Mitteilungsblatt des Verbandes nationaldeutscher Juden e.V.
- Journal
- Mitteilungsblatt des Verbandes nationaldeutscher Juden e.V.
- Volume
- 1923
- Issue
- 3 (Mai-Juni 1923)
- Date
- 1923-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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vonw4^kn Zoten behaupten, gilt sicherlich von Ihnen leibst. Ihr« .Meittakt«', chrr .StrllonAwhme in alben poWschen. «trtschastnchen, tmlturetlen Dingen charakterisiert sie immer wieder alt Zoben', d. h. «8 deutschsrrnwe Jübtschnattonalr. Aber trotzdem .verlangrn st« in Deutschland mit allem Rachdrack ihre RrAte': trotzdem beteiligen st« fich eifrig daran, daß deutsche Bo» zu «gieren. Amerika und die Einwanderung. Nach einer Meldung des I. C. B. will Präsident- Harbing «in« Kommission einsttzen, die das Einwanderungsproklem studieren und der nächsten Kongreß-Sitzung eine neue Bill unterbreiten soll, taut welcher di« Einwanderer künftighin nur nach den Bedürfnissen -er Bereinigten Staaten und nach ihrer Fähigkeit, sich zu assimilieren, ausgewählt werden sollen. All-Astaientum. : Die .Deutsche Allgemeine Zeitung' brachte vor Monaten einen Bericht aus Japan, der die erstaunliche Tatsache ergab, daß in Japan, trotzdem dort verschwindend wenig Juden leben, ein reges Interesse für den, Antisemitismus sich geltend zu machen beginnt. Unser Vorstandsmitglied Dr. Weinberg hat damals in einem Degen-Aufsatz .Antisemitismus ohne Juden', 1>er ebenfalls in der .D.A.-Z.' erschien, die Meldung vom Standpunkte unseres Vkidandes gewürdigt. (Vgl. Mitteilungsblatt Nr. 7 von 1922 unser "Echo der Preise'.) Bür einigen Wochen nun brachte die .Vossischr Zeitung', die gewiß nicht verdächtig ist, dem Aonismus Schwierigkeiten zu bereiten, eine noch erstaunlichere Meldung ihres Korrespondenten in Tokio. Danach hat die .Zümistifche Vereinigung von Schanghai' dem japanischen Außenminister das ^Diplom des Goldenen Buchs des Jüdischen Nattonalfonds' überreichen lassen. Der Korrespondent der .Voss. Ztg.' knüpfte an diese Meldung die sehr vernünftige Folgerung, den röenigen Juden in Japan könne cs nur erwünscht sein, wenn man sich in Japan um das Problem de- Judentums noch recht lange so wenig kümmern möge, wie bis vor kurzer Zeit. Gegen diese verständigen Worte polemisierte noch kürzlich der Berliner Zionist Dr. Rosenblüih in einem Schreiben an die .Voss. Ztg.'. Nünmehr bringt die Jüdische Rundschau' einen ausführlichen Bericht über die Feier, )ie> anläßlich der Eintragung -des japanischen Ministers In das .Dvltzcire Buch' veranstaltet wurde. Aus dem Bericht sind folgende Scitzr^yervorzuheben: Der -spanische - Generalkonsul, der de» Minister vertrat, sagte: .Japan habe sich stets der jüdischen Nation gegenüber von freundschaftlichen Gefühlen leiten taffen und nichs gezögert, ihre nationalen Aspirationen zu unterstützen.' Noch deutlicher wurde ein indischer Journalist und Professor, der u. a. iolgendes sagte: .Die Juden dürfen sich nunmehr nicht eher zusriedengeben, als bis die jüdische Heimstätte, in Palästina errichtet .ist, von welcher, aus sie die Möglichkeit haben werden, geistig auf Europa einzüwirken. Die 320 Missionen Seelen in Indien . . . . wünschen Ihnen (den versammelten Zionisten)' den besten Erfolg Ihrer Bemühungen. Wir wünschen, daß. bald der Tag kommen möge, air dem zum Zeichen des gegenseitigen Einvernehmens zwischen Jaden und den übrigen Asiaten Versammlungen abgehalten werden mögen', in Peking, Teheran, -Delhi- Kabul, usw.' Wir'sind also aus dem besten Wege zum All-Asiairniulm, von dem gelegentlich auch schon in Zeitschrisken-A.rtikeln zionistischer! Intellektueller'etwas gespukt hat. Vielleicht didnen solche Vor-l gänge dazu, dem einen oder anderen deutschen. Juden die Augen m öffnen, der bisher die Einheitsfront mit Zionisten für möglich hielt, aber doch schließlich sein Europäertum acht gern auigeben möchte. ' Vom Keren Hajeffod. 1. ^2» Deutschland. Nach dem Bericht der .Jüd. Rundschau' sind bei-dem Londoner Hauptbüro deS KereN Hajeffod im März 1923 rund 55444 Pfund eingegangen. Don den 29 Ländern, die aufgeftjhrt sind.-steht Deutschland an fünfter Stell« mit rund 1523 Pfund, d. i. nach jetzigem Geldwert rund 35V Millionen Mark. 2. I» Deutsch-Oesterreich. * Das I. C. B. meldet am 22. 4. 