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Mitteilungsblatt des Verbandes nationaldeutscher Juden e.V. · 1922-07-01 · 6 (Juli/August 1922) · p. Seite 12

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Journal
Mitteilungsblatt des Verbandes nationaldeutscher Juden e.V.
Volume
1922
Issue
6 (Juli/August 1922)
Date
1922-07-01
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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Dwelken Artikels unseres Vorstandsmitgliedes Dr. Breslauer augesagt und mehrfach Artikel aus unserem Mitteilungsblatt Mnverkürzt abgedduckt hat. Der gefAscht« Antisemit und die Deutsche Bolkspartei, In den Tageszeitungen erschienen vor einiger Zeit Notizen über ein Rundschreiben, das von einem in der Nähe Berlins ansässigen Dr. Frenzel in die Welt gesetzt und vom Büro des Wahkkreisoerbandes Ostsüchsen der Deutschen Bolkspartei aus versandt worden ist. In dem Rundschreiben wird Rathenau als „der ungekrönte König des internationalen Judentums" sowie als „der Houptsorkämpfer der jüdischen Weltherrschaft" bezeichnet. Der Verfasser diese» geistvollen Schriftstückes, der erwähnte Dr. Frenzel, ist ein genauster Jude, der eigentlich Fränlel heißt. Wie zu erwarten war, ist die Angelegenheit o^n einer gewissen Gattung der jüdischen Presse sofort ausgegrifscn worden. Unser liebes Israelitisches Famiiienblalt und die Central-Bereins-Zeitung zapfe» in trautem 'Verein die Deutsche Volksstartei an. Das Israelitische Familieichlatt kann sich natürlich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, auch unserem Verbände einen Hieb zu versetzen und den alten Schwindel wieder aufzuwärmen, daß unser Verband zu der Deutschen Vdlkspartei. engere Beziehungen hätte. Es schreibt wörtlich: „Jedenfalls beneiden wir die „nationaldeutschen Juden", die Naumannsche Hilfstruppe der Stresemann-Partei, nicht um ihre» „Parteifreund" Fränkel alias Frenzel". Die C. L.-Zeitung geht diesmal etwas weniger plump vor. Sie begnügt sich, es für dringend geboten zu erklären. daß die Deutsche Volkspartei in Sachsen selbst zu dieser Angelegenheit energisch Stellung nehme. Wir find in der angenehmen Lage, in letzterem Punkte mit der C. B.-Zeitung ausnahmsweise ubereinzustimmen. Wir gehen sogar in unseren Wünschen noch weiter und hoffen, daß nicht nur der Landesverband Sachsen, sondern vor allem die Groß-Berliner Ortsgruppe, zu der Herr Frenzel- Fränkel gehört, sich der Angelegenheit mit Entschiedenheit annehmen werden. Wir glaube nauch zu wissen, daß die erforderlichen Schritte seitens der ln Frage kommenden Partei stellen bereits getan sind, und daß die Neugier derbeiddn Blätter bald befriedigt werde »wird. Im übrigen weiß jeder, der sich über unseren Verband nicht Kur durch das Israelitische Familienblatt, die C. V.-Zeitung und ähnliche Organe oder Persönlichkeiten unterrichten läßt, daß unser Verband mit der Deutschen Dolkspartei genau so viel Und so wenig zu tun hat. wie mit irgendeiner anderen politischen Partei. Ein großer Teeil unserer Verbandsmitglieder gehört zur Demokratischen Partei, ein anderer Teil zu den Mehrheits-Sozialisten. Wir treiben keine Par - leköPolitik, sondern nur deutschePolitik in dem Sinne, daß wir daran Mitarbeiten, die Parteigrenzen zu Überdrucken und alle Deutschen, die auf nationalem Boden stehen, zur deutschen Volksgemeinschaft zusounmenfassen, mögen sie im. einzelnen in politischen und wirtschaftlichen Fragen diese oder jene Anschauung vertreten. Die Deutsche Volkspartei hat für uns nur insofern ein Inter- ' esse» als in ihr zweifellos — genau wie in der Demokratischer Partei und auch in den weiter linksstehenden, Parteien bis zu den Kommunisten einschließlich — noch immer einzelne Menschen uyd Gruppen ihr Wesen treiben, die dem Baterlande zu dienen ^glauben, indem sie gegen die Inden Hetzen. Ebenso zweifellos ist aber, daß gerade in der Deutschen Bolkspartei die Abkehr von diesen in der Wirkung ' vaterlandsfeindlichen Elementen in letzter Zeit sehr deutlich geworden ist. Wir erinnern nur an den selbst von dem. Israelitischen Familienblatt nicht unterdrückten Artikel dert »Kölnischen Zeitung", an de« vorzüglichen Aufsatz de« Parteiführer« Dr. Etresemann. der im Anschluß a» die Erniordüng Rathenau« in der „Zeit" erschien, und an die vernichtende Kritik Iber das alberne Machwerk „Die Geheiantiste der Weisen von Zio^", dk« ln Nr. Li der .