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Mitteilungsblatt des Verbandes nationaldeutscher Juden e.V. · 1922-09-01 · 7 (September/Oktober/November1922) · p. [Seite]

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Journal
Mitteilungsblatt des Verbandes nationaldeutscher Juden e.V.
Volume
1922
Issue
7 (September/Oktober/November1922)
Date
1922-09-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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und «tue gemetnsame Plattform Mtfchen «,< »ad chuen schaffen. (Lebhafler Belsqll.) Und ich hoffe , daß dieser Versuch durch de^i allergrößten Akt gekrönt werden wir dadurch die Schaffung einer Organisation und durch das 3nSl!«b«ntreten «ine» allgemeinen jüdische» Welt- Kong reslet für den Aufbau von Erez-3frael (langanhaltender Beifall.) . . . Wenn Sie eine politische Dlßkunton haben wollen, so empfehle ich Ihnen: Behandeln Sie nicht die F ragen vo »gestern sondernd te Fragen von heut«, seien Sie aktuell und lenken Lie Ihr« Aufmerksamkeit hauptsächlich aus dl« Politik, die jetzt auf der Tagesordnung ist, die Politik m t dem jüdischen Volke.! Bericht an den 18. Delegierten tag der zionitischen Bereinigung für Deutschland: 3üdicheRundschaub. S. 22.) 3m Gegensatz hierzu war die Haltung des Eentralverehis ablehnend. Durch die Agiiatton der deutschnationalen 3uden unter Führung von Hertn Naumann ln seiner Hollang bestimmt, vermeidet der Eentralverein ängstlich jedes klare Bekenntnis in jüdischen Angelegenheiten, die «inen engen 3nteress«nkreiS überschreiten. Dennoch ist die Keren Hajesfod- Bewegung "von zahlreichen Angehörigen deS LentralveretnS unterstütztworden. (Referat des Vorsitzenden Rosenblüth auf demselben Delegiertenkong retz; 3üdische Rundschau IS. S. 22.) Die Gründung d«S VerbandeS nationaldeutscher 3ud«n ist nicht nur eine Reaktion auf den Antisemitismus, sondern auch auf den moralischen Aufschwung der Palästtna-3dee. Anhänger oder Geistesverwandte des Herrn Naumann gibt eS aber auch zu Dutzenden im Centralverein und in der Vereinigung der liberalen 3uden. 3m Kampf zwischen Erneuerung und Assimilation wird der Sieg nicht in sedem Etnzelfalle unser bleiben. Aber wenn Zion die Geister scheidet, so sind doch nur die wenigsten von vornherein verloren zu geben. Durch die Propaganda des Keren Aajessod wird sich ein ge stiger Umschwung im deutschen 3udentum vollziehen. (Aus den .3üdischen Blättern', Organ des — angeblich .neutralen' — Verbandes 3üdifcher 3ugendvereine Deutschlands; Aufsatz .Binjan Haarez (Ausbau Palästinas, von Dr. Le lewer.) Denn die zionistische Organisation ist oder soll sein — Organisation gewprdener jüdischer Volkswill«. die in einen Rahmen gespannte jüdische Gemeinschaft. Darum sind die Probleme des Zionismus im allgemeinen Probleme des ganzen jüdischen VolhstumSimd unterliegen der Erörterung der ganzen jüdischen Oeffentllchkeit. . . . Die erste Phase des Zionismus, die Durchsetzung seiner Ziele in der Weltpolttik, war erreicht. Ein neuer Abschnitt der Entwicklung begann, mit völlig verändertem 3udentuns. Heranziehung aller Kräfte, Sammlung der deutschen 3 udenhett, Herstellung eiqer Einheitsfront nach außen zur Abwehr und nach innen zum Aufbau deS heiligen Landes. Das ist das Programm des Binjan Haarez für Deutschland. Erziehung zu« Staatsbürgertu». (Aufsatz:!. Untergang! der deutschen 3uden' von Dt. Rülf. 3sraelittsches Familienblatt 7. S. 22.) Uber ein Blick ^lufdaS jüdische Kultur- Niveau der deutschen 3uden vor 100 3ahren mutz uns belehren, daß wir eine beispiellose Periode deS Verfalls hinter uns haben., wo man keinen hedrätschkn Grutz mehr versteht, wo man nicht mehr Schir hamaalauS singen kann, w(> die Feiertage nichts mehr bedeuten, da ist es vorbei mit dem 3udentam, trotz aller Mitgliedschaft in Logen und HilfSvereinen, trotz allen vergeistigten Monotheismus! Ein 3ud«ntum obnejüdischesMilleu. ohne die kulturbildende Kraft einer jüdischen Lebensgemeinschaft, ist ein ver KrüppelteS Gebilde, unfruchtbar und steril. Untergang der deutschen 3ut»en? Als biologischer Komplex sind wir noch weit vom Untergang entfernt. Denn vorläufig haben wir noch immer Zuzug auS anderen Ländern, durch die unsere