23, daß .in den letzten 2 Tagen' von jüdischen Bankdirektoren und Industriellen rund >000 Pfund für den Keren Hajeffod dar eingezahlt worden seiest, d. i. nach jetzigem Geldwert rund 4 Milliarden 410 Millioneir Mark. 3. Die .mchtzionistischea' Werker. In Brest« hak nach dem Berscht der zionistischen .Jüdischen BolkSzeitung' im Januar eine große Keren Haleffod-Konstrenz kotHeftttidea. Redner sparen außer den erklärten Zionisten Glases und Dr. Kahn au-hdte .RtchHonis^n' osikarWastetcha n n, leitender Direktor der Deutschen Book, End Denkralkonsol.- äsen Lo oh ga. Bst irrest Rehe» Heden Vir folgende Satze tzerpor: jMDWWtMMMd»»«« »E »tr awtzügemeiK- . West* »tr «« Min a»t- »reis . , - er Herrn Hajeffvd ist neatvot . De» Judentum nütze« »tr na Mische Bestrebungen a> ' schiietzen, dann geben wir . Palästina braucht ans, aber wir brauchen Palästzna. um unserer selbst willen.! Laad«:! Ich bin hergekommen, weil mir der Keren Acheßob lKe» zenssach« ifb ' Ich will Sie inständigst bitten, die Arbeit zu unterstützen. - .Sehen Sie das Trermende Mrück und suchen Sie die Einheit. I Bezeichnend ist, daß di« Einladung zur Konferenz u. a. von dem Vorsitzenden der Breslauer jüdischen Gemeinde unterzeichnet war. Bekanntlich gehört auch der Borsitzend« der Berliner jüdischen Gemeinde zu denjenigen Persönlichkeiten, die den Keren-Hajeffod-Aufruf unterzeichnet haben.! Ostjudea zu Hause u»d bei uns. 1. In Polen. ' I (Aus einem Bericht des Warschauer Korrespondenten der Frankfurter Zeitung. 3. 4. 23.) Sie füllen ganz Dörfer und kleinere Städte und in den größeren Städten leben sie heute noch in freiwillig gewählten Ghettos. Vielleicht 80 v, H. sind Zion sten und mlt-wenigen Ausnahmen find sie alle jüdischnation«.... Die Zahl der zu den Polen Lberg« gangenen Asstmilanten. die von 20 Jahren noch beträchtlich war, ist heute verschwindend klein und selbst die Kinder bekannter Assimilknten sind wieder nationale Juden geworden . . . Aber es ist nicht> zu bestreiten, daß auch die Juden mit der strengen Wahrung ihres Nationalismus Zn Polen ein« Mauer zwischen sich und den Polnischstämmigen aufrichten. 2. In Rumänien. Ein Vertreter des I. L. B. hat — anscheinend allen Ernstes — den Justizminifter befragt, ob er nicht in stark von Juden bewohnten Bezirken das Jiddisch als Gerichtsspreche zulaffen wolle. Der Minister hat. erwidert: .In den Gerichten kann es nur eine offizielle Sprachgeben: die rumänisch«.' I. In Deutschland. Das Arbeiterfürsorgeamt der jüdischen Organisationen ver^ öffentlicht seinen Bericht über die Ein^> und Auswanderung von Ostjuden im Jahre 1922. Aus der Wiedergabe der .Jüdische« Rundschau' heben wir folgende Sätze hervor: Danach haben sich bei allen Fürsvrgestellen ... im ganzen als Neuzugewanderte 2865 Personen gemeldet.' Von diesen sinaus dem Osten zugewandert 1839 Personen, aus dem Westen zurückgewandert bzw. abgesch »den worden: 826. Dieser verhältnismäßig geringen Zahl d«r Einwandernden steht gegenüber, daß allein durch die Für orgestellen deS Arbeitersürsorgeamles im genannten Jahre 1124? Personen adbe- , fördert würden. Don diesen gelangien nach dem Osten 1645 und nach den westlichen Ländern 9802. Die Abwanderung war also 'erheblich größer als die Zuwanderung. . Die .JüüischeNundschau' seht hinzu:j .Diese statistischen Tatsachen beleuchten am besten die antisemitische Demagogie, die die Ostjudensrage zum Mittelpunkt ihres politischen Programms macht, um die vielen anderen Gründe, die eine wirklich« Erklärung für Deutschlands schwierige Lage geben könnten, zu verschleiern. Nach Veröffentlichung dieser Statistik wird eS schwer fallen, weiter die Ostjoden als Sündenbock zu behandeln.' Wir können nicht annehmen .daß dieser Zushtz wirklich von einem Redakteur der .Jüd. Rundschau' stammt; > er scheint vielmehr im ^Präsidium' des Fürsorgeamts geboren! zu sein. Zu diese« Präsidium gehört bekanntlich auch Dr. Paul Nathan, der diese geistvollen Sätze persönlich geschrieben haben könnte. Wer dt« Verhältnisse einigermaßen kennt; wirk über solch« .statistischen Tatsachen' nur lächeln. Aus, den Zahlen ergibt fich nichts weiter, als daß nur 2665 Ostjuden fich bei dem Fürsorgeamt gemeldet haben . Das glauben wir -er ' - - und Juwelenschleber, noch die ztoalsttkchen bei dem Fürsorgeamt zu melden, lind d, Hilfe deS Fürsorgeamts zur Abbeförderung , haben, sagt nach weniger, -um« von dies zurück nach dem Osten, dagegen »602 nach «"MW. trachten! PK OWybenfreuyda im Wanderung zu sagen; wird Weder die Houseritatoren pflegen fich 11247 Ostjnden bi« Anspruch genvmme» n 11247 ganz« 1645 westlichen Ländern . lichteren möge« DmüKland «wese» kritisch Ke- , n Lager find P versorgt, lind ort gegen dt» jp^ter« man ihm M de« .unan- »V»