^deutschen Stink« men" vom Zo. 7. 22 geübt wird. Die Deutsch« Volkspartet, hat also wohl gezeigt, daß in ihr da» ernste Bestreben besteht, die judenhetzorischen Elemente energisch zu unterdrücken! und abzuftoßen. Unser Verband glaubt llr sich' dasVerdienstinAnspruchnehmenzu darf e «, daßgeradeseineTätigkeitdtesegewtßjedem, deutschfühlenden Juden erfreuliche Ent«/ Wickelung gefördert und beschleunigt hat,' so daß selbst die Wirksamkeit des Israelitischen Familien» blattes und seiner Geistesverwandten der Entwickelung nicht' Einhalt gebieten konnte. Und gerade deshalb befürworten^ wir es, daß die Partei sich auch des eigenartigen „Antisemiten" Frenzel-Fränkel, der in seiner Doppeleigenschaft als' getaufter Jude und Judenfeind eine nicht nur widerliche,' sondern auch komisch« Erscheinung ist, möglichst bald und möglichst gründlich entledige. Auf diese Weise wird am besten verhindert werden, daß gewiss« „Politiker", die den Kreisen des Israelitischen Familienblattes und der C. V.-' Zeitung nicht fernstehen, den Versuch machen, ihrparteipolitisches Süppchen auf dem Feue r des Judentums zu kochen und wieder einmal den Juden einzureden, daß nur das Unterkriechen in bestimmten Parteien einen Schutz vor „Antisemitismus" gewähre. M. R. Echo der Presser Wir bitten um lleberseNdung oller unsere Bestrebungen betressenden Zeitung«- usw.i Ausschnitt«, Die Schrtftl. . Deutschland» Erneuerung sDentfchoölkisch) Juni 22. Längerer Aufsatz „Der heutige Stand der Jude ns« ge" von Otto Kernholt. Di« üblichen „völkischen" Gedankenaänge. > „Eine andere verstecktere und daher ungleich gefährlichere Art jüdischer Kampfesarbeit besteht in ihrer Anpassungsfähigkeit. Dies« befähigt sie, mit Erfolg auch gelegentlich bi« Roll« des ernsthaften Baterlandsfreundes zu spielen, der willen« ist. sich ganz seine» Judentum» zu ratschlagen und völlig im Deutschtum aufzugehen. In diese« Sinn« ik vor ' kurzem ein .Verband nationaldeutscher Inden" in» Leben getreten. Trotzdem das Unsinnig« schon des B«riff» »natio-, naldeutscher Juden" «ms der Hand liegt, bat der Verband, dem anscheinend erhebt Uh« Mittel zur Mersüaung stehe«, bei dem ersten öffentliche« Austreten mit geschickter Abmachung von vielen Seiten Beifall gesunden. Es ist fa für alle Deuksaulen und Kampfesscheuen so bequem, sich der Pflicht am Kampfe um» Volkstum zu entziehen mit de« Hinweis, daß sich die Gejundnng schon von jüdischer Seit« her vorbereit«. Solcher Auffasiung kann nicht naÄirLcklich genug widersprachen werden. -Rationaldeutsch« Z»che« sind ein Unding, ein« Unmöglichkeit, wobei es ganz gleichgültig ist, ob di« Vertreter des Gedankens es ehrlich «einen oder nicht. All solche Bestrebungen, auch das Eindringen . jüdischer Vorposten in national sem wollend« Parteien und Verbände müssen rücksichtslos bekämpft werden, da sie stets zu einör Verwässerung und letzte« Ende» zur Aufgabe klar erkannter Ziele führen müsse«. Da» ist kein böswillige« Zurückstoben der rum Frieden dargereichten Hand, solider», di« nüchtern« Erkenntnis, daß sich Wasser und Feuer nicht, vereinen lassen, weil das Wasser da» Feuer auslöscht." (Gut gebrüllt. Löwe! Aus solchen Auslassungen ergibt sich nne., daß die „völkischen" Herrschaften in uns einen ernst zu nehmenden Gegner sehen. » Im übrigen wird der Artikel Hern» Dr. Holländer zum Abdruck in de» „Mitteilungen de» Syndikus des Zeniral-Berekns" empföhle». Er kann durch lhy wieder einmal „beweisen" >d<ck dt« völkischen. Kreise, N« " deren Gunst wir „bekanntlich" hnhlen, von «n» nicht» wisse» wollen. , Di« Schristl-s Bayrisch« Stanlszeitnug, München lRegieruagSdrgän) 2. 8. 22 Ausführlicher Bericht über di« Versammlung unser« Münchener Orisgrnpp» nnd dt» «ortrag des Hern, Dr- Mainzer (^l. di« Rnt/Znnl-fRmnmer de» Mitteilung», blattes). MSnchen-Nngsdnr»«» «bend^ift»»» kDelftfchuakioNnl) t. v. 22 Lün«rer Bericht über digleich« veiWnmlnng. r »glich, Mmdschn» sPattrilas.- lLtttonay 7. 6 rr. . «oft,: „»ntlonaldantfcha Anden «"d t»ra Gegner". Rttteiümn. dqch chnfer Vorsitzender Dr. Ranmann gegen de» GDmstftMhr« -dt« Februar-Rum«« de» wegen feiner ir

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