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Mitteilungsblatt des Verbandes nationaldeutscher Juden e.V. · 1924-01-01 · 1 (Januar-Februar-März 1924) · p. Seite 3

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Journal
Mitteilungsblatt des Verbandes nationaldeutscher Juden e.V.
Volume
1924
Issue
1 (Januar-Februar-März 1924)
Date
1924-01-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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WWW», gerate brä die Sinn unterzulegeu, wie er seiner Gegner paßt. Dann anständigen Kampfes weise zw schritten zu werden. Fast sieht auch über diese Grenzziehung zionisten schon keine Gnigkeit m will der heilige Eifer, mit dem auf einzelne Ausdrücke stürzen, scheinen, sehr verdächtig vorkomffi sie sich den Anschein geben, irgent^inen angeblichen Ketzer meine nicht, daß das gerade i Religion spielt bei einem große» falls doch nur eine sehr bes Or. Oscar Cohn zum Beispiel verwachsen fühlt, bleibe dahind „gelernte Zionisten", zu denen er nach, nicht zählt, stehen zur einem sehr losen Verhältnis; bettacht der praktischen Arbeit, richten, behaupten, daß sie das Menschenmöglichste leisten. Judentum hat der Zionismus v daß er das Eintreten für dett Väter lieber berufeneren Leuten sichen m an II. in den polemisch«» Kram uchten die Grenzen einer »nS niemals übere« aber so aus, als ob ünter Zionisten und Nichtchr zu erreichen sei. Mir die Zionisten sich immer die ihnen angreifbar eren, besonders dann, wenn jüdische Religion gegen verteidigen zu müssen. Ich es Amtes ist. Denn die Teil der Zionisten bestenüdene Rolle. Ob Herr ich innerlich mit ihr stark estellt. Aber auch viele sich, seinen eigenen Worten üdischen Religion nur in an könnte sogar in Anfie für ihre Ideale verun jüdisch er Betätigung Jedenfalls: mit echtem m heute so wenig zu tun, wahren Glauben unserer überlasten sollte. die die Zionisten in der AuSso wie es sich gehörte, llen Segeln in den breiten Hineinsteuern mußten, um ES traf sich indessen, daß spräche das religiöse Moment hübsch beiseite ließen und mit va Strom der nation.alen Fragen , ___ die es auch nnS bei diesen Auseinandersetzungen mit ihnen — und mit anderen — in der Hauptsache zu tun ist. Als erster Redner halte nämlich HerrlMajor a. D. Kurt Anker das Wort erhalten, im Krieg Nachrichtenoffizier der Obersten Heeresleitung beim Oberkommando der Heeresgruppe Deutscher Kronprinz, jetzt ein auf eigenen Füßen stehender Vorkämpfer der nationalen Wiedergeburt des deutschen Volkes. Ein ziemlich weit rechts stehender Mann, dem aber kein Te l dieses deutschen Volkes zu schlecht ist für den Versuch, ihn zur wahren Volksgemeinschaft, als dem einzig möglichen Fundament unserer Erneuerung, heranzuziehen. und der mit diesem guten, ehrlichen Willen auch vor den national fühlenden deutschen Jpden nicht Halt macht. Er hat sich um dieser freieren Denkart willen, auch weil er zum Beispiel in der Schuldfrage unbefangener urteilt als viele seiner früheren Standes- und Gesinnungsgenossen, von den Deutschvölkische« getrennt, lhat sogleich nach der Revolution seinen Abschied von der Armee genommen und war sich gewiß von vornherein der Wirkung bewußt, die sein Auftreten in unserer Versammlung an den leitenden Stellen der Deutschnatiünalen VolkSpartei, zu der er gehört, auSlösen würde. Trotzdem tat er, was er für recht hielt, und sprach davon, daß alle wirklich deutschen Juden bei ihm und seinesgleichen offene Türen fänden und in die deutsche Kampfesfront ausgenommen würden, wenn sie bereit seien, moralisch, ideell, materiell und eines TageS im wahrscheinlich einst nötigen blutigen Freiheitskampf auch ntit ihrem Leben für Schwarz-weiß-rot hinzustehen. Diese wenigen Worte genügten, »m Herrn vr. Klee, der als zweiter Debatteredner anfgerufen wurde, völlig aus dem Häuschen zu bringen. Er gab es auf, sich mit Naumann auseinanderznsetzen, sondern schlug — bildlich, nur bildlich — mit allen Zeichen des Entsetzens auf Major Anker ein, dem er extremen Nationalismus, Kriegshetze und ähnliche Abscheulichkeiten vorwarf. Man darf also in Deutschland, in dem geknechteten, zertrampelten und, wenn e» nach Frankreich geht, für ewige Zeiten in jeder Beziehung verstümmelten Deutschland nicht mehr von einem