physischen Kräfte neu aofgefüllt werden... Ein Hoffnungsschimmer strahlt uns auS unserer 3ugend entgegen. Me bewußte jüdische fugend. soweit fl« zu den 3ugekdbewegungen gehört oder ihnen nahesteht, hat unabhängig von der älteren Generation wenlastenS wieder den Willen zu jüdisch-kultureller Aufbauarbeit gefunden. (Aussatz .Di« jüdisch« Schule' von Direktor Dr. Larlebach; EenkralvereinS-Zeitung 2. S. 22.) Me Aufgabe der Schul« muß sein, eine Synthese deS jüdisch« »mit dem allgemelnenKulturbewußtseln zu vollziehen. Wir haben uksere Kind »r als einheitliche ganze Menschen zu «ziehen, deren geistiges 3ch aus einem Gusse i stund denen das 3udentum dl« zentrale Leient- und Geisteskraft da<stellt . . . Die eiizlge Rettung liegt in der eigenen jüdischen Sch nie... Durch di« Schule wird unserer 3ugend elve geistige Heim a t geschenkt, die sie vor Entwurzelung. vor GoluSnot (Golus — die Fremde), vor der bitteren Alternative zwi scheu der Umwelt unv angestammtem - Dätererbe bewahrt. Raubt unfern Kindern nicht den Nährhoden der Se «le, — dieA «imat! (!!!) WaS sich liberal neuut. (Bericht der 3üdischen Rundschau 20. 10. 22 siber eine Sitzung der vom Ge - Gemetnderepräsentanten zu Königsberg). 3n der Diskussion sprach u. a. 3ustizrat Llchtenstein, der Vorsitzende d«S Keren Hatjessod Ko miteS , und führendePersönltchkeit in der liberalen Gruppe. Gegenüber den Gegnern der Vorlage (für den Palästinaaufbau Geld zu spenden) wies er darauf hin. daß das deutsch« Judentum sich nie auf den engen Standpunkt gestellt habe, nur deutsch-jüdische Angelegenheiten!i» den Kreis seiner Aufgaben ziehen zu dürfen, diesen vielmehr in einer höheren Auslassung jüdischer Aufgabeit über die LandeSHr enzen hinaus gespannt « habe. — WaS uns uottult. (Bericht deS ^israelitischen Familienbla t^teS über eine .Volksversammlung' des Verdaudes der Ostluden in Berlin; 2. 11. 2^): Die Referent«.» betonten insbesondere die Notwen, digkeit eines Zusammenschlusses der Ostjuden in Deutschland, um im Rahmen -eS Gesamtjudentums an der Lösung der brenpenden Zeitausgaben tatkräftig Anteil zu nehmen. Herr Dr. Klee (Berliner Rechtsanwalt und^ Gemeinderepräsentant. Die Schrift!.) beleuchtete hierbei die speziellen verhältnisie ln Deutschland und.namentlich in Berlin in Zusammenhang mit der bevorstehenden Repräsemtantenwahl der Jüdische» Gemeinde. Er bezeichnete es als eine selbstverständliche Pflicht der jüdischen Gemeinden, den Ostjuden volle Gleichberechtigung und Gleichstellung in Bezug auf das Gemeindewahlrecht. sowie hinsichtlich ihrer besonderen sozialen und kulturellen Bedürfnisse zu gewähren. (.Gebet buch Umgestaltung'; Bericht des 3 sraelltlschen Familienblattes nach dem 3üdischrn Korsespondenz-Büro; IS. 10. 22): Die Liberale Vereinigung hat eine Kommission zur Durchsicht und Neuredaktion der Sadbath- und Festgedete eingesetzt. Die Einsetzung der Kommisston erfolgte, well daS heutige reformiert« Gebetbuch nicht mehr dem Bedürfnisse weiter liberaler Kreise zu entsprechen scheint. So soll insbesondere die Erinnerung und das Gebet um Zion uah 3«rusalem wieoer-in daS Gebetbuch eingefügt werden, es sind aber auch andere Aenderungen, zumeist in konservativer Tendenz, beabsichtigt. (Die 3Üdisch-ltberale Zeitung vom 20- 10. 22 erklärt diese Rachricht für .verfrüht und im Wesentlichen unzutreffend'. Na, also. Dann find wir ja informiert. Die Schriftl.) Me harmlos« Einheitsfront. (Aufsatz Einheit, Einheitsfront, Zusammenschluß^ vom K. E.-Geschäftsführer Dr. ' Loevy; K. L.-Blätter 3ult-Auguft-S«ptember 2 2); Sollen wir dabei (d. h. bet > Abwehr .völkischer' Ilebergriffe) ruhig Zusehen, sollen wir dabei im Abwchrkämpf nicht jeden mit offenen Armen aufnehmen und uns mit ihm verbinden, ganz gleich .welcher Richtung er sonst angehifrt, zumal gerade von zionistischer Seite durch schneidiges Auftreten im Asta der Sache der deutsch-jühischen'Studenten sehr genützt wurde... 3n diesem Zusammenhang wollen wir aber auch ganz offen zugeben, daß eS Fragen geben kann, die nicht rein äußerer Abwehr find, bei denen wir aber auch mit ihnen z u s a mmenarbeiten wollen. Z. B. ist hier an dl« Frage der ost»^

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