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Mitteilungsblatt des Verbandes nationaldeutscher Juden e.V. · 1923-05-01 · 3 (Mai-Juni 1923) · p. [Seite]

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Journal
Mitteilungsblatt des Verbandes nationaldeutscher Juden e.V.
Volume
1923
Issue
3 (Mai-Juni 1923)
Date
1923-05-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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l Mtckürß« »erden es widerspruchslos hin- -»getz-ri» ihres SkWmes und Stachchns von . l NWit«schössen ft«-, mrd -atz die »»«-«vollen . . >d« deMche» tzrache, Nil ei« Mischer Künstler sie für -lese» desonteren Fall gefaßt and geformt hat, nun als Mischet Erbgut ausgegeden «erde«?! Wer int Ausland reist, pflegt Ihr ater za beschhen.um die Landeützrach« tn ihrer Retichelt kennen zu lernen. Dem WtffenSnrsttgen. der sich über die Muttersprache der deutsche» Zvdenheit »nterrichten will, »«den in Berlin drei Theater zur Verfügung stehen: da« siddische jüdische Küastl«-Theat«). in Zmunst vielleicht — noch ist es .ein frvm»er Wunsch' — das hebrässche, und bald das jüdische. Das Wort .deutsch' wird er in der Aufschrift dieser Theater vergebens suchen, aber in dem ersten wird ihm als Sprachst«« ein verderbtes, tn dem letzten «in edles, volltönendes Deutsch entgegenklingen. Er wird sich anfangs vergebens fragen, warum gerade dieses Deutsch für .jüdische Konst' charakteristisch sein soll. Wiederholt er aber seine Besuche 1« .Jüdischen Theater', so wird er entdecken, -atz Goethe, Schiller, Kleist, Hauptmann usw. dort nicht gespielt werden -Arsen, und er wird mit einem Lüchetn des Spottes feststellen, daß die deutsche Sprache hier offenbar durch «in rituelles Wunder zur jüdischen geworden sei. Steht er den deutschen Juden teilnahmslos gegenüber, so wird er sich mit einem Kopfschütteln begnügen, liebt er sie aber, wie ich es tue, der ich mich ihnen zugehörig fühle, so «trd «in staunendes Mitleid fein Herz ergreifen. Er wird Ich abquälen an dem unlösbaren Rätsel dieser sonderbaren Menschen, denen nur deutschvölstische Narren schöpferische Kraft absprechen können, und die trotzdem nach kaum einem Jahrhundert gehemmter Freiheit sich wieder in die Dumpfheit und Enge des Ghettos zurücksehnen: und er wsrd, ohne den Borwurf des Antisemitismus zu scheuen, seine weckende Stimme erheben: .Hütet Euch, Ihr baut freiwillig an den Mauern eines Gefängnisses, auf dessen Hof Ihr dereinst, abgesperrt von Weite und Licht, im Kreise umherirren! werdet!' stbssli vom sudentul^? Bon Dr. S. Breslauer. Mit feurigen Zungen ziehen die Jünger des Zion! " dlf Sa ils- «us durch die deutschen Lande, begeistert sür dii Sache, der sie sich ergeben haben, jeden Augenblick bereit, ohne Rücksicht auf Amt und Beruf sür sie zu werben! und zu! arbeiten. Das ganze (jüdische) Deutschland soll es sein, das sie-vor ihren Schekel- und ihren Keren Hajessod-Wagen spannen möchten. lind wenn man sie hört, gibt es heute zwischen Memel und Konstanz, zwischen Köln und Breslau Mr uns deutsche Juden keine andere Sorge und keinen anderen Gedanken, als daß d« Wiederaufbau Palästinas so rasch wie nur irgend möglichmik allen Kräften und Mit allen Mitteln bollendet werde. Mit .Mut und Entschlossenheit', so predigen sie, sollen sie ans Werk gehen, um diese vom Schicksal uns gestellte Aufgabe unverzügltch zu vollenden. Bor einer so gestimmten — oder so bearbeiteten — Versammlung den Standpunkt nationaldeutscher Juden zu vertreten, mochte gewagt, zum mindesten aber nutzlos erscheinen. Ahr ganzes Sinnen ernd Trachten mutzte, wie anzunehmen «ar, auf .drüben' eingestellt sein, während unser Verband sein Vaterland .hüben' weiß und jeden, der den Wiederaufbau dieses deutschen Vaterlandes hemmen oder gar, wissentlich oder unwissentlich, verhindern will, als seinen Gegner empfindet. Trotzdem ist d« Versuch zu einer Aussprache mit Zionisten kürzlich hier ln Berlin einmal unternomme» worden. Hans Goslar hatte sich in seinem Vortrage mit den Gegnern des Zionismus auseinandergeseht. und dabet kam zuletzt auch der Verband aaNonaldeutsch« Juden an die Reih«, dep er natürlich als einen Schädling des Judentums kem^eichnete. Goslar besitzt die Sicke, sich Vorstellungen von Menschen und Zelterscheinun- Aea zu wachen oder elnzaredeu, die mit d« Wirklichkeit nur recht entfernte Ärmlichkeit besitzen. Seine fromme Gläubig^ Keih räumt, dt» «ätzte» Steine, die er vor sich sieht, spielend estck-nm Weg. Wne» und Wasser stad ihm nichts als seapn- MmdoMnvite. di. sich mÜhecks zu fruchtbar« Mit »«einigen lassen, and