wahrscheinlich einst nötigen Freiheitskamps sprechen, ohne daß ein anderer deutscher Staatsbürger, und sei es auch ein deutscher Zionist, aufttitt und darüber zetert, was für ein fürchterliche- Malheur da wieder angerichtet worden sei, wa« das Ausland, das liebe AuSlömd, dazu sagen werde, daß hier, in öffentlicher Versammlung, ein neuer Weltkrieg an die Wand gemalt worden sei Ob man sich etwas Schrecklicheres vörstellen könne als solche Geschirrzertrümmerung in einem Augenblick, da unsere Regierung drauf und dran sei, mit eben diesem Ausland über eine Erleichterung unseres Losehandelseinig zu werden. Nun, das Ausland hat gar nichts dazu gesagt, vielleicht, weil cs mehr Verständnis für die Empfindungen eines früheren deutschen Offiziers besitzt, dem der Anblick diese« Deutschlands von heute das Herz, zerreißt und der nicht ganz au der geschichtlichen Tatsache vorüberzugehen vermag, daß vor hundert Jahren, als die Franzosen die Herren Europas waren, ungefähr so wie heute, Preußen sich durch Waffengewalt von der Fremdherrschaft befreite, da eS einen anderen Weg zur Freiheit damals überhaupt nicht gab. Heute hoffen unsere nationalen und internationalen Pazifisten auf den Völkerbund. Kein Deutscher würde eS ablehnen, die Freiheit des Vaterlandes aus der Hand de« Völkerbundes entgegenzunehmen. Aber wenn selbst die Siegerstaaten ihre militärischen Rüstungen sortsetzei»; wenn heüte, nach Auslösung der großen deutschen Armee, mehr Soldaten in Europa > auf den Beinen stehen als vor dem Krieg, wenn selbst Mac Donald Kriegs- und Luftschiffe bauen läßt, als hätte er noch niemals vom Völkerbund gehört, obwohl doch England ebenso wie seine Alliierten und Assoziierten mit ihrem Völkerbund so ausgezeichnete Erfahrungen gemacht haben — da sollen wir Deutsche unsere ganze, unsere einzige Hoffnung auf Wiedergutmachung des Unrechte«, das uns angetan worden ist, auf den Pazifismus setzen? Wir, denxn eben dieser Völkerbund auf daS Uebelste mitgespielt hat, denen er nicht einmal in den seltenen Fällen, in denen er zu unseren Gunsten entschied, wie gegenüber gewissen Streitigkeiten mit Polen, zu diesem von ihm feierlich anerkannten Recht verhalf? Der den in jeder Beziehung skandalösen Ruhrkrieg sich hat abspielen lassen, ohne auch nur den kleinsten Versuch gegen diese infamen Vergewaltigungen, gegen diesen von England offen als solchen bezeichnten Rechts- und Vertragsbruch unternommen hat? Die Aussichtslosigkeit bewasfiteter Selbsthilfe gegen unsere Peiniger bei Aufrechterhaltung der heutigen Zustände braucht uns natürlich kein Zionist und kein Pazifist zu Gemüte führen. Worauf» es zunächst nur ankommen kann, das ist die Wiedererweckung des Geistes der Wehrhaftigkeit, die Belebirng nationaler StaatSgesinnung in allen Teilen des deutschen Volkes. Die Bereitschaft zur Unterwürfigkeit um jeden Preis hat unser moralisches Ansehen im Auslände nahezu vernichtet; ein Fortschreiten auf dieser Bahn, bei weiterem Verharren Frankreichs auf seiner Bh«nilnd Ruhrpolitik, hielt selbst ein Lloyd George für menschenunmöglich i— und trotzdem soll es ein Verbrechers gegen das deutsche Volt sein, wenn mau eS auch für den Fall eines einst vielleicht nötigen Freiheitskampfes stark zu machen sucht? Als die — unbewaffneten — Pfälzer im Augenblick höchster Verzweiflung zur Tat schritten und ihre von den Franzosen förmlich geliebkosten Peiniger niederschlpgen wie tolle Hunde, da rangen unsere berufsmäßigen Pazifisten bekümmert die Hände: Nun werde es erst recht schlimm werden, da man verbotenerweise zur Gewalt gegriffen habe. Aber siehe da, küre acht Tage hat es gedauert, da mußten die Separatisten einpacken und mit Schimpf und Schande daS Weite suchen. Auch für ganz Deutschland kann einst der Tag kommen, da eS in die Sterne greif.» muß, um sich seine Menschenrechte wieder heruutcrzuholen. D-ran soll man nicht nur immer denken, davon soll und darf man auch ruhig sprechen, so oft dä» Herz dazu drängt, denn eS kann uns garnichtS nützen, wenn das Ausland sich falsche Vorstellungen darüber »rächt, welche Gefahren eS mü seiner unsere Nationale Ehre täglich mit Füßen tretenden Politik über dep Frieden der Welt heraufbeschwört. s W»

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