Mitteilungsblatt des Verbandes nationaldeutscher Juden e.V.
- Journal
- Mitteilungsblatt des Verbandes nationaldeutscher Juden e.V.
- Volume
- 1922
- Issue
- 6 (Juli/August 1922)
- Date
- 1922-07-01
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Vermischtest 2ii>isch»ati»««!e «»» Antlsemlte«. Ja der von dem zionistische» I. E. B.' herausgegebeaea istorrespondenz war vor einiger Zeit folgendes Telegramm tzu» Warschau zu lese»: „Die konstitutionell« EejmkammtMon hat vor einigen Tagen den Tesetzentwurf betreffend der Einverleibung Wilna» angenommen. In parlamentarischen Kreisen hat e» große Verwunderung erregt, daß der bekannte Antisemitenfuhrtt, Pfarrer Lutoslawski, «inen Abänderungsantrag ein gebracht hatte, in Ivelchem di« freie nationale und religiös« Entwicklung der nationalen Minderheiten im Wilnag«biet gefordert wird. Der NbSnderungrantrag Luto»lawskt wurde angenommen.- Diese Nachricht ist auch für deutsche Verhältnisse nicht -Hy« Bedeutung und beweist gleichzeitig, mit welcher Verständnislosigkeit ein Teil der Jüdischnationalen der Frage Khrcs Verhältnisses zu den „Wirtsvölkern" gegenübersteht. Diesen Leuten erregt es „große Verwunderung", wenn ein Erklärter Antisemit sich für gesetzliche Festlegung der „Tatsache" ausspricht, daspdie Juden in feinem Lande eine „nativ- Male Minderheit" seien, und wenn er wünscht, daß diese Minderheit in ihrer „nationalen und religiösen Entwicklung" möglichst wenig beschränkt werde. Gerade durch solche Vorfälle wird klar, wie die „nationale" Richtung des Juden, tums dem Antisemitismus in die Hände arbeitet. Unsere deutschen Jüdischnationalen und Pseudo-Zionisten, die sich Einreden, trotz aller „Entwicklung ihrer nationalen und religiösen Eigenart" auf die Dauer „deutsche Staatsbürger" bleiben zu können, sollten über solche Dinge ernstlich Nachdenken und aus ihnen für sich di« Lehre ziehen. / Vom Teutral-Verel» (Niedriger Gehängtes), t. In der L. V. - Zeitung erscheint jetzt fast in jeder Nummer ein I n s e r a t d e s „I ü d i s ch e n P a l ä st i n a - Werkes". 2. Ein Angestellter des C. V-, ein gewiss^ D r. Woyda, sucht Mitglieder unseres Verbandes zum Austritt zu veranlassen, indem er sie persönlich allssucht und ihnen gegenüber unwahre Behauptungen über Dinge, die von uns gesagt oder geschrieben sein sollen, ausstellt. Ein derartiger Fall ist dem Vorsitzende ndes C. D., Herrn Justizrat Dr. Brodnitz, am 2. 6. 22 unter genauer Angabe der unwahren Behauptungen und unter Zeugenbenennung mit- ' geteilt worden mit der Anfrage, was gegen Dr. Woyda veranlaßt würde. Die Anfrage ist zunächst unbeantwortet geblieben. Aus Mahnung ging ein hinhaltendes Schreiben rin. Eine wiederholte Mahnung ist ebenfalls unbeantwortet ' geblieben. Bis zum Abschlüsse dieses Blattes (7. 8. 22), also 'mehralszwei Monate nach Absendung der Anfrage, ist eine sachliche Rückäußerung noch nicht er» /folgt. 3. Derselbe Dr. Woyda figuriert nach der C. V- Zeitung vom 3. 8. 22 bei den Bestrebungen. )ie Jugend» b e w e g u n g in die Bahnen des C. V. zu leiten, als „Vertreter des C. V." 4. In der C. V. - Zeitung vom 13. 7. 22 polemisiert Dr. Holländer gegen die „Jüdische Rundschau", die gesagt haben soll, daß es „im E. V. Leute gebe, di« trotz des Beschlusses der Vereinsleitung und der Hauptversammlung (!) für den Keren Hajessod eintreten, und daß sogar einzelne Elemente (?) mit der Bewegung der sogenannten nationaldeutschen Juden sympathisieren." (Ob das Zitat wörtlich aus der „Jüdischen Rundschau" entnommen oder von Dr. Holländer „umgeprägt" ist. konnten wir nicht feststellen.) Dr. ' Holländer sagt gegenüber diesen Vorhalten wörtlich: „Eine Einheitlichkeit der Anschauungen in Fragen minderer Bedeutung (s) ist in einer großen Bewegung gänzlich undurchführbar .... Wenn gar darauf hingewiesen wird, daß Mitglieder des E. V. zur^Bewrgung der nationaldeutschen Jude» in einem gewissen inneren Verhältnis ständen, so ist das» ganabgesehen von dem Umstande, daß deren Ziel verschwindend Ist (l). insofern «Kärlich, als die nattonalpeutschen Jude» ja nichts anderes getan ha-en.alsdasPro-, grammdes T. V.. allerdings vielfach in einer unser« ständlichen Verzerrung nachzuahmen, indem He Lessen Programm dadurch zu verbessern glaubten, daß sie dem JudeiKum einige Ohrfeigen versetzten." -_- 8. Wir brachten in der Mai-Juni-Nummer unseres Mitteilungsblattes eine Erklärung „In eigener Sache" Der Tentral-Verein antwortet auf diese Erklärung in Rr 10 der C. V.