wenn man ihn Hort, wird das goldene Juden, sondern für die aa»H» - ütalter nicht nur für :it (und damit -Micher auch für Deutschlau . de« stttgendilck aekommenseln, da d« neue Zudeapaal ist Palästina fix und fertig ist. Also: Zahlt Euren Schekel, sprühet für den Keren Hajeffod und h«st mit Eurem ganzen Wollen und Können, mit allen Euren inakeriellen und ideellen Kräften diesen Judenstaat entrichten, dann wird die Erlösung-« Menschheit nicht länger auf sich warte», lassen. Nur Mut, nur Entschlossenheit! Zu meiner Ueberraschung wurde ich in der Aussprach« von der Versammlung mit ruhiger Aufmerksamkeit aagehört, von eip paar östlichen, allzu östlichen Störenfrieden abgesehen, die sich sehr entschiedene Zurechtweisungen des Vorsitzenden gefallen lassen mutzten. Herr Goslar hastvon unserem Verband die Vorstellung zu erwecken versucht, als käme es uns daraus an, uns als Äichljuden aufzuspielen, und um unsere Herzlosigkeit den armen verfolgten Glaubensgenossen gegenüber zu kennzeichnen, erinnerte er an ein Gleichnis von Max Rordau, der einmal von einem Schiffbroch spricht, aus dem einige wenig« Passagiere sich ln einen starken/eetüchtigen Rachen gerettet haben, von diesem aber ohne Erbarmen jeden linglücksgefährten zurückstotzen, der noch Kraft genug aufzubringen vermag, sich gleich ihnen vom Tode des Ertrinkens retten zu wollen. Ein sehr unglücklicher Vergleich, denn das Deutschland von heute kann nur allenfalls Herr Polncar^ mit einem Beruhigung ausströmenden Rettungskahn vergleichen, weil seine Politik die Aufrechterhaltung dieser Legende nun einmal «fordert. Das Deutschland zu Nordaus Zeiten war, bet allen Schwächen, die ihm anhafkeken, gewiß ein sehr einladendes Land, und es wäre uns allen unendlich viel Leid «spart geblieben, wenn jüdische und nichtjüdische Federn nicht jahrzehnte lang sich so erfolgreich bemüht hätten, es in den Augen der Welt, der Wahrheit zuwider, als ein Land der Finsternis und Unkultur ln Verruf zu bringen. Aber heute? Heute stehen wir im Zeichen derAbwendun gv onDeutschland. Sein Schicksal gilt nach dem Verlust des Weltkrieges, mehr aber noch nach den Ereignissen, die der Umsturz seiner ganzen geistigen und politischen Struktur mit sich gebracht hat, auf Jahrhunderte hinaus als entschieden, während neue Sterne am Himmel austauchen, denen man zutraut, daß sie diese Jahrhunderte glänzend überdauern werden. > Im Gründe kann man es deshalb wohl verstehen, wenn nicht-bodenfmndige Elemente sich jetzt von Deutschland abkehren, um länderen Göttern anzuhängen. Wlr nationaldeutsche Joden dagegen empfinden den Zusammenhang mit deutscher Kultur, mit deutschem Leben und Leiden gerade jetzt, in Deutschlands größt« Not, unlöslicher denn je. Wir haben in guten Tagen an deutscher Geistesbildung und Rechtssicherheit, an seinen staatlichen und wirtschaftlichen Fortschritten keilnebmen dürfen, so wäre es unserem Gefühl nach eine Treulosigkeit sondergleichen, es jetzt seinem Schicksal zu überlassen. Mit Herz und Hand müssen wir vielmehr uns für seinen Wiederaufbau zur Verfügung stellen, ohne Rücksicht darauf, ob unsere Mitwirkung von allen Teilen des deutschen Volkes gern oder ungern gesehen wird, ob man uns Dank oder Undank weiß. Deshalb mutzten wir dem Wesen des Zwlschenschichtlers enlgegektreten, der sich, wo es um Leben oder Sterben geht, von internationalisierenden, von kosmopolitischen Regungen auch jetzt noch.nlcht stet zu machen versteht. Deshalb mutzten wlr auch zum Zionismus ln Gegensatz geraten, je entschlossen« « aus einer rein geistig-religiösen Bewegung in politisch-nationale Bahnein einbog. Und besonders wie er sich unserer Jugend zu bemächtigen sucht, wie er sie von früh auf geradezu adfängk. dem elterlichen Einfluß und Willen ln durch und durch unjüdischer Weise entzieht, um ihr ganzes Denken und Fühlen mit Zion zu «füllen, dazu konnten wir unmöglich länger schweigen, da wir das Verlangen haben, auch unsere Kino« zu guten Deutschen zu erztehen und sie in den Dienst zu stellen für die Wie-ererneuerung des Ansehens und -et moralischen und materiellen Weltgeltung unseres deutschen Vaterlandes. Damit glanben wir ebenso ich deutschen wie im jüdischen Interesse zu handeln. Die Me Nachrede, datz wir uns unseres Judentums schämten oder Li« Judenfrage am liebsten an» d« öffentlichen Diskussion fern hielten, «L »n «ns abglettea, denn unser ganzes Auftreten ist -er strikteste Beweis des Gegenteils, «ne Vereinigung, die sich ..Verband nationaldeutscher Juden' nennt, sollte schon durch

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