Mitteilungsblatt des Verbandes nationaldeutscher Juden e.V.
- Journal
- Mitteilungsblatt des Verbandes nationaldeutscher Juden e.V.
- Volume
- 1924
- Issue
- 3 (August-September 1924)
- Date
- 1924-08-01
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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UN» weisen. weil sie UN» verabscheuen und UN» wie lästige» Ungeziefer von sich äbschütteln . . . Rur eines s« hier noch gesagt: Diele sogenannte indifferent« Mittelschicht unter den deutschen Juden, von der Tucken so geringschätzig - spricht, ist wahrlich nicht die schlechteste innerhalb des deutschen Bolkskörpers. 8. .^Prinzipielle» zum Fall Tuck, Foerder-Breislau. Vors (Jüdisch-Liberal« Zei ... So sensationell die ru ngen durch den Namen Abdruck in der rechtsstehende! entbehren gleichwohl det Dreiteilung findet sich bereits in der Propaganda Broschüre des l)r. Naumann vom Verband national deutscher Juden, der sich somit wieder einmal als Bundesgenosse^dei Judengegnerschaft bewährt hat ... Als dritte Gruppe bezeichnet Tucken die. welche sich „halb als Juden und halb als Deutsche betrachten'' ... Aich hier könnte man in, Versuchung kommer. wühle man nichit. davein Sechs u ndf.ie best zi gjähriger spricht, zu sagen: „Schnell fertig ist die Jugend mit dem Wort." .. . 9. „Juden tu Jugoslawien" (2. T. A. Nr. 469 und Israe - litisches Fainilienblaft 7. 8. 24)2 „Der König von Jugoslawien empfing dieser Tage den Oberrabbmer von Jugoslawien vr. A. in einer längeren Audienz. Der König erkundigte sich bei dem Oberrabbmer u. a„ wieviele Juden in Jugoslawien wohnen. Als der OberraLbiner dem König sagte, dah im Land« ungefähr 1406tX) König verwundert aus: Rur (Diese Notiz bringt A. Ueberschrift ..Der jugoslawische Juden leben, rief det so wenig!" > )ie I. T. wünscht mehr Jude i in und das Israelitische 10. unter der Ueberschrift ,.S e Die Schriftl.) „Tine lehrreiche Geschichte" blatt Nr. 26). Berichts darüber. dah in Holland eine an einer jüdischen Volksschule beschäftigt« Lehrerin auf Veranlassung eines „liberalen" Wischen Schulrats ent lassen worden sei, weil sie nicht entschlossen habe, einen ugter der König seinem Lande" Familienblatt hnsucht nachI uden". (Jüdisches Wochentrotz vorheriger Rüge sich künstlichen Scheitel zu tragen. Zusatz der Schriftkeitung des Jüdischen Wochenblattes: „Wir glauben nicht, dah ein konservatives Mitglied einer deutschen Gemeindeverwaltung eine derartige Forderung wagen würde. Sollte dennoch dieses «intreten, so würde unzweifelhaft ein Sturm der Entrüstung durch alle jüdisch-liberalen Kreis« gehen. Der kleine Bopfallj-sollte jedoch den Liberalen zejgen, dah ihre Gesinnungsgenossen in anderen Ländern den religiösen Anschauungen der G« setzestreuen viel mehr Rechnung tragen aes sie." Nachwort der Schriftleitnng: Es kann den uns g« fühlsinLhig nahestehenden Juden nur dringend empfohlen werden, recht eifrig all jüdische Blätter zu lesen. Sie erfahren durch solche Lektüre bester, als durch ein Dutzend Leitartikel, was stns von diesen Menschen trennt. Di« Grenzlinie, die ihr und unser Empfinden scheidet, verläuft nicht zwischen Kultusbezirken, sondern zwischen Weltteilen. Vermischtes. Di« Wahlen zum Lanbertaa oerbaude» jüdischer Am 7. Dezember d. 2s. fini Landestag statt. Das Interesse sich vorerst hauptsächlich auf rionisti wissen, worum er geht. Ihr 7 ligionsgemeinden zu jüdischnation, zugestalten. Auf Seiten der Parteien, di« bisher innerhalb selbst den Zionisten gegenübe Verständnis dafür gezeigt, wie dah es sich in Wahrheit nicht dern um national« Gege Anzeichen deuten allerdings dara bevorstehende Wahlkampf geeignei zu fördchn. Die Bereinig» Judentum fordert „vaterländis, didaten, und der Tentralverei bürger jüdischen Glauben au», die in den Worten gipfelt: » Prenhischen Landes- «meinden. i die Wahlen für den er weiteren Kreise zeigt Seite. Die Zionisten ist, die jüdischen Re- Volksgemeinden umreligiös orientierten Gemeindevertretungen hat sich bisher wenig die Gefahr ist und in religiös«, sonst tze handelt. Gewisse hin. dah gerade der ist. dieses Verständnis für das lib«rale " Einstellung der Pan- >n deutscher Staats- >» gibt eine Wahlparole «gen den Zionisvon Rechtsanwalt ndsmilglied des L.V. ung Nr. 27). ucken scheu Ausfühihres Autors und ihren Presse ... wirken, sie Originalit-St. Die mus! Kein« Stimm« für eiche Liste, auf der ein Zionist steht." Diese Parolest klingen