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Mitteilungsblatt des Verbandes nationaldeutscher Juden e.V. · 1923-01-01 · 1 (Januar/Februar 1923) · p. [Seite]

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Journal
Mitteilungsblatt des Verbandes nationaldeutscher Juden e.V.
Volume
1923
Issue
1 (Januar/Februar 1923)
Date
1923-01-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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für den High Cvmmissioner in Palästina, Sir Herbert Samuel, der von schlauen nichtjüdischen Hintermännern eigens dazu eingesetzt ist, dem politischen Zionismus nach und nach seine Illusionen zu nehmen, ohne daß die Zionisten über Antisemitismus und Wortbruch zetern können. Die Herren, die bei uns kn Deutschland Regierungs- und Ministcrialtäte sind und sich gleichzeitig Zionisten nennen, sind schließlich doch anderen Schlages. Gewiß sind auch sie nicht echte Zionisten im strengen Sinne: dazu ist ihr Zionismus viel zu sehr Verstandesprodukt und der deutsche Einschlag in ihremWelen zu stark. Aber gerade dieser Einschlag gibt ihnen -die Wjrklichkeissfremdheit, die ideologische Verbissenheit, die im Kern typisch deutsch, in der Wirkung überspitzt zionistisch ist. Wir bewerten die Gefahr, die dem Deutschtum von diesen zionistischen Regierungsbeamten erwächst, sehr hoch, und vom deutschen Standpunkte können wir der Politik eines Ministers kein Vertrauen cntgcgenlningen. der Ratgebern dieser Art sein Ohr leiht. . Die zweite persönliche Bemerkung führt schon halb in das sachliche Gebiet hinein. Der in der vorigen. Nummer des Mii-cilungc-blatkcs und vorher in der Kölnischen Zeitung abgcdnickle Artikel von I. Ho brecht hat bei Juden und Richtjudrn Beachtung gefunden. Auf nichljüdischer Seite b nt mau ihm durchweg zugestimmt. Zeitungen nationaler Richtung. die von Juden gelegentlich als Antisemitenbiätter verschrieen werhenp haben lange Auszüge mit beipflichteudcn Zusätzen gebracht, und selbst in den Organen de^ Gcschäsks-Atttiscmltieinuo haben die sonst üblichen A:>- sogenannkcn liberalen Judentums cingcstjmmt haben. Diese Ergüsse im Lsinzclnen zu würdigen, fehlt uns Räum und Zeit. Eure N ü!) bezeichnender Einzeibesten geben wir im .Echo der Pres:?'' wieder. Wichtiger ist, daß selbst aus uns nabef stchcnb.n Kreisen einzelne Stimmen laut geworden sind, dit fchchen ist. hervorzuhcdcn, ,baß der Aussatz natürlich das Problem nicht erschöpfen, sondern nur diejenigen Ausschnitte bibaildeln sollte, in denen die Ostjudenfragc zur Ostjudcn.- gcfghr, zur Gefahr für uns. Deutsche im allgemeinen und für uns dcutschsühlcnde Juden iin besonderen wird. Wie das Ostjudcntum im nichtdeutschen Ostenselbst lebt und wirkt/ daß seine Steilung dort eine ganz andere ist, als die seiner noch Deutschland übergreifcudcn Teile, daß z. B. im Osten. dicPüuden vielfach Handwerker und selbst Schwerarbeiter s-nd, ist dem Verfasser natürlich bekannt gewesen- Es ausdrücklich zu erwähnen, erschien ihm überflüssig, denn er wollte ja nur zeigen, wie Deutschland von den hierher cbwandernden Elementen beeinflußt wird. Diese Elemente aber sind nur zum verschwindend geringen Teil Handarbeiter, sie sind in der Mehrheit Geschäftsleute oder Intellektuelle. Von den Handarbeitern, die vor Jahren von der Obersten Heeresleitung nach Deutschland abgeschobcn wurden, sind nur ganz belanglose Reste noch im LandS,v und gegen diese hat kein nationaldeutscher Jude vom Standpunkt der Moral-etwas cinzuwenden. Vom deutschen Standpunkt sind auch diese nicht harmlos, denn sie sind fast ausnahmslos jüdischnational und außerdem von wirren kommunistischen Vorstellungen erfüllt. Aber das wesentliche, die Ostjudengefahr, bleiben die Geschäftsleute, und die Intellektuellen. Auch gegen die letzteren ist vom moralischen Standpunkte nichts einzuwenden, auch von Hobrecht nichts eingewendet worden: desto mehr Bedenken aber bestehen gegen sie vom nationaldeutschen Standpunkt, denn diese Intellektuellen stellen die Führerschaft des Zionismus. Sie arbeiten Hand in Hand mit dem Hauptbestandteil der jungen ostjüdischen Generation — deren moralische Hochwertigkeit auch Hobrecht aksdrücklich anerkennt — und mit unseren deutschen Zionisten zielbewußt darauf hin, die Juden aller Gefühlsrichtungen zum Volk im Volke zu machen, sie in die beklagenswerte Rolle einer nationalen Minderheit hinunterzudrücken. Dieser moralisch hochstehende Teil des Ostjudentums ist daher in der Wirkung ein noch gefährlicherer Feind der deutschen Volkseinheit, als die Handelsleute mit ihrer'bedenklichen Geschäftsmoral. Diese Geschäftsmoral ist nun nicht etwa spezifisch jü Das nimmt