Mitteilungsblatt des Verbandes nationaldeutscher Juden e.V.
- Journal
- Mitteilungsblatt des Verbandes nationaldeutscher Juden e.V.
- Volume
- 1922
- Issue
- 7 (September/Oktober/November1922)
- Date
- 1922-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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o ^" ' ' ' > l Die ostjüdische Jugend ist der stärkste Faktor der zionistischen 3»gendwerdung. Daß es so iffs liegt gewiß z»m großen Teil an der Lauheit und Schlaffheit der deutschen Eltern selbst. Sie haben sich über den Haufen rennen lasten von den ostjüdischen Heerscharen, und erst, als es zu spät war. erkannten sie die Gefahr. Aber gerade diese Erkenntnis weist uns auch den Weg. den wir gehen müssen, um wenigstens für die Zukunft Unheil zu verhüten. Die Erziehungsarbeit im Hause, die Immunisierung unserer Kinder gegen das zionistische Gift ist ein Kapitel für sich. Aber die beste Hygiene ist und bleibt, daß man die Schädlinge nicht erst an den gefährdeten Körper herankommcn läßt. Zum Teufels mit der .Menschlichkeit', die uns der von Zionisten beratene Minister predigt. Recht, dreimal recht hat der Abgeordnete, der das englische Sprichwort anführte: Bar inh erzigkeit beginnt zu Hause. Mer gegen den Bazillus barmherzig ist, wird unbarmherzig gegen den Menschen, den der Schädling bedroht. Wer barmherziger ist gegen die östlichen Einwanderer, als gegen das -deutsche Vklk einschließlich der deutsch geborenen und deutsch fühlenden Juden, der zeigt gerade dadurch. daß er selbst bei uns nicht .zu Hause' ist. Das gilt vornehmlich den deutschen Juden, die es mit ihrem Deutschtum für vereinbar halten. Fremde gegen Deutschland zu unterstützen. Es gilt aber im weiteren Sinne auch gegenüber den. Behörden und Verwaltungsstellen, die es nicht verstehen, diesen Leuten das Handwerk zu legen. Was nützt uns ein Hauswart, der nicht die Kraft hat, gefährlichen Gästen den Zugang zu sperren? Fort mit der lächerlichen Angst vor der Entente! Die hat ganz andere Sorgen und wird uns gewiß keine Schwierigkeiten machen, wenn wir mit Würde und Festigkeit unstr Hausrecht wahren, zumal sie weiß, daß Deutschlands Zahlungsfähigkeit gerade durch den Besuch dieser Ausländer am wenigsten gefördert wird. Und auch die geringe Zahl unserer Schutzpolizisten darf kein Hindernis für hermetischen Grqnzschluß sein. Läßt sich der Zustrom denn nur auf die Weise eindämmen, daß bewaffnete Polizisten die Grenz: abpatrouillieren? Man weise vor allem die deutschen Konsulate im Ausland an, die Einreiseerlaubnis zu versagen, wenn nicht ganz zwingende Gründe vorliegcn. Dag emand vor ein paar Wochen *ein Haus in Deutschland einaehondelt. sich an einem deutschen Geschäft beteiligt hat. darf kein Zwingender Grund sein. Sie mögen die Hand von deutschem Eigentum lassen, wenn sie es nicht anders als persönlich verwalten können. And man nötige sie, sich bis zur Wiederabreise regelmäßig in kurzen Zwischenräumen persönlich auf der Polizei zu melden, von jedem Unterkunftwechsel sofort Anzeige zu erstatten: man schreite rücksichtslos ein, sobald sie die Aufenthaltszeik überschreiten, zind sperre dem, der es/einmal getan hat, unnachsichtlich für immer die Grenze, mag auch sein zukünftiger Grund noch so .zwingend-' sein. Ebenso unnachsichtlich aber bestrafe man den deutschen Beamten, der ihnen pflichtwidrig Vorschub leistet, jeden deutschen Geschäftsfreund und gefälligen Arzt, der ihnen mit Bescheinigungen zu Hilfe kommt. Es gibt Mittel, zur Abhilfe, Herr Minister! Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. Ihre Menschlichkeit in allen Ehren, aber wir Deutschen wollen zuerst einmal gegen Deutschland menschlich sein. Barmherzigkeit beginnt zu Hause. Stimmen vom anderen Ufer. Die folgenden Auszeichnungen eines 15 jährigen Untersekundaners sind uns ohne Ausforderüng von dem Vater des jugendlichen Verfassers eingesandt. Der Vater selbst ist ein überzeugter und tätiger Gegner des Antisemitismus, der die Entwickelung seiner eigenen Kinder gerade hlnsichtllch ihrer Beziehungen zu jüdischen Kameraden mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt und im Geiste der NerstSndiMig zu beeinflussen sucht. Der .Aussatz des jungen Mannes enthält gewiß vieles unter schiefem Winkel Gesehenes, daneben aber doch auch manches, was zum Nachdenken anregen sollte. Im Spiegel dieses unverbildeten jungen Gemütes treten gewisse Züge, die bei unserer jüdischen Jugend leider nicht gatrz seiten sind, schärfer hervor, als -! - wir selbst sie jbnst durch die Brille der. elterlichen Zuneigung sehest. Die naive Ehrlichkeit unh Frische dieses jugendlichen Beobachters, der im väterlichen Hause kein antisemitisches Wort hört und iisl Kameradenkreise strebend sichbemüht, trosh aller Ansechtungen kje i n Antisemit zu werden, gibt uns jüdischen Eltern Fingerzeige