-Z eitunH vom 13. 7. 22 mit einem Artikel „Auf gutem Wege!". Wir stellen im Folgenden die beiden Erklärungen zur Vergleichung nebeneinander: I« eigener Sach«. Der Deeßand natianntdent» scher Juden ist seit seiner Begründung von einigen führenden Perslnlichkeiten de» Cenlealaereins dentscher S1aat»dür,«r jäbische» Ginn»«»« durch Wort und Schrift fortgesetzt in einer Form angegriffen worden, die weit über die Grenzen de» bei Austragung geistiger Kämpfe lieblichen und Zulässigen hinausgeht. Die Angriff« richten sich besonder» gegen unseren Vorsitzenden, Dr. Max Naumann, dem vielfach «»«gerungen nachgesagt »erden, dt« er »«der dem Wortlaut nach de», Sinn« nach jenral» getan hat, und von d»m ander« Aeußerunaen, die er wirklich ge» tan hat, ln entstellte« oder in einer durch HeranBrelße» aut »«»Zusammen bang den »ahrea Sinn »erändrruden Farm wiedergegeben werden. Ferner werden fortgesetzt Dr. Naumann und anderen Führern unsere» Verbandes Woliv« und Ziele unterschoben. die uns allen gleichmäßig fremd find. Die Verbreitung der unrichtigen und irreführenden Angaben erfolgt insbesondere durch die „Mitteilungen de» Lyudiku» de» Eeutraluerri«»", die „vertraulich" versandt werden, deren Inhalt aber durch mündlich« Weitergabe weitesten Kreisen zugänglich gemacht wird. Wir haben in der vorliegenden Lhrmmer unseres Mitteilungsblattes noch einmal einige besonders kennzeichnende Fälle der oben erörterten Art in der gebührenden Form gewürdigt. Bo» jetzt an »erde« wir »nser« Kräfte, di« der positiven «rbelt gehöre«, nicht »ehr »n die Widerlegung derartiger Behauptungen »erfchraenden. Wtrbitten unsere Leser, sofern ihnen solch« Behauptungen zugetragcn werden, ihnen nicht Glauben zu schenken, vielmehr uns selbst um Auskunft über den wahren Sachverhalt zu ersuchen. Z« «nsere» Mitteil»«g»dlatt »erden wir in Zukunft ein« Polemik gegen di« in Frag« ko»»e«d«n Persönlichkeiten nicht «ehe führe». Wir werde» «n» daraus beschränken, sachlich unrichtige Behauptungen ohne weiteren Kommentar »irriger zu hängen und, I«»ei1 r» ßch um fachuch oder t» der Fan« beleidigend« Nach, rede» Handelt, di« Täter de» Nechtaweg« z» »erfolge». Der gefchSfl »führend« Vorstand de» Verbände» «atianaldeutfcher Jude«, «. v. «nf gnte» Wege! Wir sind heute in der un» selbst überraschenden Lag«, allen unseren Freunden die Lektüre der letzten Nummer de» Raumannfche» (!) ,Mitt«iluna»dlatte," warm empfehle» z» können. Zwar werde» sie bei dieser Lektüre vorerst seitenlang auf sehr bös« Anwürfe und verletzende Angriff« gegen sichrend« Periän-' lichkeiten unsere» Verein» stoßen, auf der letzten Seite aber ändert sich da, Bild ganz wunderbar: Die Taube mit dem, Oelzweig des Frieden» flattert un» da e ntaeg en^ll). Der Derb a no r v p rfta nd erklSrtv daß dieser von nun an den Kampf mit dem Lentraloeretn «instellen, jede Polemikmtt un» vermeiden und sein, positiver Arbeit gewidmete« Kräfte nie wieder an di« Mid erlegun , uns«, rer Behauptungen verschwenden w i lI. (!) Diesen schonen Entschluß hat sich Dr. Naumann offenbar erst nach Redaktionsschluß seine» Blattes abgrrungen. dessen Inhalt, wie gesagt, einen blutigen Hohn auf solch« milde Versöhnlichkeit und Einkehr sk) därslellt. Doch auch so findet dieser Entschluß unseren, lebhaften Beifall, in den gewiß alle etnstimmen werden, denen die Interessen de» deutschen Judentums am Herzen liegen. Zwar hat e» über «in Jahr gedauert, bi» Dr. Naumann nun endlich gleich un», wie wir annehmen, eiusieht. daß sein» Angriffe gegen den Central»eret« stets aur Wasser aufdia Mühl« der IuKendgegner treiben, aber auch jetzt ist »» noch nicht zu spat Y) (Die Sperrungen i« Lert und di« Lusr«fu»g»zeich«n rühre» von ««» her. Di« bchristl.) 20