Mitteilungsblatt des Verbandes nationaldeutscher Juden e.V.
- Journal
- Mitteilungsblatt des Verbandes nationaldeutscher Juden e.V.
- Volume
- 1922
- Issue
- 6 (Juli/August 1922)
- Date
- 1922-07-01
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
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zu spat, pLz« bekämpfen. Rur mutz der Kampf geführt werde» mit der Wachsamkeit und zähtz» Enffchlossenhett. oha« die einem ernftzunehmenden Gegner nicht beizukommen ist. Verharren wir in der Halbheit und Schlaffheit, die auch .heute noch von gewissen jüdischen Kreisen als das normal« Verhüttest deutschsiihlender Juden ausgesaßt wird, so werden wir da» Spiel verlieren. Wir wollen versuchen, es zu gewinnevtndem wir die listigen und törichten Ratgeber von uns abschütteln und festen Schritte» unseren eigenen, geraden Weg gehen. Es geht nicht nur um den Seelenfrieden unserer Kinder, es geht in letzter Linie um den inneren Frieden des deutschen Vaterlandes. Jugendorganisation und Jugendbewegung. s Bon Kurt Roscnow. Im Dezemberheft de« Mitteilungsblattes von 192 behandelt Han» Weinberg das Thema »Der verband na> tionaldeutscher Juden und die jüdisch« Jugend". Er bejah di« Frage, ob der Verband der Jugend Ideale geben könne, unter gewissen Einschränkungen. Ich glaube, daß man di; Frag« ohn «Vorbehalt bejahe« mutz. Da» Ideal, da» un» der Verband vor Augen hält» da» deutsch« Volkstum. der deutsche Geist, ist groß genug und wohl wert, da j eine edle, stark« Jugend nach ihm strebt. Um deutsch« Ari. deutschen Geist, deutsche» Volkstum zu pflegen, in die jüdische Jugend hineinzubeagen und in ihr zu festigen, haben wie die »Junggruppe »ationakdeutscher Juden' geschaffen. Eie soll alle di« jungen Menschen jüdischer Akstammung und Religion zusammenfaffen. die nationaldeutsi j fühlen, ohne Unterschieb ihrer politischen Gesinnung un» ihrer Stellung zu den Jugendfragrn im Einzelnen. Aber diese Pflege de» deutsche« Gedanken» darf nur da» llebergeordnete sein. Innerhalb der großen Organist - tion müssen sich Heiner« Kreise zusammenfinden. die sich mit besonderen Fragen und Gebieten beschäftigen wollen: Akademiker» Eportslevte, Wissenschaftler u. s. w. Alle diel e Untergruppen sind i« großen Ganzen zusammengeschlosse, und streben, jede Untergruppe auf ihrem eigenen Weg!» zum gemeinsamen Ziel, dem Aufgehen im Deutschtum. Ohre die Schaffung der Untergruppen wücken sich Reibungen der verschiedenen Weltanschauungen und Meinungen erg » ben; wir würden dasselbe erleben, was wir bei de« Parte. Jugendblinden gesehen habe«. Di« Jugendgruppen, die fi h di« politische« Parteien geschaffen hatten, haben zum-Te l die Parteischranken dnrchbrochen. Der »Deutschuatijona! e Zugendbund" hat sich gespalten, die demokratische Jügen» hat sich teilweise »on der Partei losgesagt und in der „A, - better-Jugend" (E. P. D.) streiten' ständig die beiden Riätungen, die gekennzeichnet werden durch die Worte: Parb i oder volksgmneinschast. Wir wollen aus diese« Tatsache» unsere Lehren ziehen und von vornherein zu engeren Gemeinschaften zusammenfassen, was nicht nur in dem alle» Mitglieder» unserer »Junggrupp«", gemeinsamen Deutst - gefühl. sonder« auch in der Weltanschauung und in der bsoaderen Auffaks-sq der Jugeudfrageu zustnnmeustimüut. Loa dieser« Untergruppen -interessiert «ich selbst oefoilder» der organisatorische Aufbau und die Arbeit der Grupt e der Jugendbewegung im engeren Sinne, d«s Wandervogel». Wenn ich in dieser Hinsicht von ei« r Untergruppe spreche, denke ich nicht an eine geWösseie Sonderorganisation. deren Schaffung ich nicht für zweck«! ißig hatten würde, sondern an einen kose« Kreis, in dem Anhänger der Jugendbewegung aller Schattierungen vertr - ten sind. Luser gemeinsames Ziel ist, tatkräftig am Wir* derausta» de» deutschen Vaterlandes mitzuarbeiten. W