dafür, w«!wtr d^n Hebel unserer eigene» häuslichen Iugeiwstrziehung anzusetzen haben, wenn wir wünschen, Saß unserir Kinder mit nichtjüdischen Gefährten in wahrhaft »amerad- . schästlichem Geiste sich vertragen. , Die Schristl. Unsere jüdischen Mitschüler. von Gerd voß! In jüdischen Kreisen herrscht oielsach der Glaube, toir christlichen Schüler würden von unseren Lehrern gegen unseräljüdischen Klassenkameraden ausgcheht. Bei einiger Uederlegung ^Nuß man sich aber doch sagen, daß dies sehr unwahrscheinlich, ««nn nicht gar unmöglich ist. Ii> einzelnen Fällen mag es vorkomstren, daß Lehrer ihre Pflicht so wcnkg heilig nehmen, aber im Großen und Ganzen .ist es schon dadurch unmöglich, daß in vielen, wohl den meisten Gymnasien wenigstens ein Drittelnder Klassen idem jüdischcn Glauben angehörl. Diese Schüler und ihre Elterri würden wohl mit Nccht Und mit Ersolb Protest einlcgen, wen»! wirklich regelmäßig von den Lehrern Antisemitismus getrieben würde. Wenn der jüdische Schüler sich die Sympathien seinrstandersgläubigen Klassenkameraden verscherzt, muß er es! ,in den meisten Fällen sich selbst zuschreiben. Sehr häufig mach sich der Jude durch sein Wesen, seine Art, unbeliebt. In best unteren Klassen steht wohl der größere Teil der Schüler mit dey jüdischen Kameraden ebenso wie mit den christlichen. Hetzereien kommen natürlich aüch hier schon vor, aber sie haben keine größt Bedeutung. Allmählich entwickelt sich nun der Jude meist gaisz anders als seit, andersgläubiger Kamerad. Er ist viel früher l reif und weiß dies dem harmloseren Mitschüler gegenüber au-zunutzen. Das hat natürlich auch sein GtzteS, da uns sein Ehrgeiz, sein strebsamer Fleiß anspornt, es ihm gleichzutun: aber andererseits stößt uns seine berechnende Art wiederum ab. Der Istde treibt wenig Sport und, wenn er-es tut. in der Weise, daß tr sich in" einzelnen Uebungen zur Vollkommenheit ausbildet, uni dadurch Bewunderung und Neid zu erregen, weniger aus reinet innerer Freude an körperlicher Betätigung. Die Leistungen cus fick erkennen wir christlichen Mitschüler natürlich an, aber diese Art. sich zurückzüzirhen, dieses prahlerische Mthrseinwollen äpgert uns. Ebenst) ist es bei vielen anderem Interessen, die der Schüler hat: Markensammlungen, Geldscheinsammeln osw. Daß es »Ins wenig sür die Juden begeistert, wenn wir »on ihnen beschädigtejMarken, schön repariert, als .ganz' erhalten! kann man sich denken. Nun kann man gewiß einwenden: es gibt doch auch fanatische christliche Markensaimnler, die vor so etwas nicht zurürkfchrecken. Ntir ist mir selbst noch nie ein solcher begegnet, und anderän Kameraden, mit denen ich-darüber gesprochen habe,-cbenfälls nicht. Kein Wunder, daß man in Versuchung^ kommt, zu sagen, ein Christ von ll—12 Jahren Könne überhaupt nicht so gerissen sein. Ein besonders bezeichnender Fall, in dem eS sich um Geldscheine handelte, ist mir in der Erinerung. Es war bekannt, daß unser Turnlehrer viele Scheine doppelt hatte und gern vertauschte. Wir hatten verabredet, nach der Stunde zu ihm zu gphen, um mit ihm zu tauschen. Ein schlauer jüdischer Kamerad Hng aber vor der Stunde hin und ließ sich eine UnMenge ScheincKgeven, so daß wir nachher das Nachsehen hatten. Wir hohen andern guten Kameraden .Klassenjustiz' geübt, indem wir ihn nach Noten verprügelt haben, aber viele von uns gingen noch weilcr^indem sie Antisemiteirzeichen ansteckten. Natürlich kann man vernünftigerweise für solche Handlungen eines Einzelnen nicht die gasize Nasse verantwortlich machen. Aber junge Schüler bedenkenzso etwas nicht. . - - , s Sehr unbeliebt macht de» jüdischen Schüler auch oft sein Benehmen in der Klasse selbst während des Unterrichts, -besonders das Schmeicheln dem Lehrer gegenüber und das kleinliche aus den eigenen Vorteil Bedachtsein, das Bestreben, ja nicht zu stürz zu kommen. Es kommt vor, daß jüdische Schüler es melken, wenn 'der Lehrer bei dem Vordermann einen Fehler übersehen hat, den er bei ihnen selbst anstreicht. Von einer solchen Meldung haben diese Schüler keinen direkten Vorteil: sie erzielen nur, daß der andere Schüler ebenfalls eine schlechtere Note bekommt. Ist so etwas einige Mdle passiert, so macht cs nicht nstr den einzelnen Schüler verhaßt, sondern fällt aus die jüdischen Schüler im ganzen zurück. Wir wissen natürlich genau, daß es auch Christen gibt, die so wenig fair handeln. Aber diese verschwinden als Einzelne unter der Masse, während nun einmal bei den Juden solche Ding« aussallen und gemerkt werden. l Auch in anderer Histstcht geben, I»den sesbst Anlaß zum Aerger. Es ist gewiß nicht unbedingt nötig, daß jüdische Schüler ihren ärmeren Kameraden von den gewinnbringenden Dollarspekulationen ihrer Väter erzählen, daß sie bei jstder Gelegenheit von ihrer prachtvollen Villa und von der Gesellschafterin ihrer