an sich sehr verheißungsvoll: abzuwarten bleibt nut, was in der Präris schon des Wahlkampfes und vollende des späteren Verhaltens der gewählten Vertreter von den schönen Worten i» di« Tat umgesetzt wird. Für .vaterländisch" gesinnt halten sich wohl auch die Herren Oderregierungsrat Goslar und Ministerialrat vr. Badt. Nur sind sie in der glück lichen Lag«, nach Bedarf das deutsche Vaterland gegen ein jüdifchnationales auszuwechseln. Und gerade diese Herren hat erst kürzlich der Vorsitzende der Vereinigung für das liberale Judentum in der Jüdisch-liberalen Zeitung energisch gegen „jüdischen Antisemitismüs" und den Borwurf der „Vaterlandslosigkeit" in Schutz genommen. Auch gegen die antizionistisch« Parole des Centrhlvereins machen sich schon jetzt unmittelbar nach ihrer Aufgabe in den Kreisen der Centralvereins-Mitglieder selbst stark« Gegenströmungen bemerkbar. Di« Jüdische Telegraphen-Ltzentur, die gewöhnlich recht gut unterrichtet ist, meldet am 23. September 1924: „Die Parole des Centraloereins stöbt deshalb auf mannigfachen Widerspruch, namentlich auch unter den vielen Tausenden d e-m Centralverein a.ngeh ö ren den Keren Hajessod- Zeichnern": und am 24. September 1924: „Aus Königsberg wird ... mitgeteilt, dah hier, ipo der Centraloerein sehr stark verbreitet ist, die antizionistische Parole verstimmend gewirkt habe, da hier bereits «in liberalzionistisch-konservative-s Bündnis geschlossen sei und da von Königsberg aus eine ähnliche* Anregung in andere Provinzen . . . gegeben wurden Aus Leipzig, das ... an und für sich nut dem Preußischen Landesverband nichts zu tun hat, regen sich in den Kreisen der Keren Hajessod-Zeichner, die zwar keine Zionisten sind, aber jede antizionistische Paiole verwerfen, oppositionelle Stimme» gegn den Centraloerein. Dasselbe wird aus rhei rischen und einigen groben westfalischen Gemeinden bericht:t." Di« Lageferfordert somit die volle Aufmerksamkeit aller nationaldeutschX gesinnten Juden. Wir brauchen im Landestag Cvkänner, di« nicht nur Verbeuaungenmachtnundwohlgesetztle Redenhalten, sondern die auch einmal kräftig auf den Tisch schlagen, wenn di« zionistischen Vertrauensmänner der halbasiatischen Wähler — leider noch Wähler! — sich allzu bemerkbar machen.! Unser Verband wird in den Wahlkhmpf «ingreifen, dies durch Aufstellung eigener Kandidaten in einzelnen zirken oder auf Andere Weise geschieht, hängt von Ergebnis noch schwebender Verhandlungen ab.!?! Der „Bann". - Nach Meldung der I. T. A. hat ein Rabbiner aus Jerusalem jeden Juden, der einer Bnrl Briss-Loge angehört, in den Bann (Lkerem)! « r k lä r t. ' Nach derselben Korrespondenz-Agentur hat di« orthodor« Gemeinde zu Budapest nach jahrelangen Bemühungen die Genehmigung eines Statuts durchgeseht! nach dem ihr das Recht «ingeräumt ist. Personen, die gegen di« Vorschriften des Schulchan Aruch verstoßen, aus der Gemeinschast auszu schließen. Jüdische Einheitsfront im Sport. , Unter der Bezeichnung „Vereinigt« Hebung»- hätten jüdischer SportverbSNde (Vis)" hat sich eine Anzahl jüdischer Organisationen zu -einem Zweckverband zusammengeschlossen. darunter neben ausgesprochen jüdischnationalen Vereinen auch der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten, die Deutsch-jüdisch« Jugendgemeinschaft (Gründung des C.V.)I und der K. C. Was alle» „antisemitisch'!' ist. Das Rot« Kreuz veranstaltet zürzeit Sammlungen in den Schulen. In der oberen Klasse einer Berliner höheren Lehranstalt erklärte ein jüdischer Schüler, man dürft« für diehm Zweck nichts geben, weil sdas Rote Kreuz „antisemitisch" sei. Natürlich war das Ergebnis Empörung unter den nichtjüdischen Schülern und auf Seit« des zuständigen Lehrers, bis «in anderer jüdischer Schüler die Angelegenheit wieder notdürftig einrenne. So belanglos der Einzelfall als solcher erscheint, so bezeichnend ist er für di« Atmosphäre, > in der wir leben. Welche Anschauungen müssen dem Jungen, der sich in so jugendlichem Alter schon als AntisemitenÄliecher betätigt, zu Hause anerzogen sein! Und wieviele feiner nichtjüdischen Mitschüler, die vorher noch nicht „Antisemiten" waren, mögen durch diesen Vorfall in die Versuchung geraten sein, es zu werden!! Wir schreiben für antisemitisch« Zeitungen , Wer von uns hat diesen Vorwurf noch nicht gehört, und zwar jedesmal im Tone tiefsten Abschert» und Entsetzens? Gerade jetzt wieder wird in gewissen Koeifen mit ihm ge- Ob Be dem-