ie dies ^gerade auf de« Wege der Jugendbewegung geschehe n kan», zeigt -ans Schlemmers Schrift »Dis deu - Ich« Jugend und das Gebot derStunde" (h«r- ^tusgege-en vom »Bund der.Erneuerung wirtschaftlicher Sitte und Verantwortung", Berlin. Schönebepger Ufer 36a) die ich dringend zur Lektüre empfehle. Im Rahmen dieser Bestrebungen'haben wir jungen Menschen jüdischer Abstammung eine besondere, hohe und schwere Aufgabe zu erfüllen. Wir müssen der deutschen Jugend nichtjudischen Stammes -eigen, daß! wir Juden nicht schlechter find als sie» daß wir genau so begeistert und genau so wirksam arbeiten können und wollenwie sie selbst. Darum hinein in die deutsche Jugendbewegung, hinein in den deutschen Wandervogel! Nicht einen Sonderbund nationaldeutscher Juden im Sinne des' Wandervogels wol len wir bilden, sondern wir wollen inden schon beste, henden' paritätischen Bünden arbeiten, dort Vorkämpfer sein der deutschen Volksgemeinschaft, die einst kommen wird und muß. Roch ist unser Vaterland durch unglückseligen Parteihatz zerrissen. Desto erfreulicher ist der Zug. der gerade durch die Jugendbewegung geht: der Zug zum Zusammenschluß, zur Volksgemekdschaft. Man fragt nicht: Wie denkst Du?. Wer bist Du?, sondern man sagt: Wir haben ein gemeinsames Ziel, wir wollen zusammen nach ihm strebeg! Hierkönnen wirsungen natio» nald rutschen Juden Mitarbeiten. Wollen wir die rechte Zeit verstreichen lassen? ^.Freilich gibt es apch Ausnahmen von der Regel. Ein Teil der in der Jugendbewegung stehenden „proletarischen Jugend" bemüht sich, ebenso „klassenbcwußt" zu sein, wie ihre Ettern, und lehnt das Zusammengehen mit „Bürger lichen" bedauerlicherweise ab. Und natürlich gibt es auH „Antisemiten" in der Jugendbewegung. Der größte Wan dervogelband, der Alt-Wandervogel (A. M B.) ist noch teilweise antisemitisch. Aber auch hier nimmt diese Strö mung ab, wir mir von verschiedenen Mitgliedern des A. W. B. naOrücklich versichert worden ist. Biel gefährlicher aber, als die verhältnismäßig nicht zahlreichen Antisemiten, find uns. die wir auf dem Wege der Jugendbewegung zur Volksgemeinschaft streben, die zio nistischen Jjugendbünde, besonders der ,B>iau W e i ß". Den Werbungen der „Blau-Weiß, n" müssen gerade wir Jungen mit äußerster Wachsamkeit gegenübersteh^n und mit größter Schärfe entgegentreten. Nur wer die Art und Weise kennt, in der die „Blau-Weißen" Anhänger ».keilen" übersieht die große Gefahr» die der jüdische« Jugend von dieser Seite.droht. Erst kürzlich erzählte mir ein „Blau- Weiß"-FühAr mit zynischer Offenheit, daß «r Jungen -ge keilt hätte mit der'Behauptung, der „Blau-Weiß" wäre netz tral. Die Erfahrung lehrt, daß stch durch, solche Vorspiege klungen tatsächlich junge Menschen verlc'.ten lassen, in Bünde zu gehend die ihnen da» deutsche Vaterland nehmen, eist sind es ganz junge Kinder, die auf den Schwindel hin l. Leider find qber auch viele Eltern ahnungslos genug, um nicht rechtzeitig zu erkennen, wie ihre Kindet auf da» Leim gelockt »erden. Nur durch weitgehende Aufklärung können wir dftr Zionisten da» Wasser abgraben, vor rücksichtslos entlarven und zum.Bekennen ihrer wahres Absicht zwingen, wo wir sie beim „Kel len" «treffen. Allznotek junge Menschen werden es für den Anfang nicht fei», die de« Mut habe«, sich in der Jugendbewegung offen als aationaldeutfche Inden zu bekennen. Die „.Zwischenschicht" ist auch in der Jugend stark vertreten. Aber diejenigen. die sich zu uns bekennen, werden nicht die schlechtesten sei«. Groß nnd schwer ist »nsere Aufgabe, aber es »erloihnt sich, ihr zu dienen.^ Wir «ollen Pioniere itzder dentfchen Jugendbewegung sein,»m de nun glücklichen Parteiennnd Rassenhaß zu und nschaft Überbrücker volksgemei Ziel winkt «ns. An, W^rk. JndenI zur wahren zu gelangeiu deutsche« Ein hohes jung« natkonaldentsch«