der unglückseligen Marneschlacht den Anlaß bot. Mit tiefgründigem kriegsgeschichtlichem Wisse» erläuterte der Redner in einer Form, die auch jeden nicht militärisch geschulten Zuhörer fesseln mußte, wie aus einem unzweifelhaften Erfolg eine Katastrophe gemacht und. damit eine Wendung herbeigeführt wurde, auf die in letzter Linie der unglückliche Ausgang des Krieges und das traurige Schicksal unseres Vaterlandes zurückgeht. Ter Vortrag zeigte, daß nicht, wie manche Treppenwitz-Kritiker der damaligen Ereignisse jetzt zu beweisen versuchen, ein einzelner Mann die Schuld an der Schicksalswende trägt, daß vielmehr die Entschlußunfähigkeit einer ganzen Reihe von Persönlichkeiten zusammengewirkt hat. um auS dem siegreichen Vormarsch einen zunächst selbst dem Feinde als .Wunder" erscheinenden Rückzug zu machen. Wenn auch der Redner selbst es in taktvoller Weise vermied; politische Schlußfolgerungen an seine Darlegungen zu knüpfen, war doch die Nutzanwendung, die sich aus den Er-! eigniffen von 1914 für die heutige Zeit ergibt, jedem Zuhörer i klar: die schlimmsten Feinde der eignen Sache! sind die Menschen, die .Angst vor der eigenen ' Courage" haben. Der ungemein interessante Vortrag wurde von der zahlreichen Zuhörerschaft mit stärkstem Beifall ausgenommen. Von einer Ausspräche wurde auf allgemeinen Wunsch abgesehen. Dagegen berichtete Herr SanitätSrat vr. Friedländer in humorvollen Worten über ein« Sommerreise nach Dänemark. Bon seinen Ausführungen fanden insbesondere die Mitteilungen Interesse, die er über t

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