auch Hobrecht nicht a,, denn sonst hätte er ausdrücklich feststellen können, duß schon die Kinder diep Leute von dem Makel des skrupellosen Materialismus völlig frei sind. Was uns bei ostjüdisch n Geschäftsleuten mißfällt als Abweichung von den Moralbegriffen, wie wir ste aus dem alten Deutschland her in unverwischbarer Erinnerung haben, ist nicht der jüdische, sondern der östliche, der halbasiatische Einschlag. Diese Leute kommen aus Bezirken, in denen das Schieoungs- und Bestechungswesen seit Menschengedenken die unentbehrliche Krücke des hinkenden Verwaltungskörpers ist, für Juden wie für Slawen, besonders aber für Juden, die bei jedem Geschäft noch über die übliche .Grundgebühr' hinaus einen Zuschlag zur Ausgleichung ihrer rechtlichen Minderwertigkeit zahlen mußten. Alle diese Leute, Juden und Slawen, bringens nach Deutschland die seit Jahrhunderten angezüchtete Vorstellung mit, daß mit Geld alles erreicht werden kann und daß man ganz selbstverständlich den krummen Weg geht, wenn auch nur der geringste Zweifel darüber besteht, ob der gerade zum Ziel sichres wird- Schließlich bringen sie ausnahmslos die Ueberzeugung mit, daß jeder Geschäftsmann ins Irrenlmus gehört, der nicht alles auf seinen eigenen Vorleil abstellt, weil von den anderen doch sicherlich keiner um des Gemeinwohls willen auf einen Gewinn verzichtet und somit der Anständige schließlich nur der Dumme ist. Mit diesen Anschoüungcn behaftet kommen ste zu uns. in das Deutschland, in hem früher einmal Preu und Redlichkeit galt und jcst>er Unketbcamte vor dem Disziplinorvcc fahren zitterte, wenn er eise Zigarre angenommen bette. Wir wisseii ja leider, dah diele Pflichtauffa,sung auch b:-, u:>.- längst einer .modeinercnP gewichen ist, und zwar nicht <rst seit dem Umsturz, wie ofktr gesagt wird: die Anfänge liegen in der zermürbenden Hungerzcit des Krieges. Aber unr durften doch, hoffen, daß diese Kranlcheitserscheii ungen sich zurückbilden würden, wenn man dem Kranken Körper Ruhe ließe. Die Osteinwahdcrung läßt uns keine Ruhe. In immer neuen Wellen trügt sie Halbasicns Geschäft: und Pslichtausfassung an das deutsche Volk heran.. Deutschland Hunger! noch heute, — nicht das ganze Deutsch- ' land freilich, aber doch ein großer un) nicht sein schlechtester Teil. Die Versuchung, sich über Ule hergebrachten Gewisicnsbcdenken hinwcgzufetzen, wach t mit dem Steigen des Doilarkurses. Und da kommen Liese artfremden Leute von Osten her, schwatzen den armen Menschen in Deutschland imlächerliche, sich täglich entwertende Papiermarkbeträge lbre Häuser, ihr letztes bißchen Edelmctall, ihre kümmerlichen Fainiiienerbstücke ob, versichern sich salbst gegen jeden Schaden durch Dcvisen-Epckulaiionen, lie wiederum unseren Geldwert drücken, demoralisieren vollnids unsere Beamtenschaft, um jede Schwierigkeit bezüglich Aufenthalts-Verlängerung und Wohnungsbeschaffung zu überwinden, und verschwinden eines Tages — auf Zeit, um nach ein paar Wochen oder Monaten wieder aufzuiauchen und schließlich ganz im Lande zu bleiben. Dit so verfahren, sind gewiß nicht nur Juden, aber ebenso gewiß geht das jüdische Kontingent dieser Geschäftsleute, weit über dtn Prozentsatz hinaus, der den Juden zukommt- Der Verfasser des Aufsatzes über die Ostjudengesahr ist durch seinen Beruf gezwungen, diesen Dingen täglich ins Auge zu sehen, ssr muß mit ansehen, wie die Geschäftsmoral dieser Menschen zersetzend auf isie Moral guter Deutscher wirkt, auf Juden und Nichtjuden. Er muß mit ansehen, wie die Verfehlungen gerade der jüdischen Ostausländer in weitesten- Volkskreison bekannt und besprochen werden, weil nun einmal dkr Jude schon durch Äußerlichkeiten mehr ausfälls, als der Slawe, und wett zudem der Ostjude meist die wenig angenehme Gepflogenheit hat, mit seiner bedenklichen GeschäftsttchÜgkeit noch zu renommieren. Ist es ein Wunder, wennleinem deuttchfühtz»- den Juden die Galle überläuft, der aller das täglich mit ansehen muß, der den Judenhaß wachsen steht und zu wisse» glaubt, warum er wächst? Ist es ein Wunder, wenn Ihm aus seine»tiefen Erbitterung heraus.Worte in die Feder fließe», i-ie hart und lieblos klingen, die hier und da in bluttge» Hohn umschlagen? Wir meinen, daß unsere Freunde, wen» fie die Dinge von dieser Sette ansehen dem Verfasser det Artikels mildernde Umstände bewilligen müßten. Die Mtßstände, die I. Hobrecht gegeißelt hat, schreien zum Himmä, sind die Vogei-Strauß-PoUti«, die auch die deutsch fühlender» Juden viel zu lange gegenüber diesen Zuständen getriede» haben, hak wesentlich dazu belgetragen, ste so himmelschreiend

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